Eric Helgar (* 8. Februar 1910 in Regensburg; † 14. Juni 1992 in München) war Sänger, Bühnen- und Filmschauspieler, Fernsehmoderator und Komponist.
Leben und Werk Auf einer Gastspielreise des Vaters, des Schweizer Opernsängers Gustl Helgar, wurde Eric Helgar 1910 in Regensburg geboren. Er wuchs in Zürich auf. Mit 17 Jahren zog er zu seiner Großmutter nach Berlin. Dort begegnete er Herbert Grenzebach, einem Freund seines Vaters und künstlerischer Leiter der Schallplattenfirma Ultraphon. Optimistisch sagte dieser zu Eric Helgar: „[...] wenn dein Vater eine so großartige Stimme hat, müsstest Du doch eigentlich auch singen können!“, und lud ihn zu Probeaufnahmen ein. Grenzebach lag mit seiner Vermutung richtig. Helgar bekam seinen ersten Schallplatten-Vertrag.
Der Sänger und Filmschauspieler Eric Helgar verdankte seine Filmkarriere vor allem seiner Popularität als jugendlicher Schallplatten- und Rundfunktenor. Hauptsächlich war Eric Helgar jedoch Sänger auf Schallplatten. Erste Schallplattenaufnahmen erfolgten für das Label Ultraphon im Dezember 1930 in Berlin, darauf – ab 1932 – fast ausschließlich für die neugegründete Schallplattenmarke von Telefunken. Zum Teil war Helgar parallel anfangs allerdings bis etwa 1935 – auch anonym – für zahlreiche andere Berliner Schallplattenfirmen tätig. Helgars interessantes, abwechslungsreiches und vielseitiges Repertoire, wurde durch eine angenehm klare, ausdrucksvolle und leicht wiedererkennbare Stimme getragen und reichte vom einfachen Schlager zum Tango und bis hin zu anspruchsvollen Operettenmelodien – etwa eines Ralph Benatzky (z. B. Telefunken A 1702, 1934, siehe unten); und mit nicht weniger anspruchsvollen Chansons und Kleinkunsteinspielungen zum Big-Band-Swing vom Ende der 1930er bis Anfang der 1940er Jahre. Sein Filmdebüt gab er 1933 mit Was Frauen träumen; ein Jahr später verkörperte er die Hauptrolle in Der Springer von Pontresina und mit dem in diesem Film interpretierten Lied Wir wollen Freunde sein für’s ganze Leben gelang ihm ein populärer Schlager. Von Mitte der 1930er Jahre an war Eric Helgar einer der Hauptgesangsinterpreten des populären Tanzorchesters von Adalbert Lutter für Telefunken (vgl. Auswahlliste, unten), darunter auch mindestens ein Propagandastück für die Nationalsozialisten (z. B. „70 Millionen - ein Schlag“ 1937).
Selten ist Helgar auch als Komponist seiner eigenen Titel nachzuweisen, etwa des Sommer-Tangos Wo Meereswogen rauschen (TO Lutter, Telefunken A 2513, 1938, vgl. Liste unten). Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wirkte er als Darsteller in weiteren Filmen mit, unter anderem in Gauner im Frack (1937), Friedemann Bach (1941) und Romanze in Moll (1943). Daneben lieh er seine Stimme auch gesanglich weniger begabten Schauspielern wie Karl Schönböck im Film Der Blaufuchs (1938). Helgar stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.Helgar, Eric. In: Theodor Kellenter: Die Gottbegnadeten : Hitlers Liste unersetzbarer Künstler. Kiel: Arndt, 2020, ISBN 978-3-88741-290-6, S. 303f.
Seine letzte ernstzunehmende filmische Arbeit war Die Lady (1964). Seine Karriere dauerte bis in die 1980er Jahre hinein an (u. a. als Fernseh-Moderator der Wunschmusiksendung „Auf Ihren Wunsch“). Eric Helgar hat weit mehr als 1000 Schallplattenaufnahmen mit vielen führenden deutschen Tanzorchestern eingespielt und zählt damit zu einem der bedeutendsten deutschsprachigen Gesangsinterpreten der Schellackplatten-Ära.
Helgar war drei Mal verheiratet; aus seiner zweiten Ehe (1943–1958) mit Schauspielerin Lola Müthel entstammt Tochter Angela Müthel (* 1945), die ebenfalls als Schauspielerin tätig war.Ina Helgar-Nicolai: „Wir wollen Freunde sein fürs ganze Leben“ Eric Helgar, ein Mann mit fünf Karrieren. filmmuseum-potsdam.de, abgerufen am 10. März 2025.
Filmografie 1933: Was Frauen träumen 1933: Sag’ mir, wer Du bist 1934: Der Springer von Pontresina 1936: Du bist mein Glück 1936: Potpourri (Kurzfilm) 1937: Gauner im Frack 1938: Der Blaufuchs (Gesang) 1939: Der grüne Kaiser 1939: Eine Frau wie Du 1939: Opernball 1940: Ritorno 1940: Wie konntest Du, Veronika! 1940: Zwei Welten 1941: Friedemann Bach 1943: Romanze in Moll 1964: Die Lady 1969: Hugo, der Weiberschreck
Lieder / Schallplattenaufnahmen [Auswahl] Nachweis hier z. T. mit Etikettenangaben (Bestellnummern)
mit Alfred Beres und seinem Orchester Nur Tango, nur Tango (Fritz Rotter / Bruno Kaper), Ultraphon A 744 (1931) Süßer… Süßer! Zuerst ein Schnäpschen und dann ein Küsschen
mit Erich Börschel mit seinem Orchester Zwei Augen (Storch), Telefunken-Musikus M 6333 (13. Januar 1937) Zigeunerin (Frantzen/Pengel), Telefunken-Musikus M 6333 (13. Januar 1937)
mit Hans Bund und seinem Tanz-Orchester / Tanz-Streich-Orchester (*) Du bist meine große Sehnsucht, Slow Fox (*) (Musik & Text Günther Ernst), Telefunken A 1666 (1934) In Deine Hände leg' ich mein ganzes Glück, Tango (Musik & Text Willi Kollo), Telefunken A 1441 (1934) Ihnen zuliebe ! / Mehlspeis (beide Titel aus der Operette „Das kleine Café“, Musik & Text von Ralph Benatzky), Telefunken A 1702 (1934)
mit Fritz Domina und seinem Tanz-Orchester Ich hab’ Dir zu tief' in die Augen geseh'n, Tango (von Harald Böhmelt a. d. Film „Charleys Tante“) / Luana, Ich seh’ die selben Sterne wie Du, Tango (Ludwig Schmidseder), Kristall 3454 (1934)
mit Will Glahé und seinem Tanz-Orchester An einem Tag im Frühling, Foxtrott (Franz Doelle / Bruno Balz, a. d. Film „Viktor & Viktoria“); Electrola EG 2921 (1933)
mit Oskar Jerochnik und seinem kleinen Tanzorchester Der arme Jonathan (Potpourri a. d. gleichnamigen Operette von Carl Millöcker und Josef Rixner [in textl. Bearbeitung von Günther Schwenn ], Teil 1. u. 2 mit Oskar Jerochnik am Flügel); Telefunken A 10083 (1939) Lüg’ nicht Baby ! (Potpourri a. d. Musical von Hans Carste, Teil 1. u. 2 mit Helga Wille); Telefunken A 2945 (1939)
mit Oskar Joost und seinem Tanz-Orchester (vom Eden-Hotel, Berlin) Auf der Terrasse vom Romanischen Café, Tango, Telefunken / Ultraphon A 1080 (1932) Nur bei uns gibt’s Gemütlichkeit (Robert Stolz / Robert Gilbert), Marschlied a. d. Film „Hochzeit am Wolfgangsee“, Kristall 3378 (1933)
mit Louise Jordan (Klavier) Reizend (Musik & Text: Friedrich Hollaender, aus: „Höchste Eisenbahn“), Telefunken A 1285 (November 1932) Und sowas findet man schön (Musik & Text: Friedrich Hollaender, aus: „Höchste Eisenbahn“), Telefunken A 1285 (November 1932)
mit Peter Kreuder und seinen Solisten / u.s. Tanz-Rhythmikern Annabell’ Auf der Rue Madeleine in Paris (mit Adolf Wolff, Wurlitzer-Orgel) Capriolen Durch die Steppe klingt ein Liebeslied (Empty Saddles) (Billy Hill / Charles Amberg) (a. d. Film „Rhythm on the range“), Telefunken A 2154 (1937) Ich fühle, Du fehlst mir Ich liebe Dich!, Foxtrott (a. d. Film „Nanette“), Telefunken A 10081 (1940) Ich tanze mit Dir in den Himmel hinein, Langsamer Walzer (Musik: Friedrich Schröder / Text: Hans Fritz Beckmann, a. d. Film „Sieben Ohrfeigen“) (mit Adolf Wolff, Wurlitzer-Orgel) Ja, die Musik ! Foxtrott (M.& T.: Ralph Maria Siegel), Telefunken A 2473 (1938) Laß' die Frau, die dich liebt, niemals weinen, Slow Fox (Friedrich Schröder / Hans Fritz Beckmann), Telefunken A 2473 (1938) One, two, button your shoe Rosemarie, vergiss' mich nie, Telefunken A 10081 Zehn Uhr Zehn
mit Adalbert Lutter und seinem Orchester/Tanzorchester Addio Venezia !, Tango (Musik: Ludwig Schmidseder / Text: Günther Schwenn), Telefunken A 2418 (1937) Am Abend auf der Heide (Reginella campagnola), Foxtrott (Eldo di Lazarro / Richter), Telefunken blau A 2992 An der Saar und am Rhein (mit dem Schuricke-Trio [-Terzett]), Telefunken A 10010 Beim 5-Uhr-Tee im Strandcafé, Foxtrott, Telefunken-Musikus M 6155, als mit „Tenor-Solo“ (1935) Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern (mit dem Heyn-Quartett), Telefunken A 10023 Der Wind hat mir ein Lied erzählt, Tango (a. d. Zarah-Leander-Film „La Habanera“), Telefunken A 2381 (1937) Der Tag geht zur Ruh’, Telefunken A 2138 Die Juliska aus Budapest, Foxtrott (aus der Musical-Operette „Die Maske in Blau“ von Fred Raymond und Günther Schwenn), Telefunken A 2275 (1937) Die Liebe ist ein Spiel zu Zwei’n, Foxtrott (Musik: Peter Igelhoff / Text: Helmut Käutner) a. d. Film „Maguerite : 3“, Telefunken-Musikus M 6655 (1939) Die oder Keine !, Potpourri mit dem Heyn-Quartett (a. d. Musical-Operette „Die oder Keine!“ von Schmidseder / Schwenn), Telefunken A 10024 (1939) Dort wo’s a Musi gibt und auch an guaten Wein, Wienerlied (Otto Berco / Walter Simmlinger), Telefunken A 2410 (1937) Du bist Alles für mich, süße, kleine Mary, Foxtrott (a. d. Musical-Operette „Melodie der Nacht“ von Ludwig Schmidseder und Günther Schwenn), Telefunken-Musikus M 6500 (1938) Du hast Glück bei den Frau’n Bel Ami, Foxtrott (a. d. Film „Bel Ami“) von Theo Mackeben / Hans Fritz Beckmann; Telefunken rot A 2799 Einmal ist keinmal, Tango (Musik & Text von Ralph Benatzky a. d. Film „Die ganz großen Torheiten“), Telefunken A 2204 (1937) Es gibt so süße Mädels, Foxtrott (a. d. Musical-Operette „Melodie der Nacht“ von Ludwig Schmidseder und Günther Schwenn), Telefunken-Musikus M 6500 (1938) Es singen voller Sehnsucht alle Geigen, Tango, Telefunken-Musikus M 6653 (1939) Es war ein Mädchen und ein Matrose – Carioca mit Brigitte Mira (a. d. Film „Napoleon ist an allem schuld“, M.: Franz Grothe / T.: Willy Dehmel); Dauer: 3:08; Telefunken A 2768 (1938) Es war einmal ein Musikus, Tango, Telefunken rot A 1256 (1934) Fräulein, Sie tanzen so schön mit Gefühl, langsamer Walzer, Telefunken A 2940 (1939) Frauentränen, Tango, Telefunken A 2139 Frühling, Frühling, nimm' mich in Deinen Arm, Foxtrott, Telefunken A 10106 (1940) Ganz dahinten, wo der Leuchtturm steht, Lied (a. d. Hans-Albers-UFA-Film „F.P.1 antwortet nicht“), Telefunken A 1306 (1934) Großes Potpourri (a. d. Operette „Lauf in’s Glück“ von Fred Raymond) (mit Erwin Hartung) (1934). Heute abend bin ich frei!, Foxtrott a. d. Musical-Operette „Frauen im Metropol“ von Ludwig Schmidseder; Telefunken A 10187 (1940) Hinter einer Düne, Foxtrott, Telefunken-Musikus M 6439 (1938) Hofkonzert im Hinterhaus (Organ Grinder's Swing), Foxtrott (Will Hudson / Charles Amberg), mit den Humoresk Melodios, Telefunken-Musikus M 6351 (1937) Holla, Lady, Telefunken rot A 2757 I' hab' die schönen Maderl’n net erfunden, Wienerlied (Ludwig Schmidseder / Theo Prosel), Telefunken A 2410 (1937) Ich dachte, Sie sind frei, Fräulein ?, Tango (a. d. Schmidseder-Schwenn Musical-Operette „Die oder Keine!“) Telefunken A 10043 (1939) Ich bin ja heute so verliebt, langsamer Walzer (a. d. Film „Operette“); (Willy Schmidt-Gentner / Beckmann), Telefunken A 10267 (1940) Ich hab’ an Dich gedacht, Tango, Telefunken A 2381 Ich hab’ Heimweh nach Wien, Walzer, Telefunken A 2326 Ich hab' heute nacht vom Frühling geträumt, Tango (Charlotte Baerenz), Telefunken A 2513 Ich kann an hübschen Mädels nicht vorüber geh’n, Tango, Telefunken A 2808 (1939) Ich lieb' nur Eine, Tango (a. d. Film „Spaßvögel“), Telefunken-Musikus M 6583 (1939) Ich sag' zu Ihnen „Sie“, schöne Frau, Tango, Telefunken A 2274 (1937) Ich träum' beim ersten Kuß schon von dem zweiten Kuß, Telefunken A 2303; A 2394 Im schönen Sizilien, Tango, Telefunken-Musikus M 6477; M 6479 (1938) Im Wirtshaus (mit dem Schuricke-Trio [-Terzett]), Telefunken A 10010 In Deinen Armen, Tango (a. d. Film „Gauner im Frack“), Telefunken A 2304 (1937) In meiner Burg am Strande, Foxtrott, Telefunken-Musikus M 6439 (1938) In Rio de Janeiro, Tango, Telefunken A 2807 (1939) Irgend etwas Wunderschönes, Walzer, Telefunken A 2239 (1937); A 10700 Ja, das Temp'rament, Foxtrott (aus der Musical-Operette „Die Maske in Blau“ von Fred Raymond und Günther Schwenn), Telefunken A 2275 (1937) Kann denn Liebe Sünde sein ? (Lothar Brühne / Bruno Balz), Foxtrott (a. d. Zarah-Leander-Film „Der Blaufuchs“), Telefunken A 2756 (1938)