mini|Bad Saulgau von Norden mini|Bad Saulgau von Osten Die Kur- und BäderstadtRund um das Kloster Sießen. S. 37–39. In: Wanderbar …die schönsten Routen. Erlebnis Kreis Sigmaringen. Landratsamt Sigmaringen, Druckerei Schönebeck, Meßkirch 2004. Bad Saulgau (bis 2000 Saulgau) liegt im Zentrum Oberschwabens und ist mit Einwohnern die größte Stadt im Landkreis Sigmaringen. Die Kleinstadt war bis 1934 Sitz des Oberamts Saulgau, 1934 bis 1938 des Kreises Saulgau und schließlich bis zum 31. Dezember 1972 Kreisstadt des damaligen Landkreises Saulgau. Seit 1990 trägt die Stadt die Bezeichnung Ort mit Heilquellen- und Kurbetrieb, seit 2000 das Prädikat Bad.

Geographie Lage Bad Saulgau liegt nördlich des bewaldeten Höhenzugs Wagenhart und ein paar Kilometer westnordwestlich der Atzenberger Höhe, zwischen Donau und Bodensee am Donauzufluss Schwarzach. Durch den Ortsteil Lampertsweiler verläuft die Europäische Hauptwasserscheide, die das Einzugsgebiet von Rhein und Donau trennt. Das Wasser südwärts fließender Gewässer gelangt in den Rhein, das der nordwärts gerichteten in die Donau.Von der Kreuzkapelle zur Europäischen Wasserscheide. S. 40 f. In: Wanderbar …die schönsten Routen. Erlebnis Kreis Sigmaringen. Landratsamt Sigmaringen, Druckerei Schönebeck, Meßkirch 2004. Die Stadt liegt an der Schwäbischen Bäderstraße, an der Mühlenstraße Oberschwaben und der Oberschwäbischen Barockstraße.

Nachbargemeinden Bad Saulgau grenzt an die folgenden Gemeinden (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Ertingen, Riedlingen, Allmannsweiler, Bad Buchau Dürnau, Bad Schussenried (alle Landkreis Biberach) Ebersbach-Musbach, Boms, Eichstegen, Hoßkirch (alle Landkreis Ravensburg) Ostrach, Hohentengen, Herbertingen (alle Landkreis Sigmaringen)

Raumplanung Bad Saulgau bildet ein Mittelzentrum des Regionalverbands Bodensee-Oberschwaben. Der Mittelbereich mit rund 45.000 Menschen umfasst die südöstlichen Gemeinden des Landkreises Sigmaringen, westlichen Gemeinden des Landkreises Biberach und die nordwestlichen des Landkreises Ravensburg, darunter die Städte und Gemeinden (in alphabetischer Folge) Altshausen, Bad Buchau, Bad Saulgau, Boms, Dürnau, Ebenweiler, Ebersbach-Musbach, Eichstegen, Ertingen, Fleischwangen, Guggenhausen, Herbertingen, Hohentengen, Hoßkirch, Königseggwald, Ostrach, Riedhausen und Unterwaldhausen.

Stadtgliederung mini|Hochberg von Nordwesten mini|Untereggatsweiler von Südosten mini|Renhardsweiler von Nordosten mini|Moosheim, Bad Saulgau Bad Saulgau besteht aus der Kernstadt (mit Bernhausen, Engenweiler, Nonnenweiler, Schwarzach und Wilfertsweiler) und den 13 Teilorten Bierstetten (mit Steinbronnen), Bolstern (mit Heratskirch und Wagenhausen), Bondorf, Braunenweiler (mit Figels, Krumbach, Obereggatsweiler, Untereggatsweiler und Ziegelhof), Friedberg, Fulgenstadt, Großtissen (mit Kleintissen), Haid (mit Bogenweiler und Sießen), Hochberg (mit Luditsweiler), Lampertsweiler (mit Rieden), Moosheim, Renhardsweiler und Wolfartsweiler. Wappen Ortsteil Einwohner Fläche 30px|Bad Saulgau Bad Saulgau (Kernstadt) 11.673 5690 ha 30px|Bierstetten Bierstetten 591 615 ha 30px|Bolstern Bolstern 417 1206 ha 30px|Bondorf Bondorf 333 278 ha 30px|Braunenweiler Braunenweiler 553 1005 ha 30px|Friedberg Friedberg 406 541 ha 30px|Fulgenstadt Fulgenstadt 672 673 ha 30px|Großtissen Großtissen 374 669 ha 30px|Haid Haid 874 1320 ha 30px|Hochberg Hochberg 579 664 ha 30px|Lampertsweiler Lampertsweiler 302 252 ha 30px|Kein Wappen Verfügbar Moosheim 337 443 ha 30px|Renhardsweiler Renhardsweiler 273 170 ha 30px|Kein Wappen Verfügbar Wolfartsweiler 275 351 ha

Beim Zensus 2024 zählte Bad Saulgau 17.975 Einwohner.

Schutzgebiete

In Bad Saulgau liegt ein Teil des Natur- und Landschaftsschutzgebiets Booser-Musbacher Ried. Weitere Landschaftsschutzgebiete in Bad Saulgau sind die ehemalige Burg bei Friedberg, der Sießener See, die Schiller- und Kaiserhöhe, das Ried südlich Luditsweiler der Rosengarten, der Landschaftsteil bei der Frauenkapelle, die Öhmdwiesen mit Gebüsch, die Höhe 646,4 südlich Haid und die Michelsbühlhöhe. Das Booser-Musbacher Ried gehört gleichzeitig zum FFH-Gebiet Feuchtgebiete um Altshausen.Daten- und Kartendienst der LUBW

Geschichte Frühe Geschichte mini|hochkant|Keltische Grabflasche im Stadtmuseum Saulgau (Fundort Friedhof der Stadt, 1921) Die erste urkundliche Erwähnung von Sulaga stammt aus dem Jahr 819. Im örtlichen Dialekt heißt der Ort bis heute Sulga. Der Name geht auf die Mehrzahl des althochdeutschen Wortes sūlag zurück, das „Schweinepferch“ bedeutet. Die Bedeutung steckt heute noch in der Bezeichnung Suhlen für Wasserlachen, in denen sich z. B. Wildschweine wälzen. Der Name der Stadt bezieht sich demnach auf ihre Lage in den Niederungen des Schwarzachtals – hat also nichts zu tun mit Säulen oder gar einer keltischen Quellgöttin, wie oft fälschlich behauptet wird.

Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag Saulgau im Herzogtum Schwaben. Im Jahr 1239 wurde Saulgau von Kaiser Friedrich II. das Stadtrecht verliehen, von König Rudolf I. 1288 das Marktrecht. 1299 fiel Saulgau an das Haus Habsburg und wurde vorderösterreichische Amtsstadt in den österreichischen Donaulanden.

Während der Hexenverfolgungen wurden in der Stadt Saulgau von 1518 bis 1684 46 Hexenprozesse durchgeführt mit 29 Hinrichtungen und zwei Verbannungen.Namen der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung in Bad Saulgau. (PDF; 27 kB), abgerufen am 9. Mai 2016 Von anderen Verfahren ist der Ausgang unbekannt. Das jüngste Opfer Maria Eichel war bei ihrer Hinrichtung am 16. März 1674 erst 15 Jahre alt. Besonders bekannt wurden die beiden Hexenprozesse gegen Anna Persauter 1666 und 1672, die mit Folter und ihrer Enthauptung endeten.Franz Josef Klaus: Heimatbuch der Stadt Saulgau. 2. Auflage. Bad Saulgau 1996, S. 98 ff. G. Hämmerle: Aus der Geschichte der Stadt Saulgau, S. 192 ff.

Württembergische Zeit Im Zuge der Neuordnung Europas durch Napoleon Bonaparte kam Saulgau 1805 mit dem Frieden von Pressburg an das 1806 errichtete Königreich Württemberg. Saulgau wurde Sitz des gleichnamigen Oberamts. 1869 erfolgte mit dem Bau der Bahnstrecke Herbertingen–Isny der Anschluss an das Streckennetz der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen.

Am 27. Juni 1935 erschütterte ein Erdbeben die Stadt. 6250 Gebäude wurden zum Teil schwer beschädigt. Der Schaden belief sich auf 0,75 Mio. Reichsmark.

1934 wurde das Oberamt Saulgau in Kreis Saulgau umbenannt. 1938 gingen die Kreise Saulgau und Riedlingen im neu errichteten Landkreis Saulgau auf.

Im Zweiten Weltkrieg unterhielt die Luftschiffbau Zeppelin GmbH zwischen dem 14. August 1943 und dem 22. April 1945 am südöstlichen Ortsrand in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Saulgau neben dem Produktionsgelände der Josef Bautz AG ein Außenlager des KZ Dachau. Im KZ-Außenlager Saulgau wurden Einzelteile der ballistischen Flüssigrakete Aggregat 4 (Propagandaname Vergeltungswaffe 2, kurz V2) produziert.Georg Metzler: „Geheime Kommandosache“. Raketenrüstung in Oberschwaben. Das Außenlager Saulgau und die V2 (1943–1945). Bergatreute 1996Albert Knoll: Saulgau. In: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 2: Frühe Lager, Dachau, Emslandlager. C.H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52962-3, S. 477–480. Bis zu 400 KZ-Häftlinge mussten in dem Lager Zwangsarbeit verrichten, wobei 43 zu Tode kamen.Jürgen Witt: Gedenken an Opfer der NS-Tyrannei. Nazi-Verfolgung in der Region. In: Südkurier, 29. Januar 2015. Auf dem Städtischen Friedhof wird am Ehrenmal für Soldaten mit zwei Gedenktafeln an 35 Opfer der beiden Weltkriege erinnert.Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band I. Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 74. Auch am ehemaligen Standort des KZ-Außenlagers erinnert ein 2005 eingeweihtes Denkmal an das Lager und die Opfer.

Nachkriegszeit Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel die Stadt Saulgau 1945 in die Französische Besatzungszone und kam somit 1947 zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging.

Die Kreisstadt Saulgau kam im Zuge der Kreisreform 1973 zum Landkreis Sigmaringen, dessen größte Stadt sie heute ist. Am 1. Januar 1975 wurden die zuvor selbständigen Gemeinden Bierstetten, Bolstern, Bondorf, Braunenweiler, Friedberg, Fulgenstadt, Großtissen, Haid, Hochberg, Lampertsweiler, Moosheim, Renhardsweiler und Wolfartsweiler nach Saulgau eingemeindet.

Religion

Die Bevölkerung von Bad Saulgau ist vorwiegend römisch-katholischer Konfession. Die Katholische Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in der Kernstadt hat 6.268 Mitglieder (Stand 2025) bei einer Gesamteinwohnerzahl der Kernstadt von etwas mehr als 11.600 Menschen.kath-kirche-badsaulgau.de, abgerufen am 28. April 2025 Zur Seelsorgeeinheit St. Johannes Baptist Bad Saulgau der Diözese Rottenburg-Stuttgart gehören außerdem neun Kirchengemeinden in den Teilorten. Das Kloster Sießen im Ortsteil Sießen ist seit 1860 das Mutterhaus der Franziskanerinnen von Sießen.

Seit dem 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu. Die evangelischen Christen im ganzen Stadtgebiet gehören (zusammen mit den evangelischen Einwohnern von Herbertingen und Musbach) zur Kirchengemeinde Bad Saulgau im Kirchenbezirk Biberach der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Außerdem gibt es in Bad Saulgau eine Freie Christengemeinde und eine Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten.adventisten.de

Muslimische Einrichtungen sind die Eyüp-Sultan-Moschee der DITIB und die Fatih-Moschee des VIKZ.Isabell Michelberger: Menschen brauchen Gemeinschaft. In: Südkurier, 26. November 2010.

Politik

Gemeinderat Die Kommunalwahlen in Baden-Württemberg am 9. Juni 2024 führten in Bad Saulgau bei einer Wahlbeteiligung von 60,3 % (+ 2,6 %) zu dem in den Diagrammen dargestellten Ergebnis.

Durch die unechte Teilortswahl kam es bei der Kommunalwahl 2024 zu einer hohen Zahl an Ausgleichsmandaten. Statt der in der Hauptsatzung festgelegten Größe von 24 Mitgliedern gehören dem Gemeinderat daher 28 Personen an, das sind 4 Personen weniger als in der vorangegangenen Wahlperiode.

Bürgermeister Bürgermeister ist seit dem 1. Februar 2024 Raphael Osmakowski-Miller. Er wurde am 12. November 2023 mit 60,3 Prozent der Stimmen gewählt.

1945–1947: Karl Rösch (kommissarisch) 1947–1949: August Reichert 1949–1967: Josef Drescher 1967–2000: Günter Strigl 2000–2008: Johannes Häfele 2008–2024: Doris Schröter seit 2024: Raphael Osmakowski-Miller

Wappen

Städtepartnerschaften Chalais im Département Charente, Frankreich, seit 1981 Himmelberg in Kärnten, Österreich, seit 2006 Darüber hinaus bestehen freundschaftliche Kontakte zu Kōbe in Japan.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bad Saulgau liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße, der Deutschen Fachwerkstraße,Ferienstraßen. In: Schwäbische Alb Tourismusverband (Hrsg.): Schwäbische Alb! hin-reisend natürlich the nature place to go. Bad Urach 2010, S. 10 f. der Deutschen Alleenstraße und der Schwäbischen Bäderstraße.

Kunst und Museen