mini|Patrik Ringborg auf dem Sommernachts-Open-Air 2016

Patrik Ringborg (* 1. November 1965 in Stockholm) ist ein schwedischer Dirigent und Mitglied der Königlich Schwedischen Musikakademie.

Werdegang Nach Studien an der Königlichen Hochschule für Musik in Stockholm sowie bei Hofkapellmeister Kurt Bendix war er ab 1989 als Korrepetitor und Assistent des Chefdirigenten an der Königlichen Oper dort engagiert. Bereits 1988 arbeitete er an der Sächsischen Staatsoper Dresden als Assistent des Chefdirigenten und hatte 1992 die gleiche Position an der Canadian Opera Toronto inne. 1993 debütierte er als Dirigent an der Königlichen Oper Stockholm.

1993 wurde Patrik Ringborg als Kapellmeister am Stadttheater Freiburg engagiert, ab 1995 in der Position des 1. Kapellmeisters. Anschließend folgte 1999 bis 2003 ein Vertrag als 1. Kapellmeister am Aalto-Theater Essen.Biographie (2006) in: Deutsches Musikinformationszentrum Nach seiner ersten Spielzeit in Essen wurde Ringborg zusammen mit Stefan Soltész und John Fiore zum Besten Dirigenten gewählt (Neues Rheinland – August 2000). Patrik Ringborg war außerdem Künstlerischer Leiter des deutschen Kurt-Weill-Fests 2000. In der Saison 2006/07 war Patrik Ringborg Chefdirigent am Theater Freiburg. Von August 2007 bis Juli 2017 war Patrik Ringborg Generalmusikdirektor am Staatstheater Kassel. Er war außerdem Präsident der Orchesterakademie des Staatsorchesters Kassel, Gründer des Opernstudios am Staatstheater und künstlerischer Leiter der Gustav-Mahler-Festtage.

Gastdirigate Mit einer vielfältigen Konzerttätigkeit und einem breit gestreuten und weit über sein Hauptrepertoire von Wagner und Strauss hinausgehenden Opernrepertoire von neunzig Musiktheaterwerken im Repertoire gehört Ringborg zu den erfolgreichsten schwedischen Dirigenten. Seine Gastdirigate führten ihn u. a. zu der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt, dem WDR Sinfonieorchester Köln, dem Orchester der Deutschen Oper Berlin, dem Gürzenich-Orchester, dem Münchner Rundfunkorchester, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, der Staatskapelle Weimar, der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz, den Essener, Dortmunder und den Stuttgarter Philharmonikern, den Münchner Symphonikern sowie zu den Staatsorchestern in Bremen und Nürnberg. In Schweden gastierte er bei allen bedeutenden Orchestern und war zudem in Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Norwegen, Spanien, Ungarn und Österreich als Dirigent tätig.

Bei der Nobelpreisverleihung 2008 dirigierte er die Königlichen Philharmoniker Stockholm, ein Orchester, bei dem er seit 1996 mehrfach zu Gast war. 2009 folgte sein Debüt bei den Göteborger Symphonikern, Schwedens Nationalorchester, und 2011 fand sein Debüt mit dem Staatlichen Sinfonieorchester Estlands statt.

Seit dem Debüt mit Tannhäuser 1998 gastierte Patrik Ringborg jährlich an der Oper Göteborg und dirigierte dort acht Jahre lang sämtliche Wagner-Produktionen. Im Herbst 2000 wurde er zum 1. Gastdirigenten ernannt und leitete 2003 die Göteborger Erstaufführung von Tristan und Isolde. Nach dieser Produktion wurde der Opernpreis der Tageszeitung Svenska Dagbladet dem Göteborger Opernorchester verliehen, außerdem wurde Ringborg für den jährlichen Preis der schwedischen Zeitschrift Opera nominiert. 2011 hatte der Dirigent die musikalischen Leitung einer Premiere von Salome in der Regie von Peter Konwitschny inne und 2015 folgte die Uraufführung von Hans Gefors’ Notorious.

Seit dem Debüt mit Werther 2004 war Patrik Ringborg fünf Jahre lang ständiger Gastdirigent am Deutschen Nationaltheater Weimar und leitete die Staatskapelle Weimar auch bei Sinfoniekonzerten und während einer Konzertreise nach Italien. Als Operndirigent gastierte er außerdem u. a. mit La Bohème an der Wiener Volksoper, mit Nabucco an der Sächsischen Staatsoper Dresden sowie mit La forza del destino an der Deutschen Oper Berlin, wo er zuletzt auch Wiederaufnahme von Manon Lescaut dirigierte. Im Mai 2009 debütierte Patrik Ringborg an der Norwegischen Nationaloper mit einer Premiere von Elektra und 2014 leitete er wieder eine Neuproduktion in diesem Haus. Im Frühjahr 2010 folgte sein Debüt an der Oper Köln mit Der Rosenkavalier (einschließlich der Abschiedsvorstellungen von Dame Kiri Te Kanawa). Bei den Savonlinna-Opernfestspielen 2010 leitete er wieder Elektra, diesmal in einem Gastspiel mit der Königlichen Oper Stockholm. Im Herbst 2013 folgte das Stockholmer Operndebüt mit einer Neuproduktion von Parsifal in der Regie von Christof Loy und 2016 leitete er dort die Uraufführung von Daniel Börtz’ Medea.

2014 wurde er mit dem Svenska-Dagbladet-Opernpreis ausgezeichnet, 2022 erhielt er vom schwedischen König Carl XVI. Gustaf die Goldmedaille Litteris et Artibus und 2023 wurde er mit der Hugo-Alfvén-Goldmedaille der Königlich Schwedischen Musikakademie geehrt. Er ist Ehrenmitglied der schwedischen Wagner-Gesellschaft und des Richard-Wagner-Verbandes Kassel.

Ausgewählte Opernproduktionen Salome: Freiburger Theater (konzertant), 1996 Cavalleria rusticana/I Pagliacci: Göteborger Oper, 1999 Faust: Aaltotheater Essen, 2000 Hänsel und Gretel: Aaltotheater Essen, 2000 Orpheus von Hans Werner Henze: Aaltotheater Essen, 2001 Manon Lescaut: Göteborger Oper, 2002 Andrea Chénier: Aaltotheater Essen, 2003 Tristan und Isolde: Göteborger Oper, 2003 Die Walküre: Göteborger Oper, 2004 Lady Macbeth von Mzensk: Deutsches Nationaltheater Weimar, 2006 Das Rheingold: Theater Freiburg, 2006 Elektra: Theater Freiburg, 2007 Tosca: Deutsches Nationaltheater Weimar, 2008 Peter Grimes: Staatstheater Kassel, 2008 Salome: Staatstheater Kassel, 2008 Dialogues des Carmélites: Staatstheater Kassel, 2009 Elektra: Norwegischen Nationaloper Oslo, 2009 Die Meistersinger von Nürnberg: Staatstheater Kassel, 2010 Der Rosenkavalier: Oper Köln, 2010 Lear: Staatstheater Kassel, 2010 Lohengrin: Staatstheater Kassel, 2011 Salome: Göteborger Oper 2011 Lady Macbeth von Mzensk: Staatstheater Kassel, 2011 Die Zauberflöte: Staatstheater Kassel, 2011 Parsifal: Staatstheater Kassel, 2012 Das Rheingold: Dalhalla Oper, 2013 Parsifal: Königl. Oper Stockholm, 2013 Die Frau ohne Schatten: Staatstheater Kassel, 2014 Der Rosenkavalier: Staatstheater Kassel, 2014 Turandot: Staatstheater Kassel, 2015 Notorious: Göteborger Oper, UA 2015 Medea: Königl. Oper Stockholm, UA 2016 Die tote Stadt: Staatstheater Kassel, 2016 Le nozze di Figaro: Staatstheater Kassel, 2016 Elektra: Staatstheater Kassel, 2017 Ariadne auf Naxos: Göteborger Oper, 2018 Der Park: Malmö Oper, 2018 Höstsonaten: Malmö Oper, 2019 Schlagt sie tot!: Malmö Oper, UA 2019 Herr Arnes Schatz: Göteborger Oper, 2022 Systrarna: Malmö Oper, UA 2022 Die Sache Makropulos: Malmö Oper, 2023 Death and the maiden: Malmö Oper, 2024 Salome: Malmö Oper, 2025 Lohengrin: Malmö Oper, 2025

Literatur wagnerspectrum. Werktreue bei Wagner. Der Dirigent Patrik Ringborg im Gespräch mit Egon Voss. Koenigshausen + Neumann Verlag 2005. ISBN 3-8260-3285-3 Nationalencyklopedin. Artikel "Patrik Ringborg", Supplementband 3. NE Förlag 1999. ISBN 91-7133-740-7 A Gallery Carol by Patrik Ringborg. SK Förlag 1985. ISMN M-070-01675-9 Europa Publications: International Who’s Who in Classical Music 2003, 19th edition, Routledge, 2003. 980 p., ISBN 978-1-85743-174-2 Ruth Renée Reif: Die Stuttgarter Philharmoniker, ein historisches Porträt, Tübingen: Silberburg-Verlag, 1999. ISBN 3-87407-319-X Swedish choral music, a selective catalogue, Stockholm: Svensk Musik, 1988, 60 p. ISBN 978-91-85470-49-5 Medea, Oper von Daniel Börtz in deutscher Übersetzung von Patrik Ringborg, Stockholm: Gehrmans musikförlag, 1988979-0-070-13038-7

Diskografie (Auswahl) "Växlar". Stockholms Läns Blåsarsymfoniker. Dirigent: Patrik Ringborg. Werke des 20. Jahrhunderts für Blasorchester von u. a. Hugo Alfvén, Anders Hillborg und Erland von Koch, Twin Music TMCD-18, 1993. "Höga Visan". Sveriges Radios Symfoniorkester, Radiokören. Dirigenten: Patrik Ringborg, Mats Rondin und Manfred Honeck. Werke von Natanael Berg, Phono Suecia PSCD 721, 2003.

Weblinks

Website des Dirigenten Patrik Ringborg

. In: Staatstheater Kassel

Einzelnachweise

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