Die Volksrepublik Kongo () war ein sozialistischer Staat, der im Jahr 1969 als Nachfolger der Republik Kongo gegründet wurde. Das Land war der erste offiziell sozialistische Staat Afrikas.

Angeführt von der Kongolesischen Partei der Arbeit (frz. , Abkürzung PCT), gab es den Staat bis 1991, als das Land wieder in Republik Kongo umbenannt wurde und die Regierung unter der PCT schon früh inmitten der Welle der kongolesisch-republikanischen Mehrparteien-Reformen Anfang 1990 beseitigt wurde.

Geschichte mini|150px|links|Flagge der Kongo-Armee (1970–1992)

Die Volksrepublik Kongo wurde am 31. Dezember 1969 nach dem erfolgreichen Putsch vom 4. September 1968 in Brazzaville ausgerufen. Ausgelöst wurde dieser von organisierten militanten Linken, die die pro-europäische Regierung stürzten. Marien Ngouabi wurde am 31. Dezember 1968 als Leiter des Staates installiert und verwandelte das Land innerhalb von zwei Jahren in einen realsozialistischen Staat. Nach Abschaffung der kongolesischen Nationalversammlung gründete Ngouabi eine marxistisch-leninistische Partei (bekannt als die Kongolesische Arbeitspartei (PCT)). Diese war die einzige erlaubte Partei des neuen Staates. Ngouabi wurde 1977 ermordet.

Wie die anderen (real-)sozialistischen Staaten Afrikas auch, unterhielt die Volksrepublik Kongo enge Beziehungen mit der Sowjetunion und war Teil des Ostblocks.Zeitleiste: Republic of the Congo Diese Bindung blieb auch nach dem Attentat gegen Ngouabi im Jahre 1977 stark. Doch die Regierung unter der PCT hatte weiterhin gute Beziehungen zu Frankreich.John F. Clark, "Congo: Transition and the Struggle to Consolidate", in Political Reform in Francophone Africa (1997), ed. John F. Clark und David E. Gardinier, Seite 65.

Am 10. Juni 1991 entfernte die Souveräne Nationale Konferenz das Wort populaire ("Volks"-) aus dem offiziellen Landesnamen, ersetzte aber auch die Fahne und die Hymne namens Les Trois Glorieuses, welche die Regierung der PCT 1970 im Land eingeführt hatte. Die Souveräne Nationale Konferenz beendete die PCT-Regierung und ernannte den Übergangs-Premierminister André Milongo, der mit Befugnissen der Exekutive bekleidet wurde. Der letzte Präsident Denis Sassou-Nguesso durfte im Amt bleiben.Clark, "Congo: Transition and the Struggle to Consolidate", Seite 69.

Bevölkerungsentwicklung Die Volksrepublik Kongo hatte am Ende seines Bestehens rund 2 Millionen Einwohner. Es gab 15 verschiedene ethnische Gruppen, obwohl die meisten Kongo, Sangha, M'Bochi oder Teke waren. 8.500 Europäer, zumeist französischer Abstammung aus der Kolonialzeit in Französisch-Äquatorialafrika, lebten in der Volksrepublik Kongo. Französisch war die offizielle Sprache, aber auch andere anerkannte Sprachen erhielten einen offiziellen Status, darunter Kikongo und Lingala. Der Großteil der Bevölkerung war in städtischen Gebieten wie Brazzaville konzentriert. Die Alphabetisierung betrug 80 %, was einen einzigartigen Erfolg der kommunistischen Regierung innerhalb Afrikas darstellt; die Kindersterblichkeit war jedoch hoch.

Historische Bezeichnungen

Siehe auch Geschichte der Republik Kongo Kamerun (Kolonie)

Einzelnachweise

Kongo, Volksrepublik Kategorie:Geschichte (Republik Kongo) Kongo Kategorie:Geschichte des Sozialismus