Günther Feustel (* 13. Juli 1924 in Teltow; † 16. Januar 2011 ebenda) war ein deutscher Autor von Kinder- und Jugendliteratur.
Leben und Werk Feustel kam aus einer Arbeiterfamilie. Er wuchs in der Hohen Tatra auf. 1943 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, und er nahm am Zweiten Weltkrieg teil und war bis 1945 in Kriegsgefangenschaft.
Nach der Entlassung lehrte er als Neulehrer Biologie und Chemie an der Grundschule in Stahnsdorf. Später war er Fachlehrer an der Oberschule in Blankenfelde. Seit 1958 arbeitete er freischaffend als Schriftsteller. 1962 wurde er mit der Erich-Weinert-Medaille geehrt.
Günther Feustel war mit der Jugendbuchautorin Ingeborg Feustel verheiratet. Gemeinsam mit ihr schuf er Fernsehpuppen für Kinder, beispielsweise Pittiplatsch und Schnatterinchen und die Texte für deren Spielszenen.
1951 wurde der gemeinsame Sohn des Ehepaares Jan-Michael Feustel geboren.
Von Günther Feustel sind über 30 Kinderbücher erschienen, die in 24 Sprachen übersetzt wurden. Viele seiner Geschichten, Romane und Hörspiele für Kinder und Jugendliche handeln von Menschen und Tieren in der freien Natur. In den Lesebüchern für Grundschüler sorgte von 1970 bis zum Ende der DDR Feustels Beitrag Uli und sein großer Freund für die Präsenz der Nationalen Volksarmee (NVA) im Unterrichtsstoff.Matthias Rogg: Armee des Volkes? Militär und Gesellschaft in der DDR (= Militärgeschichte der DDR, Band 15). Ch. Links, Berlin 2008, ISBN 978-3-86153-478-5, S. 183.
Werke (Auswahl) 1954: Uli und sein Schweinchen Jo. Illustriert Ingeborg Friebel 1955: Mäuse, Tränen und ein Stubenzoo. Illustriert Ingeborg Friebel 1956: Ich suche einen Bruder! 1957: Die Bande vom oberen Kiefernweg. 1957: Tiere sind unsere Nachbarn. 1958: Guten Tag, Natur! Illustriert Helmut Kloss (1959) Boxer und die Arche Noah. Illustriert Werner Schinko. Altberliner Verlag Lucie Groszer 1959: Gräser erobern die Erde Illustriert Helmut Kloss 1959: Der ungeschickte kleine Elefant. Illustriert Heinz Rodewald 1960: Martin und die Wiesenpieper. Illustriert Ingeborg Friebel 1961: Katrinchen. Illustriert Ingeborg Friebel 1961: Wir aus der 2a. Illustriert Erich Gürtzig 1962: Gnugu 1963: José, eine Geschichte aus Südamerika 1965: Nino Däumling 1968: Die drei Cäcilien. Illustriert Erich Gürtzig 1969: Jonathan 1969: Die Geburtstagslaterne 1973: Das Märchen von springenden singenden Brunnen (Litera) 1976: Die fliegende Windmühle 1977: Ein Indio darf den Tag nicht verschlafen. Eine Geschichte aus Lateinamerika. 1980: Ilka. Ein Tag im Leben eines Iltisses 1983: Die Wölfin Hora 1988: Borstel als Kükenvater 1994: Das Mädchen vom Ginkgobaum, illustriert von Hermien Stellmacher, Altberliner, Berlin / München, ISBN 3-357-00775-4.
Rundfunksendungen Das Mädchen aus dem Ginkgobaum, in der Reihe „Ohrenbär“ des SFB, 1994 Jenni und der unglaubliche Mister Pompalon, in der Reihe „Ohrenbär“, 1994 Karoline aus der Kiepe, in der Reihe „Ohrenbär“, 1995 Ritter Barfuß und sein Ziegenbock, in der Reihe „Ohrenbär“, 1996 Jora und der Katzenprinz, in der Reihe „Ohrenbär“, 1996 Amarilla und die verflixte Drei, in der Reihe „Ohrenbär“, 1997 Der Kobold mit den grünen Ohren, in der Reihe „Ohrenbär“, 1998 Micha und seine Freunde , Kinderradio Berliner Rundfunk, 1962–1964
Verfilmungen 1976: Die Leuchtturminsel (Regie: Günter Rätz, DEFA-Studio für Trickfilme) 1981: Die fliegende Windmühle (Regie: Günter Rätz, DEFA-Studio für Trickfilme) 1982: Angst (Regie: Günter Rätz, DEFA-Studio für Trickfilme)
Literatur
Kurt Böttcher (Gesamtredaktion): Lexikon deutschsprachiger Schriftsteller von den Anfängen bis zur Gegenwart. VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1974; Band 1, S. 207
Weblinks
Einzelnachweise
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