Das 100-Moscheen-Projekt ist das Vorhaben der islamischen Reformbewegung Ahmadiyya Muslim Jamaat, 100 Moscheen in Deutschland zu bauen. Das Projekt wurde im Jahre 1989 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Ahmadiyya durch Mirza Tahir Ahmad, Khalifat ul-Masih IV., in einer Rede auf der Jalsa Salana Deutschland ausgerufen.
Durchführung Es war der Wunsch Mirza Baschir ud-Din Mahmud Ahmads, des zweiten Khalifat ul-Massih, dass in Europa 2.500 Moscheen existieren mögen. Zunächst rief Mirza Tahir Ahmad die Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland 1989 auf, in Deutschland 100 Moscheen in zehn Jahren zu bauen. Als man jedoch bemerkte, dass das Ziel in der angestrebten Zeit nicht zu erreichen ist, änderte sich das Projektziel dahingehend, jährlich fünf Moscheen bis 2010 zu bauen. Nun ist das Ziel, Hinterhofmoscheen und angemietete Objekte aufzugeben und einige in nach außen erkennbare Moscheen umzuwandeln.
Im Berliner Stadtteil Heinersdorf wurde die Khadija-Moschee nach den Plänen der Architektin Mubashra Ilyas gebaut; sie wirkte auch an den Moschee-Entwürfen in Stuhr bei Bremen und Offenbach am Main mit. Die Baukosten wurden nach Ahmadiyya-Angaben aus Spenden der Ahmadifrauen (Lajna Imaillah) aufgebracht.
Mirza Masroor Ahmad, der fünfte Khalifat ul-Massih, forderte die Ahmadiyya Jamaat in Deutschland 2006 auf, die fehlenden Grundstücke zu kaufen und so bald als möglich mit dem Moscheebau zu beginnen.Deutsches Ahmadiyya Bulletin, August 2006, S. 16. Auch 2019 war das Ziel noch nicht erreicht; es solle aber eine Konzentration darauf erfolgen. Das Moscheebauprojekt wird von einem Architekturbüro im Bait us-Sabuh geplant und durchgeführt.
Finanzierung Die Gemeinschaft führt bundesweite Spendensammlungen für das 100-Moscheen-Projekt durch und hält die Baukosten niedrig, indem einerseits auf teuren Wandschmuck und Deckenleuchter verzichtet und andererseits möglichst viel Eigenarbeit geleistet wird (Muskelhypothek).
Jede Ortsgemeinde finanziert den Moscheebau durch Spendensammlungen selbst. Die bundesweit in anderen Gemeinden gesammelten Spenden werden von der Zentrale für die Vorfinanzierung verwendet.
Die Gemeinschaft verwendet für ihre Moscheebauten keine Drittspenden, weswegen einer schnelleren Verwirklichung des Plans die begrenzte Zahlungskraft der Ahmadis in Deutschland entgegensteht.Abdullah Wagishauser, in: Ahmadiyya Bulletin Deutschland, Jan.–Febr. 2010, S. 3.
Rezeption Das Projekt der Ahmadiyya Muslim Jamaat löst bei Teilen der Bevölkerung erhebliche Vorbehalte aus und stößt teilweise auf starken Widerstand. Besonders in Schlüchtern und Berlin-HeinersdorfInteressengemeinschaft Pankower und Heinersdorfer Bürger e. V. wandten sich Bürgerinitiativen vehement gegen den Bau einer Moschee. In den meisten Fällen konnten die Vorbehalte allerdings nach anfänglichen Schwierigkeiten überwunden werden.Usinger Anzeiger, 27. Dezember 2004.
Moscheen
Eröffnete Moscheen
Moschee Stadt Bundesland Jahr Bemerkung Foto – Fazle-Omar-Moschee Hamburg-Stellingen 1957 Moschee vor 1989Vor 1989 gebaute Moscheen zählen nicht für das 100-Moschee-Projekt mit., Grundsteinlegung 22. Februar 1957, Fertigstellung 22. Juni 1957, Grundstück 1500 m², Gebetsfläche 40 m², zwei Minarette à 8 m Höhe Webpräsenz Fazle-Omar-Moschee 200px – Nuur-Moschee Frankfurt-Sachsenhausen 1959 „Moschee des (göttlichen) Lichts“, Moschee vor 1989, Grundsteinlegung 8. Mai 1957, Fertigstellung 12. September 1959, Grundstück 1530 m², Gebetsfläche 120 m², zwei Minarette à 9 m Höhe Webpräsenz Nuur-Moschee200px 1. Bait ul-Schakur Groß-Gerau 1992 „Haus des Würdigen“, Grundsteinlegung 1989, Fertigstellung 1992, auf dem Grundstück „Nasir Bagh“ (früher „Märchenland“), Gebetsfläche 600 m², ein Minarett mit 7 m Höhe,Webpräsenz Bait ul-Schakur zwei Gebetsräume à 300 m², etwa 900 Plätze für 1300 MitgliederDarmstädter Echo, 9. April 2008: „Stolz auf gute Integration der Jugend“200px 2. Ham’d-Moschee Wittlich 1999 „Moschee des Lobes (Gottes)“, Grundsteinlegung 11/1998, Fertigstellung 12/1999, Grundstück 3500 m², Gebetsfläche 200 m², ein Minarett mit 10 m Höhe, 600 Plätze. Webpräsenz Ham'd-Moschee200px 3. Basharat-Moschee Osnabrück 2002 „Moschee der Frohen Botschaft“, Grundsteinlegung 10/1999, Fertigstellung 03/2002, Grundstück 2481 m², Gebetsfläche 129 m², zwei Minarette à 10 m Höhe Webpräsenz Basharat-Moschee200px 4. Nuur-ud-Din-Moschee Darmstadt 2003 „Moschee des Lichts der Religion“, benannt nach Nuur ud-Din, Grundsteinlegung 05/2002, Fertigstellung 08/2003, Grundstück 2418 m², Gebetsfläche 331 m², ein Minarett mit 17 m Höhe, 450 MitgliederWir über uns – Türkisch-Islamisches Zentrum e. V.Webpräsenz Nuur ud-Din-Moschee200px 5. Bait ul-Momin Münster-Hiltrup 2003 „Haus des Gewährers der Sicherheit“, Grundsteinlegung 08/2000, Fertigstellung 05/2003, Grundstück 1015 m², Gebetsfläche 138 m², zwei Minarette à 10 m Höhe Webpräsenz Bait ul-Momin200px 6. Nasir-Moschee Stuhr bei Bremen 2004 Moschee benannt nach Mirza Nasir Ahmad, Grundsteinlegung 11/2001, Fertigstellung 05/2004, Grundstück 5637 m², Gebetsfläche 239 m², ein Minarett mit 12 m Höhe Webpräsenz Nasir-Moschee200px 7. Tahir-Moschee Koblenz 2004 Moschee benannt nach Mirza Tahir Ahmad, Grundsteinlegung 12/2002, Fertigstellung 05/2004, Grundstück 2182 m², Gebetsfläche 338 m², zwei Minarette à 15 m Höhe, 600 Mitgliederheinersdorf-oeffne-dich.de Webpräsenz Tahir-Moschee200px 8. Aziz-Moschee Riedstadt-Goddelau 2004 „Moschee des Allmächtigen“, Grundsteinlegung 11/2003, Fertigstellung 08/2004, Grundstück 1753 m², Gebetsfläche 200 m², ein Minarett mit 14 m Höhe Webpräsenz Aziz-Moschee200px 9. Habib-Moschee Kiel 2004 „Moschee des Geliebten“, Grundsteinlegung 11/2003, Fertigstellung 08/2004, Grundstück 1600 m², Gebetsfläche 242 m², zwei Minarette à 13 m Höhe, 300 Mitglieder Webpräsenz Habib-Moschee200px 10. Bait ul-Huda Usingen 2004 „Haus der Rechtleitung“, Grundsteinlegung 03/2004, Fertigstellung 09/2004, Grundstück 1440 m², Gebetsfläche 150 m², ein Minarett mit 15 m Höhe Webpräsenz Bait ul-Huda200px 11. Bait ul-Alim Würzburg 2005 „Haus des Allwissenden“, 200 Mitglieder, Grundsteinlegung 11/2004, Fertigstellung 08/2005, Grundstück 2500 m², Gebetsfläche 188 m², ein Minarett mit 15 m Höhe Webpräsenz Bait ul-AlimMain-Post: , 200px 12. Baschir-Moschee Bensheim 2006 Moschee benannt nach Baschir ud-Din, Grundsteinlegung 08/2005, Fertigstellung 12/2006, Grundstück 1006 m², Gebetsfläche 188 m², kein Minarett, 400 Mitglieder,Grüne Liste Bensheim: , 200px 13. Mahmud-Moschee Kassel-Niederzwehren 2007 Grundsteinlegung 08/2005, Fertigstellung 09/2007, Grundstück 2959 m², Gebetsfläche 209 m², kein Minarett 200px 14. Nasir-Moschee Isselburg 2007 Moschee benannt nach Mirza Nasir Ahmad, Grundsteinlegung 09/2005, Fertigstellung 08/2007, Grundstück 2120 m², Gebetsfläche 128 m², zwei Minarette à 10 m Höhe, 100 MitgliederBBV-Net am 10. September 2007;Minarette über Isselburg, RP-Online am 18. August 2007;, RP-Online am 29. April 2008. 200px 15. Bait ul-Jame Offenbach am Main 2007 „Haus des Versammlers“, Grundsteinlegung 08/2005, Fertigstellung 11/2007, Grundstück 1566 m², Gebetsfläche 533 m², ein Minarett mit 16 m Höhe 200px 16. Muqeet-Moschee Wabern 2007 „Moschee des Erhalters“, Grundsteinlegung 05/2005, Fertigstellung 11/2007, Grundstück 2956 m², ein Minarett mit 9 m Höhe, 54 Mitglieder, Moschee 330 m², Gebetsräume 2 × 70 m² , „Die neue Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde Wabern wurde jetzt eröffnet“, HNA am 2. Juni 2008, „Beten unter Lehmziegeln: In Wabern hat die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde eine Moschee gebaut“, HNA am 15. Dezember 2008, HNA am 8. März 2010200px 17. Bait us-Sami Hannover 2008 „Haus des Allhörenden“, Grundsteinlegung 08/2006, Fertigstellung 08/2008, Grundstück 2800 m², Gebetsfläche 408 m², ein Minarett mit 16 m Höhe, 300 MitgliederAngst vor Minarett: Bürgerprotest gegen Moschee Die Welt am 14. September 2004. 200px 18. Bait ul-Karim Stade 2008 „Haus des Edlen“. Erste Moschee im Landkreis Stade, Grundsteinlegung 03/2008, Fertigstellung 14. August 2008, Grundstück 840 m², Gebetsfläche 62 m², ein Minarett mit 10 m Höhe 200px 19. Anwar-Moschee Rodgau 2008 „Moschee des gesammelten Lichts“, Grundsteinlegung 12/2006, Fertigstellung 19. August 2008, Grundstück 1034 m², Gebetsfläche 218 m², ein Minarett mit 14 m Höhe 200px 20. Qamar-Moschee Weil der Stadt 2008 „Mond-Moschee“, Grundsteinlegung 12/2006, Fertigstellung 21. August 2008, Grundstück 1145 m², Gebetsfläche 128 m², kein Minarett, 289 m² für 120 Mitglieder, 500.000 €szbz.de: 27. April 2009;Leonberger Kreiszeitung: ;szbz.de: 21. Khadija-Moschee Berlin-Heinersdorf 2008 Moschee benannt nach Chadīdscha bint Chuwailid. Erste Moschee Ostberlins, Grundsteinlegung 2. Januar 2007, Fertigstellung 16. Oktober 2008, Grundstück 4790 m², Gebetsfläche 345 m², ein Minarett mit 12,90 m Höhe, 200 Mitglieder, Tagesspiegel am 11. November 2008 200px 22. Ehsaan-Moschee Mannheim-Neckarau 2010 „Moschee der Güte“, Grundsteinlegung 17. Dezember 2008, Fertigstellung 06/2010, Grundstück 1641 m², Gebetsfläche 208 m², zwei Minarette à 12 m Höhe, 450 Mitglieder,„Die Moschee steht zur Jalsa Salana 2009.“, Grußwort des Oberbürgermeisters Peter Kurz auf der Jalsa Salana 2008. 3-stöckige Moschee, 700.000 €200px 23. Bait un-Nasr Köln-Niehl 2011 „Haus des Helfers“. Wird seit 1985 als Gemeindehaus und Moschee genutzt und wurde 2011 mit dem Bau eines Minaretts in eine nach außen erkennbare Moschee umgewandelt.Kölner Stadt-Anzeiger am 4. Oktober 2007 200px 24. Bait ul-Afiyat Lübeck 2011 „Haus der Geborgenheit“, Grundsteinlegung 21. August 2009, Fertigstellung 13. Juni 2011, Grundstück 1934 m², Gebetsfläche 128 m², ein Minarett mit 11 m Höhe, 160 Mitglieder; rund 500.000 €Neues Gebetshaus für Muslime in Lübeck. Erster Moschee-Neubau in LübeckLübeck: Alle Moscheen in deiner Stadt Webpräsenz Bait ul-Afiyat 25. Bait ul-Ghafur Ginsheim-Gustavsburg 2011 „Haus des Allverzeihenden“, Grundsteinlegung 02/2009, Fertigstellung 06/2011,, 20. Juni 2011; Verlag Dreisbach Online, Oktober 2011. Grundstück 2725 m², Gebetsfläche 352 m², ein Minarett mit 12 m Höhe, Gesamtkosten des Projekts: ca. 1,2 Mio. €;Main-Spitze: , 5. Oktober 2009. 400 Plätze für 250 Mitglieder 200px 26. Bait ul-Hadi Seligenstadt 2011 „Haus des geraden Weges“, Grundsteinlegung 8. April 2011, Fertigstellung 19. Juni 2011, Grundstück 1574 m², Gebetsfläche 313 m², ein Minarett mit 13 m Höhe, 200 Plätze für 150 Mitglieder, 300.000 €,Bauplan der Muslime erfährt christlichen Beistand (Frankfurter Rundschau am 29. Oktober 2008) Moschee wurde mit Modulbauweise innerhalb von drei Monaten fertiggestellt.Offenbach Post am 12. April 2011 Webpräsenz Bait ul-Hadi200px 27. Bait ul-Aman Nidda 2011 „Haus des Friedens“, Grundsteinlegung 12/2008, Fertigstellung 06/2011, Grundstück 2189 m², Gebetsfläche 301 m², zwei Minarette à 8 m Höhe, Eröffnung am 20. Juni 2011 Webpräsenz Bait ul-Aman200px 28. Bait ul-Baqi Dietzenbach 2011 „Haus des Ewigen“. Erworben 1993, Grundsteinlegung 12/2009, Fertigstellung 06/2011, Grundstück 1500 m², Gebetsfläche 318 m², ein Minarett mit 9 m Höheop-online am 15. Februar 2011. Ehemaliges Firmengebäude für 510.000 € gekauft und für 200.000 € in eine Moschee umgebaut.Willkommensgrüße auf Urdu