Das Albertus-Magnus-Gymnasium ist ein Gymnasium in Köln-Neuehrenfeld, das 1878 gegründet wurde und nach Albertus Magnus benannt ist.

Geschichte Gründung als Höhere Bürgerschule 1878 Das heutige Gymnasium wurde Ostern 1878 als Höhere Bürgerschule gegründet und war anfangs in den Räumen der Realschule in der Kreuzgasse untergebracht. 1881 wurden zusätzlich auch Räume in der Dom-Mädchenschule genutzt. 1882 konnte die Schule dann einen Neubau in der Spiesergasse beziehen, wo sie seit dem 26. September 1882 in unmittelbarer Nähe zur Kirche St. Gereon zu finden war. Den Neubau hatte der Kölner Stadtbaumeister Hermann Weyer (1830–1899) geplant.Eva-Christine Raschke: Köln: Schulbauten 1815-1964. Geschichte-Bedeutung-Dokumentation. In: Stadtspuren. Denkmäler in Köln. Band 15, Köln 2001, ISBN 3-7616-1471-3. S. 307 u. a. Der erste Schulleiter war Otto Wilhelm Thomé.

1890 kam eine Handelsklasse hinzu, wobei die Schule insbesondere die Grundlagen für den Beruf des Kaufmanns schaffen sollte. Auch deshalb wurde sie noch im selben Jahr in eine Handelsschule umgewandelt. 1899 zog der Handelsschulzweig dann in ein eigenes Gebäude, womit die Trennung von der Realschule und der Spiesergasse vollzogen war.

Erweiterung als Realgymnasium 1927 Ab 1927 war es möglich, an der Schule Abitur zu machen, da eine Klasse entsprechend einem Reformrealgymnasium geführt werden durfte. In der Folge wurde die Schule zwischen 1928 und 1930 nach Entwürfen des Mitarbeiters am städtischen Hochbauamt, Hans Wiesmann, nochmals erweitert. 1937 wurde die Schule in eine Oberschule für Jungen umgewandelt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Schule mehrfach von alliierten Fliegerangriffen in Mitleidenschaft gezogen, beispielsweise am 11. April 1942 durch eine Luftmine. Nach der Detonation mussten die Schüler in anderen Gebäuden untergebracht werden. Die Situation wurde durch einen Brand am 31. Mai 1942 verschlimmert, der das Schulgebäude fast völlig zerstörte. Der Unterricht musste in der Folge in den Räumen der Realschule in der Dagobertstraße erteilt werden. Ein weiterer Luftangriff am 2. März 1945 beendete dann endgültig den Unterrichtsbetrieb, der erst im Oktober 1945 in den Räumen des Hansagymnasiums wieder aufgenommen werden konnte.

Umbenennung zum Albertus-Magnus-Gymnasium und Neubau Das Kultusministerium billigte am 28. Juni 1954 den Antrag der Schule auf Umbenennung in Albertus-Magnus-Gymnasium. Am 23. Juli 1956 erfolgte die Grundsteinlegung für den Neubau in Neuehrenfeld, der am 22. Januar 1958 bezogen werden konnte. Das Gebäude wurde am 15. März desselben Jahres eingeweiht. Der Neubauentwurf von Hans Schumacher (1891–1982) war das Ergebnis eines Wettbewerbs.Eva-Christine Raschke: Köln: Schulbauten 1815-1964. Geschichte-Bedeutung-Dokumentation. In: Stadtspuren. Denkmäler in Köln. Band 15, Köln 2001, ISBN 3-7616-1471-3. S. 406. Aus dieser Zeit stammen auch die Bleiglasfenster im Gang zur Aula, die von dem Kölner Künstler Will Thonett gestaltet wurden.

Im August 1972 begannen die Arbeiten am Erweiterungsbau, der im Frühsommer 1977 fertiggestellt wurde. Die Aula, zugleich Pädagogisches Zentrum, kam 1973 hinzu sowie im März 1974 eine zweite Turnhalle. Von 2010 bis 2012 wurden umfassende Sanierungsmaßnahmen an den Gebäuden, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen, durchgeführtDenkmalgerechte Sanierung kostete drei Millionen Euro Arbeiten am Albertus-Magnus-Gymnasium in Köln-Ehrenfeld sind abgeschlossen ksta.de, 24. April 2012. Abgerufen am 12. Mai 2012. mini|Erweiterungsbau Im Februar 2019 wurde ein dreistöckiger Erweiterungsbau nach dem Passivhausstandard mit unterirdischer Turnhalle im nordöstlichen Bereich des Schulgeländes bezugsfertig.

Schulprofil mini|Zentraler Gebäuderiegel Als besondere Schwerpunkte am Albertus-Magnus-Gymnasium sind seit Januar 2000 die Themen Neue Medien und Sozialwissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften sowie Kunst und Theater festgeschrieben. Seit September 2000 arbeitet die Schule im Bereich Theater und Medien mit der Comedia-Schauspielschule zusammen.

Um den Schülern ein breiteres Kursangebot in der Oberstufe zu ermöglichen, besteht eine Kooperation mit dem in der Nähe liegenden Dreikönigsgymnasium. Neben dem normalen Schulalltag und dem Schüleraustausch nach Faversham (England) und Vitry-sur-Seine (Frankreich) finden am Albertus-Magnus-Gymnasium jährlich von der Schülervertretung organisierte Veranstaltungen wie zum Beispiel der Herbstball, das OpenRockHouse, ein Newcomerfestival und das Ehemaligentreffen statt.

Auszeichnungen 2008: Preisträger des Wettbewerbs „Künstlerinnen und Künstler begegnen Kindern und Jugendlichen“ des Landes Nordrhein-Westfalen (Staatskanzlei Düsseldorf) in der Kategorie „Schule mit besonderem Kulturprofil“

Schulleiter Otto Wilhelm Thomé, 1878–1910 Franz Schumacher, 1910–1913 Erich Geller, 1913–1915 Karl Anton Heck, 1935–1937 Heinz Kopfermann, 1937–1945 Watermann, 1947–1949 Honnefelder, 1949–1962 Herr Limbach, 1963–1965 Herr Körner, 1966–1972 Richard Jacobs, 1972–1974 Heinrich Popella, 1974–1996 Ulrike Heuer, 1996–2008 Annemarie Lens-Lölsberg Antje Schmidt

Bekannte Lehrer Franz Ludorff (1852–1896), Pädagoge und Schriftsteller Steffi Terhörst, Moderatorin

Bekannte Schüler Hermann Eberhard Pflaume (1869–1921), Architekt Franz-Wilhelm Heimer (* 1930), Soziologie und Afrikanist Karl-Bernd Skamper (1936–2024), Sportjournalist Bernhart Jähnig (* 1941), Historiker Michael Klöcker (* 1943), Historiker und Publizist Franz Peter Schütten (* 1943), Gesang, Gitarre (Bläck Fööss) Dieter „Joko“ Jaenisch (* ~1944–1998), Gesang, Klavier, Akkordeon (Bläck Fööss) Christoph Schwitzer (* 1973), Primatologe und Naturschützer Niklas Lomb (* 1993), Fußballtorwart bei Bayer 04 Leverkusen The Red Flags, Grunge- und Punkband

Literatur Festschrift 50 Jahre Spiesergasse 1928. Köln 1928 Festschrift 75 Jahre städtisches Gymnasiums Spiesergasse Köln. Köln 1953. Festschrift zur 100-Jahr-Feier des Albertus-Magnus-Gymnasiums in Köln-Ehrenfeld 1878-1978. Köln 1978. Eva-Christine Raschke: Köln: Schulbauten 1815-1964. Geschichte-Bedeutung-Dokumentation. In: Stadtspuren. Denkmäler in Köln. Band 15, Köln 2001, ISBN 3-7616-1471-3.

Weblinks

Albertus-Magnus-Gymnasium in Köln

Einzelnachweise

Kategorie:Gymnasium in Köln Koln Kategorie:Neuehrenfeld Kategorie:Erbaut 1882 Kategorie:Zerstört in den 1940er Jahren Kategorie:Erbaut 1958 Kategorie:Zerstört im Zweiten Weltkrieg Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1878