Der Landespreis für Bildende Kunst Baden-WürttembergNach Antisemitismus-Debatte: Hans-Thoma-Preis wird umbenannt, Meldung im SWR vom 29. Februar 2024, online unter swr.de. (bis Februar 2024: Hans-Thoma-Preis) ist ein Staatspreis des Landes Baden-Württemberg und wird seit 1950 (seit 1971 alle zwei Jahre) an Bildende Künstler und Künstlerinnen vergeben.

Der Preis Geehrt und gefördert werden Künstler, die bereits ein anerkanntes Werk aufweisen oder eine Weiterentwicklung zu hohen Leistungen erwarten lassen. Sie müssen in Baden-Württemberg geboren sein oder hier einen Schwerpunkt ihrer Arbeit haben. Die Auszeichnung ist seit dem 25. August 2022 mit 25.000 Euro dotiert.

Anlässlich der Preisverleihung, die traditionell in Bernau im Schwarzwald am Hans-Thoma-Tag, dem zweiten Augustwochenende eines ungeraden Jahres, stattfand, wird auch eine Ausstellung mit Werken des neu nominierten Preisträgers im Hans-Thoma-Kunstmuseum eröffnet.

Seit 1996 wird an gleichem Ort, jedoch in geraden Jahren, der EnBW-Förderpreis (seit 2010 NaturEnergie-Förderpreis) verliehen.

Umbenennung – Hans-Thoma-Preis in Landespreis für Bildende Kunst Baden-Württemberg Der Preis war bis Februar 2024 benannt nach dem in Bernau im Schwarzwald geborenen Maler Hans Thoma (1839–1924), wurde jedoch umbenannt, nachdem Thoma vom Preisträger 2023, Marcel van Eeden, vorgeworfen wurde, dass er ein „völkisch, antimodernes Weltbild“ verkörpere und sich auch antisemitisch geäußert habe.

Christian M. GeyerZur Person siehe arthistoricum.net wies diese Vorwürfe als „Künstlerischer Forschung“ zurück, worauf die angegriffene Kuratorin der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, Leonie Beiersdorf, in einer Replik die Darstellung Geyers zurückwies, da sie „massive Verletzungen von Standards des guten wissenschaftlichen Arbeitens“ aufweise.

Eine Besprechung des Künstlerbuches 1898 durch den Kunsthistoriker Andreas StroblAndreas Strobl: Leonie Beiersdorf und Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Hrsg.); Marcel van Eeden – 1898. In: Journal für Kunstgeschichte 28, 2024, Heft 4, 350–358; Zitat S. 358. kommt dagegen zum Schluss „Van Eedens Vorbehalte gegen Thoma seien ihm unbenommen und stehen für eine kritische Einstellung gegenüber historischen Zusammenhängen. Dass er jedoch aus diesem Impuls heraus das Bild eines womöglich durch und durch antisemitischen Künstlers suggestiv konstruiert und dies als ‚Forschungsergebnis‘ präsentiert sehen möchte, wird weder einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Lebenswerk Hans Thomas noch mit dem Antisemitismus in Thomas Zeit gerecht. Forschung, so betrieben, wird zur Agitation.“

Preisträger mini|Otto Dix zeigt seine Urkunde als Hans-Thoma-Preisträger 1967

Literatur Wolf Hockenjos: Die Umbenennung. Vom Hans-Thoma-Preis zum Landespreis für bildende Kunst. In: Badische Heimat, Heft 3/2025, S. 455–457 Robert Neisen: Die Stiftungsgeschichte des Hans‐Thoma‐Preises. In: Hans Thoma (1839‐1924) : zur Rezeption des badischen Künstlers im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit, 2022, S. 91–112, PDF

Weblinks

Website des Hans-Thoma-Kunstmuseums Hans-Thoma-Preis heißt künftig Landespreis für Bildende Kunst Baden-Württemberg, Pressemitteilung Nr. 024/2024 vom 29. Februar 2024 des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Einzelnachweise

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