Der VfL Gummersbach (vollständiger Name: Verein für Leibesübung von 1861 e. V.) ist ein Sportverein aus Gummersbach. Gegründet am 3. März 1861, wurde der VfL Gummersbach vor allem durch die Erfolge seiner Handballmannschaft, die im Jahr 1925 entstand, bekannt. Der VfL Gummersbach war bis zur Saison 2018/19 der einzige Verein, der seit Gründung der ersten Handball-Bundesliga ununterbrochen erstklassig spielte. Das Gründungsmitglied war darüber hinaus der erste Deutsche Meister der Handball-Bundesliga. Seither gehört der zwölffache Meister und elfmalige Europapokalsieger zu den bekanntesten und traditionsreichsten Handballvereinen der Welt.
Der VfL hat in der Vergangenheit viele nationale sowie internationale Titel gewonnen, Bekannte Spieler waren damals Heiner Brand, Hansi Schmidt und Joachim Deckarm. Zur Saison 2021/2022 gelang die Rückkehr der Bundesliga-Mannschaft in die höchste deutsche Liga.
Der Verein Gegründet wurde am 3. März 1861 zunächst der Gummersbacher Turnverein (GTV). Zunächst wurde im GTV ausschließlich geturnt. Bereits drei Jahre nach seiner Gründung richtete der Verein erstmals das Bergische Gauturnfest aus, das danach noch weitere Male in Gummersbach stattfand. 1884 wurde die Jugendabteilung des GTV gegründet, 1906 wurden erstmals auch Frauen als Mitglieder aufgenommen. Infolgedessen stellte sich die bis dahin benutzte Sporthalle als zu klein dar. Dieses Problem wurde zwei Jahre später gelöst, als eine zweite Halle zur Verfügung gestellt wurde, was einen ausgeweiteten Trainingsbetrieb ermöglichte. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde der Verein reaktiviert und erhielt eine neue Satzung.
Im April 1937 fusionierte der GTV mit weiteren Sportvereinen vor Ort, unter anderem dem SSV Gummersbach und nannte sich von da an VfL Gummersbach von 1861. Bei diesem Zusammenschluss wurden auch weitere Sportarten in den Verein eingegliedert, unter anderem Handball, Fußball, Leichtathletik und Wintersport. Wie schon von 1914 bis 1918 gab es auch im Zweiten Weltkrieg keinen Sportbetrieb im VfL. Am 29. September 1945 wurde der Verein ein weiteres Mal neu gegründet.
Handball Geschichte Anfänge und goldene Jahre mini|Die Mannschaft des VfL Gummersbach bei einem Europapokalspiel in Dortmund 1977 mini|Der VfL Gummersbach mit dem gewonnenen EHF-Pokal am 1. Juni 2009 in der Kölner Lanxess-Arena Die Handball-Abteilung des VfL Gummersbach wurde im Jahre 1925 gegründet. Der Verein spielte von 1933 bis 1939 in der erstklassigen Handball-Gauliga Mittelrhein. Während in Deutschland noch hauptsächlich Feldhandball gespielt wurde, konzentrierte man sich im VfL bereits sehr früh auf das Spiel in der Halle. 1966, Feldhandball war zu diesem Zeitpunkt noch deutlich populärer, gewann der VfL seine erste deutsche Meisterschaft in der Halle und qualifizierte sich für die neu eingerichtete Bundesliga. Ein Jahr später sorgte der Verein im Europapokal der Landesmeister für Furore, als in der Spielzeit 1966/67 nach Siegen gegen mehrere europäische Spitzenteams der Titel erstmals ins Bergische Land geholt wurde. Nach zwei weiteren Meisterschaften (1967 und 1969) erreichte der VfL das Europapokalfinale 1970, das er gegen den SC Dynamo Berlin gewann. Insgesamt waren die 1970er Jahre mit vier Meisterschaften, zwei DHB-Pokalsiegen sowie fünf Titeln im Europapokal die erfolgreichsten in der Vereinsgeschichte. Zudem stellte der VfL einige Spieler der Weltmeistermannschaft von 1978, die zumeist aus der sehr erfolgreichen Jugendarbeit des Vereins kamen.
Auch in den 1980er Jahren blieb der VfL Gummersbach neben TUSEM Essen und dem TV Großwallstadt die stärkste Mannschaft in West-Deutschland. Der VfL gewann den Titel 1982, 1983, 1985 und 1988. Hinzu kamen weitere Erfolge im deutschen und europäischen Pokalwettbewerb. Unter anderem war Gummersbach die erste Mannschaft, die den neu eingeführten IHF-Pokal gewinnen konnte (1982).
Finanzielle Schwierigkeiten 1997 wurden die enormen finanziellen Probleme des VfL bekannt. Spieler mussten auf Teile ihres Gehaltes verzichten oder verkauft werden. Zu dieser Zeit wurde die VfL Handball Gummersbach GmbH gegründet, der Profihandball aus dem Stammverein ausgegliedert und eine finanzielle Konsolidierung erreicht.
Im Jahr 2005 wurde die Handballakademie VfL Gummersbach gegründet.
In der Bundesliga-Saison 2004/05 erreichte der VfL nach 13-jähriger Abstinenz mit dem EHF-Pokal erstmals wieder einen europäischen Wettbewerb. Endstation war im Halbfinale der SC Magdeburg. Vorher wurden die Grasshoppers Zürich, US Dunkerque HB sowie Dunaferr SE besiegt. In der Saison 2006/07 erreichte der VfL in der EHF Champions League das Viertelfinale und scheiterte dort an BM Valladolid. In der EHF-Champions-League-Saison 2007/08 scheiterte er in der Hauptrunde am späteren Sieger BM Ciudad Real. Für die EHF-Pokal-Saison 2008/09 qualifizierte sich Gummersbach und gewann durch den Finalsieg gegen RK Velenje den ersten internationalen Titel seit 26 Jahren. Auf dem Weg ins Finale gewann die Mannschaft um Sead Hasanefendić im Achtelfinale gegen den deutschen Konkurrenten SC Magdeburg.
Ein Jahr nach dem Gewinn der Trophäe errang der VfL den EHF-Europapokal der Pokalsieger 2009/10 durch einen Finalsieg gegen BM Granollers (Hinspiel 34:25, Rückspiel in Granollers 33:37). Überragender Akteur auf Seiten der Gummersbacher war Viktor Szilágyi. Der Titel konnte in der EHF-Pokal-Saison 2010/11 gegen Tremblay-en-France nach einem 30:28-Auswärtserfolg in Köln vor 7800 Zuschauern durch ein 26:26 (10:15) erfolgreich verteidigt werden. Passend zum 150-jährigen Vereinsjubiläum erreichte der VfL damit – erneut unter Trainer Sead Hasanefendić – einen historischen Erfolg: Selbst in den erfolgreichsten Zeiten waren dem Traditionsverein keine drei Europapokal-Siege in Folge gelungen.
Die Mannschaft startete die Titelverteidigung nach Bekanntwerden einer vorläufigen Lizenzverweigerung für die Bundesliga-Saison 2011/12 (Ursache war eine Liquiditätslücke im Etat von über 2 Millionen Euro, die jedoch innerhalb einer Woche von Fans und Förderern geschlossen werden konnte.). Durch Nachbesserung der Unterlagen wurde erfolgreich Widerspruch gegen den Lizenzentzug eingelegt; dies führte zur Erteilung der Lizenz unter strengen Auflagen durch die Handball-Bundesliga. Dem Verein gelang es damit zum vierten Mal in seiner Geschichte (1996, 2000, 2009, 2011), ein drohendes finanzielles Ende abzuwenden.
mini|hochkant=1.3|VfL Gummersbach Saison 2015/16
Erstmaliger Abstieg und Rückkehr in die erste Liga Als Tabellen-15. schafften die Oberbergischen 2017 und 2018 noch den Klassenerhalt, doch am Ende der Bundesliga-Saison 2018/19 stieg der VfL Gummersbach erstmals aus der ersten Liga ab, bei Punktgleichstand nur aufgrund eines Tores Differenz. Nachdem der Verein seine erste Spielzeit in der 2. Bundesliga (2019/20), die wegen der COVID-19-Pandemie abgebrochen wurde, auf dem vierten Tabellenplatz beendet hatte, verpflichteten die Gummersbacher für das Ziel Wiederaufstieg ihren ehemaligen isländischen Linksaußen Guðjón Valur Sigurðsson als Trainer. Mit Platz drei wurde das Ziel in der Saison 2020/21 allerdings noch verfehlt. In der Saison 2021/22 gelang dem VfL dann aber die Rückkehr in die Bundesliga, wobei er überlegen Meister der 2. Bundesliga wurde.
In seinem ersten Jahr nach der Rückkehr belegte der frühere Rekordmeister am Ende der Saison 2022/23 den zehnten Tabellenplatz. In der Spielzeit 2023/24 erreichte der VfL den sechsten Tabellenplatz, der die Oberbergischen in der Saison 2024/25 zur Teilnahme an der Qualifikationsrunde für die EHF European League berechtigt. Die Spielzeit 2024/25 beendete der VfL auf Rang sieben.
Finanziell hat sich der Verein unter Geschäftsführer Christoph Schindler wieder soweit konsolidiert, dass bekannte Spieler wie der französische Weltmeister und Olympiasieger Kentin Mahe oder der kroatische Torwart Dominik Kuzmanović nach Gummersbach geholt werden konnten. Für die Saison 2026/27 wurde sogar der spanische Rückraum-Star Alex Dujshebaev verpflichtet. Außerdem gelang es dem VfL, mehrfach mit seinem deutschen Nationalspieler Julian Köster zu verlängern. Zur Saison 2026/2027 wird der Kapitän nun doch zum THW Kiel wechseln.
Bei der Handball-Europameisterschaft 2026 gehörten neben Köster mit Tom Kiesler, Miro Schluroff und Mathis Häseler erstmals wieder vier Gummersbacher zum deutschen Aufgebot, das am Ende erst im Finale an Dänemark scheiterte.
Profimannschaft Aktueller Kader 2026/27
Nr. Nation Name Position GeburtstagGröße Vertrag seit letzter Verein 1 TW 17.07.1995 1,95 m 2026 HBC Nantes 16 TW 26.09.1995 1,93 m 2024 HC Erlangen 3 RR 06.09.2002 1,78 m 2025 Sporting Lissabon --> 4 KM 15.11.1998 1,92 m 2020 ÍBV Vestmannaeyja 5 LA 14.05.1994 1,90 m 2022 RK Celje 6 LA 05.09.1993 1,81 m 2023 Füchse Berlin 8 RA 07.11.1994 1,89 m 2019 ASV Hamm-Westfalen 10 RR 17.12.1992 1,87 m 2026 KS Kielce 11 RA 25.06.2002 1,89 m 2020 eigene Jugend 14 RR, RA 23.09.1998 1,90 m 2024 SG Flensburg-Handewitt 15 RL 25.04.2000 1,98 m 2022 GWD Minden 20 RM 27.10.2000 1,85 m 01/26 Frisch Auf! Göppingen 23 RL 27.07.2006 1,99 m 2026 HK Malmö 27 KM 08.12.1999 1,92 m 2023 Rhein-Neckar Löwen 30 RL 24.04.2001 1,88 m 2020 eigene Jugend 31 RR 31.03.1997 1,86 m 2025 SG Flensburg-Handewitt 34 RM, RL 01.08.2007 1,95 m 2026 FH Hafnarfjörður 66 KM 09.05.1997 2,03 m 2021 HSC 2000 Coburg
Trainer- und Betreuerstab Nr. Nation Name Funktion Geburtstag B Guðjón Valur Sigurðsson Trainer 08.08.1979 A Gonçalo Miranda Co-Trainer 09.03.1993
Transfers zur Saison 2026/27 ZugängeNationNameabgebender Verein Nikola Roganović HK Malmö Garðar Ingi Sindrason FH Hafnarfjörður Alex Dujshebaev KS Kielce Ignacio Biosca García HBC Nantes Stand: 20. Februar 2026 AbgängeNationNameaufnehmender Verein Julian Köster THW Kiel Dominik Kuzmanović SC Magdeburg Kentin Mahé Rhein-Neckar Löwen Stand: 13. Juli 2026
Bekannte Ehemalige
Größte Erfolge Titel Deutscher Meister 1966, 1967, 1969, 1973, 1974, 1975, 1976, 1982, 1983, 1985, 1988, 1991 Deutscher Vizemeister 1968, 1970, 1972, 1978, 1980, 1981 Deutscher Pokalsieger 1978, 1979, 1982, 1983, 1985 Europapokalsieger der Landesmeister 1967, 1970, 1971, 1974, 1983 Europapokalsieger der Pokalsieger 1978, 1979, 2010, 2011 IHF/EHF-Pokalsieger 1982, 2009 Europameister der Vereinsmannschaften 1979, 1983
Auszeichnungen mini|Geschäftsstelle des VfL Gummersbach 1983: Mannschaft des Jahres
Spielorte und Zuschauer mini|„Gummi“, das Maskottchen des VfL Gummersbach mini|Die LANXESS Arena bei einem Spiel des VfL Gummersbach