Ouhans ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Doubs in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Pontarlier und ist Mitglied im Gemeindeverband Communauté de communes entre Doubs et Loue. Die Bewohner werden Loups blancs und Louves blanches genannt. mini|Der Source de la Loue

Geographie mini|links|Kirche Saint-Maurice Ouhans liegt auf , etwa zwölf Kilometer nordnordwestlich der Stadt Pontarlier (Luftlinie). Das Haufendorf erstreckt sich im Jura, in einem Talkessel eingetieft in das Hochplateau von Val d’Usiers, südlich der Karstquelle der Loue, am Nordfuß des Mont d’Usiers.

Die Fläche des km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des französischen Juras. Der zentrale Teil des Gebietes wird vom Talkessel von Ouhans eingenommen. Hier vereinigen sich mehrere Trockentäler, die einst von Quellbächen der Loue gebildet wurden. Sie sind in das durchschnittlich auf liegende und überwiegend von Wiesland bedeckte Hochplateau von Usiers eingesenkt. Nördlich von Ouhans vertieft sich das Trockental weiter und erreicht nach kurzer Zeit den Kessel, in dem die Loue mit einer stark schüttenden Karstquelle am Fuß einer rund 100 m hohen Felswand entspringt. Auch der obere Teil der Gorges de Nouailles, einer markanten, von der Loue geschaffenen, schmalen und rund 250 m tiefen Felsschlucht, gehört zu Ouhans.

Nach Osten erstreckt sich das Gemeindeareal über den bewaldeten Hang des Mont d’Usiers () bis auf den breiten Höhenrücken des Mont Pelé, einer Antiklinale des Faltenjuras. Hier wird mit die höchste Erhebung von Ouhans erreicht. Außer dem obersten Abschnitt der Loue besitzt das gesamte Gebiet keine oberirdischen Fließgewässer, weil das Niederschlagswasser im verkarsteten Untergrund versickert.

Nachbargemeinden von Ouhans sind Renédale, Mouthier-Haute-Pierre, Aubonne und Saint-Gorgon-Main im Norden, La Chaux und Bugny im Osten, Val-d’Usiers im Süden sowie Évillers im Westen. mini|Kapelle Notre-Dame des Anges

Geschichte Im Mittelalter gehörte Ouhans zur Herrschaft Renédale. Zusammen mit der Franche-Comté gelangte das Dorf mit dem Frieden von Nimwegen 1678 an Frankreich.

Sehenswürdigkeiten Die Dorfkirche Saint-Maurice wurde 1720 an der Stelle eines Vorgängerbaus weitgehend neu erbaut. Von der ehemaligen gotischen Kirche aus dem 15. Jahrhundert sind der Portalbereich und Teile des Schiffs erhalten. Auf einem Hügel nordöstlich des Dorfes steht die Kapelle Notre-Dame des Anges. Im alten Ortskern sind einige Bauernhäuser im traditionellen Stil des Haut-Doubs aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten. Zu den bedeutendsten Natursehenswürdigkeiten der Franche-Comté zählen die Source de la Loue und die anschließenden Gorges de Nouailles.

Bevölkerung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2016Einwohner 293 286 264 269 287 334 375 Quellen: Cassini und INSEE

Mit Einwohnern (Stand ) gehört Ouhans zu den kleinen Gemeinden des Départements Doubs. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts markant abgenommen hatte (1881 wurden noch 502 Personen gezählt), wurde seit Beginn der 1980er Jahre wieder ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum verzeichnet.

Wirtschaft und Infrastruktur Ouhans war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft, insbesondere Milchwirtschaft und Viehzucht, sowie durch die Forstwirtschaft geprägtes Dorf. Daneben gibt es heute einige Betriebe des lokalen Kleingewerbes, unter anderem eine Käserei und mehrere Handwerksbetriebe. Viele Erwerbstätige sind auch Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung ihrer Arbeit nachgehen.

Dank der Nähe der Source de la Loue, die jährlich rund 150.000 Besucher anzieht, profitiert Ouhans heute auch vom Fremdenverkehr.

Die Ortschaft liegt abseits der größeren Durchgangsstraßen, ist aber von der Hauptstraße N57, die von Besançon nach Pontarlier führt, leicht erreichbar. Weitere Straßenverbindungen bestehen mit Levier und Goux-les-Usiers.

Literatur Le Patrimoine des Communes du Doubs. Band 2, Flohic Editions, Paris 2001, ISBN 2-84234-087-6, S. 756–759.

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