Frederik Nielsen Fuglsang (* 12. Dezember 1887 in Vamdrup, Dänemark; † 2. April 1954 in Berlin) war ein dänischer Kameramann, der hauptsächlich im deutschen Film tätig war.
Leben und Wirken Fuglsang erhielt seine fotografische Ausbildung in Dänemark und kam 1911 zur Filmproduktionsfirma Nordisk Film. Dort stieg er in den folgenden zwei Jahren zum Chefkameramann auf. Vor allem betreute Fuglsang fotografisch die Filme Lau Lauritzens. Im Oktober 1915 folgte er einer Einladung nach Berlin und debütierte im Folgejahr bei einem kriegspropagandistischen Streifen. Seine ersten beiden wichtigen Kameraarbeiten leistete er bei Paul Wegeners Märchenfilmen Hans Trutz im Schlaraffenland und Der Rattenfänger. 1917 kehrte Fuglsang für zwei Filmaufträge vorübergehend nach Kopenhagen zurück. Seit 1917 endgültig in Berlin ansässig, erhielt der Däne von der Produktionsfirma PAGU einen mehrjährigen Vertrag.
Dort setzte er bei Der fremde Fürst, Apokalypse und Der Galeerensträfling seine Zusammenarbeit mit Wegener bis 1919 fort. Anschließend arbeitete Frederik Fuglsang auch für andere Regisseure. Anfang der 1920er Jahre war Fuglsang an zwei Detektivserien des Regisseurs Georg Jacoby beteiligt, davon wurde Der Mann ohne Namen 1921 in seiner dänischer Heimat gedreht. Seine späteren Kameraarbeiten waren nur selten für künstlerisch überdurchschnittliche Filme; so trat er als Kameramann auch für die in Deutschland inszenierten dänischer Regisseure Holger-Madsen und Benjamin Christensen (Seine Frau, die Unbekannte, 1923) in Erscheinung.
Überdurchschnittlich gerieten ihm jedoch lediglich seine Fotografien zu den Literaturadaptionen Die Weber von Friedrich Zelnik nach Gerhart Hauptmanns gleichnamigem Drama und Jacques Feyders Therese Raquin nach Émile Zolas Thérèse Raquin. Mit Dich hab’ ich geliebt läutete Fuglsang 1929 das Tonfilm-Zeitalter in Deutschland mit ein.
Wenig später verlor er seine Bedeutung als Bildgestalter beim Film und fotografierte wenig später fast nur noch Kurz- und Dokumentarfilmen. Seit 1940 fotografierte Fuglsang, inzwischen im Deutschen Reich eingebürgert, Dokumentar- und Industriefilme der Eros Film. Sechs bis acht dieser meist kurzen bis mittellangen Filme drehte er allein zwischen 1942 und 1944 Jahr für Jahr. Nach dem Zweiten Weltkrieg fotografierte Frederik Fuglsang wissenschaftliche Filme und war für die DEFA im Gebiet der Farbfilmtechnik aktiv.
Seine Ehefrau war die Schauspielerin Käte Fuglsang (* 24. April 1903 in Berlin).
Filmografie 1914: Et Haremseventyr 1914: Høg over Høg 1914: Lige for Lige 1914: En skilsmisse 1915: Arvetanten 1915: Alle kneb gælder 1915: En dejlig dag 1915: Kærlighed og kontanter 1915: En kone søges 1915: En nydelig Onkel 1915: En slem dreng 1915: En vandgang 1915: Vidunderhunden 1917: Løjtnants vandgang 1917: Der feldgraue Groschen 1917: Hans Trutz im Schlaraffenland 1918: Der fremde Fürst 1918: Der Rattenfänger 1918: Apokalypse (Antikriegskurzfilm) 1919: Der Galeerensträfling (2 Teile) 1919: Die Tochter des Mehemed 1919: Der Mann der Tat 1919: Der Tod aus dem Osten 1920: Indische Rache 1920: Brigantenliebe 1921: Der Mann ohne Namen (6 Teile) 1922: Seine Exzellenz von Madagaskar (2 Teile) 1922: Macht der Versuchung 1922: Vanina 1922: Der Strom 1923: Nora 1923: Seine Frau, die Unbekannte 1923: Der Evangelimann 1924: Ein Traum vom Glück 1924: Die Liebesbriefe der Baronin von S… 1924: Der geheime Agent 1925: Frauen, die man oft nicht grüßt 1925: Das Geheimnis der alten Mamsell 1925: Briefe, die ihn nicht erreichten 1925: Der Bankkrach Unter den Linden 1926: Die Mühle von Sanssouci 1926: Försterchristl 1926: An der schönen blauen Donau 1926: Der Veilchenfresser 1926: Die lachende Grille 1927: Das tanzende Wien 1927: Die Weber 1928: Therese Raquin 1928: Ritter der Nacht 1928: Der Ladenprinz 1928: Die Heilige und ihr Narr 1928: Der rote Kreis 1929: Meine Schwester und ich 1929: Pat und Patachon als Kannibalen (Hallo! Afrika forude!) 1929: Pat und Patachon als Modekönige (Højt på en kvist) 1929: Der Hund von Baskerville 1929: Die Jugendgeliebte 1929: Dich hab’ ich geliebt 1930: Madonna im Fegefeuer 1930: Moral um Mitternacht 1930: Der Korvettenkapitän 1931: Grock 1931: Elisabeth von Österreich 1931: Gloria (deutsche & französische Version) 1931: Nachtkolonne 1931: Strohwitwer 1933: Alala 1935: Eine Seefahrt, die ist lustig 1936: Sinfonía vasca 1936: Unter dem Pantoffel (Kurzfilm) 1937: Die Mühle von Werbellin (Kurzfilm) 1937: Stift und seine Bande 1937: Die Pfennigschlacht (Kurzfilm) 1938: Drops wird Flieger (Kurzfilm) 1938: Es surren die Spindeln (Kurzdokumentarfilm) 1938: La sposa dei re
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 3: F – H. Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 136 f.
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