Hagenthal-le-Haut () ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Mulhouse, zum Kanton Saint-Louis und zum Gemeindeverband Saint-Louis Agglomération.

Geografie Die Gemeinde Hagenthal-le-Haut im liegt am Südostrand des Sundgau, nahe der Grenze zur Schweiz, etwa neun Kilometer nordwestlich von Basel. Durch die Gemeinde fließt der Kirchbach, der ab Hagenthal-le-Bas Lentzbach, auf Schweizer Gebiet Lörzbach genannt wird. Hagenthal-le-Haut und die Nachbargemeinde Hagenthal-le-Bas bilden ein geschlossenes Siedlungsgebiet.

Nachbargemeinden von Hagenthal-le-Haut sind Hagenthal-le-Bas im Nordosten, Leymen im Südosten, Liebenswiller im Südwesten, Bettlach im Westen sowie Folgensbourg im Nordwesten.

Geologie Hagenthal-le-Haut liegt im lössbedeckten Sundgauer Tertiärhügelland. Unter der Löss- und Lösslehmdecke bilden die sandig-mergeligen Schichten der oligozänen Elsässer Molasse (Molasse alsacienne) den Untergrund.

Geschichte 1289 erscheint in den Urkunden erstmals ein Hagendal Superior, was die Existenz eines oberen Dorfes neben dem schon 1105 erwähnten unteren Dorf dokumentiert.Ortsadlige waren die Grafen von Thierstein, später die vom 15.–18. Jahrhundert hier ansässigen Herren von Eptingen, deren Schloss erhalten ist.

Bis 1324 gehörte der Ort zur Grafschaft Pfirt und kam dann nach dem Aussterben der Pfirter im Mannesstamm durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an Habsburg. Im Westfälischen Frieden kam der Ort mit dem ganzen elsässischen Besitz der Habsburger an die französischen Krone. Von 1871 bis 1918 gehörte Oberhagenthal zum Reichsland Elsass-Lothringen. Im Ersten Weltkrieg lag Hagenthal-le-Haut abseits der Hauptkampflinie und blieb bis Kriegsende in deutscher Hand. Der vom deutschen Militär errichtete, nachts elektrisch geladenene Südzaun verlief direkt bei Hagenthal vorbei. Er sollte den Übertritt in die Schweiz verhindern. Die Einwohner befanden sich in der neutralen Zone, die sie nur mit Passierschein verlassen durften. Im Zweiten Weltkrieg stand der Ort nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 unter deutscher Verwaltung. Die Befreiung von der Nazi-Herrschaft erfolgte am 20. November von Truppen der französischen 1. Armee unter General de Lattre de Tassigny.

Der 1794 angelegte Judenfriedhof erinnert an die jüdische Gemeinde, die in den Achtzigerjahren des 18. Jahrhunderts um die 270 Mitglieder zählte und hier eine Synagoge besaß.

In Hagenthal-leHaut existierte noch im 19. Jahrhundert ein gut besuchtes Heilbad mit einer leicht schwefelhaltigen Quelle. Bauwerke mini|Katharinenkapelle Die Katharinenkapelle besitzt einen hübschen kleinen Barockaltar (mit einer Katharinenstatue um 1500). Erste Erwähnung der Kapelle 1334. Der jetzige Bau stammt von 1834. mini|Schloss in Hagenthal-le-Haut Das Schloss, ein schlichter Bau mit Satteldach und Krüppelwalmen an den Giebeln, ist am Eingang mit dem Wappen der Eptinger im gesprengten Segmentbogen datiert: 1764. Der Kernbestand ist aber älter und noch vor dem Dreißigjährigen Krieg entstanden, wie die spätgotischen dreiteiligen, mittig überhöhten Gruppenfenster an der Giebelseite erkennen lassen. Die anderen Fenster wurden wohl im 18. Jahrhundert verändert.

Das Schulhaus, ein gut proportionierter Walmdachbau mit Eckquadern und in den drei Mittelachsen mit Kalksandsteinquadern rustiziertem Erdgeschoss.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2017Einwohner 358 365 380 381 428 410 583 664

Persönlichkeiten Maria Franziska von Eptingen (1631–1707), Äbtissin im Stift Olsberg.

Literatur Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 613.

Siehe auch Liste der Monuments historiques in Hagenthal-le-Haut

Weblinks

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