Die National Basketball League (NBL) ist eine professionelle australasische Basketballliga mit derzeit zehn Mannschaften aus Australien (neun Mannschaften) und Neuseeland (eine Mannschaft). Die Liga wurde 1979 in Australien gegründet. Seit der Saison 2025/26 wird innerhalb der regulären Saison der NBL Ignite Cup ausgespielt.

Geschichte Entwicklung Die NBL wurde 1978 als National Invitation Basketball League (NIBL) gegründet und begann ihre erste Saison 1979. Sie wurde 1980 in National Basketball League (NBL) umbenannt. Vor der Gründung der NBL gab es zwei nationale Basketballwettbewerbe: die National Titles und die Australian Club Championships.

Im August 1979 startete die erste Saison, die während der australischen Wintermonate (April–September) ausgetragen wurde. Dies blieb bis zum Abschluss der Saison 1998, der zwanzigsten Saison der Liga, so. Die nur wenige Monate später beginnende Saison 1998/99 war die erste, die in der Sommersaison (Oktober–April) stattfand. Dieser Wechsel, der bis heute von der Liga praktiziert wird, war ein Versuch, direkte Konkurrenz mit den verschiedenen australischen Winter-Football-Ligen zu vermeiden. Offiziell ist die NBL nach dem nationalen Cricket-Wettbewerb (der 1892 seine erste Saison begann) und der Australian Football League (die 1897 als Victorian Football League startete und 1990 ihren Namen änderte) der drittälteste durchgehend bestehende nationale Sportwettbewerb Australiens. Die NBL erlebte ihre Blütezeit in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren, doch ihre Popularität, die Aufmerksamkeit der Medien, die Zuschauerzahlen und die Unterstützung durch Unternehmen verschlechterten sich und stagnierten im darauffolgenden Jahrzehnt mit dem Wachstum der vier anderen Football-Varianten des Landes.The decline of the NBL|language=en-AU

Ein zweiter Melbourner Club, die South Dragons, trat der Liga in der Saison 2006/07 bei und löste sich nach der Saison 2008/09, in der sie die NBL-Meisterschaft gewannen, wieder auf. In der Saison 2006/07 war die NBL die erste australasiatische Sportliga, die mit den Singapore Slingers ein Team aus Asien aufnahmen. Die Gold Coast Blaze traten der Liga ebenfalls in der Saison 2007/08 bei. mini|rechts|250px|Melbourne Tigers gegen die Gold Coast Blaze im Parkville Stadium am 13. Februar 2010 Die Saison 2009/10 war als die Saison vorgesehen, in der die NBL ihre Umstrukturierung beginnen sollte, ähnlich wie die alte National Soccer League, die zur acht Mannschaften umfassenden A-League wurde. Die NBL kehrte nach drei Jahren erstmals wieder ins Free-TV in Australien zurück, wobei One zwei bis drei Spiele pro Woche übertrug.

Ende Mai 2015 wurde Larry Kestelman, Geschäftsmann und Mitbesitzer der Mannschaft Melbourne United, über seine Unternehmensgruppe der Mehrheitseigner der NBL. Er zahlte rund sieben Millionen Australische Dollar für die Übernahme. Zuvor hatte die Liga unter schwindenden Zuschauerzahlen und mehrere Mannschaften unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten gelitten. Nach Kestelmans Übernahme ging es mit der NBL bergauf: Die Zuschauerzahlen stiegen bis 2019 um 25 Prozent, die Zahl der Fernsehzuschauer um 40 Prozent und die Nutzungszahlen in Internetnetzwerken um 400 Prozent.

Die Einführung der Marquee-Regel zum Salary Cap erleichterte es den Vereinen, die besten australischen Spieler außerhalb der US-amerikanischen NBA zu verpflichten. Sie ermöglichte die Rückkehr von Spielern wie Brad Newley, David Andersen und Andrew Bogut aus Europa und den USA. Zusätzlich erlaubt die zur Saison 2016/17 eingeführte Special Restricted Player-Regel den Vereinen, Spieler aus Ländern wie China, den Philippinen, Taiwan, Indien, Südkorea, Singapur und Japan zu verpflichten, die nach den NBL-Regeln nicht als Importspieler gelten würden. mini|250px|S.E. Melbourne Phoenix gegen die Adelaide 36ers in der John Cain Arena am 18. November 2019 In der Saison 2019/20 trat S.E. Melbourne Phoenix als jüngster Verein der Liga bei. Nach einer ereignisreichen Saisonpause, in der unter anderem LaMelo Ball und R.J. Hampton, zwei hoch gehandelte NBA-Draftpicks des Jahres 2020, verpflichtet wurden, startete die Liga mit einem neuen Zuschauerrekord. Am Eröffnungsabend der Saison sahen 10.300 Fans das erste „Throwdown“-Spiel zwischen Melbourne United und dem S.E. Melbourne Phoenix, während weitere 20.550 Fans die Spiele der ersten Runde besuchten. Nach Abschluss eines Übertragungsvertrags mit Facebook Watch verfolgten über eine Million US-amerikanische Fans Balls erstes Spiel in der NBL gegen die Brisbane Bullets.

Die Spielzeiten 2020/21 und 2021/22 wurden aufgrund der COVID-19-Pandemie verkürzt und teilweise ohne Zuschauer ausgetragen. In der folgenden regulären Saison 2022/23 und in den Finalspielen 2023 wurden zahlreiche Zuschauerrekorde für die Liga aufgestellt. In der Saison 2023/24 besuchten erstmals seit 1996 wieder eine Million Fans die Spiele.

Am 20. August 2025 gaben die NBL und ESPN die Verlängerung ihres Übertragungs- und Streaming-Medienvertrags bekannt. Die Spiele der Saison 2025/26 werden live auf Disney+ über den ESPN-Kanal sowie über die bestehenden Übertragungswege von Foxtel, Kayo Sports, Fetch TV und Sky New Zealand zu sehen sein.

Wettbewerbsformat Spielzeit Von 1979 bis zur Saison 1983 bestand ein Spiel aus zwei Halbzeiten mit je 20 Minuten Nettospiezeit. Ab der Saison 1984 wurde die Nettospielzeit auf vier Viertel zu je 12 Minuten verlängert. Vor der Saison 2009/10 wurde die aktuell immer noch gültige Nettospiezeit von 40 Minuten, aufgeteilt auf vier Viertel, eingeführt.

Playoffs Bis zur Saison 2022/23 erreichten die besten vier Teams am Ende der regulären Saison die Playoffs. Die Teams auf Platz eins und zwei der regulären Saison hatten in ihrer ersten Runde, die im Best-of-Three-Modus ausgetragen wurde, Heimrecht gegen die Teams auf Platz drei und vier. Die Gewinner dieser drei Spiele zogen ins Grand Final ein. Der Sieger der ersten Serie spielte gegen den Sieger der zweiten Serie im Best-of-Five-Modus, wobei das höchstplatzierte verbleibende Team Heimrecht erhielt. Der Gewinner dieser Serie wurde zum NBL-Meister gekürt.

Ab der Saison 2022/23 führte die NBL die Play-in-Spiele ein. Die beiden bestplatzierten Teams der regulären Saison qualifizieren sich automatisch für das Halbfinale. Die Teams auf den Plätzen drei bis sechs spielen im Play-in-Turnier. Der Drittplatzierte spielt gegen den Viertplatzierten um Platz drei, und der Verlierer spielt gegen den Gewinner der Partie zwischen Fünfter und Sechster um Platz vier.

NBL Ignite Cup Seit der Saison 2025/26 trägt die NBL einen Pokalwettbewerb innerhalb der regulären Saison aus. Teilnahmeberechtigt sind alle zehn Teams der NBL. Diese treten ab der vierten Woche der regulären Saison, jeweils zweimal heim- und auswärts gegen vier andere Teams an. Die Spiele finden immer mittwochs statt und werden auch für die reguläre Saison gewertet. Für den NBL Ignite Cup wird jedes Viertel des Spiels separat gewertet. Der Sieger eines Viertels erhält einen Punkt, bei Unentschieden einen halben Punkt, während der Gesamtsieger des Spiels drei Punkte bekommt. Die beiden Teams, die nach vier Spielen die meisten Punkte haben, bestreiten das Grand Final, welches nicht mit in die Wertung der regulären Saison einfließt.

Das Gewinnerteam erhält 300.000 australische Dollar (AUD) Preisgeld, während der unterlegene Finalist noch 100.000 AUD bekommt. Davon gehen 60 Prozent direkt an die Spieler und 40 Prozent an die Teams.

Ligasponsor Zu Beginn der Saison 2004/05 schloss die NBL einen neuen Fernsehvertrag mit Fox Sports in Australien und einen mehrjährigen Namenssponsoringvertrag mit dem Elektronikhersteller Philips ab. Nach der Saison 2006/07 kündigte Philips jedoch an, das Namenssponsoring nicht fortzusetzen, da die NBL den Sponsoringvertrag ausweiten wollte. Am 18. September 2007 gab die NBL die US-amerikanische Geländewagen-Marke Hummer als Namenssponsor für die Saison 2007/08 bekannt. Am 13. September 2010 wurden iiNet als Namenssponsor der NBL und Centrebet als offizieller Sportwettenpartner vorgestellt. Der US-amerikanische Sportartikelhersteller Spalding stellte die Ausrüstung, darunter den offiziellen Spielball, und AND1 die Teamkleidung. Das Sponsoring von iiNet dauerte drei Saisons, das von Centrebet zwei. Am 5. Oktober 2017 wurde Hungry Jack’s Namenssponsor der NBL. Das Logo von Hungry Jack's ist auf den Trikots der Spieler, in und um die Veranstaltungsorte zu sehen und das Unternehmen ist eng mit dem Heritage Month im Januar verbunden.

1979 bis 1987: kein 1988 bis 1991: Hungry Jack's 1992 bis 2001–02: Mitsubishi Motors Australia 2002–03bis 2003–04: kein 2004/05 bis 2006/07: Philips 2007/08: Hummer 2008/09 bis 2009/10: kein 2010/11 bis 2012/13: iiNet 2013/14 bis 2016/17: kein 2017/18 bis heute: Hungry Jack's

Modus Jedes Team trägt in der regulären Saison 16 Heim- und 17 Auswärtsspiele oder 17 Heim- und 16 Auswärtsspiele aus. Diese sind zusammengefasst in 22 Spieltage, sodass jedes Team an einigen Spieltagen auch zweimal spielt. Die in der Endtabelle auf den ersten sechs Plätzen stehenden Teams qualifizieren sich für die NBL Finals, die im Play-off-Modus ausgetragen werden. Die in der Endtabelle auf den ersten beiden Plätzen stehenden Teams qualifizieren sich dabei direkt fürs Halbfinale, während die auf den Positionen 3 bis 6 stehenden Teams die beiden anderen Halbfinalisten ausspielen. Im Halbfinale gilt der best of three modus, während im Finale der Best-of-five-Modus angewendet wird, so dass der Meister im März feststeht.

Teilnehmer Aktuelle Teams

Mannschaft StadtLand Austragungsorte PlätzeAdelaide 36ersAdelaide, South AustraliaAustralienAdelaide Entertainment Centre11.300Brisbane BulletsBrisbane, QueenslandAustralienBrisbane Entertainment Centre10.500Cairns TaipansCairns, QueenslandAustralienCairns Convention Centre5.300Illawarra HawksWollongong, New South WalesAustralienWIN Entertainment Centre6.000Melbourne United Melbourne, VictoriaAustralienJohn Cain Arena10.175New Zealand BreakersNorth Shore, AucklandNeuseelandSpark Arena9.740Perth WildcatsPerth, Western AustraliaAustralienPerth Arena14.800S.E. Melbourne PhoenixMelbourne, Victoria AustralienJohn Cain Arena10.175Wantirna SouthState Basketball Centre3.422Sydney KingsSydney, New South WalesAustralienSydney SuperDome18.200Tasmania JackJumpersHobart, TasmanienAustralienDerwent Entertainment Centre4.340Launceston, TasmanienSilverdome3.255

Ehemalige Teams