Longest F. Stein (* 6. April 1953 in Dresden als Frank Stein; † 16. November 2023 in Berlin) war ein Ausstellungsgestalter, der besonders durch Ausstellungen im Bereich Fotografie bekannt wurde.Nachruf: Wie Longest F. Stein die Fotografie als Kunstform in der DDR mit etablierte. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 8. Dezember 2023.

Leben Stein studierte in Dresden und zog 1978 nach Berlin. Nach kurzer Arbeit in einem Konstruktionsbüro leitete er von 1983 bis 1990 die Galerie im Kreiskulturhaus Treptow (KKH Treptow), die er zur Galerie Treptow umformte. 1990 zog er mit dem Ausstellungsprofil in das studio bildende kunst - berlin baumschulenweg um, wo die Galerie Treptow als eigene Abteilung weiter bestand.Constanze Albrecht, Ute Hornbogen (Hrsg.): Studio bildende Kunst Berlin-Baumschulenweg. Eine Dokumentation der Jahre 1979–1998. Berlin 2002. 1991 gründete er den Kunstförderverein Treptow e. V. und wurde 1995 Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie. Nach der Schließung des studio bildende kunst übernahm er von Mai 1998 bis Dezember 2003 die Leitung des Kunst- und Medienzentrums Adlershof. Dort entstanden im Wechsel mit Ute Tischler vorwiegend thematische Ausstellungen. 1999 wurde er in die Deutsche Fotografische Akademie berufen.Eintrag auf deutsche-fotografische-akademie.com. Ab 2005 organisierte er Ausstellungsprojekte an verschiedenen Orten und war Kurator des Kunstfördervereins Treptow e. V.

Kuratorische Arbeit Longest F. Stein zeigte in der kommunalen Galerie Treptow vorwiegend junge Kunst und Künstler. Er „wühlte mit Erfolg in den Niederungen der Kommunikations- und Jugendkultur der DDR der 80er Jahre“, so urteilte rückblickend die Berliner Zeitung.Astrid Volpert: Listenreiche Galeristen. In: Berliner Zeitung, 20. August 1996. In einer Zeit, in der in der DDR die Fotografie noch um ihre Anerkennung als Kunstform kämpfte, neue Kunstformen argwöhnisch beobachtet und Aktionskunst von staatlicher Seite kaum geduldet wurde, schuf er ein Podium für genau diese Kunstform.Simone Hain, Stephan Stroux, Michael Schroedter: Die Salons der Sozialisten. Kulturhäuser in der DDR. Berlin 1996, S. 182. Zahlreiche seiner Ausstellungen kamen Skandalen gegen die DDR-Obrigkeit gleich. „Joseph W. Hubers Ausstellung 1984 wurde vor Eröffnung geschlossen, Gundula Schulzes Auftritt peinlich genau von den wachsam besorgten Organen protokolliert.“ Im Magazin Bildende Kunst 1989 wurde Steins Arbeit unter dem Titel Ein Kaktus im Blumenbeet wie folgt beschrieben:

Kuratierte und organisierte Ausstellungen (Auswahl) 1983 – Helge Leiberg, Grafik 1984 – Joseph W. Huber, Wir sind doch keine Affen 1985 – Gundula Schulze, Aktfotografien – Rainer Görß, Michael Brendel, Lustschutz – Kurt Buchwald, Transportversuche – Tina Bara, Jens Rötzsch, Farbfotografien aus dem Rayon Ivanovo 1986 – Else Gabriel, One Way, Schwarzschild – Kalte Anschläge – Maria Sewcz, Michael Scheffer, Peter Oehlmann, Jörg Knöfel 1987 – Frank Herrmann, Grafik, Fotografie, Übermalungen 1988 – Bertram Kober, Farbfotografien – Florian Merkel, Fotografien, Fotografische Selbstporträts – Claus Bach, Fotografien 1989 – Bernd Lasdin, So sind wir – Jürgen Hohmuth, Bilder einer Deutschen Welt – Harf Zimmermann, Hufelandstr. – Hans Scheuerecker, Michael Wirkner, Klaus Zylla, Köpfe 1990 – Matthias Hoch, Bahnhöfe – Tobias Buddensieg, LKW als Camera Obscura 1991 – Harald Hauswald, Irgendwo zwischen gestern und heute – Olaf Martens, Tagträume – Helge Leiberg, Exposition 1992 – A. R. Penck, Künstlerbücher, Annegret Soltau, Kopfgefühl und Körperdenken 1993 – Berlin Video – Videokunst von den Anfängen bis zur Gegenwart, Miron Zownir, New York’s Finest 1994 – Nat Finkelstein, Merry Monster, Klaus Elle, Suche 1995 – Martin Zeller, Max Baumann – Wahrnehmung, Kain Karawahn, Entzündungen, Robert Lebeck, Porträts 1996 – „Ars Baltica – Triennale der Photokunst“ 1997 – Tina Bara, quartier 1998 – Positionen I – Positionen zur Farbfotografie I 1999 – Positionen zur Farbfotografie II – Das Menschenbild, Kleine Welten – Fotografien und Video 2000 – Positionen der Farbfotografie III – Abstraktion I, Wibke Leister, Zustandsberichte 2001 – Kein schöner Land – topografische Fotografien zwischen Virtualität und Idylle, Positionen der Farbfotografie IV – Abstraktion II 2002 – und ich? – Selbstbehauptungen zeitgenössischer Fotografen, Interieur – der schöne Schein 2003 – Tina Bara, fragile Porträts, Matthias Leupold, Fotoinszenierungen 1983-2001 2005 – Peter Freitag, Ebays 2006 – Reinhard Kühl, Grüße aus Berlin

Literatur (Auswahl) Longest F. Stein (Hrsg.): Sehtest. Material zur Geschichte einer Galerie. Kunstförderverein Treptow, Berlin . Longest F. Stein (Hrsg.): Die Vergangenheit hat erst begonnen: Szenische Photographien 1983–1999. Schaden und Schaden, Köln 2003.

Weblinks Kunstförderverein Treptow Persönliche Seite von Longest F. Stein

Einzelnachweise

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