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Die Vatikanstadt (amtlich in Deutschland und der Schweiz Staat Vatikanstadt, in Österreich Staat der Vatikanstadt, (IPA ), ) ist sowohl nach Fläche als auch nach Bevölkerungszahl der kleinste allgemein anerkannte Staat der Erde und der einzige mit Latein als Amtssprache. Der Stadtstaat liegt innerhalb der italienischen Hauptstadt Rom und ist damit als Enklave vollständig von Italien sowie als einziger Staat der Erde vollständig von einer Stadt (Rom) umgeben. Aufgrund ihrer geringen Fläche von 0,44 km² und ihren insgesamt etwa 1000 Einwohnern wird die Vatikanstadt als Zwergstaat bezeichnet.
Der Staat ist eine absolute Wahlmonarchie, deren Monarch der Papst ist. Dieser wird von den Kardinälen gewählt und scheidet nur durch Tod oder Rücktritt aus diesem Amt aus. Der Heilige Stuhl als nichtstaatliches, eigenständiges, vom Staat der Vatikanstadt zu unterscheidendes Völkerrechtssubjekt vertritt die Vatikanstadt auf internationaler Ebene, wenn auch beide Begriffe zum Teil synonym verwendet werden.
Name Der amtliche, wenn auch selten gebrauchte Staatsname in Deutschland sowie der Schweiz lautet vollständig Staat Vatikanstadt, kurz Vatikanstadt, und in Österreich Staat der Vatikanstadt, kurz Vatikan.LÄNDERVERZEICHNIS für den amtlichen Gebrauch in der Bundesrepublik Deutschland (PDF; 1,5 MB), S. 113; Stand 6. Dezember 2023.Liste der Staatennamen und deren Ableitungen (PDF; 53 kB) in den vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten verwendeten Formen Umgangssprachlich ist auch Vatikanstaat gebräuchlich.
„Vatikan“ bezeichnete ursprünglich den Vatikanischen Hügel, vermutlich benannt nach der römischen Gottheit Vaticanus. Seit dem Ende des Abendländischen Schismas ist er mit dem Vatikanpalast Sitz des Papstes und zentraler Einrichtungen der Kurie.
Der Begriff „Vatikanstadt“ erscheint zum ersten Mal in den Lateranverträgen, die bis heute das Territorium der Vatikanstadt definieren.
Geographie
Die Vatikanstadt liegt in Rom westlich des Tiber auf dem Vatikanischen Hügel, der damit die höchste Erhebung des Landes darstellt. Sie ist an einigen Stellen von einer Stadtmauer umgeben, deren Verlauf deckt sich jedoch nicht vollständig mit der Grenze des Staatsgebiets.
Sie wird von den römischen Stadtteilen Municipio I und Aurelio umgeben und grenzt an die historischen Rioni Borgo und Prati. Auf dem Staatsgebiet befinden sich neben dem Petersdom, Petersplatz und dem Apostolischen Palast auch die Vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle. Den größten Teil des Staatsgebietes machen die Vatikanischen Gärten aus. Es gibt eine Vielzahl exterritorialer Besitzungen des Heiligen Stuhls, denen ein Status ähnlich von Botschaftsgeländen zukommt und die nicht Teil des Staatsgebietes der Vatikanstadt sind. Dazu gehören unter anderem direkt an das Staatsgebiet angrenzende Gebiete wie der Palazzo San Pio X, der Campo Santo Teutonico und der größte Teil der Vatikanischen Audienzhalle. Die Staatsgrenze verläuft mitten durch die Audienzhalle, wobei der Papstthron noch auf vatikanischem Staatsgebiet steht, die anwesenden Besucher der Audienz sehen jedoch aus dem italienischen Ausland zu. Auch die römischen Patriarchalbasiliken, der nordwestliche Teil des Gianicolo, verschiedene Paläste in der römischen Altstadt, die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo und ein Sendezentrum von Radio Vatikan in Santa Maria di Galeria sind exterritoriale Besitzungen des Heiligen Stuhls.
Klima Das Klima der Vatikanstadt ist das gleiche wie das von Rom: ein gemäßigtes Mittelmeerklima (Csa) mit milden, regnerischen Wintern von Oktober bis Mitte Mai und heißen, trockenen Sommern von Mai bis September. Einige kleinere lokale Besonderheiten, vor allem Nebel und Tau, werden durch die ungewöhnlich große Masse des Petersdoms, die Höhe, die Brunnen und die Größe des großen gepflasterten Platzes verursacht.
Bevölkerung Von den 842 Menschen, die im Jahr 2014 im Vatikan lebten, hatten 572 die vatikanische Staatsbürgerschaft, die jedoch (mit Ausnahme des Papstes) immer nur auf Zeit und an eine Funktion gebunden verliehen wird. Die Staatsbürgerschaft der Vatikanstadt besitzen der Papst (der die vatikanische Staatsbürgerschaft auf Lebenszeit besitzt), alle im Vatikan oder in Rom wohnhaften Kardinäle, alle Diplomaten des Heiligen Stuhls sowie auf Antrag alle anderen im Vatikan wohnhaften und in Dienst stehenden Personen. Mit 100 Prozent hat die Vatikanstadt den höchsten Katholikenanteil und die höchste Alphabetisierungsrate der Welt.
Auch Ehefrauen und Kinder von männlichen Vatikanbürgern können die vatikanische Staatsbürgerschaft erhalten. Ehefrauen verlieren diese jedoch bei Trennung, männliche Nachkommen im Alter von 25 Jahren, weibliche eher, falls sie heiraten und ihr Ehepartner nicht ebenfalls die vatikanische Staatsbürgerschaft besitzt.
Neben dem Papst leben in der Vatikanstadt unter anderem dessen enge Mitarbeiter im päpstlichen Haushalt, Leiter der Römischen Kurie, die Schweizergardisten und das Gendarmeriekorps. Von den 3000 Angestellten wohnen nur wenige im Vatikan selbst. Die meisten Angestellten sind die Regierungsmitglieder, Zeremonienmeister, Verkäufer, Restauratoren, Köche, Büroarbeiter, Drucker, Angestellte der Bank des Heiligen Stuhls (Istituto per le Opere di Religione, IOR, „Vatikanbank“) oder Reinigungspersonal.
Die Angestellten sind grob in fünf Gruppen zu unterteilen:
Hauspersonal: Köche, Reinigungskräfte, Kammerdiener etc. Geistlichkeit: Priester, die einen Großteil der Verwaltungs- und kunsthistorischen Aufgaben übernehmen Sicherheit: Päpstliche Schweizergarde, Gendarmeriekorps und Aufsichtspersonal für Kirchen und Museen Rundfunk und Presse: Herausgeber des L’Osservatore Romano sowie des Radio Vatikan und des Centro Televisivo Vaticano Lehrpersonal für die päpstlichen Universitäten und Lehrstühle
Geschichte mini|Sicht auf den Petersdom von der Via della Conciliazione|alternativtext=Frontale Farbfotografie von der Hauptstraße mit Blick auf den Petersdom, der von der untergehenden Sonne angestrahlt wird. Der dreigeschossige Dom im Renaissance-Stil hat zwei kleine Kuppeln und eine große Kuppel mit Kreuz. Entlang der Straße führen Säulen mit Laternen. mini|alt=Frontale Farbfotografie von der Fassade eines Renaissance-Gebäudes mit vielen Stuhlreihen und großer Menschenmenge im Vordergrund. Vor dem Gebäude befinden sich die Marmorfigur eines Mannes in griechischem Gewand und ein weißes, überdachtes Podium. Das dreigeschossige Gebäude hat unter dem Giebel eine lateinische Inschrift und mehrere Säulen. Die Dachkante ist mit einigen Figuren bestückt. Links und rechts sind zwei Uhren mit Glocken darunter.|Blick vom Petersplatz auf die Fassade des Petersdomes mini|alt=Frontale Nachtfotografie von einem Renaissance-Gebäude mit Säulen, deren Fenstern leuchten. Die Figuren auf dem Dach und die Turmspitze im Hintergrund sind angestrahlt. Im Vordergrund sind an den Seiten Holzabsperrungen.|Petersdom bei Nacht mini|alt=Blick auf die Stadt bei Nacht mit einem angestrahlten Dom. In einzelnen Häusern ist Licht zu sehen und ein heller Mondschein dringt durch die Wolken hervor. Im Vordergrund sind die Silhouetten von Bäumen zu erkennen.|Blick über das nächtliche Rom auf die Vatikanstadt und die alles überragende Kuppel des Petersdomes Der Amtssitz der Päpste war bis ins 14. Jahrhundert nicht der Vatikan, sondern der etwa fünf Kilometer östlich davon gelegene Lateranpalast. Vom frühen 17. Jahrhundert bis zum Jahr 1848 war der Quirinalspalast die Hauptresidenz der Päpste. „Vatikan“ bezeichnete zunächst einen am rechten Tiberufer gelegenen Hügel (). Dort befand sich in der Antike der Zirkus des Kaisers Nero, in dem Martyrien und Hinrichtungen zahlreicher Christen und Juden stattgefunden haben sollen. Nördlich des Zirkus befand sich ein kleiner Friedhof, auf dem angeblich der Apostel Petrus begraben wurde. Später wurde dort ein Denkmal gebaut, und im 4. Jahrhundert ließ Kaiser Konstantin an dieser Stelle eine große Grabeskirche errichten – die erste Peterskirche. Der Vatikan wurde zum zentralen Wallfahrtsort der Petrusverehrung. In den folgenden Jahrhunderten entstanden weitere Gebäude auf dem Hügel, vor allem so genannte die Wallfahrern verschiedener Nationalitäten Unterkünfte, Kapellen und Friedhöfe boten, aber auch Wehranlagen hatten. Unter Leo IV. wurde 847 bis 852 zum Schutz vor den Sarazenen die noch heute zum Teil bestehende Leoninische Mauer um den gesamten Wallfahrtsort errichtet.Touring Club Italiano: Guida Rossa, Roma. Mailand 2013, ISBN 88-365-6192-6, S. 627 (italienisch). Es entstand die sogenannte Leostadt.