mini|290px|Hauszaunkönig bei der Fütterung

Der Hauszaunkönig (Troglodytes aedon) ist eine 11–13 Zentimeter große, in Amerika verbreitete Vogelart aus der Familie der Zaunkönige (Troglodytidae).

Beschreibung Der Hauszaunkönig ist wie alle Vertreter der Gattung von runder Gestalt, mit meist hochgestelltem Schwanz. Über den Augen ist ein undeutlicher weißer Überaugenstrich. Kopf, Flügel und Rücken sind fast einfarbig braun und mit feinen dunkleren Streifen gezeichnet. Kehle und Brust sind hellgrau und können schwarze, dunkelbraune oder rosa Flecken an Flanken, Schwanz und Flügeln haben. Das Körpergewicht liegt bei etwa 10 bis 12 Gramm. Es werden ca. 30 Unterarten unterschieden.

Verbreitung und Lebensraum Der Hauszaunkönig besiedelt halboffene Landschaften von Kanada bis nach Südamerika, auch in Parks und Gärten menschlicher Siedlungen ist er anzutreffen. Die tropischen Formen des südlichen Mexiko werden manchmal als eigene Art, Troglodytes musculus, anerkannt. Die Vögel der Falklandinseln werden heutzutage oft als endemische Art Troglodytes cobbi betrachtet. In Nordamerika ziehen die Vögel zur Überwinterung in den südlichen Teil der USA und nach Mexiko. Von dieser Art werden mehrere Unterarten unterschieden.

Lebensweise Der Hauszaunkönig ernährt sich vor allem von Insekten und deren Larven, aber auch von Spinnen und Schnecken. Der Hauszaunkönig singt gewöhnlich während der Brutsaison, selten im Winter. Die Vertreter am nördlichen Verbreitungsende der Art ziehen im Winter nach Süden und die Vertreter der südlichsten Populationen ziehen im Winter nordwärts.

Fortpflanzung Der Hauszaunkönig erreicht im ersten Lebensjahr die Geschlechtsreife. Er lebt in der Regel monogam. Die Brutzeit geht vom späten April bis zum frühen September. Die Männchen dieser Art besetzten zur Brutzeit ein eigenes Revier, welches energisch gegen andere männliche Artgenossen verteidigt wird. Die meist 6 bis 12 Nester, welches mit Zweigen, Gräsern, Federn und Spinnweben ausgestattet wird, baut das Männchen meist in hohlen Baumstumpfen. Dort sitzt es dann und lockt interessierte Weibchen mit seinem Gesang an. Das Weibchen legt 4–9 weiße, rosa oder rot gefleckte Eier. Das Brutgeschäft übernimmt das Weibchen allein. Nach 14–15 Tagen schlüpfen die Jungen und werden hauptsächlich vom Weibchen versorgt, das Männchen hilft nur gelegentlich aus. Hauszaunkönige sind dafür bekannt, dass sie die Gelege anderer Nester zerstören, indem sie die Eier aufpicken. Weibchen, die in Playbackversuchen den vermeintlichen Gesang von Artgenossen häufiger mit eigenem Gesang beantworteten, verloren anschließend weniger Eier durch Artgenossen. Der Gesang von Weibchen wird in dieser Tierart daher als Zeichen von Konkurrenz angesehen und tritt nicht nur bei den Männchen auf. Die Jungen verlassen erst im Alter von ca. 16 Tagen das Nest zum ersten Mal.

Unterarten Laut IOC World Bird List sind zweiunddreißig Unterarten bekannt.IOC World Bird List Dapple-throats, sugarbirds, fairy-bluebirds, kinglets, hyliotas, wrens, gnatcatchers Troglodytes aedon parkmanii , 1839John James Audubon (1839), S. 310. kommt im Südwesten und dem zentralen Süden Kanadas und dem Westen bis zentralen Gebiet der USA bis in den Norden Mexikos vor. Troglodytes aedon aedon , 1809Louis Pierre Vieillot, S. 52–56, Tafel 107. ist im Südosten Kanadas und dem Osten der USA verbreitet. Troglodytes aedon cahooni , 1888William Brewster (1888), S. 94–95. ist im Südosten Arizonas bis Zentralmexiko verbreitet. Troglodytes aedon brunneicollis , 1858Philip Lutley Sclater (1858), S. 297–298. ist im zentralen und südlichen Mexiko verbreitet. Troglodytes aedon intermedius , 1861Jean Louis Cabanis (1861), S. 407. kommt vom Süden Mexikos bis ins Zentrale Costa Rica vor. Troglodytes aedon peninsularis , 1901Edward William Nelson (1901), S. 174. kommt auf der Yucatán-Halbinsel vor. Troglodytes aedon beani , 1885Robert Ridgway (1885), S. 21. kommt auf Cozumel vor. Troglodytes aedon inquietus , 1864Spencer Fullerton Baird (1864), S. 143. ist vom Südwesten Costa Ricas bis in den Osten Panamas verbreitet. Troglodytes aedon carychrous , 1957Alexander Wetmore (1957), S. 76. kommt auf der Insel Coiba vor. Troglodytes aedon pallidipes , 1986Allan Robert Phillips (1986), S. 145. ist auf den Perleninseln verbreitet. Troglodytes aedon guadeloupensis (, 1886)Charles Barney Cory (1958), S. 381–382. ist auf Guadeloupe verbreitet. Troglodytes aedon rufescens (, 1877)George Newbold Lawrence (1877), S. 47. kommt auf Dominica vor. † Troglodytes aedon martinicensis (, 1866)Philip Lutley Sclater (1866), S. 321. kam auf Martinique vor. Troglodytes aedon mesoleucus (, 1876)Philip Lutley Sclater (1876), S. 14. ist auf St. Lucia verbreitet. Troglodytes aedon musicus (, 1878)George Newbold Lawrence (1878a), S. 148. ist auf St. Vincent verbreitet. Troglodytes aedon grenadensis (, 1878)George Newbold Lawrence (1878b), S. 161. kommt auf Grenada vor. Troglodytes aedon tobagensis , 1888George Newbold Lawrence (1888), S. 404. ist auf Tobago verbreitet. Troglodytes aedon atopus , 1904Harry Church Oberholser (1904), S. 207. kommt im Norden Kolumbiens vor. Troglodytes aedon effutitus , 1958Alexander Wetmore (1958), S. 2. ist auf der Guajira-Halbinsel und dem Nordwesten Venezuelas verbreitet. Troglodytes aedon striatulus (, 1845)Frédéric de Lafresnaye (1845), S. 338. kommt im westlichen und zentralen Kolumbien sowie dem Nordwesten Venezuelas vor. Troglodytes aedon columbae , 1899Witmer Stone (1899), S. 308. ist im Osten Kolumbiens und dem Westen Venezuelas verbreitet. Troglodytes aedon clarus & , 1902Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch u. a. (1902), S. 8–9. kommt in Venezuela außer dem Westen, im Osten Kolumbiens und den Guyanas bis in den Nordosten Perus und das nördliche und westliche Brasilien vor. Troglodytes aedon albicans & , 1884Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch u. a. (1884), S. 540. ist im Südwesten Kolumbiens und dem Westen Ecuadors verbreitet. Troglodytes aedon musculus , 1823Johann Friedrich Naumann (1823), Tabelle zu S. 724. ist im zentralen und östlichen Brasilien bis in den Nordosten Argentiniens und den Osten Paraguays verbreitet. Troglodytes aedon bonariae , 1919Carl Eduard Hellmayr (1919), S. 2. kommt im extremen Südosten Brasiliens, in Uruguay und dem Nordosten Argentiniens vor. Troglodytes aedon puna & , 1896Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch u. a. (1896), S. 329. ist in Peru und dem Nordwesten Boliviens verbreitet. Troglodytes aedon audax , 1844Johann Jakob von Tschudi (1844), S. 282. kommt im Westen Perus vor. Troglodytes aedon carabayae & , 1924Frank Michler Chapman u. a. (1924), S. 296. ist im zentralen und südlichen Peru verbreitet. Troglodytes aedon tecellatus & , 1837Alcide Dessalines d’Orbigny u. a. (1837), S. 25. kommt im Südwesten Perus und dem Norden Chiles vor. Troglodytes aedon rex & , 1890Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch u. a. (1890), S. 6. ist in Zentralnbolivien über den Norden Argentiniens und den Westen Paraguays verbreitet. Troglodytes aedon atacamensis , 1924Carl Eduard Hellmayr (1924), S. 74. kommt im nördlichen und zentralen Chile vor. Troglodytes aedon chilensis , 1830René Primevère Lesson (1830), S. 665. kommt im Süden Chiles und im Süden Argentiniens vor.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Hauszaunkönigs erfolgte 1809 durch Louis Pierre Vieillot unter dem wissenschaftlichen Namen Troglodytes aëdon. Vieillot glaubte, dass Antoine-Simon Le Page du Pratz (1695?–1775) in seinem Werk Histoire de la Louisiane erstmals erwähnte. Das Typusexemplar hatte er in seiner eigenen Sammlung. Mit der Art führte Vieillot die für die Wissenschaft neue Gattung Troglodytes ein.Vieillot kategorisierte den Hauszaunkönig (Troglodytes aedon) und den Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus) in die neue Gattung.Zur Publikationsgeschichte siehe Edward Clive Dickinson u. a., S. 157. Dieser Name leitet sich von »trōglē, trōgō « für »Höhle, nagen« und »-dutēs, duō « für »tauchend, eintauchen« ab.James A. Jobling, S. 391. Der Artname »aedon« leitet sich aus griechischen Mythologie ab von Aëdon, die in eine Nachtigall verwandelt wurde. So heißt »aēdōn, aēdonos « auch »Nachtigall«.James A. Jobling, S. 32. »Parkmanii« wurde zu Ehren von dem Arzt und Geschäftsmann George Parkman (1791–1849) vergeben, »cahooni« zu Ehren von John Cyrus Cahoon (1863–1891) und »beani« zu Ehren von Tarleton Hoffman Bean (1846–1916). »Guadeloupensis« bezieht sich auf Guadeloupe, »martinicensis« auf Martinique, »grenadensis« auf Grenada, »tobagensis« auf Tobago, »columbae« auf Kolumbien, »bonariae« auf Buenos Aires, »puna« auf die Puna »carabayae« auf die Provinz Carabaya, »atacamensis« auf die Región de Atacama und »chilensis« auf Chile. »Rex, regis« steht für »König« von »regere« für »regieren«. Der name könnte aufgrund der rötlicheren Färbung oder der größeren Körpergröße gegenüber der Nominatform gewählt worden sein.James A. Jobling, S. 333. »Brunneicollis« ist ein lateinisches Wortgebilde aus »brunneus, brunius« für »-collis, collum« für »-kehlig, -nackig, Nacken«.James A. Jobling, S. 78. »intermedius« aus »inter« für »dazwischen, inmitten« und »medius« für »Mitte«,James A. Jobling, S. 206. »peninsularis« aus »paene« für »fast« und »insula« für »Insel«James A. Jobling, S. 296. »pallidipes« aus »pallidus, pallere« für »blass, bleich sein« und »pes, pedis« für »Fuß«James A. Jobling, S. 289. und »inquietus« aus »in-« für »nicht« und »quietus, quiet, quies, quietis« für »ruhig, gelassen, still«James A. Jobling, S. 205. »Carychrous« hat seinen Ursprung in »caryon « für »Walnuss« und »chroa, chroas « für »Aussehen, Farbe«,James A. Jobling, S. 92. »mesoleucus« in »mesos « für »Hälfte, Mitte« und »leukos « für »weiß«,James A. Jobling, S. 252. »atopus« in »a- « für »nicht« und »topos « für »Platz, Position«.James A. Jobling, S. 58. »Rufescens« leitet sich vom lateinischen »rufescens, rufescentis, rufescere, rufus« für »rötlich, rot werden, rot« ab,James A. Jobling, S. 341. »effutitus« von »effutitius, effutire« für »plappernd, schnatternd, plappern« abJames A. Jobling, S. 143., »striatulus« von »striatus, striare, stria« für »gestreift, streifen, Furche«James A. Jobling, S. 367., »clarus« für »klar, hell«James A. Jobling, S. 110., »albicans« von »albicare, albus« für »weiß machen, weiß«James A. Jobling, S. 38. »musculus« von »mus, muris« für »Maus«James A. Jobling, S. 262. und »audax« von »audacis, audere« für »wagemutig, wagen«James A. Jobling, S. 60. Schließlich ist »musicus« das lateinische Wort für »musikalisch« bzw. vom griechischen »mousikos, mousikē « für »musikalisch, harmonisch, Musik«James A. Jobling, S. 262. und »tecellatus, tessella tessera« für »mosaikartig, Mosaiksteine, Quadrate« bzw. »tessares « für »vier«.James A. Jobling, S. 380.

Gefährdung und Schutzmaßnahmen Obwohl diese Art insgesamt noch sehr häufig vorkommt und von der IUCN insgesamt als (Least Concern) nicht gefährdet eingestuft wird, sind die Unterarten auf den Inseln Martinique und Guadeloupe (Critically Endangered) vom Aussterben bedroht bzw. (Extinct) schon ausgestorben.

Literatur

Jiří Felix (Hrsg.), Alena Čepická: Tierwelt Amerikas in Farbe. Aus dem Tschechischen von Jaroslav Konšal. Karl Müller Verlag, Erlangen 1989, S. 244–245.

Christopher M. Perrins (Hrsg.): Die BLV-Enzyklopädie Vögel der Welt. Aus dem Englischen von Einhard Bezzel. BLV, München/Wien/Zürich 2004, ISBN 3-405-16682-9, S. 542–543 (Titel der englischen Originalausgabe: The New Encyclopedia Of Birds. Oxford University Press, Oxford 2003).

Philip Whitfield (Hrsg.): Das große Weltreich der Tiere. Planet Medien AG, Zug 1997, ISBN 3-8247-8614-1, S. 328–329.

Weblinks

Factsheet auf BirdLife International

Einzelnachweise

Anmerkungen

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