Altrich ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Wittlich-Land an.

Geographie Altrich liegt etwa vier Kilometer südlich der Kreisstadt Wittlich. Zu Altrich gehört der Ortsteil Büscheid sowie die Wohnplätze Haardt, Kirchhof, Neuenhof, Bahnwärterhaus Sommerkopf und Villa Altrich.

Geschichte Altrich wurde im Jahr 952 erstmals urkundlich erwähnt, als der Trierer Erzbischof Ruotbert einem „Wido“ an der Lieser und zu Altrich Land verlehnte, um daraus Wingerten zu machen. In dieser Urkunde wurde der Ort „Altreie“ genannt.Heinrich Beyer: Mittelrheinisches Urkundenbuch, Band I, Coblenz: Hölscher, 1860, Urkunde 193 Die benachbarte Stadt Wittlich wurde erst über einhundert Jahre später, im Jahr 1065, erstmals in Urkunden genannt. In einer Stellungnahme des Landeshauptarchivs Koblenz wird auf eine möglicherweise noch ältere Erwähnung des Ortes hingewiesen. In der sogenannten „Echternacher Chronik“, welche der Mönch Theoderich im Jahr 1192 aufschrieb, wird Altrich unter dem Namen „Alta Regia“ auf das Jahr 636 datiert.

Altrich gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum Kurfürstentum Trier und bildete mit den Orten Büscheid, Haardt und Kirchhof einen eigenen Gerichtsbezirk innerhalb des Amtes Wittlich. Nach einem Weistum aus dem Jahr 1444 lag auch die Dingstätte des Hochgerichts des Amtes Wittlich im heutigen Gemeindegebiet: „In der Laube vor der großen Scheuer zu Kirchhof bei Altrich“.Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn, Hermann Behrend, 1898, S. 129, 187

Nach der Einnahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) und der Integration in die Erste Französische Republik gehörte Altrich von 1798 bis 1814 zum Kanton Wittlich im Saardepartement. Auf dem Wiener Kongress (1815) wurde die Region dem Königreich Preußen zugeordnet. Altrich gehörte von 1816 an zum neu gebildeten Kreis Wittlich im Regierungsbezirk Trier, der von 1822 bis 1946 Teil der Rheinprovinz war.

Die Pfarrkirche ist dem hl. Andreas geweiht. Ihr hat die Andreasstraße den Namen zu verdanken.

Seit 1946 gehört der Ort zum damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Altrich, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 300 1835 586 1871 704 1905 781 1939 876 1950 970 Jahr Einwohner 1961 977 1970 1.123 1987 1.399 1997 1.471 2005 1.549 2017 1.683

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Altrich besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU WGR Gesamt 2024 – 9 7 16 Sitze 2019 – 7 9 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: . 2014 – 4 12 16 Sitze 2009 2 5 9 16 Sitze 2004 5 5 6 16 Sitze

Bürgermeister Sylvia Stoffel-Leuchter (CDU) wurde am 22. August 2019 Ortsbürgermeisterin von Altrich. Da bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 kein Wahlvorschlag eingereicht worden war, oblag die Neuwahl dem Rat, der sich einstimmig für Stoffel-Leuchter entschied. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde sie mit 86,3 % der Stimmen ohne Gegenkandidat für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt.

Stoffel-Leuchters Vorgänger waren Heike Knop und Hans-Dieter Bonny, die das Amt jeweils zehn Jahre ausübten.

Wappen

mini|Cusanus-Säulen Sehenswürdigkeiten Römische Mauerreste beim Neuenhof (außerhalb Altrich in Richtung Klausen) die „Cusanus-Säulen“ aus der ehemaligen Pfarrkirche, jetzt im Pfarrgarten Andreasstraße 31 die „dicke Eiche“ – ein rund 300 Jahre altes Naturdenkmal im Südwesten des Dorfes (Verlängerung der Straße Schneidkaul)

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Altrich Liste der Naturdenkmale in Altrich

Wirtschaft und Infrastruktur Die Ortsgemeinde hat einen Kindergarten, eine einzügige Grundschule und einen Mehrzweckbereich mit Turnhalle.

Der nächste Bahnhof ist Wittlich Hbf an der Moselstrecke. Außerdem ist die Errichtung eines Bahnhaltepunkts Altrich geplant.

Beim Gut Kirchhof befindet sich ein Tierheim, das Eifeltierheim Altrich.Eifeltierheim Altrich

Persönlichkeiten Jakob Merrem (1850–1920), Kreisdeputierter und Landrat Franz Merrem (1854–1897), Förster, Jäger, Hundezüchter und Erfinder Werner Schüßler (* 1955), Theologe, Philosoph und Hochschullehrer

Galerie

Literatur

Weblinks

Web-Seite der Ortsgemeinde Altrich

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Bernkastel-Wittlich Kategorie:Ersterwähnung 952