Raga Rock war vor allem zwischen 1965 und 1970 eine populäre Strömung in der Rockmusik, die Klangfarbe, an Ragas angelehnte melodische Elemente und Musikinstrumente der indischen Musik wie die Sitar zu adaptieren versuchte.

Vielfach beschränkten sich diese Versuche auf die klangliche Exotik der Instrumente und auf einfache, naive Nachahmungen der klassischen indischen Musik.Siegfried Schmidt-Joos, Barry Graves: Raga Rock. In: Deutsche Phono-Akademie (Hrsg.): Lexikon Pop. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 1977, S. 121. ISBN 3-7651-0134-6Bernward Halbscheffel, Tibor Kneif: Sachlexikon Rockmusik. Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek 1992, ISBN 3-499-16334-9, S. 306. Die kulturellen Unterschiede zwischen den europäisch-afroamerikanischen Musiziertechniken und denen der indischen Musik waren vermutlich zu gravierend und daher nur schwer zu vereinen.Peter Wicke, Wieland Ziegenrücker, Kai-Erik Ziegenrücker: Handbuch der populären Musik. Schott Music GmbH & Co. KG, Mainz 2007, ISBN 978-3-7957-0571-8, S. 575. Vertreter dieser Strömung waren in den 1960er Jahren vermehrt in den Charts vertreten und der Raga Rock erlebte mit der britischen Band Kula Shaker Mitte der 1990er Jahre eine kurzzeitige Renaissance.

Es begann im Juli 1965 mit der Veröffentlichung der Single See My Friends von der Gruppe The Kinks. Ein Zwischenstopp in Mumbai, während einer Reise nach Australien und Neuseeland im Januar 1965, inspirierte Ray Davies, den Sänger und Komponisten der Kinks, zu diesem Stück.Jonathan Cott: In: Rolling Stone Magazin. 10. November 1969. Die Beatles (Norwegian Wood (This Bird Has Flown), 1965; Love You To, 1966; Within You Without You, 1967) unternahmen ebenfalls Versuche dieser Art. Begeistert von Ravi Shankars Sitarmusik reiste George Harrison 1966 für sechs Wochen nach Indien, um bei Shankar persönlich das Sitarspiel zu lernen. Auch die Gruppen Yardbirds, Jefferson Airplane und John McLaughlins Mahavishnu Orchestra sowie Bluesmusiker Paul Butterfield (East West, 1966) verwendeten Elemente des Raga Rock. In: bluesroots.de Ebenso werden die Byrds (Eight Miles High, 1966) und die Incredible String Band mit dem Begriff in Verbindung gebracht.Anja Schwanhäusser: Stilrevolte Underground. LIT Verlag Münster, 2002, ISBN 3-8258-6171-6, S. 48.

Im Concert for Bangladesh 1971 traten indische und westliche Musiker getrennt auf die Bühne, ein Zeichen, wie wenig Zusammenspiel in den Jahren zuvor kultiviert wurde.

Beispiele 1965: See My Friends von The Kinks 1965: Norwegian Wood (This Bird Has Flown) von The Beatles 1966: Eight Miles High / Why von The Byrds 1966: Paint It Black von The Rolling Stones 1966: Bus Stop von The Hollies 1966: Love You To von The Beatles 1966: Guinevere von Donovan 1967: Hole In My Shoe, Paper Sun von Traffic 1967: Green Tambourine von The Lemon Pipers 1968: Moog Raga (Instrumental) von The Byrds

Weblinks The Kinks: Traffic: The Lemon Pipers:

Einzelnachweise

Kategorie:Stilrichtung der Rockmusik Kategorie:Psychedelic Rock