Woldemar Eduard von Seidlitz (* in Sankt Petersburg; † 16. Januar 1922 in Dresden) war ein deutscher Kunsthistoriker.
Leben miniatur|Grab von Woldemar von Seidlitz auf dem Johannisfriedhof in Dresden. Woldemar von Seidlitz stammt aus der bisher wenig erforschten estländischen Familie von Seidlitz, bis dato ohne beweisbaren genealogischen Verbund mit der schlesischen Uradelsfamilie von Seydlitz. Sie führte aber teils ein ähnliches Wappen.Siehe: Seidlitz I Herren von, Est(h)land; Seidlitz II. Herren von. (Est(h)land), Ebenda: Maximilian Gritzner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft. Band 3/11: Adel der Russ. Ostseeprovinzen. Die Ritterschaft. Band II: Edelleute Hertell - Zoritsch, Nachträge. Verlag Bauer und Raspe E. Küster, Nürnberg 1898, S. 434. u. Tafel 171. Seine Eltern waren der russ. Oberst Alexander (Alexander Ernst) von Seydlitz (* 1807; † 1883) und Sophie geb. Pleske (* 1821; † 1886).
Von Seidlitz studierte Nationalökonomie an der Kaiserlichen Universität Dorpat und in Heidelberg, wo er auch promovierte. Er ging anschließend nach Leipzig und studierte unter anderem bei Kunsthistoriker Anton Springer Kunstgeschichte. Nach einem einjährigen Italienaufenthalt ging von Seidlitz nach 1878 nach Berlin.
Im gleichen Jahr heiratete Woldemar von Seydlitz seine Ehefrau Konstanze geb. von Schwebs (* 1849; † 1920). Aus der Beziehung stammen der Sohn Wilfried (* 1880; † 1945) und die Töchter Adelheid (* 1883), Sophie (* 1885), Ebba (* 1887) und Helene (* 1889; † 1901).
Von 1879 bis 1884 arbeitete er als Direktionsassistent am Kupferstichkabinett der Königlichen Museen. Ab 1884 lebte Seidlitz in Dresden und war bis 1919 vortragender Rat in der Generaldirektion der Königlichen Sammlungen Dresden, eine Funktion, die der des Generaldirektors glich. Als Vertreter des Staatsministers wurde er so der höchste Museumsbeamte Sachsens.Ernst-Günter Knüppel: Robert Diez. Bildhauerkunst zwischen Romantik und Jugendstil. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2009, S. 148. alternativtext=Grundriss, Ausstellungspalast Dresden, 1897|mini|Grundriss des Ausstellungspalast Dresden. Wenige Wochen nach der Eröffnung der skandalumwitterten Ausstellung von Siegfried Bing in seiner Galerie mit dem Namen Hôtel de l’Art Nouveau, erschien in Paris eine Delegation aus Dresden, an deren Spitze der Generaldirektor der Dresdner Museen, Geheimrat Woldemar von Seidlitz stand. Sie beabsichtigten an der Internationalen Kunstausstellung in Dresden, die für das Jahr 1897 bevorstand, im Ausstellungspalast eine Abteilung kunstgewerblicher und kunstindustrieller Erzeugnisse angegliedert werden sollte.
Durch diese Neuerung wollte man auch das deutsche Publikum über die Erneuerungsbestrebungen auf dem Gebiet des Kunstgewerbes und über die Tendenzen zur Hebung des künstlerischen Niveaus der industriellen Künste informieren. Die in Paris für Bing entworfenen und geschaffenen vier Zimmer von Henry van de Velde sollten in Dresden wieder aufgestellt werden. Zusätzlich sollte er einen großen ‘Ruheraum’ für die Besucher schaffen. Für Constantin Meunier wurden zwei große Säle für eine Gesamtschau seines Schaffens zur Verfügung.Henry van de Velde: PDF: 1897-Kunstausstellung in Dresden. Piper, München 1962, S. 127–129. Die Ausstellung wurde zum großen Erfolg.
Von Seidlitz war auch mäzenatisch tätig, förderte die Dresdner Museen durch Gemäldeschenkungen und gründete zahlreiche Stiftungen. W. von Seidlitz starb 1922 und wurde auf dem Johannisfriedhof in Dresden beigesetzt.
Der Sohn Wilfried von Seydlitz wurde Autor,Matthias Graf von Schmettow (Hrsg.): Gedenkbuch des deutschen Adels. (Hauptband), In: Aus dem Deutschen Adelsarchiv. 3, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1967, S. 316. Geologe, Inhaber der Häckelprofessur für Geologie und Paläontologie an der Universität Jena sowie Präsident der Preußischen Geologischen Landesanstalt in Berlin.
Veröffentlichungen (Auswahl) Allgemeines historisches Porträtwerk, 6 Bände, 1884–1890 Rembrandts Radierungen, 1894 Kritische Verzeichnis der Radierungen Rembrandts, 1895 Geschichte des japanischen Farbenholzschnittes, Kuhtmann, Desden 1897. (Digitalisat PDF);englische Ausgabe: A history of Japanese colour-prints. Heinemnn, London 1910. (Digitalisat PDF) Die Entwickelung der modernen Malerei. Verl.- Anst. und Dr. A.-G., Hamburg 1897 ()
Leonardo da Vinci, 1909 Die Kunst in Dresden vom Mittelalter bis zur Neuzeit, 1920–1922 Friedrich der Große. Gedanken und Erinnerungen
Literatur Ernst-Günter Knüppel: Robert Diez. Bildhauerkunst zwischen Romantik und Jugendstil. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2009, S. 148.
Weblinks
(Mit. Portraitaufnahme und Genealogie)
Einzelnachweise
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