Die Kawasaki ZXR 750 ist ein Supersport-Motorrad des japanischen Herstellers Kawasaki und wurde von 1989 bis 1995 gebaut. 1996 wurde sie von der Kawasaki ZX-7R abgelöst.

Die Kawasaki ZXR 750 wurde als Homologationsmodell für die 1988 neu geschaffene Superbike-Weltmeisterschaft entwickelt. Eingesetzt wurde sie außerdem in der FIM Endurance World Championship und beim 8-Stunden-Rennen von Suzuka. Die Mitbewerber waren Suzuki GSX-R 750 R, Honda VFR 750 R und Yamaha FZR 750 R.

Von der ZXR 750 gab es eine Version mit 400 cm³ Hubraum, die Kawasaki ZXR 400.

Baureihen mini|Kawasaki ZXR 750 von 1989 ZX 750 H1/H2 – 1989 bis 1990 Das Fahrwerk bestand aus einem Aluminium-Brückenrahmen mit verstellbarem Schwingendrehpunkt, geschraubtem Rahmenheck und zwei Rahmenunterzügen, die den Motor in Silentblöcken aufnehmen. Die Teleskopgabel hatte 43 mm starke Tauchrohre. Die Aluminium-Hinterradschwinge hatte geschraubte Oberzüge und eine Uni-Track Anlenkung für das Zentralfederbein.

Der Vierzylinder-Motor war ebenfalls eine Neukonstruktion. Die 16 Ventile wurden über Tassenstößel betätigt. Die zwei oben liegenden Nockenwellen wurden über eine mittig angeordnete Steuerkette angetrieben. Da Kawasaki in der Superbike-Weltmeisterschaft zur Leistungssteigerung auf Ram-Air setzte und nach geltendem Regelwerk die Silhouette eines Serienmotorrads einhalten musste, wurden bis 1992 alle ZXR mit den markanten aber funktionslosen Schläuchen über dem Lenkkopf gefertigt. Ihre Schläuche über dem Lenkkopf sollten offiziell zur „Staudruckbelüftung der Motoroberseite“ dienen und vermochten auch keinesfalls mehr.

Die ZXR gab es in den Farben Grün/Weiß/Blau und Rot/Schwarz/Silber. Der Preis betrug 1989 in Deutschland 15.510 DM.

Technische Daten: Motor Bauart: Flüssigkeitsgekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor Ventiltrieb: DOHC, 16 Ventile, Tassenstößel Hubraum: 748 cm³ Bohrung × Hub: 68,0 × 51,5 mm Gemischaufbereitung: Vergaser Keihin CVK-D 36x4 Verdichtung: 11,3:1 Motorleistung: 79 kW (107 PS), bei 10.500/min Drehmoment: 78 Nm bei 9500/min Schmiersystem: Nasssumpfschmierung mit Ölkühler Zündsystem: Transistor, digital Anlasser: Elektrostarter Antrieb Kupplung: Mehrscheibenölbadkupplung (hydraulisch betätigt) Getriebetyp: 6 Gänge, klauengeschaltet Sekundärantrieb: Kette Fahrwerk Federweg vorne: 120 mm Federweg hinten: 140 mm Bereifung vorne: 120/70 VR 17 - V260 Bereifung hinten: 170/60 VR 17 - V260 Bremsen vorne: Doppelscheibenbremse Ø 310 mm Bremsen hinten: Einscheibenbremse Ø 230 mm Länge: 2150 mm Breite: 755 mm Höhe: 1170 mm Radstand: 1455 mm Sitzhöhe: 790 mm Lenkkopfwinkel: 65,5 Grad Nachlauf: 100 mm Leergewicht: 230 kg zulässiges Gesamtgewicht: 415 kg Tankinhalt: 18 Liter

1990 folgte mit der werksintern H2 genannten Version die Weiterentwicklung, mit Änderungen am Motor im Bereich des Zylinderkopf, einer geänderten Schwinge ohne geschraubte Oberzüge, und einer größeren Vergaseranlage. Des Weiteren gab es einen größeren Kühler. In der ungedrosselten Version erreicht sie bis zu 87 kW.mini|Kawasaki ZXR 750 R von 1992

ZX 750 J/K – 1991 bis 1992 Die ZX 750 J/K war eine Neuentwicklung mit Aluminiumrahmen ohne Unterzüge, Upside-Down-Gabel und einem kurzhubigen Motor mit Schlepphebeln statt Tassenstößeln. Von der ZXR 750 gab es erstmals zwei Versionen. Die straßentaugliche ZXR 750 (J1) und die Basismaschine für den Rennsport, die ZXR 750 R (K1). Das K-Modell war die einsitzige Rennversion, von der Kawasaki laut dem Regelwerk der Superbike-WM 1000 Einheiten produzieren musste. Tatsächlich wurden aber 2500 Einheiten hergestellt. Im Gegensatz zum Basismodell J besitzt sie eine gesteigerte Motorleistung, die durch aggressivere Steuerzeiten, geänderte Nockenwellen und doppelte Ventilfedern erreicht wird. Zudem hat sie eine geänderte Getriebeabstufung mit einem lang übersetzten ersten Gang, Flachschiebervergaser statt Gleichdruckvergaser sowie ein voll einstellbares Fahrwerk. Zur Gewichtsreduzierung ist ein Aluminium-Tank und ein optimierter Heckrahmen verbaut.

Die ZXR 750 gab es in den Farben Grün/Weiß/Blau, Blau und Rot. Die ZXR 750 R gab es nur in Grün/Weiß/Blau. Der Preis betrug 21.750 DM.

Technische Daten: Motor Bauart: Flüssigkeitsgekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor Ventiltrieb: DOHC, 16 Ventile, Schlepphebel Hubraum: 749 cm³ Bohrung × Hub: 71 × 47,3 mm Gemischaufbereitung: J 4 Gleichdruckvergaser, 38 mm Ø K 4 Flachschiebervergaser, 39 mm Ø Verdichtung: 11,5:1 Motorleistung: J 74 kW (101 PS) K 90 kW (122 PS) Kitmotor 1992: 140 PS bei 13.000/min Drehmoment: J 76,5 Nm bei 9000/min, K 78 Nm bei 10.000/min Schmiersystem: Nasssumpfschmierung Zündsystem: Transistor, digital Anlasser: Elektrostarter Antrieb Kupplung: Mehrscheibenölbadkupplung (hydraulisch betätigt) Getriebetyp: 6 Gänge, klauengeschaltet Sekundärantrieb: Kette Fahrwerk Federweg vorne: 120 mm Federweg hinten: 135 mm Gabeltauchrohrdurchmesser: J 43 mm, K 41 mm Bereifung vorne: 120/70 VR 17 Bereifung hinten: 180/55 VR 17 Bremsen vorne: Doppelscheibenbremse Ø 320 mm Bremsen hinten: Einscheibenbremse Ø 230 mm Länge: 2180 mm Breite: 730 mm Radstand: 1420 mm Sitzhöhe: 790 mm Lenkkopfwinkel: 65,5 Grad Nachlauf: 95 mm Leergewicht: J 225 kg, K 220 kg zulässiges Gesamtgewicht: 410 kg Tankinhalt: 18 Liter

ZX 750 L/M – 1993 bis 1995 Die L/M-Baureihe war eine Weiterentwicklung der J/K-Modelle. Sie kam ohne die auffälligen Schläuche. Dafür hatte sie einen linksseitigen Lufteinlass in der Front und war die erste Serienmaschine mit einem funktionierenden Ram-Air-System. Der Motor wurde vom K-Modell unverändert übernommen, allerdings bekam die L wieder ein Getriebe mit einer alltagstauglichen Abstufung. Dieses Modell war allerdings nicht so erfolgreich im Verkauf wie die Vorgängerin, da sie im Gegensatz zur Konkurrenz noch an Gewicht zulegte und damit im Vergleich zur Honda Fireblade mit 900 cm³ Hubraum etwa 30 kg schwerer war.

Auch von diesem Modell baute Kawasaki eine einsitzige Rennsportversion M, von der lediglich 54 Einheiten nach Deutschland importiert wurden. Mit einer Maschine dieses Typs wurde Scott Russell 1993 Weltmeister in der Superbike-WM. Sie wurde im Gegensatz zum L-Modell, das bis 1995 gebaut wurde, lediglich 1993 und 1994 produziert. Sie unterschied sich vom L-Modell unter anderem durch ein Getriebe mit langem ersten Gang und kurzer Abstufung der übrigen Gänge, Flachschiebervergaser, ein voll einstellbares Fahrwerk, einen höhenverstellbaren Schwingendrehpunkt, ein Einmannheck, sowie eine kleinere Batterie und einen Alutank.

Die ZXR 750 gab es in den Farben Grün/Weiß und Violett/Rot, die ZXR 750 R nur in Grün/Weiß/Rot.

Technische Daten: Motor Bauart: Flüssigkeitsgekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor Ventiltrieb: DOHC, 16 Ventile, Schlepphebel Hubraum: 749 cm³ Bohrung × Hub: 71 × 47,3 mm Gemischaufbereitung: L 4 Gleichdruckvergaser, 38 mm Ø M 4 Flachschiebervergaser, 39 mm Ø Leistung Serienmotor: 90 kW (122 PS) Leistung Kitmotor 1994: Standard: 140 PS bei 13.000/min Option: 145 PS bei 13.000/min Schmiersystem: Nasssumpfschmierung Zündsystem: Transistor, digital Anlasser: Elektrostarter Antrieb Kupplung: Mehrscheibenölbadkupplung (hydraulisch betätigt) Getriebetyp: 6 Gänge, klauengeschaltet Sekundärantrieb: Kette Fahrwerk Federweg vorne: 120 mm Federweg hinten: 135 mm Gabeltauchrohrdurchmesser: 41 mm Bereifung vorne: 120/70 ZR 17 TL Bereifung hinten: 180/55 ZR 17 TL Bremsen vorne: Doppelscheibenbremse Ø 320 mm Bremsen hinten: Einscheibenbremse Ø 230 mm Länge: 2200 mm Breite: 730 mm Radstand: 1430 mm Sitzhöhe: 800 mm Gewicht: Leergewicht: L 234 kg, M 227 kg Trockengewicht: L 205 kg, M 200 kg zulässiges Gesamtgewicht: L 415 kg, M 335 kg Tankinhalt: 18 Liter

Verwandtschaften Während die H noch eine erkennbare, konstruktionsbedingte Ähnlichkeit zu den Kawasaki-Modellen der 80er Jahre aufwies, sie war schließlich eine Neuentwicklung auf Basis der sehr erfolgreichen GPX-Modelle, hatten die J/K und L/M Modelle baugleiche Komponenten der ZX 9R, Modell ZX 900 B genannt. Der Motor war, bis auf den geänderten Hubraum und verstärkte Kurbelwellenlager, baugleich.

Ab 1996 wurden als Nachfolgemodelle dann die Versionen P und N gebaut. Der Name wurde auf die im Ausland schon für die ZXR üblichen Bezeichnungen ZX-7R bzw. ZX-7RR abgeändert.

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Motorradmodell Kategorie:Supersportler ZXR 0750