Levoncourt () ist ein Dorf und eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im französischen Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Die Gemeinde gehört zum Gemeindeverband Sundgau.

Die Gemeinde liegt im südlichen Sundgau auf einer Fläche von 5,28 Quadratkilometern. Levoncourt liegt an der oberen Largue und grenzt im Süden und Westen an die Schweizer Gemeinden La Baroche und Vendlincourt.

Die Siedlung Levoncourt entstand an der Stelle, wo die Larg die Jurakette der Montagne durchschnitten hat, also am natürlichen Einlass in das oberste Largtal. Nördlich der Kette befindet man sich im lössbedeckten Tertiärhügelland des Sundgau.

Geschichte

Auf der Gemarkung ist eine alte Römerstraße nachgewiesen. 1148 als Lewuncort und 1300 als Lubendorf urkundlich erwähnt. Auf einer Karte von Mercator erscheint der Ort 1585 als Lubentorff. Deutscher Name Luffendorf, elsässisch Lüffederf, im Dialekt der Franche-Comté Lvonco. Im 15. Jahrhundert wurde der Ort von den Baslern heimgesucht. Auch im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf verwüstet. Nach dem Krieg wurde Luffendorf von Zuwanderern aus dem französischsprachigen Jura besiedelt. Seither ist der Ort, in dem die Mundart des Elsgaus (der Ajoie) gesprochen wurde, frankophon.

Bis 1324 gehörte der Ort zur Grafschaft Pfirt und kam dann durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an Habsburg. Im Westfälischen Frieden 1648 ging der Ort mit dem ganzen elsässischen Besitz der Habsburger an die französische Krone. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 bis zum ende des Ersten Weltkriegs 1918 gehörte der Ort zum deutschen Reichsland Elsaß-Lothringen. Im Ersten Weltkrieg lag Levoncourt nahe der Frontlinie (Pfetterhouse-Dannemarie), blieb bis Kriegsende in deutscher Hand und von Kampfhandlungen im Ort verschont. Ein vom deutschen Militärkommando errichteter drei Meter hoher, nachts elektrisch geladener Stacheldrahtzaun (der Südzaun) sicherte die Schweizer Grenze. Die Bewegungsfreiheit der Einwohner war eingeschränkt (Sonderpassierscheinpflicht). Im Zweiten Weltkrieg erlebten die Einwohner ab dem Waffenstillstand im Juni 1940 die deutsche Besatzung. Von der Naziherrschaft wurde Levoncourt Ende November 1944 befreit durch Truppen der französischen 1. Armee unter General de Lattre de Tassigny.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2017 Einwohner 174 187 188 180 204 225 247 240

Bauwerke Kirche Saint-Maurice (Mauritiuskirche): Der Kernbestand des Turmes ist noch mittelalterlich, die gekuppelten Rundbogenfenster später entstanden. Der Chor ist spätgotisch. Das Schiff 1869 errichtet. Die Sakristei von 1768, an der Tür datiert. Nach Brand 1961 wurde der Triumphbogen erweitert.

Ruine der Burg Mörsberg (Château de Morimont).

Literatur Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 411–413.

Weblinks

Village de Levoncourt bei cartesfrance.fr

Einzelnachweise

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