Die Stadtgemeinde Ternitz ist mit Einwohnern (Stand ) die bevölkerungsreichste und mit einer Gesamtfläche von km² die flächenmäßig fünftgrößte Gemeinde im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich.
Geografie mini|Die Schwarza in Ternitz Ternitz liegt im unteren Schwarzatal am Beginn des Steinfeldes (Trockene Ebene) im Industrieviertel (auch Viertel unter dem Wienerwald)Viertelseinteilung in Niederösterreich nach Georg Mathias Vischer anno 1697; Amt der NÖ LR in Niederösterreich. Mit der Gösing-Hochberg-Gruppe, die zugleich auch mit 898 m der höchste Punkt der Gemeinde ist, bildet das Gemeindegebiet von Ternitz die nördliche Umgrenzung der Buckligen Welt am Alpenostrand. Hauptfluss ist die Schwarza, die das Gemeindegebiet in West-Ost-Richtung durchfließt. Im Streckenverlauf des Ortsteiles Pottschach ist der Fluss die Grenze zum Gemeindegebiet von Wimpassing im Schwarzatale. Entlang der Schwarza verläuft durch Ternitz (Dunkelstein, Blindendorf, Pottschach und Putzmannsdorf) die Schwarzatal-Radroute, welche Lanzenkirchen mit Reichenau an der Rax verbindet.
Flächenbilanz Das gesamte Ternitzer Stadtgebiet erstreckt sich über eine Fläche von km² (6539 ha). Von dieser Gesamtfläche entfallen 56,6 % (3700 ha) auf Waldgebiete, 29,1 % oder 1902 ha auf landwirtschaftlich genutzte Flächen (Äcker, Wiesen und Hutweiden) und 1,7 % werden als Baufläche ausgewiesen. Der Grünflächenanteil beträgt insgesamt über 91 %.Statistik Austria, Österreichs Städte in Zahlen 2010; Nutzungsart auf Grund der Ausweise der Vermessungsämter (Stand: 1. Januar 2009)
Gemeindegliederung
Nachbargemeinden
Geschichte Der Name „Ternitz“ wird 1352 das erste Mal als Flurname urkundlich erwähnt (für den Tehannts, Urbar von St. Lorenzen)Benedikt Kluge, Das Urbar-Buch der Pfarre St. Laurenzen am Steinfeld bei Neunkirchen, in: Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich N.F. 11, 1877, S. 115–119 und 198–205: 201.. Das Zentrum des heutigen Ternitz dürfte schon im Mittelalter dicht besiedelt gewesen sein, auch die Dammreste des Thomb zeugen von dieser Zeit. Es verödete im Laufe der Jahrhunderte, bis es im 19. Jahrhundert Belebung durch die Verlängerung der Südbahn 1842 (Bahnhof Ternitz 1847) und durch die Errichtung eines Hammerwerkes 1846 durch Franz Müller erfuhr. 1862 kaufte Alexander von Schoeller die Fabrik vom damaligen Besitzer Reichenbach und gründete vier Jahre später die Ternitzer Eisen- und Stahlwerke (→ Schoeller-Bleckmann Stahlwerke). Durch die Ansiedelung der Stahlindustrie entstanden Arbeitersiedlungen und die Bevölkerung wuchs stetig, bald arbeiteten über 1000 Menschen im Werk.
Das Ternitzer Siedlungsgebiet lag auf den Gebieten der Gemeinden St. Johann am Steinfeld, Dunkelstein und Rohrbach am Steinfeld. 1923 erfolgte die Zusammenlegung dieser drei Orte zur Gemeinde Ternitz. 1948 wurde Ternitz zur Stadt erhoben. 1969 vereinigten sich die Gemeinden Flatz und Sieding mit Ternitz und 1974 erfolgte die Zusammenlegung der Gemeinden Pottschach und Raglitz mit der Stadtgemeinde Ternitz.
Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung
Die Bevölkerung der Stadt verteilt sich nahezu gleichmäßig auf Frauen und Männer. Während bei der Volkszählung im Jahr 2001 7918 weibliche Einwohner (52 %) gezählt wurden, kam der männliche Teil der Bevölkerung auf 7314 (48 %). In derselben Volkszählung wurde erhoben, dass 92,3 % der Einwohner die Österreichische Staatsbürgerschaft besitzen. mini|Die Ortschaft Flatz mit der Flatzer Wand im Hintergrund Einwohner nach Ortschaften Ortschaft Einwohner Flatz Gadenweith Gutenmann Holzweg Pottschach Putzmannsdorf Raglitz Reith St. Lorenzen am Steinfelde Sieding Stixenstein Ternitz Thann Quelle: STATISTIK AUSTRIA,Wohnbevölkerung nach Ortschaft Stand
Religion Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 62,6 % der Ternitzer (Niederösterreich 79,3 %), weitere 4,6 % waren evangelischen Glaubensbekenntnisses (NÖ 3,3 %) und 0,6 % gehörten einer christlich-orthodoxen Kirche an. Die zweitgrößte Glaubensgruppe stellte jene des Islam dar. Im Jahr 2001 waren 9,4 % der Einwohner von Ternitz Muslime (Niederösterreich 3,2 %), nur fünf Bürger waren jüdischen Glaubens. Ohne Bekenntnis waren 20,5 % der Bevölkerung (NÖ 10,8 %).Statistik Austria; Ein Blick auf die Gemeinde
Politik mini|hochkant=1|Stadtzentrum mit Gemeindeverwaltung mini|Ternitz im Schwarzatal, um 1873 (Aufnahmeblatt der 3. Landesaufnahme) Der Gemeinderat hat 37 Mitglieder. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 24 SPÖ, 6 ÖVP, 3 Grüne, 2 KPÖ, und 2 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 24 SPÖ, 5 ÖVP, 5 FPÖ, 2 Grüne, und 1 Unabhängiges Forum Bürger für Bürger. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 27 SPÖ, 5 ÖVP, 3 FPÖ, und 2 Grüne. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 28 SPÖ, 6 ÖVP, 2 Grüne, und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 26 SPÖ, 5 ÖVP, 4 FPÖ, 1 Grüne, und 1 Alternative Liste Ternitz. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 26 SPÖ, 4 ÖVP, 4 FPÖ, 2 Neos, und 1 Grüne. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 26 SPÖ, 5 ÖVP, 3 FPÖ, 2 NEOS und 1 Bürgerliste Ternitz. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 25 SPÖ, 6 FPÖ, 3 ÖVP, 2 NEOS und 1 Grüne.
Bürgermeister
+ Liste der Bürgermeister von Ternitz Amtszeit Name Bild 1923–1932 Josef Wochesländer 1932–1934 Johann Wegscheider 1934–1934 Lorenz Reiterer (Gemeindewalter) 1934–1938 Josef Spieß 1938–1938 Josef Scherz (kommissionell) 1938–1944 Anton Raaber 1944–1945 Andreas Schwarzer 1945–1945 Johann Brenner 1945–1945 Franz Paar 1945–1956 Franz Dinhobl 1956–1965 Johann Wegscheider 1965–1973 Karl Holoubek 1973–1974 Robert Binder 1974–1993 Franz Samwald (SPÖ) 1993–2004 Werner Feurer (SPÖ) 2004–2024 Rupert Dworak (SPÖ) 100px seit 2024 Christian Samwald (SPÖ) 100px
Ende März 2024 gab Rupert Dworak seinen Rückzug als Bürgermeister mit 11. Mai 2024 bekannt. Als dessen Nachfolger wurde Christian Samwald designiert und am 21. Mai 2024 einstimmig zum Bürgermeister gewählt.
Stadtrat Der Ternitzer Stadtrat setzt sich aus 10 Stadträten (ohne Bürgermeister und Vizebürgermeister) zusammen. Diese sind, abgesehen vom Bürgermeister, nebenberufliche Politiker. Nach den Gemeinderatswahlen 2010 gewann die FPÖ ihr Anrecht auf einen Vertreter im Stadtrat zurück und die SPÖ verlor einen ihrer Stadtratsposten. Derzeit sind im Stadtrat acht Mitglieder der SPÖ und je ein Mitglied der ÖVP und der FPÖ. Grüne und NEOS sind nicht im Stadtrat vertreten. Die Sozialdemokraten stellen dabei sowohl den Bürgermeister als auch den Vizebürgermeister.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Burg Stixenstein mini|Stadtpfarrkirche Ternitz mini|Pfarrkirche St. Johann am Steinfelde mini|Pfarrkirche St. Lorenzen am Steinfeld
Burg Stixenstein: Die teilweise öffentlich zugängliche Burg ist im Besitz der Stadt Wien und an den „Verein der Freunde des Schlosses Stixenstein“ verpachtet. Das Gebäude wird für Theateraufführungen, Konzerte und Ausstellungen genutzt und kann auch für private Feste gemietet werden. Der ehemalige große Speicherbau in der Vorburg wird von der Forstverwaltung der Stadt Wien zu Wirtschaftszwecken genutzt. Ruine Dunkelstein: ist eine Burg des 11. Jahrhunderts auf dem Petersberg die in den 1990er Jahren von Archäologen der Universität Wien ausgegraben und wissenschaftlich untersucht wurde. Das Grabungsgelände wurde nach Abschluss der Untersuchungen in einen archäologischen Park umgestaltet. Infotafeln klären die Besucher umfassend über die Ergebnisse der Ausgrabungen auf. Stadtpfarrkirche Ternitz: Diese denkmalgeschützte Herz-Jesu-Kirche am Theodor-Körner-Platz wurde 1959 nach Plänen des Architekten Josef Vytiska errichtet. Sie befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Stadthalle, einer Mehrzweckhalle in Stahlbetonkonstruktion mit Holzbinder und Aluminiumdach (Planung von Roland Rainer). Pfarrkirche St. Johann am Steinfeld: In St. Johann am Steinfelde auf einem Hang am nördlichen Ortsrand von einem Friedhof umgeben. Das spätromanische Langhaus wurde Anfang des 16. Jahrhunderts spätgotisch eingewölbt. Den frühgotischen Rechteckchor aus dem dritten Viertel des 13. Jahrhunderts baute man im 15. Jahrhundert zu einem Turm aus. Der hölzerne Dachreiter mit Zwiebelhelm stammt aus dem 18. Jahrhundert. An der Südwand des Turmes befindet sich eine monumentale Wandmalerei. Im Inneren sind bemerkenswerte gotische Wandmalereien aus unterschiedlichen Phasen freigelegt. Die Einrichtung ist vorwiegend im barocken Stil.Bundesdenkmalamt (Hg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Topographisches Denkmälerinventar. Niederösterreich südlich der Donau, Teil 2, M bis Z. Verlag Berger, Horn/Wien 2003. ISBN 3-85028-365-8. Seiten 2317–2319. Pfarrkirche hl. Dionysius mit Wehrkirchhof in Pottschach Pfarrkirche St. Lorenzen am Steinfeld Expositurkirche Dunkelstein-Blindendorf Lukaskirche (Ternitz) Filialkirche Sieding Mariahilf Stahlstadtmuseum: Am Standort des ersten Postamtes von Ternitz wurde am 28. September 2001 das Stahlstadtmuseum Ternitz eröffnet. Zum Ziel, Geschichte lebendig zu erhalten, tragen sowohl die ehrenamtlichen Mitglieder des Museums als auch zahlreiche private Sammler bei. Verschiedene Sonderausstellungen zeigen das historische Ternitz und seine Ortsteile. Der Naturpark Sierningtal-Flatzer Wand liegt mit etwa der Hälfte seiner Fläche in den Europaschutzgebieten Nordöstliche Randalpen. Mit Verordnung der Landesregierung NÖ über die Landschaftsschutzgebiete vom 31. Januar 2006 Verordnung über die Landschaftsschutzgebiete 5500/35–10 i.d.g.F wird der Naturpark Sierningtal-Flatzer Wand als Schutzzone ausgewiesen. mini|Das Robert Hammerstiel Museum in der Franz-Dinhobl-Straße Am 2. Juni 2023 wurde in Ternitz im Pförtnerhäuschen vor dem Herrenhaus das Robert-Hammerstiel-Museum mit ausgewählten Werken von Robert Hammerstiel sowie nachgebautem Atelier eröffnet. Unter dem Titel Eiserne Seele wurden 2024 fünf Stahlkonstruktionen des Künstlers Aaron Beck auf einem Kunst-Parcours vom Herrenhaus bis zum Hochhaus errichtet. Die I. Wiener Hochquellenleitung fließt durch Ternitz, im Stadtteil St. Johann am Steinfelde mündet außerdem der Zubringerzweig aus Stixenstein ein. Sichtbares Zeichen sind neben dem Aquädukt 10a und mehreren kleineren Aquädukten die Einstiegstürme. Auf dem Stadtgebiet liegen die Einstiegstürme 10 bis 14 der Hauptleitung und 4 Einstiegstürme des Zubringerzweiges.
Sport und Freizeit
Mehrzwecksporthalle und Kunsteisbahn Ternitz (Straße des 12. Februar) Stadion und Tennisanlage (Dunkelsteiner Straße)
Der seit 2020 gesperrte 10-Meter-Sprungturm des Freibades „blub“ und das Beckenensemble mit Startblöcken aus Niro gehen auf den Wiener Architekten Roland Rainer zurück, der auch Architekt der denkmalgeschützten Ternitzer Stadthalle war. Im November 2025 sollte ursprünglich in einer Sondersitzung im Gemeinderat der Abriss des Sprungturmes und des Beckens beschlossen werden. Nach Protesten unter anderem seitens der Vereinigung „Bauten in Not“ wurde stattdessen nur über den Abbruch des Beckens abgestimmt. Aufgrund einer EU-Verordnung hätte das Becken generalsaniert werden müssen, die Kosten hätten sich auf mehr als drei Millionen Euro belaufen. Das Becken soll wie ursprünglich geplant einem Freizeitzentrum weichen. Der Turm soll in eine neu entstehende Freizeitanlage integriert werden. Vom Bundesdenkmalamt wurde ein Antrag auf Denkmalschutz abgelehnt, der Erhalt des Turms als Architekturdenkmal wurde begrüßt. In der Woche ab 24. November 2025 erfolgte der Abriss des Beckens, der Turm soll bestehen bleiben.
ASK Ternitz, Fußballklub
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