Don Francis Bowman „Sugarcane“ HarrisAuch Sugar Cane Harris (* 19. Juni 1938 in Pasadena, Kalifornien; † 30. November 1999 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Violinist und Gitarrist. Als Violinist nahm er Anfang der 1970er Jahre im Fusionjazz eine führende Stellung ein, spielte aber auch Jazz, Blues und Rock.

Leben Harris war kreolisch-indianisch-afroamerikanischer Abstammung und wuchs in Pasadena auf. Er erhielt klassischen Geigenunterricht. In den 1950er Jahren spielte er als Gitarrist mit seinem Jugendfreund Dewey Terry in der Gruppe „The Squires“, die verschiedene Singles veröffentlichte. Von 1957 bis etwa 1967 bildeten er und Terry das Duo „Don and Dewey“, das auf dem Label Specialty Records einige Singles herausbrachte, die 1974 zu einem Album zusammengestellt wurden. Harris und Terry waren Ko-Autoren der frühen Rock-and-Roll-Klassiker Justine, Farmer John, Leaving It All Up to You und Big Boy Pete. Diese Stücke wurden mit anderen Interpreten wie den Righteous Brothers zu Hits. Als der Erfolg für Don and Dewey ausblieb, trennte sich das Duo.

Harris wandte sich danach der elektrisch verstärkten Violine zu. Ab Ende der 1960er Jahre war er als Gastmusiker bei John Mayall and the Bluesbreakers, Little Richard, John Lee Hooker und Johnny Otis zu hören. Für Frank Zappa und The Mothers of Invention wirkte er an den Aufnahmen zu den Alben Hot Rats, Burnt Weeny Sandwich, Weasels Ripped My Flesh, Chunga’s Revenge, Apostrophe (’) und The Lost Episodes mit.Aufnahmen mit Zappa (Stand: Februar 2008) Harris gehörte außerdem zwei Besetzungen der zappaschen Hot-Rats-Liveband an.Tourneen mit Zappa (Stand: Februar 2008) Zappa hielt die Don-and-Dewey-Single Soul Motion für eine der besten Rhythm-and-Blues-Platten aller Zeiten. (Stand: Februar 2008)

Mit dem Schlagzeuger Paul Lagos und den Gitarristen Harvey Mandel und Randy Resnick spielte er Anfang der 1970er Jahre in der Gruppe „Pure Food and Drug Act“ zusammen, die 1972 das Album Choice Cuts herausbrachte. (Stand: Februar 2008)

1971 wurde Harris von Joachim-Ernst Berendt zum „New Violin Summit“ eingeladen, das am 7. November während der Berliner Jazztage stattfand; an diesem Geiger-Gipfeltreffen, dessen Aufnahmen größtenteils von dem Plattenlabel MPS als gleichnamiges Album veröffentlicht wurden,[ New Violin Summit] - Rezension auf Allmusic nahmen auch Jean-Luc Ponty, Michal Urbaniak und der Sinto Nipso Brantner teil. Harris’ vorhergehender Jazztage-Auftritt am 5. November mit der Sugar Cane Harris Group unter Beteiligung von Volker Kriegel und Wolfgang Dauner wurde ebenfalls von MPS unter dem Titel Sugar Cane's Got the BluesSugar Cane's Got the Blues auf Discogs veröffentlicht. Die darauf zu findende eindringliche Version von Horace Silvers Song for My Father stammt allerdings aus dem Mitschnitt des Summit-Auftritts. Bei der mit Berendt zusammenarbeitenden Plattenfirma MPS entstanden in den Folgejahren einige Platten von unterschiedlicher Qualität, unter anderem das Album Fiddler on the Rock.

Danach wurde es eine Zeit lang still um Harris. Erst in den späten 1970er-Jahren ging er als Mitglied der John-Mayall-Band erneut auf Tournee. Aufgrund seines Drogenmissbrauchs hatte er zunehmend psychische Probleme. Anfang der 1980er Jahre war er in Los Angeles für kurze Zeit Mitglied der experimentellen Rockband „Tupelo Chain Sex“, anschließend ging er noch einmal mit „Don & Dewey“ auf Tournee.

Der seit längerem lungenkranke Musiker wurde am 1. Dezember 1999 in seiner Wohnung im Süden von Los Angeles tot aufgefunden.

Diskografie

Soloalben

Don „Sugarcane“ Harris – 1970 Keep On Driving – 1971 Fiddler On The Rock – 1971 Choice Cuts – 1972 Sugar Cane’s Got The Blues – 1973 Cup Full Of Dreams – 1974 I’m On Your Case – 1974 Keyzop – 1975 Flashin' Time – 1976 Anthology Volume One – 2001

Mit anderen Musikern Sonny Terry&Brownie McGee John Mayall "Back to the roots" 1970 (Archiv to eighties 1988 ist CD-Fassung) John Lee Hooker: Folk Blues – 1959 Little Richard: Little Richard is Back – 1964 Johnny Otis: Cold Shot – 1969 John Mayall & Bluesbreakers: The Best of John Mayall – 1969 Frank Zappa: Hot Rats – 1969 The Mothers of Invention: Burnt Weeny Sandwich – 1970 The Mothers of Invention: Weasels Ripped My Flesh – 1970 Frank Zappa: Chunga’s Revenge – 1970 John Mayall: USA Union – 1970 Little Richard: Well Alright! – 1970 Johnny Otis: Cuttin’ Up – The Johnny Otis Show – 1971 Harvey Mandel: The Snake – 1972 Pure Food & Drug Act: Choice Cuts – 1972 New Violin Summit – 1972, mit Jean-Luc Ponty, Michal Urbaniak, Nipso Brantner, Terje Rypdal, Wolfgang Dauner, Robert Wyatt, Neville Whitehead Ken Little: Solo – 1973 Harvey Mandel: Shangrenade – 1973 John Mayall: Ten Years Are Gone – 1973 John Lee Hooker: Born In Mississippi – 1973 Sonny Terry & Brownie McGhee: Sonny & Brownie – 1973 Frank Zappa: Apostrophe (') – 1974 Don & Dewey: Don And Dewey – 1974 Spud: Happy Handful – 1975 John Mayall: New Year, New Band, New Company – 1975 John Mayall: Notice To Appear – 1975 John Mayall: Banquet In Blues – 1976 Billy Bang: Changing Seasons – 1980 Tupelo Chain Sex: Ja-Jazz – 1983 Tupelo Chain Sex: Spot The Difference – 1984 Don & Dewey: Bim Bam! – 1985 John Mayall: Archives To Eighties – 1988 Don & Dewey: Jungle Hop – 1991 John Mayall: Room To Move (1969–1974) – 1992 Freddie Roulette: Sweet Funky Steel – 1993 John Mayall: Cross Country Blues – 1994 Frank Zappa: The Lost Episodes – 1996Veröffentlichungen

Weblinks

Steve Kurutz bei Allmusic

Einzelnachweise

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