Claude Bolling (* 10. April 1930 in Cannes; † 29. Dezember 2020 in Saint-Cloud) war ein französischer Jazzmusiker (Klavier), Bandleader, Komponist und Musikproduzent.John Fordham: Claude Bolling Obituary. Guardian, 31. Dezember 2021 Neil Genzlinger: Claude Bolling, Jazzman With Crossover Appeal, Dies at 90. New York Times, 9. Januar 2021

Leben Bolling, der als Wunderkind galt, gewann 1944 einen Jazzwettbewerb und gründete daraufhin seine eigene Jazz-Combo. 1948 trat er auf dem Jazzfestival in Nizza auf. Er spielte im gleichen Jahr mit Rex Stewart, 1951 mit Roy Eldridge und 1953 sowie 1956 mit Lionel Hampton Platten ein. Anschließend gründete er eine Big Band und arbeitete als musikalischer Leiter für Plattenaufnahmen (beispielsweise für Brigitte Bardot) und produzierte auch Filmmusik. Später schrieb er auch Kompositionen, in denen er Jazz und Klassik fusionierte, die etwa Jean-Pierre Rampal, Maurice André, Elena Durán oder Yo-Yo Ma aufführten. Für den Jazzpianisten George Shearing und den klassischen Gitarristen Angel Romero komponierte er das Concerto pour guitare classique et piano jazz, das mit Unterstützung von Ray Brown am Bass und dem Schlagzeuger Shelly Manne eingespielt wurde und 1981 auf LP erschien. Sowohl als Pianist als auch als Jazzkomponist war Bolling stark von Duke Ellington geprägt.

Als Filmkomponist war Bolling überwiegend im französischen Film tätig (darunter neunmal für Jacques Deray), gelegentlich auch in internationalen Produktionen. Er starb Ende Dezember 2020 im Alter von 90 Jahren.Décès de Claude Bolling, jazzman et compositeur de musiques de films. L'Express, 30. Dezember 2020

Diskografie (Auswahl)

Filmmusiken (Auswahl) 1960: Die unheimlichen Hände des Dr. Orlak (The Hands of Orlac) 1961: An einem Freitag um halb zwölf… 1965: Caroline und die Männer über vierzig (Moi et les hommes de 40 ans) 1967: Operation Taifun (Con la muerte a la espalda) 1970: Borsalino 1970: Die Geliebte des Anderen (Qui?) 1971: Lucky Luke – Daisy Town (Lucky Luke) 1973: Le Magnifique – ich bin der Größte (Le Magnifique) 1974: Borsalino & Co. (Borsalino and Co.) 1974–1983: Mit Rose und Revolver (Les brigades du tigre, Fernsehserie, 36 Folgen) 1978: Lucky Luke – Sein größter Trick (La ballade des Dalton) 1978: Das verrückte California-Hotel (California Suite) 1978: Ein Mann in Wut (L’homme en colère) 1978: Mord in Barcelona (Un papillon sur l’épaule) 1978: Horoskop mit Hindernissen (L’horoscope) 1979: Willie & Phil (Willie and Phil) 1980: Das Erwachen der Sphinx (The Awakening) 1980: Verführung wider Willen (La calvaire d’un jeune homme impéccable) 1980: Killer stellen sich nicht vor (Trois hommes à abattre) 1980: Alles im Griff (Fais gaffe à la gaffe) 1983: Ich glaube… (Credo) 1984: Auf der Spur des Leoparden (Le léopard) 1984: Das nächste Opfer (The Bay Boy) 1985: Mörderischer Engel (On ne meurt que deux fois) 1985: La Gitane – Nichts als Ärger mit den Frauen (La Gitane) 1987: La rumba 1988: Trau keinem Schurken (Try this One for Size) 1989: Mörderische Rache (Want to stay alive) 1989: Der Nizza-Coup (Passez une bonne nuit) 1991: Rückkehr eines Toten (Netchaïev est de retour) 1998: Begegnung in Venedig (Hasards ou coïncidences) 2001: Brief einer Unbekannten (Lettre d’une inconnue)

Literatur Raymond Horricks: Profiles in Jazz. From Sidney Bechet to John Coltrane. Transaction Publishers, 1991, ISBN 978-1-4128-3208-3, S. 194–196

Weblinks

Eigene Website Pianist und Arrangeur des französischen Jazz. WDR 3 Jazz (Götz Alsmanns geheimer Jazzgarten), 25. Februar 2025 (Audio, 58 Min.) Claude Bolling gestorben auf Cinemusic.de Jazz et cinéma avec Claude Bolling. Radio France, 15. Mai 2026 (Audio, 50 Min.)

Einzelnachweise

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