Dieser Artikel behandelt tagesbezogene Nachrichten und Ereignisse im April 2007.
Es war der wärmste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1880.
Tagesgeschehen
Sonntag, 1. April 2007 Köln/Deutschland: Einer der vier noch immer vermissten Container des am 25. März im Rhein verunglückten Schiffes Excelsior, die eine Gefahr für alle Nutzer der wichtigen Schifffahrtsstraße darstellen, wird gesichtet. Der Schifffahrtsverkehr hat sich seit dem 30. März wieder weitgehend normalisiert. Melbourne/Australien: Die 12. Schwimmweltmeisterschaften der FINA gehen zu Ende. Die deutschen Schwimmer holen über die Langdistanz-Strecken jeweils eine Goldmedaille bei den Frauen und bei den Männern, aber zum ersten Mal bei Weltmeisterschaften keine Goldmedaille in den Disziplinen zwischen 50 m und 800 m. Naher Osten: Die Arabische Liga stellt dem Staat Israel eine Anerkennung in Aussicht, wenn Israel die besetzten Gebiete räume und die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge akzeptiere. Jordaniens König Abdullah II. spricht von einer Chance zum Frieden „für die ganze Region“. Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana und die derzeitige EU-Ratsvorsitzende, Bundeskanzlerin Merkel, lobt diese arabische Initiative, betont aber, dass beide Seiten ihre Differenzen selbst bereinigen müssten und nennt dabei insbesondere Forderungen gegenüber den Palästinensern.spiegel.de
Montag, 2. April 2007 mini|150px|Salomonen Bagdad/Irak: Die irakische Staatsanwaltschaft fordert die Todesstrafe für den als Chemie-Ali bekannten Cousin Saddam Husseins, Ali Hassan al-Madschid, aufgrund des Völkermordes an den Kurden 1988. Nach allgemeiner Auffassung gilt er als Organisator des Massakers, bei dem Tausende zum Teil durch Giftgas getötet wurden. Honiara/Salomonen: Bei einem durch ein Seebeben der Stärke 8,1 Mw ausgelösten Tsunami mit bis zu 10 m hohen Wellen werden 45 Kilometer vom Epizentrum entfernt im vor allem von Tauchern besuchten Touristikort Gizo rund 60 Häuser zerstört und nach bisherigen Angaben zwölf Menschen getötet. Das eigentliche Epizentrum wird rund 350 km westnordwestlich der Hauptstadt Honiara in zehn Kilometern Tiefe geortet.baz.ch:
Dienstag, 3. April 2007 mini|150px|Viktor Juschtschenko Bagdad/Irak: Ein zweites Ultimatum der Kidnapper einer 61-jährigen Deutschen und ihres Sohns setzt die deutsche Bundesregierung erneut unter Zeitdruck. Falls die Bundeswehr ihre Truppen nicht innerhalb von zehn Tagen aus Afghanistan abziehe, würden die beiden getötet. Ein erstes Ultimatum war bereits am 10. März gestellt worden und ohne Auswirkung verstrichen.www.dw-world.de - „Neues Geisel-Ultimatum aus dem Irak“ Bonn/Deutschland: Die Bonner Staatsanwaltschaft bestätigt aufgrund eines DNA-Tests, dass die von den spanischen Behörden sichergestellten und Jan Ullrich zugeordneten Blutkonserven dem Radsportstar zuzuordnen sind. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ullrich wegen Benachteiligung seines früheren Teams und gegen seinen Betreuer Rudy Pevenage wegen Beihilfe und Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz.www.dw-world.de - „DNA-Analyse belastet Jan Ullrich“ Fürth/Deutschland: Die aufgrund der so genannten Latex-Bilder bei den eigenen CSU-Parteigenossen in die Kritik geratene Landrätin Gabriele Pauli gibt zu verstehen, dass sie sich durchaus einen Parteiaustritt zum politischen Gegner vorstellen könne. Für den Fall einer weiteren Ausgrenzung werde sie für die Freien Wähler von Hubert Aiwanger kandidieren: Er glaubt, mit mir kämen die Freien Wähler über die Fünf-Prozent-Hürde.Pauli droht mit Wechsel zum Gegner Bei: netzeitung.de Honiara/Salomonen: Nach dem Tsunami vom Vortag hat sich die Zahl der Opfer auf mindestens 25 erhöht. Insgesamt sind auf der Inselgruppe ca. 900 Häuser zerstört, wodurch rund 5000 Personen obdachlos geworden sind. Ministerpräsident Manasseh Sogavare ruft den Notstand aus. Die Flutwelle betraf auch Papua-Neuguinea, wo eine fünfköpfige Familie ins offene Meer gespült wurde. Kiew/Ukraine: Nach der Zwangsauflösung des Parlaments durch Präsident Wiktor Juschtschenko kommt es zu Massenprotesten. Der westlich orientierte Präsident hatte es aufgelöst und vorgezogene Neuwahlen auf den 27. Mai angekündigt, da die Mehrheit des Parlaments des pro-russischen Regierungschefs Wiktor Janukowytsch „die Macht an sich reißen und ihre Herrschaft auf ewig einrichten“ wolle. London/Vereinigtes Königreich: Laut der Zeitung The Sun fragte Generalmajor David Walker Kampfpiloten bei einer Ausbildungsveranstaltung, was sie tun würden, wenn bei einem Antiterroreinsatz ihre Waffensysteme versagen würden: „Denken Sie, dass es unzumutbar wäre, wenn ich die Anweisung gäbe, Ihr Flugzeug abstürzen zu lassen, um ein Fahrzeug mit einem Taliban- oder Al-Qaida-Befehlshaber zu zerstören?“ Das Verteidigungsministerium sieht keinen Handlungsbedarf, da die Frage nur der theoretischen Vorbereitung auf ein Worst-Case-Scenario gedient habe. In: Paris/Frankreich: Mit 574,7 km/h stellt ein TGV auf der Neubaustrecke LGV Est européenne (Paris – Straßburg) einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord für Schienenfahrzeuge auf. Selkirk/Kanada: Die 10. Eishockey-Weltmeisterschaft 2007 der Damen beginnt. Die deutsche Nationalmannschaft des DEB und die diejenige der Schweiz starten gemeinsam in der Vorrunde mit Titelverteidiger Kanada. Die Wettkämpfe dauern bis zum 10. April.
Mittwoch, 4. April 2007 Berlin/Deutschland: Das Regierungskabinett beschließt die Neufassung des Verbraucherinformationsgesetzes, den Bundespräsident Horst Köhler vor vier Monaten aus formalen Gründen abgelehnt hatte. Sowohl die Verbraucherschützer als auch die Opposition sind mit der überarbeiteten Fassung zufrieden. Damaskus/Syrien: Die Präsidentin des US-Abgeordnetenhauses, Nancy Pelosi, trifft in der syrischen Hauptstadt mit Präsident Baschar al-Assad zusammen, um ihm ein Angebot Israels zu Friedensgesprächen zu unterbreiten. Karlsruhe/Deutschland: Der Bundesgerichtshof hält das Strafmaß von 15 Jahren Haft einer wegen neunfachen Kindesmordes angeklagten Frau aus Brandenburg, die ihre Kinder nach der Geburt sterben ließ und auf dem Grundstück in Blumenkübeln verscharrte, für zu hoch. Damit wird der Fall nicht mehr an das Landgericht Frankfurt (Oder), sondern an eine andere Frankfurter Schwurgerichtskammer zurückverwiesen, die über das Strafmaß neu befinden soll, weil eine mögliche Verminderung der Schuldfähigkeit beim Urteil nicht einbezogen wurde. Teheran/Iran: Präsident Mahmud Ahmadineschad kündigt an, dass die 15 britischen Marinesoldaten, die Ende März unter ungeklärten Umständen am Fluss Schatt al-Arab gefangenen genommen wurden, als „Geschenk an das Vereinigte Königreich“ umgehend freigelassen werden.Wikinews: Ahmadinedschad kündigt Freilassung britischer Soldaten an
Donnerstag, 5. April 2007 mini|150px|Die Sea Diamond noch unter ihrem alten Namen Birka Princess Prag/Tschechische Republik: Die tschechische Regierung kündigt an, die Einkommensteuer des Landes auf einen Satz von 15 Prozent zu senken. Nach Plänen der Parteien ODS und SZ werden die bisherigen vier Steuerklassen zugunsten eines einzigen Tarifs, der der niedrigste in Europa wäre, abgeschafft. Mit dieser Maßnahme will das Land bis 2012 eurotauglich werden und ausländische Investoren anlocken. Santorin/Griechenland: Das griechische Kreuzfahrtschiff Sea Diamond kollidiert mit einem Riff. Die Lage des Schiffs ist instabil, es rutscht beständig auf einem Abhang tiefer ins Wasser. Zwei französische Passagiere werden vermisst. Der Kapitän und mehrere Besatzungsmitglieder müssen mit einer Anklage wegen fahrlässiger Tötung rechnen.
Freitag, 6. April 2007 London/Vereinigtes Königreich: Die 15 gestern vom Iran freigelassenen britischen Marinesoldaten erklären bei einer Pressekonferenz, dass sie entgegen ihrem durch Druck erzwungenen „Geständnis“ nicht in persischen, sondern in irakischen Hoheitsgewässern operiert hätten. Premier Tony Blair betont, es habe um die Freilassung keinen Handel und keine Vereinbarungen gegeben. Es sei nun Zeit, die Beziehungen zwischen Großbritannien und dem Iran zu überdenken. In: kurier.at Peking/China: Als zweitgrößter Emittent von Kohlendioxid will sich die Volksrepublik ab 2013 an den internationalen Vorhaben gegen die globale Erwärmung beteiligen. Bis 2010 will die Regierung den Energieverbrauch Chinas (gemessen an der Wirtschaftsleistung) um 20 Prozent gegenüber 2005 senken.
Sonntag, 8. April 2007 Peking/China: Nach internationalen Protesten gegen fragwürdige Praktiken verabschiedet die Regierung der Volksrepublik ein Gesetz, das jede Form von Organhandel verbietet und unter Strafe stellt. Hingerichtete sollen aber weiterhin als Organspender eine wichtige Rolle spielen.
Montag, 9. April 2007 Bagdad/Irak: Am vierten Jahrestag des Sturzes von Saddam Hussein ruft der radikale Schiitenprediger Muqtada as-Sadr zu Demonstrationen gegen die Präsenz ausländischer Truppen im Irak auf. Diesem Aufruf folgen vor allem in Kufa und Nadschaf, den heiligen Städten der Schiiten, mehrere hunderttausend Menschen. Sie schwenken irakische Flaggen, rufen „Ja zum Irak“, „Tod den USA“ und „Besatzer sollen den Irak verlassen“.
Dienstag, 10. April 2007 Hamburg/Deutschland: Die Übernahmeschlacht um REpower Systems geht weiter: Der indische Turbinenhersteller Suzlon Energy gibt ein Angebot über 150 € pro Aktie ab und überbietet damit das Angebot des französischen Nuklearkonzerns AREVA, der 140 geboten hatte. In: suzlonwindenergie.com In: repower.areva.com Teheran/Iran: Präsident Mahmud Ahmadineschad gibt bekannt, dass die Anreicherung von Uran zukünftig im industriellen Maßstab erfolgen soll. Dazu soll die Anzahl der Zentrifugen von derzeit auf erhöht werden.
Mittwoch, 11. April 2007 Algier/Algerien: Bei einer Serie von Selbstmordanschlägen werden in Algier 27 Personen getötet und mehr als 200 verletzt. Al-Qaida hat sich zu dem Anschlag bekannt.Die Welt: „Al-Qaida präsentiert die Selbstmord-Attentäter“, www.handelsblatt.com - „Anschlag auf Regierungssitz erschüttert Algier“ Beirut/Libanon: Dschihad Hamad, einer der beiden Libanesen, die im vergangenen Jahr im Kölner Hauptbahnhof eine Kofferbombe in einem Regionalzug deponierten, steht wegen dieser von ihm gestandenen Tat vor Gericht. Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Libanon existiert kein bilaterales Rechtshilfeabkommen, sodass keine Auslieferung nach Deutschland möglich ist. Hamad drohen 25 Jahre Haft.
Donnerstag, 12. April 2007 Bagdad/Irak: Eine Explosion erschüttert das irakische Parlamentsgebäude in der stark gesicherten Grünen Zone in Bagdad. Nach ersten Pressemeldungen kommen dabei mindestens zwei Abgeordnete ums Leben. Bei einem mehrere Stunden zuvor verübten Selbstmordanschlag, dem ebenfalls mehrere Menschen zum Opfer fielen, wird eine wichtige Tigris-Brücke in Bagdad zerstört. Berner Oberland/Schweiz Ein Kampfflugzeug der deutschen Bundeswehr vom Typ Tornado kollidiert in den Alpen mit einer Felswand bei der Äbeni Flue - Schwarzmönch und explodiert. Einer der beiden Piloten kann sich mit dem Schleudersitz retten und wird ins Krankenhaus in Vallon eingeliefert. Der andere Pilot stirbt bei dem Unglück. Der Tornado gehörte zur 1. Luftwaffendivision (Fürstenfeldbruck), Jagdbombergeschwader 32 in Fliegerhorst Lechfeld im Landkreis Augsburg. Die Ursache für den Absturz ist zurzeit unbekannt. Erst am 9. April wurden sechs Kampfflugzeuge desselben Typs von der deutschen Bundeswehr zum Einsatz nach Afghanistan verlegt. Der Tornado war von Korsika her kommend auf einem Navigationsflug über der Schweiz, bei dem vom Pilot verschiedene Ziele angeflogen werden müssen. Solche Flüge ausländischer Militärmaschinen über der Schweiz sind bewilligt und nicht außergewöhnlich, wenn die Maschinen über keine Bewaffnung verfügen. Die Maschine war zum Auftanken in Emmen LU zwischengelandet, zehn Minuten später kam es zum Absturz.12. April 2007 welt.de
Freitag, 13. April 2007 mini|150px|Günther Oettinger