Medaillenspiegel (Endstand nach 47 Entscheidungen) Platz Land G S BGesamt 1 7 14 5 26 2 6 2 2 10 3 5 4 3 12 4 5 1 4 10 5 4 2 1 7 6 3 3 4 10 7 3 1 3 7 8 2 1 − 3 9 2 − 2 4 10 2 − 1 3 Vollständiger Medaillenspiegel Die 14. Leichtathletik-Weltmeisterschaften fanden vom 10. bis 18. August 2013 im Olympiastadion Luschniki in Moskau statt.

Bewerbung mini|hochkant=2| Bis zum 1. Dezember 2006 hatten sich neben Moskau auch Barcelona in Spanien, Brisbane in Australien und Göteborg in Schweden um die Ausrichtung der Weltmeisterschaften beworben. Göteborg zog seine Kandidatur aufgrund mangelnder finanzieller Unterstützung durch die schwedische Regierung noch im selben Monat zurück.

Der Weltleichtathletikverband (IAAF) verkündete während seiner Mitgliederversammlung am 27. März 2007 in Mombasa, dass Moskau die Wahl zur Ausrichtung der Weltmeisterschaften 2013 gewonnen habe.

Kritik an der Entscheidung für Moskau als Ausrichterort Die Entscheidung für Moskau als Ausrichterort der Leichtathletik-Weltmeisterschaften wurde während der Veranstaltung wiederholt von manchen westlichen Fernsehkommentatoren, Sportlern und Zeitungen kritisiert, da das Stadion nur spärlich besucht wurde. Selbst während des 100-Meter-Finals mit Usain Bolt blieben viele Plätze unbesetzt.Usain Bolt von mieser Stimmung genervt. In: Rheinische Post Online, abgerufen am 19. August 2013 Dies wurde mit dem geringen Interesse der Russen an Leichtathletik im Vergleich zu beispielsweise Fußball begründet. Entgegen diesen Medienmeldungen erzielten die Weltmeisterschaften laut IAAF insgesamt „hervorragende Besucherzahlen“ und übertrafen den bisherigen Rekord bei den Weltmeisterschaften in Daegu im Jahr 2011.Die Zeit: , 17. August 2013 Dieser Vergleich mit den vorangegangenen Weltmeisterschaften ist jedoch wenig aussagekräftig, da auch in Daegu die Besucherzahlen niedrig waren. Da wäre eher ein Vergleich zu beispielsweise den Weltmeisterschaften 2009 angebracht gewesen. In Berlin gab es eine sehr hohe Besucherzahl, im Vergleich dazu schnitt Moskau schlecht ab.

Wettbewerbe und Qualifikationsstandards Die A- und B-Standards waren relevant für die Zulassung der Höchstanzahl von Athleten je Land. Bei Erfüllung des A-Standards waren maximal drei Athleten für ein Land zugelassen, wobei alle drei Wettbewerber diesen Standard erreicht haben müssen. Für die Zulassung von maximal einem Athleten war die Erfüllung des B-Standards notwendig. Disziplinen und Qualifikationsstandards"Entry Standards" Website der IAAF. Abgerufen am 5. März 2013. (englisch).Disziplin Männer Frauen   A-Standard B-Standard A-Standard B-Standard 100 m 10,15 s 10,21 s 11,28 s 11,36 s 200 m 20,52 s 20,60 s 23,05 s 23,30 s 400 m 45,28 s 45,60 s 51,55 s 52,35 s 800 m 1:45,30 min 1:46,20 min 2:00,00 min 2:01,50 min 1500 m 3:35,00 min 3:37,00 min 4:05,50 min 4:09,00 min 5000 m 13:15,00 min 13:20,00 min 15:18,00 min 15:24,00 min 10.000 m 27:40,00 min 28:05,00 min 31:45,00 min 32:05,00 min Marathonlauf 2:17:00 h – 2:43:00 h – 100 m Hürden – – 12,94 s 13,10 s 110 m Hürden 13,40 s 13,50 s – – 400 m Hürden 49,40 s 49,60 s 55,40 s 56,55 s 3000 m Hindernis 8:26,00 min 8:32,00 min 9:43,00 min 9:48,00 min 4 × 100 m 39,20 s – 44,00 s – 4 × 400 m 3:05,00 min – 3:33,00 min – 20-km-Gehen 1:24:00 h 1:26:00 h 1:36:00 h 1:38:00 h 50-km-Gehen 4:02:00 h 4:16:00 h – – Hochsprung 2,31 m 2,28 m 1,95 m 1,92 m Stabhochsprung 5,70 m 5,60 m 4,60 m 4,50 m Weitsprung 8,25 m 8,10 m 6,75 m 6,65 m Dreisprung 17,20 m 16,85 m 14,40 m 14,20 m Kugelstoßen 20,60 m 20,10 m 18,30 m 17,20 m Diskuswurf 66,00 m 64,00 m 62,00 m 59,50 m Hammerwurf 79,00 m 76,00 m 72,00 m 69,50 m Speerwurf 83,50 m 81,00 m 62,00 m 60,00 m Siebenkampf – – 6100 P 5950 P Zehnkampf 8200 P 8000 P – –

Teilnehmende Nationen Aufgrund der oben genannten Qualifikationsstandards entsandten 206 nationale Leichtathletikverbände insgesamt 1974 weibliche und männliche Athleten zu den Weltmeisterschaften.

Liste der teilnehmenden Nationen:

Wettkampfplan Legende: M: morgens und A: abends Q QualifikationV Vorkampf/-lauf½ HalbfinaleF Finale + Männer Datum → Sa10. So11. Mo12. Di13. Mi14. Do15. Fr16. Sa17. So18. Wettkampf ↓ M A M A M A M A M A M A M A M A M A 100 m Q V ½ F 200 m V ½ F 400 m V ½ F 800 m V ½ F 1500 m V ½ F 5000 m V F 10.000 m F Marathon F 110 m Hürden V ½ F 400 m Hürden V ½ F 3000 m Hindernis V F 4 × 100 m V F 4 × 400 m V F 20-km-Gehen F 50-km-Gehen F Hochsprung Q F Stabhochsprung Q F Weitsprung Q F Dreisprung Q F Kugelstoßen Q F Diskuswurf Q F Hammerwurf Q F Speerwurf Q F Zehnkampf F + Frauen Datum → Sa10. So11. Mo12. Di13. Mi14. Do15. Fr16. Sa17. So18. Wettkampf ↓ M A M A M A M A M A M A M A M A M A 100 m V ½ F 200 m V ½ F 400 m V ½ F 800 m V ½ F 1500 m V ½ F 5000 m V F 10.000 m F Marathon F 100 m Hürden V ½ F 400 m Hürden V ½ F 3000 m Hindernis V F 4 × 100 m V F 4 × 400 m V F 20-km-Gehen F   Hochsprung Q F Stabhochsprung Q F Weitsprung Q F Dreisprung Q F Kugelstoßen Q F Diskuswurf Q F Hammerwurf Q F Speerwurf Q F Siebenkampf F

Sportliche Leistungen Obwohl es keinen Weltrekord gab, lagen die Leistungen dieser Weltmeisterschaften auf einem durchweg sehr hohen Niveau. Es gab zwei Weltmeisterschaftsrekorde, und acht Weltjahresbestleistungen, die im Folgenden aufgelistet sind.

Rekorde und Bestleistungen Weltmeisterschaftsrekorde (CR) Hochsprung, Männer – Bohdan Bondarenko (Ukraine) 2,41 m (Finale) 4-mal-100-Meter-Staffel, Frauen – Jamaika (Carrie Russell, Kerron Stewart, Schillonie Calvert, Shelly-Ann Fraser-Pryce) 41,29 s (Finale) Hammerwurf, Frauen – Anita Włodarczyk (Polen) 78,46 m (Finale) Weltjahresbestleistungen (WL) 200-Meter-Lauf, Männer – Usain Bolt (Jamaika) 19,66 s (Finale) 400-Meter-Lauf, Männer – LaShawn Merritt (USA) 43,74 s (Finale) 110-Meter-Hürdenlauf, Männer – David Oliver (USA) 13,00 s (Finale) 400-Meter-Hürdenlauf, Männer – Jehue Gordon (Trinidad und Tobago) 47,69 s (Finale) 4-mal-100-Meter-Staffel, Männer – Jamaika (Nesta Carter, Kemar Bailey-Cole, Nickel Ashmeade, Usain Bolt) 37,36 s (Finale) 20-km-Gehen, Männer – Robert Heffernan (Irland) 3:37:56 h Dreisprung, Männer – Teddy Tamgho (Frankreich) 18,04 m (Finale) Hammerwurf, Männer – Paweł Fajdek (Polen) 81,97 m (Finale) 100-Meter-Lauf, Frauen – Shelly-Ann Fraser-Pryce (Jamaika) 10,71 s (Finale) 400-Meter-Hürdenlauf, Frauen – Zuzana Hejnová (Tschechien) 52,83 s (Finale) 3000-Meter-Hindernislauf, Frauen – Milcah Chemos Cheywa (Kenia) 9:11,65 min (Finale) Kontinentalrekorde (AR) 4-mal-100-Meter-Staffel, Frauen – Brasilien ( Evelyn dos Santos, Ana Cláudia Silva, Franciela Krasucki, Rosângela Santos) 42,29 s (Vorlauf) Darüber hinaus wurden 37 nationale Rekorde (NR) aufgestellt.

Erfolgreichste Sportler Es gab vier Athleten, die mehr als eine Goldmedaille errangen. Usain Bolt, Jamaika – 3-mal Gold (100 Meter / 200 Meter / 4 × 100 Meter) Shelly-Ann Fraser-Pryce, Jamaika – 3-mal Gold (100 Meter / 200 Meter / 4 × 100 Meter) Mo Farah, Großbritannien – 2-mal Gold (5000 Meter / 10.000 Meter) LaShawn Merritt, USA – 2-mal Gold (400 Meter / 4 × 400 Meter) Folgende Weltmeister waren bereits bei vorangegangenen Weltmeisterschaften siegreich: Usain Bolt, Jamaika – 100 Meter: zweiter Sieg nach 2009 / 200 Meter: dritter Sieg nach 2009 und 2011 / 4 × 100 Meter: dritter Sieg nach 2009 und 2011, damit jetzt achtfacher Weltmeister LaShawn Merritt, USA – 400 Meter: zweiter Sieg nach 2009 / 4 × 400 Meter: vierter Sieg in Folge, damit jetzt sechsfacher Weltmeister Tirunesh Dibaba, Äthiopien – 10.000 Meter: dritter Sieg nach 2005 und 2007, außerdem Weltmeisterin 2003 und 2005 über 5000 Meter, damit jetzt fünffache Weltmeisterin Shelly-Ann Fraser-Pryce, Jamaika – 100 Meter: zweiter Sieg nach 2009 / 4 × 100 Meter: zweiter Sieg nach 2009 / außerdem hier Weltmeisterin über 200 Meter, damit jetzt fünffache Weltmeisterin Valerie Adams, Neuseeland – Kugelstoßen: vierter Sieg in Folge Natasha Hastings, USA – 4 × 400 Meter: vierter Sieg in Folge Ezekiel Kemboi, Kenia – 3000 Meter Hindernis: dritter Sieg in Folge Robert Harting, Deutschland – Diskuswurf: dritter Sieg in Folge Brittney Reese, USA – Weitsprung: dritter Sieg in Folge Jelena Issinbajewa, Russland – Stabhochsprung: dritter Sieg nach 2005 und 2007 Mo Farah, Großbritannien – 5000 Meter: zweiter Sieg in Folge, außerdem hier Weltmeister über 10.000 Meter, damit jetzt dreifacher Weltmeister Jessica Beard, USA – 4 × 400 Meter: dritter Sieg in Folge Asbel Kiprop, Kenia – 1500 Meter: zweiter Sieg in Folge Edna Kiplagat, Kenia – Marathonlauf: zweiter Sieg in Folge Christine Ohuruogu, Großbritannien – 400 Meter: zweiter Sieg nach 2007 Meseret Defar, Äthiopien – 5000 Meter: zweiter Sieg nach 2007 Nesta Carter, Jamaika – 4 × 100 Meter: zweiter Sieg in Folge Kerron Stewart, Jamaika – 4 × 100 Meter: zweiter Sieg nach 2009 Im Hinblick auf den Wertmaßstab der Weltranglisten in den einzelnen Disziplinen gab es unter anderem folgende besonders hervorzuhebende Leistungen: Robert Heffernan (Irland), 50-km-Gehen – 3:37:56 min Bohdan Bondarenko (Ukraine), Hochsprung – 2,41 m Teddy Tamgho (Frankreich) Dreisprung – 18,04 m Ashton Eaton (USA), Zehnkampf – 8809 P Zuzana Hejnová (Tschechien), 400 Meter Hürden – 52,83 s

Doping Schon vor diesen Weltmeisterschaften gab es wieder einmal einen Eklat in Sachen Doping. Gleich zwei Topsprinter wurden der Einnahme verbotener Mittel überführt und von den Weltmeisterschaften ausgeschlossen. Es handelte sich um den US-Amerikaner Tyson Gay, Hauptwidersacher des Ausnahmesprinters Usain Bolt, sowie um Bolts Landsmann Asafa Powell.„Die sind so blind“, Spiegel Online 16. Juli 2013, abgerufen am 20. Juli 2017

Drei weitere Dopingfälle gab es unmittelbar vor Beginn der Wettkämpfe: Die rumänische Marathonläuferin Simona Maxim entfernte sich unmittelbar vor der Abreise nach Moskau aus dem Trainingslager in Snagov, als dort Dopingtester eintrafen. Sie wurde daraufhin am 8. August 2013 vom rumänischen Leichtathletikverband aus dem WM-Kader gestrichen.A fugit din cantonament » Maratonista Simona Maxim a fost suspendata provizoriu şi e suspectă de dopaj, Gazeta Sporturilor vom 9. August 2013 (rumänisch), abgerufen am 11. August 2013 Die beiden Sprinterinnen Kelly-Ann Baptiste und Semoy Hackett aus Trinidad und Tobago reisten noch vor dem Wettkampf wieder aus Moskau ab, nachdem sie Medienberichten zufolge bei Dopinguntersuchungen positiv getestet worden waren.Doping: Baptiste und Hackett positiv, spox.com, 12. August 2013, abgerufen am 17. Januar 2021 Gleich im Anschluss an die Weltmeisterschaften wurden weitere Dopingfälle gemeldet:Sieben Dopingfälle bei der WM. In: Der Tagesspiegel 20. September 2013, abgerufen am 4. Februar 2021 Roman Awramenko, Ukraine – Speerwurf. Platz 5, gedopt mit dem Mittel Oral-Turinabol Massoud Azizi, Afghanistan – 100-Meter-Lauf, in den Vorentscheidungsläufen ausgeschieden, gedopt mit Nandrolon Jeremias Saloj, Guatemala – Marathonlauf, zunächst auf Rang 33, gedopt mit Erythropoetin (EPO) Ebrahim Rahimian, Iran – 20-km-Gehen, zunächst Platz 52, gedopt mit EPO Ýelena Rýabowa, Turkmenistan – 200-Meter-Lauf, im Vorlauf ausgeschieden, gedopt mit einem Steroid Ayman Kozhakhmetova, Kasachstan – 20-km-Gehen, zunächst Rang 27, gedopt mit EPO