Die HSL 2 (niederländisch: Hogesnelheidslijn 2, französisch: LGV 2 bzw. Ligne à grande vitesse 2) ist eine 95 km lange belgische Schnellfahrstrecke zwischen Brüssel und Lüttich. Die HSL 2 wird derzeit vom Thalys, vom ICE International und von Intercity-Zügen benutzt. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 300 km/h.

Verlauf Zwischen Brüssel und Löwen folgt die Strecke der Trasse der bestehenden Bahnstrecke Brüssel–Lüttich (L 36), die in diesem Bereich viergleisig ausgebaut wurde. Die mittleren beiden Gleise dienen dabei seit 2003 dem Hochgeschwindigkeitsverkehr (L 36N), die mit einer Geschwindigkeit von 200 km/h befahren werden kann, die äußeren beiden Gleise dienen dem übrigen Verkehr. Zwischen Löwen und Lüttich folgt die hier als Neubaustrecke ausgeführte Schnellfahrstrecke in Verkehrswegebündelung dem Verlauf der Autobahn E 40 bis kurz vor Lüttich.Meldung Baufortschritte an den belgischen Hochgeschwindigkeitsstrecken. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2001, , S. 164. Diese Verkehrswegebündelung ging aus einer Forderung der Genehmigungsbehörde im Zuge der Streckenplanung hervor.

Die Neubaustrecke zwischen Löwen und Bierset (etwa 10 km westlich von Lüttich) misst 62 km.Sven Andersen: Neu- und Ausbaustrecken für den Hochgeschwindigkeitsverkehr in Belgien. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 6/2002, , S. 278–281.

Bei Ans geht die Neubaustrecke in die zweigleisige Bestandsstrecke Brüssel–Lüttich über.

Die maximale Längsneigung der Neubaustrecke liegt bei 21,58 Promille. Im 300-km/h-Abschnitt liegt der minimale Bogenhalbmesser bei 4650 m, bei einer Überhöhung von bis zu 130 mm.

Geschichte Nach einer Vereinbarung der am Projekt PBKA beteiligten Verkehrsminister sollte der Abschnitt Brüssel–Aachen im Jahr 1998 fertiggestellt werden.Jahresrückblick 1989. In: Die Bahn informiert, , Heft 1/1990, S. 12–15. Im Frühjahr 1998 begannen die Bauarbeiten an der Neubaustrecke.Meldung Belgische Hochgeschwindigkeitsstrecke nimmt Formen an. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 3, 1999, , S. 44. Am 11. Januar 2001 starb beim Zusammenstoß zweier Bauzüge ein Lokführer. Vier Lokomotiven und zehn Wagen wurden irreparabel beschädigt und vor Ort verschrottet.

Der Betrieb wurde 2002 aufgenommen. Aufgrund fehlender Zulassung für die Strecke verkehrten die zum Fahrplanwechsel im Dezember 2002 neu eingesetzten ICE 3M des ICE International über die Bestandsstrecke.Meldung ICE 3 bis Bruxelles. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 12/2002, , S. 549. Bei Versuchsfahrten eines ICE 3M auf der Strecke wurde am 28. Oktober 2003 Schotterflug beobachtet. Als kritische Geschwindigkeit wurde später 275 km/h ermittelt und die Züge auf der Strecke für 250 km/h zugelassen.Frank Panier: Zulassung des ICE 3 in Frankreich – die praktische Erprobung. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 11/2005, S. 514–517.

Seit der baulichen Fertigstellung der HSL 3 Ende 2007 existiert eine durchgehende belgische Ost-West-Achse von der französischen Grenze (mit TGV-Verbindung nach Lille und Paris und Eurostar-Verbindung nach London) zur deutschen Grenze. Der kommerzielle Betrieb auf der HSL 3 verzögerte sich durch fehlende technische Ausrüstung der ICE- und Thalys-Züge bis Mitte 2009.

Technik Auf der gesamten Strecke sind zwei Gleiswechsel in einem Abstand von etwa 29 km vorhanden. Die Strecke ist mit 25 kV / 50 Hz Wechselstrom elektrifiziert. Bis 2018 wurde auf der Neubaustrecke das Zugbeeinflussungssystem TBL 2 verwendet. Zunächst war auch der Einsatz der Systeme TVM 430 und ETCS erwogen worden. Die Entscheidung für TBL2 fiel dann 1999. Ab 2018 kommt nun ETCS Level 1 zum Einsatz.

Siehe auch HSL 1 HSL 3 HSL 4 HSL Zuid Bahnhof Brüssel-Süd Bahnhof Liège-Guillemins PBKA High Speed 1

Weblinks

Belgische Hochgeschwindigkeitsseite (französisch, mit Karte) ICE International: Aachen - Brüssel Einzelnachweise

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