Die UNO-Flüchtlingshilfe e. V. ist ein deutscher Verein mit Sitz in Bonn. Sie ist der deutsche Partner des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen UNHCR. Seit 1980 engagiert sich die UNO-Flüchtlingshilfe als gemeinnütziger Verein für Menschen auf der Flucht und unterstützt Flüchtlingsprojekte weltweit.

Geschichte Die Nichtregierungsorganisation wurde als Verein Deutsche Stiftung für UNO-Flüchtlingshilfe 1980 in Bonn gegründet, nachdem in einer ARD-Reportage erschütternde Aufnahmen aus einem Flüchtlingslager in Somalia gezeigt und zu Spenden an den UNHCR (Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen) aufgerufen worden war. Zuvor hatte der damalige UNHCR-Vertreter in Deutschland, Yefime Zarjevski, in einem TV-Interview auf die dringliche Lage in Somalia aufmerksam gemacht. In nur wenigen Tagen kamen damals mehr als 1,2 Millionen D-Mark an Spenden zusammen. Da der UNHCR als internationale Organisation in Deutschland keine steuerbegünstigten Spenden entgegennehmen konnte, wurde die als gemeinnützig anerkannte Deutsche Stiftung für UNO-Flüchtlingshilfe gegründet.

Mit zunehmenden Finanzmitteln wurde eine Geschäftsstelle mit hauptamtlichen Mitarbeitern eingerichtet. 2004 wurde die Deutsche Stiftung für UNO-Flüchtlingshilfe in UNO-Flüchtlingshilfe e. V. umbenannt. Daneben wurde ebenfalls 2004 eine Stiftung gegründet, die UNO-Flüchtlingshilfe-Stiftung, um die Arbeit der NGO zur Unterstützung der Flüchtlinge langfristig zu sichern. Diese Förderstiftung unterstützt ausschließlich Projekte des Vereins.

Ziele und Arbeitsweise Ziel der NGO ist es, das Leben von Flüchtlingen zu schützen und dazu beizutragen, dass Flüchtlinge ein menschenwürdiges Leben führen und ihr Schicksal wieder in die eigene Hand nehmen können. Drei zentrale Aufgaben werden von der UNO-Flüchtlingshilfe umgesetzt: Die Mobilisierung der Zivilgesellschaft für die finanzielle Unterstützung der weltweiten, lebensrettenden Einsätze des UNHCR. Die Förderung von Projekten für Flüchtlinge in Deutschland. Informationsarbeit zu Flucht, Fluchtursachen und -schicksale, die zur Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung der Zivilgesellschaft beitragen.

Als deutscher Partner des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) steht der Flüchtlingsschutz im Zentrum der Arbeit der UNO-Flüchtlingshilfe. Internationaler Flüchtlingsschutz wird durch die finanzielle Unterstützung des UNHCR gefördert. Im nationalen Flüchtlingsschutz ist die Projektförderung ein entscheidendes Mittel. Hier liegt der Fokus auf der Rechtsberatung und Verfahrensbegleitung sowie auf der psychologischen und sozialen Beratung und Betreuung von Geflüchteten. Da besonders Schutzbedürftige wie etwa Frauen, Kinder oder Menschen mit Behinderung am schwersten von Flucht und Vertreibung betroffen sind, werden Projekte für diesen Personenkreis sowie Projekte in strukturschwachen Gebieten bevorzugt gefördert.

Die UNO-Flüchtlingshilfe arbeitet rein spendenfinanziert ohne staatliche Mittel. Der Verein veröffentlicht jährlich einen ausführlichen Jahresbericht, der die aktuellen Gesamteinnahmen sowie die Aufteilung der Spendengelder offenlegt. Seit 2003 wird der UNO-Flüchtlingshilfe das DZI-Spendensiegel zuerkannt. Seit 2020 trägt sie außerdem das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats, das belegt, dass die UNO-Flüchtlingshilfe mit den ihr anvertrauten Geldern verantwortungsvoll umgeht und alle Strukturen, Tätigkeiten, Projekte und Finanzen offenlegt.

Verein Der ehrenamtliche Vorstand der UNO-Flüchtlingshilfe wird von der Mitgliederversammlung gewählt. Seit 2022 ist Ricarda Brandts Vorstandsvorsitzende. Stellvertretende Vorsitzende sind ebenfalls seit 2022 Günther Burkhardt und seit 2026 Dietrich Suhlrie. Beisitzer im Vorstand sind Serdar Yüksel und Silke Köser. Dem Aufsichtsrat gehören Bernhard von Grünberg (Vorsitzender), Tim Moritz Hector, Katharina Thote (Vertreterin des UNHCR in Deutschland), Berivan Aymaz und Kolja Naumann an. Als Nationaler Direktor und hauptamtlicher Geschäftsführer ist seit Juli 2025 Mark Ankerstein, zuvor Aufsichtsratsmitglied bei der Christoffel-Blindenmission East- and South Africa, tätig. Er folgte in dieser Position auf Peter Ruhenstroth-Bauer.

Bilanz 2025 Im abgelaufenen Jahr 2025 hat die UNO-Flüchtlingshilfe insgesamt Einnahmen von 51,1 Millionen Euro erzielt. Dies stellt eine Steigerung um 7,4 Prozent im Vergleich zu 2024 (47,6 Millionen Euro) dar. 38,4 Millionen Euro konnten für die Flüchtlingsprogramme des UNHCR bereitgestellt werden. Der größte Anteil der Projektförderung wird für die UNHCR-Nothilfe verwendet. Daneben unterstützt die UNO-Flüchtlingshilfe Bildungsprogramme, um Flüchtlingen – vor allem Frauen, Kindern und Jugendlichen – Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben zu geben. Für deutsche Projekte konnte die UNO-Flüchtlingshilfe 2025 1,7 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Der Aufwand für Personal und Verwaltung im Bereich internationaler und nationaler Projektförderung betrug 0,2 Millionen Euro.

Kampagnen und Ausstellungen Um das Bewusstsein in Bezug auf das Flüchtlingsthema innerhalb der Gesellschaft zu stärken, hat die UNO-Flüchtlingshilfe zahlreiche Kampagnen ins Leben gerufen und sich an UNHCR Kampagnen beteiligt. So wird unter dem Hashtag „#withrefugees“ auf den sozialen Medien Aufmerksamkeit, Anteilnahme sowie Verständnis für Flüchtlinge erzeugt.

In der 2024 gestarteten Kampagne "Hilft sicher" riefen prominente Persönlichkeiten wie Matthias Brandt, Annette Frier, Sebastian Koch, Adnan Maral, Valerie Niehaus, Kirill Petrenko, Gesine Schwan, Natalia Wörner, die damalige Bundestagspräsidentin Bärbel Bas und ihre Vorgänger Norbert Lammert, Rita Süssmuth und Wolfgang Thierse zur Unterstützung von Geflüchteten auf.

Jeden Winter kreiert die UNO-Flüchtlingshilfe eine eigene themenorientierte Kampagne, die aktuelle Krisen zum Thema Flucht in den Vordergrund stellt. Im Juni 2026 wurde die UNO-Flüchtlingshilfe für die Kampagne "Winter ist kein Spaß" mit dem 1. Platz des Deutschen Fundraising-Preises ausgezeichnet. In der Begründung heißt es:

Ihr 40-jähriges Bestehen feierte die UNO-Flüchtlingshilfe 2020 unter dem Motto „Leben retten, Kunst gewinnen“ mit einer Kunstlotterie, an der sich u. a. Künstler wie Stephan Balkenhol, Norbert Bisky, Viola Bittl, Monica Bonvicini, Olafur Eliasson, Douglas Gordon, Katharina Grosse, Anselm Kiefer, Markus Lüpertz, Trevor Paglen und Julius von Bismarck beteiligten. 2021 wurde die UNO-Flüchtlingshilfe dafür mit dem 2. Platz des deutschen Fundraising-Preises 2021 im Bereich „Kampagne“ ausgezeichnet.

Mit Ausstellungen versucht die UNO-Flüchtlingshilfe immer wieder erfolgreich für das Thema Flucht zu sensibilisieren. Seit vielen Jahren reist eine Karikaturenausstellung zum Thema Flucht von Karikaturist Thomas Plaßmann durch die Bundesrepublik. Weitere Ausstellungen folgten mit Schwarz-Weiß-Fotografien des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado in der Bundeskunsthalle Bonn sowie mit der Ausstellung „stille Flucht“ des Kölner Fotografen Boris Becker. In einer Ausstellung der Fotografin Alea Horst kamen Flüchtlingskinder auf Lesbos zu Wort. Aktuell werden die Zusammenhänge von „Klimakrise und Flucht“ in einer kostenlosen Poster-Ausstellung erklärt und Folgen des Klimawandels für Menschen auf der Flucht sowie innovative Lösungsansätze dargestellt.

Prominente Unterstützerinnen und Unterstützer, Schirmherrschaft Seit September 2021 sind die Berliner Philharmoniker die musikalischen Botschafter der UNO-Flüchtlingshilfe und unterstützen die Organisation in der Öffentlichkeitsarbeit und bei Fundraising-Aktionen. Die Organisation kann zudem auf ein Netzwerk prominenter Persönlichkeiten wie den Schauspielerinnen Annette Frier und Valerie Niehaus oder Moderator Yared Dibaba zählen, die sich regelmäßig in verschiedenen Formaten zu ihrer Botschafterrolle und der Arbeit der UNO-Flüchtlingshilfe positionieren.

Traditionell übernimmt die Bundestagspräsidentin/der Bundestagspräsident die Schirmherrschaft für die Nichtregierungsorganisation. Seit Oktober 2025 ist Bundestagspräsidentin Julia Klöckner Schirmfrau der UNO-Flüchtlingshilfe.

Weblinks Offizielle Website der UNO-Flüchtlingshilfe

Belege

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