Neuhof ist ein Stadtteil von Taunusstein im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis.
Geographie Neuhof ist viertgrößter Stadtteil und liegt im oberen Aartal an der Kreuzung der Bundesstraßen 417 (Hühnerstraße zwischen Wiesbaden und Limburg an der Lahn) und der B 275 (Bad Nauheim–Usingen–Idstein–Taunusstein). Zum Ortsteil gehört auch die Siedlung Platte. Benachbarte Orte sind Wehen, Orlen, Ehrenbach, Eschenhahn, Engenhahn und Wiesbaden.
Naturräumlich gesehen gehört Neuhof zum „Westlichen Hintertaunus“. Die Topographie weist Geländehöhen zwischen 380 m über NHN (Ortsmittelpunkt) und 505 m über NHN (Siedlung Platte) auf (Angaben aus dem Regionalen Raumordnungsplan Südhessen 1995).
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Neuhof erfolgte unter dem Namen Newenhove im Jahr 1167. Die nächste Erwähnung in einer Nassauischen Urkunde wird in die Zeit 1230/31 datiert.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 1. Oktober 1971 fusionierte die bis dahin selbständige Gemeinde Neuhof im Zuge der Gebietsreform in Hessen mit fünf Nachbarorten freiwillig zur neuen Stadt Taunusstein. Somit wurde Neuhof ein Stadtteil von Taunusstein. Für alle nach Taunusstein eingegliederten Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Neuhof angehört(e):
1230/31: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nassau 1566: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nassau, Amt Idstein ab 1721: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nassau-Ottweiler, Amt Idstein ab 1728: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Usingen, Amt Idstein 1787: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Idstein ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Idstein 1812: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Idstein ab 1816: Herzogtum NassauDas Herzogtum Nassau war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs., Amt Wehen ab 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreisamt Langen-SchwalbachAbtrennung der Justiz Justizamt Wehen bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Wehen ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, UntertaunuskreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Wehen) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Untertaunuskreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis, Stadt TaunussteinAm 1. Oktober 1971 als Ortsbezirk zur Stadt Taunusstein. ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis, Stadt Taunusstein
Bevölkerung Einwohnerentwicklung
Quelle: Historisches Ortslexikon 1648: entvölkert um 1700: 108 Einwohner 1821: 33 Haushaltungen
Religionszugehörigkeit • 1885: 485 evangelische (= 91,17 %), 47 katholische (= 8,83 %) Einwohner • 1961: 652 evangelische (= 83,38 %), 115 katholische (= 14,71 %) Einwohner
Religion Religionsgemeinschaften Evangelische Kirchengemeinde in Neuhof und Orlen katholische Gottesdienste dienstagsabends (in der evangelischen Kirche) Königreichssaal der Zeugen Jehovas Neuapostolische Kirche
Politik Für Neuhof besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Neuhof) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Seit den Kommunalwahlen 2026 gehören ihm drei Mitglieder der CDU, zwei parteilose Mitglieder für die SPD, ein Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen, sowie ein Mitglied der FDP an. Ortsvorsteher ist Christian Fachinger (CDU).
Infrastruktur und Wirtschaft Verkehr Bundesstraße 417 mit Abfahrt Neuhof Nord und Neuhof-Mitte Bundesstraße 275 Neuhof wird seit Dezember 1998 auf einer Umgehungsstraße der B 417 östlich umfahren. Die B 275 führt mitten durch Neuhof und trifft an einem Kreisel auf die Limburger Straße (früher Ortsdurchfahrt B 417) nächstgelegene Bahnhöfe und Autobahnanschlüsse A3 in Idstein und Niedernhausen/Wiesbaden Busverbindungen nach Idstein, Niedernhausen, Wiesbaden, Limburg, Bad Schwalbach und in die anderen Taunussteiner Stadtteile
Bildung Sonnenschule (Grundschule) Städtische Kindertagesstätte Kornblumenweg (Krippe, Kita, Hort) ASB-Kindertagesstätte Obermayr Kindertagesstätte und Krippe Campolino Obermayr Europa-Schule (Privatschule mit Grund-, Realschule und Gymnasium bis Klasse 10)
Unternehmen SGS Institut Fresenius (chemische Laboranalytik) Feinkost Dittmann Brita (Wasserfiltration, internationale Unternehmenszentrale) Omicron NanoTechnology Biogest AG (Umwelttechnik) IFAK Institut für Markt- und Sozialforschung WEROWERO Unternehmensinfos und FLEXEOFLEXEO Tochterunternehmen von WERO GmbH und Co. KG (Betriebliche Erste Hilfe, Arbeitsschutz und Hygiene) A-Drive (Systemhaus für Antriebstechnik) TEXT-COM (PR-Agentur)
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke evangelische Kirche ehemaliges Feuerwehrhaus/Schulscheune ehemaliges Rathaus/Schule ehemaliges Henkershaus Feuerwehrhaus, Limburger Straße Aartalhalle (früher Stadthalle), Ziegelhüttenweg Evangelisches Gemeindehaus, Gartenstraße
Naturdenkmäler Naturschutzgebiet Calluna-Heide („Neuhofer Heide“ genannt, ehemaliger Segelflugplatz, Siedlung Platte)
Kulturdenkmäler Fabriciusstraße; evangelische Kirche Galileistraße/Fabriciusstraße; Scheune Idsteiner Straße 19; Fachwerkhaus Keplerstraße 7; ehem. Rathaus/Schule und ehem. Feuerwehrhaus/Schulscheune Kopernikusstraße 1; Henkershaus Limburger Straße 17; Hofreite Lindenbornstraße; Lindenborn; Brunnen Fliederweg; Kriegerdenkmal, Friedhof
Sport und Freizeit Sportplatz im Maisel Aartalhalle Grillplatz und Bolzplatz im Maisel Bolzplatz Weher Acker/Rosenweg Bouleplatz und Streetball zwischen B 275 und Schule Wanderweg Aarhöhenweg Radweg Neuhof – Wehen – Hahn mit Anschluss an den Aartal-Radweg DPB-Pfadfinderheim am Limes im Maisel Vereinsheim der Arbeiterwohlfahrt Taunusstein im Maisel Mansuet-Heidenreich-Haus der DRK-Ortsvereinigung Taunusstein
Weblinks
Stadtteil Neuhof. In: Webauftritt der Stadt Taunusstein.
Chronik von Neuhof auf privater Webseite.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise Stadtteil Neuhof. In: Webauftritt der Stadt Taunusstein. Abruf im Januar 2021.
Kategorie:Ort im Rheingau-Taunus-Kreis Kategorie:Geographie (Taunusstein) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Rheingau-Taunus-Kreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1230