mini|Die CFA-Franc-Zonen: mini|Satellitenfoto Afrikas: Nur kleine Teile der CFA-Zone sind Wüstengebiete, der überwiegende Teil der CFA-Zone liegt im subtropischen Savannen- und Regenwaldgebiet Afrikas. Die CFA-Franc-Zone bilden die Länder, in denen die zentralafrikanische Währung CFA-Franc BEAC bzw. die westafrikanische Währung CFA-Franc BCEAO gilt (CFA-Franc steht für: Franc de la Coopération Financière en Afrique). Die meisten dieser Länder verbindet die ehemalige Zugehörigkeit zur Union française bzw. Communauté française sowie der starke politische und wirtschaftliche Einfluss Frankreichs – unter anderem durch die Bindung des CFA-Franc an den Franc bzw. Euro.David Signer: In jedem Geldschein ein bisschen Frankreich In: Neue Zürcher Zeitung vom 26. September 2017

Mitgliedsländer

Zentralafrikanische Währung XAF (BEAC) Äquatorialguinea (seit 1985, ehemalige spanische Kolonie) Gabun Kamerun Republik Kongo Tschad Zentralafrikanische Republik

Westafrikanische Währung XOF (BCEAO) Benin Burkina Faso Elfenbeinküste Guinea-Bissau (ehemalige portugiesische Kolonie, seit 1997) Mali (keine Mitgliedschaft zwischen 1962 und 1984) Niger Senegal Togo

Ehemalige Mitglieder Guinea (BCEAO, bis 1960) Madagaskar (bis 1973) Mauretanien (BCEAO, bis 1973) die französischen Überseegebiete Saint-Pierre und Miquelon (bis 1974), Réunion (bis 1975) und Mayotte (bis 1976), die zum Französischen Franc überwechselten und seit 2002 den Euro verwenden

Geschichte Kolonialzeit bis 1965 Ab 1612 wurden im Senegal französische Handelsposten betrieben. 1677 wurde eine Kolonie gegründet. Ab 1840 wurde mit der Kolonialisierung von West- und Zentralafrika begonnen. In der Folge wurde das in Besitz genommene Kolonialgebiet verwaltungstechnisch strukturiert. 1853 wurde per Dekret des französischen Kaisers die Banque du Sénégal gegründet, die auch das Recht erhielt, Banknoten für französische Niederlassungen in Afrika auszugeben.

1895 wurde das Verwaltungsgebiet Französisch-Westafrika gegründet. Dieses Gebiet umfasste unter anderem auch die heutigen BCEAO-Staaten Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Mali, Niger und Senegal.

1901 wurde die Banque du Sénégal in die Banque de l’Afrique Occidentale umgewandelt. Dieses Institut war währungstechnisch für die Kolonialverwaltungsgebiete Französisch-Westafrika und das (spätere) Französisch-Äquatorialafrika zuständig.

1910 wurde das Verwaltungsgebiet Französisch-Äquatorialafrika gegründet. Dieses Gebiet umfasste die heutigen BEAC-Staaten Gabun, Republik Kongo, Tschad und die Zentralafrikanische Republik.

1917 gab das General-Gouvernement für Französisch-Äquatorialafrika 1- und 2-Franc-Banknoten als Notwährung heraus.

1918 wurden die ehemaligen deutschen Kolonien Togo und Kamerun an das Währungsgebiet der Banque de l’Afrique Occidentale angeschlossen.

1920 wurde die Banque de l’Afrique Occidentale offiziell mit der Herausgabe von speziellen Banknoten für Französisch-Äquatorialafrika beauftragt (davor eine Banknote für alle Gebiete). Dafür wurden anfangs reguläre Banknoten der Banque de l’Afrique Occidentale einfach „überdruckt“. mini|Französisch-Äquatorialafrika Währung bis 1945: Französisch-Äquatorialafrikanischer Franc

1940 gab das Generalgouvernement für Französisch-Äquatorialafrika erneut Notgeld heraus.

1941 ließen die Kräfte des Freien Frankreich unter Charles de Gaulle in Französisch-Äquatorialafrika Geldnoten für die dort von ihnen kontrollierten Kolonien drucken. Die Caisse Centrale de la France d’Outre-Mer wurde gegründet. Der Hauptteil der gesamten Streitkräfte des Freien Frankreich bestand zu diesem Zeitpunkt aus Tirailleurs sénégalais.

mini|Seit 1945: CFA-Franc BEAC

1945 wurden der Westafrikanische und der Äquatorialafrikanische Franc durch die beiden CFA-Franc ersetzt. CFA bedeutet zu diesem Zeitpunkt: Colonies Françaises d’Afrique.

1946 trat die neue Verfassung und damit die Quatrième République Française in Kraft und machte Frankreich und seine Kolonien zur Union française.

1955 wurde die Banque de l’Afrique Occidentale in Institut d’Emission de l’Afrique Occidentale Française et du Togo umbenannt. Gleichzeitig wurde das Institut d’Emission de l’Afrique Equatoriale Française et du Cameroun gegründet.

Mit Beginn der Cinquième République wurden Frankreich und seine Kolonien zur Communauté française. CFA stand nun für Communautés Françaises d’Afrique.

Im Jahr 1960 wurden alle Kolonien des subsaharischen Afrikas unabhängig. Obwohl die Institutionen der Communauté française seit 1961 nur noch auf dem Papier bestanden, wurden in Kooperation mit den politischen Eliten der Unabhängigkeitsbewegungen, die in den jungen Nationalstaaten in vielen Fällen bald autoritäre Regime einrichteten, in Subsaharaafrika die politischen und wirtschaftlichen Bindungen zu Frankreich aufrechterhalten. Viele der afrikanischen Politiker hatten in Frankreich studiert, waren der französischen Kultur sehr zugetan und pflegten enge Beziehungen zur französischen Politik. Zwischen 1946 und 1960 waren viele von ihnen im Rahmen der Union française Mitglieder der französischen Nationalversammlung, Félix Houphouët-Boigny war unter Charles de Gaulle sogar Minister, Léopold Sédar Senghor wurde Mitglied der Académie française. Für diese engen Verflechtungen der einstigen Kolonialmacht Frankreich mit den afrikanischen Staaten wurde die Bezeichnung Françafrique geprägt.

1959 war das Institut d’Emission de l’Afrique Equatoriale Française et du Cameroun umstrukturiert und in Banque Centrale des Etats de l’Afrique Equatoriale et du Cameroun (B.C.E.A.C.) umbenannt worden.

Im selben Jahr wurde die Afrikapolitik unter de Gaulle neu strukturiert. An dieser Entscheidungsstruktur änderte sich bis 2007 nur wenig. Geschaffen wurde eine Außenpolitische Beratergruppe für Afrika beim Sitz des Präsidenten im Elysée-Palast, das Secrétariat général à la présidence de la République pour les Affaires africaines et malgachesLes Cahiers du Centre de Recherches Historiques, Marc Michel 2002: Au travers des archives Foccart. Les relations franco-africaines de 1958 à 1962 von Jacques Foccart gegründet und bis 1974 auch von ihm geleitet. Das Sekretariat erhielt bald den Spitznamen la cellule Afrique de l’Elysée bzw. cellule africaine. Mit dem Amtsantritt von Nicolas Sarkozy 2007 wurde die cellule africaine aufgelöst und die Afrikapolitik in veränderter Form weitergeführt.jeuneafrique, 15. September 2017: De Jacques Foccart à Franck Paris, plongée au cœur de la cellule africaine de l’Élysée

Es wurde ein außenpolitisches Interessenfeld definiert, eine Anzahl Länder, in denen Frankreichs Macht und Einfluss auch erhalten bleiben soll. Dieses Gebiet wird pays du champ (Länder des Feldes) genannt, manchmal auch chasse gardée (geschützte Jagd), pré carré (quadratische Weide) oder champ privilegié (bevorzugtes Feld). Seite 9 der PDF-Datei 180 kB In: Deutsche Außenpolitik

Diese Länder sind Ziel der Politik der cellule africaine und der Afrikapolitik des (jeweiligen) Präsidenten. An den „Ländern des Feldes“ hat sich seit dieser Fixierung – bis heute – nur wenig geändert. Dazu gehörten in Afrika als Kerngebiet die CFA-Staaten: Kamerun, Republik Kongo, Elfenbeinküste, Gabun, Benin, Burkina Faso, Zentralafrikanische Republik, Mali, Niger, Senegal, Tschad, Togo, Guinea-Bissau, Äquatorialguinea. Die Zielländer (pays du champ) in dieser Region sind: Mauretanien, Guinea/Conakry, Kap Verde, Sao Tomé und Principe, Angola, Demokratische Republik Kongo, Burundi, Ruanda sowie Namibia.

Im Jahr 1961 wurden eine Anzahl von Verteidigungs- und Wirtschaftsabkommen zwischen Frankreich und afrikanischen Ländern unterzeichnet. In Summe werden die Verträge als pacte colonial bezeichnet. Er sicherte Frankreich Zugriffsrechte (militärische Zugriffsrechte, Rohstoffe etc.) in fast allen Belangen der – formal unabhängigen – Unterzeichnerstaaten zu. Diese Verträge sind bis heute vollinhaltlich und uneingeschränkt in Kraft. Ihre Auswirkungen auf die Währungspolitik sind umstritten. Les AlternativesLe Monde, 22. Februar 2017: Confusions autour d’un „impôt colonial“ et du franc CFA Africa-humanvoice Ndjamena Matin

1962 wurden die Währungsräume erneut neu geordnet. Das Institut d’Emission de l’Afrique Occidentale Française et du Togo wurde umbenannt in Banque Centrale des Etats de l'Afrique de l'Ouest (BCEAO).

Nach 1965 1972 wurde die Banque Centrale des Etats de l’Afrique Equatoriale et du Cameroun (BCEAC) erneut umstrukturiert und umbenannt in Banque des Etats de l'Afrique Centrale (BEAC).

1974 wurde die BCC (Banque Centrale des Comores), und somit der Komoren-Franc, in der Banque de France organisatorisch/verwaltungstechnisch der BEAC/CEMAC-Gruppe zugeordnet.

Präsident François Mitterrand machte 1983 seinen Sohn, Jean-Christophe Mitterrand, zum stellvertretenden Leiter der cellule africaine. Wegen dieser – selbst für französische Verhältnisse – engen Verflechtung der Handelnden wurde Jean-Christophe Mitterrand von den frankophonen/CFA-Staatschefs mit dem Spitznamen Papa m’a dit (= Papa hat mir gesagt) versehen.

1986 machte Präsident François Mitterrand seinen Sohn Jean-Christophe Mitterrand zum conseiller pour les Affaires africaines, und damit zum Leiter der cellule africaine (Amtszeit bis 1992).Jean-Christophe Mitterrand in der französischsprachigen Wikipedia

mini|Karte der Länder der «zone de solidarité prioritaires»

1998 wurden die pays du champ, das Kerngebiet der französischen Afrikapolitik, durch einen neuen Oberbegriff, der zone de solidarité prioritaire ergänzt. Man versuchte dabei in ehemals sowjetisch dominierten Ländern Fuß zu fassen.La coopération française entre ravalement et réforme. In: Le Monde diplomatique

hochkant=3|mini|zentriert|Französisches Kolonialreich, grün: erste Erwerbungen ab dem 16. Jahrhundert, dunkelblau: Erwerbungen bis 1920 Franc-Währungsraum heute Der CFA-Franc ist ein Teil der Franc-Zone, die wesentlich von Jacques Foccart gestaltet wurde. Nach dem Verständnis der Banque de France entstand die Franc-Zone als Fortentwicklung des früheren französischen Kolonialreiches und aufgrund der Bereitschaft dieser Länder einen institutionellen Rahmen zu unterhalten, der zuvor zur makroökonomischen Stabilität beigetragen hatte.What is Franc Area? Banque de France

mini|hochkant=2|2007: Frankreich und seine Überseedepartements und Territorien Die Franc-Zone besteht aus: den französischen Überseegebieten, die den CFP-Franc als Währung verwenden, der ehemaligen französischen Kolonie Komoren mit dem Komoren-Franc und den Währungsräumen XOF (CFA-BCEAO) und XAF (CFA-BEAC).

Die französischen Überseegebiete, die den CFP-Franc als Währung verwenden, sind: Neukaledonien Wallis und Futuna Französisch-Polynesien

Die französischen Überseegebiete Französisch-Guayana, Guadeloupe, Martinique, Réunion, Saint-Pierre und Miquelon und Mayotte verwenden hingegen wie das kontinentale Frankreich und das Fürstentum Monaco, das als französisches Protektorat mit Frankreich eine Währungsunion bildet, den Euro und gehören damit nicht (mehr) zur zone franc.

Die Länder, die den CFA-Franc als Währung verwenden, teilen sich in zwei den ehemaligen Kolonialverwaltungsgebieten entsprechenden Währungsräumen: Französisch-Westafrika wurde zum Währungsraum XOF (CFA-BCEAO), der sich nun zur Währungs- und Wirtschaftsgemeinschaft UEMOA erweitert hat. Die Abkürzung CFA hat in diesem Währungsraum die Bedeutung: Franc de la Communauté Financière d’Afrique. Die teilnehmenden Länder sind: Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Guinea-Bissau, Mali, Niger, Senegal und Togo. Französisch-Äquatorialafrika wurde zum Währungsraum XAF (CFA-BEAC), der sich nun zur Währungs- und Wirtschaftsgemeinschaft CEMAC erweitert hat. Die Abkürzung CFA hat in diesem Währungsraum die Bedeutung: Franc de la Coopération Financière en Afrique Centrale. Zum Währungsraum gehören die Länder: Zentralafrikanische Republik, Kamerun, Tschad, Republik Kongo, Äquatorialguinea und Gabun.