mini|hochkant|Will Power 2021 Will Power (* 1. März 1981 in Toowoomba, Australien) ist ein australischer Automobilrennfahrer. Seit 2008 startet er in der IndyCar Series und gewann dort 2014 und 2022 die Meisterschaft. 2018 konnte er die 500 Meilen von Indianapolis gewinnen. Von 2009 bis 2025 fuhr er für das Team Penske, seit 2026 ist er bei Andretti Global unter Vertrag.

Karriere Anfänge im Motorsport (1998–2002) Im Jahr 1998 nahm Power an der australischen Formel Ford teil, im Jahr 2000 erreichte er den siebenten Rang in der Gesamtwertung. Ein Jahr später wurde er Vizemeister. 2002 gewann er den Meistertitel der Australian Drivers’ Championship und wurde, obwohl er nicht zu allen Rennen angetreten war, Vizemeister in der australischen Formel-3-Meisterschaft.

Britische Formel 3, Formel Renault 3.5 (2003–2005) 2003 wechselte Power in die britische Formel-3-Meisterschaft. Er startete aber nur bei wenigen Rennen und wurde 14. in der Gesamtwertung. Ein weiteres Jahr blieb er in dieser Meisterschaft und verbesserte sich auf den neunten Gesamtrang. In beiden Jahren gelang ihm kein Sieg und seine besten Resultate waren mehrere zweite Plätze. Als Power zwischenzeitlich kein Geld mehr für die britische Formel-3-Meisterschaft auftreiben konnte, half ihm sein Landsmann Mark Webber mit 500.000 Euro aus.„Webber rettete Powers Karriere“ (Motorsport-Total.com am 7. August 2010) Im Jahr 2004 absolvierte er Testfahrten für das Formel-1-Team von Minardi, dass seinem Landsmann Paul Stoddart gehörte damals. 2005 wechselte Power in die Formel Renault 3.5 zu Carlin Motorsport. Er entschied zwei Rennen für sich und belegte am Saisonende den siebten Gesamtrang. Den letzten Lauf lieẞ er aus, da er am gleichen Wochenende sein Debüt in der Champ-Car-Serie gab. Power startete bei den Rennen in Australien (15.) und Mexiko (10.), er belegte den 22. Gesamtrang in der Meisterschaft mit 17 Punkten.

Champ Car (2006–2007) Nachdem Power im Winter 2005/2006 bei zwei Rennen der A1GP gefahren war, kehrte er 2006 in die Champ-Car-Serie zurück und bestritt eine komplette Saison für das Team Australia. Power gewann zwar kein Rennen, wurde aber als bester Rookie Sechster in der Meisterschaft. Im Jahr 2007 startete Power mit einem Sieg zum Saisonauftakt in die Saison. Mit einem zweiten Sieg belegte er am Saisonende den vierten Platz in der Gesamtwertung.

IndyCar Series (seit 2008) 2008 miniatur|Power trat 2008 in der IndyCar Series an Nach dem Zusammenschluss von Champ Car und IndyCar Series 2008 wurde sein bisheriges Team aufgelöst und Power wechselte zu einem weiterhin in den australischen Nationalfarben lackierten Auto des Teams KV Racing. Er gewann das Rennen in Long Beach, dass zugleich das letzte Rennen in der Champ-Car-Geschichte war. In der Gesamtwertung belegte er am Saisonende den zwölften Gesamtrang. Als zum Ende der Saison keine Einigung über die Zukunft des australischen Rennens in Surfer’s Paradise gefunden werden konnte, wurde auch das Sponsoring für Power nicht mehr verlängert. So kam es zur Trennung zwischen ihm und KV Racing, die 2009 zumeist nur einen Rennwagen eingesetzt hatten.

2009 Zunächst nur für das erste Rennen der IndyCar-Series-Saison 2009 kam Power als Ersatz für den durch eine Gerichtsverhandlung verhinderten Hélio Castroneves, beim Team Penske zum Einsatz. Nachdem Castroneves bereits nach dem ersten Saison-Rennen zurückgekehrt war, setzte Penske bei insgesamt sechs Rennen ein zusätzliches Auto ein für Power. Er zeigte gute Leistungen und gewann das Rennen in Edmonton. Seine Saison endete jedoch frühzeitig nach einem schweren Unfall auf der unebenen Strecke von Sonoma. Nelson Philippe hatte sich im Qualifying direkt hinter einer Bergkuppe gedreht und dabei den Motor abgewürgt. Während der direkt nachfolgende E. J. Viso das Auto noch haarscharf verfehlte, krachte Power voll in das Hindernis. Als Folge war die Saison 2009 für beide Fahrer frühzeitig beendet. Power hatte sich zwei Wirbel gebrochen. In der Meisterschaft belegte er den 19. Rang.

2010 Wegen seiner guten Leistungen entschied sich Roger Penske für die Saison 2010, neben den bisherigen Stammpiloten Ryan Briscoe und Hélio Castroneves, einen dritten Rennwagen für Power einzusetzen.„In trockenen Tüchern: Power bleibt bei Penske“ (Motorsport-Total.com am 19. November 2009) Er startete gut in die neue Saison und übernahm mit Siegen in den ersten beiden Saisonrennen in São Paulo und Saint Petersburg, wo er von der Pole-Position startete, die Meisterschaftsführung. Bei den nächsten zwei Rennen, die wie die ersten beiden auf Rundkursen stattfanden, errang er jeweils die Pole-Position und wurde einmal Dritter und einmal Vierter. Bei den nächsten vier Rennen, die auf Ovalkursen ausgetragen wurden, knüpfte Power nicht an die Erfolge auf den Rundstrecken an und verlor die Führung in der Meisterschaft nach dem siebten Rennen an Dario Franchitti. Mit einem fünften Platz beim achten Rennen in Newton, seine beste Platzierung in einem Oval, erhielt er die Führung nach nur einem Rennen wieder zurück. Beim neunten Rennen in Watkins Glen, dass der Auftakt zum zweiten Rundstrecken-Abschnitt der Saison war, gewann er sein drittes Rennen. Dabei startete er von der Pole-Position, erzielte die schnellste Rennrunde und führte das Rennen die meisten Runden an. Das folgende Rennen in Toronto entschied Power ebenfalls für sich. Bei den nächsten zwei Austragungen wurde er von der Pole-Position startend Zweiter. Ein Jahr nach seinem Unfall in Sonoma gewann Power auch das letzte Rundstreckenrennen der Saison und er ging mit einem großen Vorsprung in die letzten Veranstaltungen der Meisterschaft. Beim ersten Rennen in Joliet verlor Power durch einen Defekt wertvolle Punkte. Da beim letzten Boxenstopp zu wenig Treibstoff nachgefüllt wurde, musste Power kurz vor Ende des Rennens nochmals an die Box und er verlor seinen zweiten Rang. Bei den nächsten zwei Rennen reduzierte Franchitti den Vorsprung auf Power in der Meisterschaft. Zum Saisonfinale in Homestead ging Power als Meisterschaftsführender ins Rennen. Nach einer Mauerberührung musste Power mit einem Aufhängungsschaden an die Box fahren. Zwar kam er nach einer Reparatur erneut auf die Strecke, musste allerdings nach wenigen Runden endgültig aufgeben. Franchitti reichte schließlich ein achter Platz zum Gewinn der Meisterschaft. Mit 602 zu 597 Punkten war Power Vizemeister und gewann die Mario-Andretti-Trophäe, die an den erfolgreichsten Piloten auf den Rundkursen vergeben wurde, mit über 100 Punkten Vorsprung auf Franchitti.

2011 miniatur|Power in Long Beach 2011 bestritt Power seine zweite komplette Saison für Penske.“Izod IndyCar Series notebook: Wheldon's lawsuit against Panther resolved, and he might return to team” (indystar.com am 2. Oktober 2010) Nachdem Power im ersten Saisonrennen von der Pole-Position startend den zweiten Platz erreicht hatte, erzielte er beim zweiten Rennen im Barber Motorsports Park einen Start-Ziel-Sieg.„Will Power gewinnt Barber-Crashfest!“ (Motorsport-Total.com am 11. April 2011) Beim dritten Rennen in Long Beach erzielte Power zwar erneut die Pole-Position, im Rennen kam er aber nur auf dem zehnten Platz ins Ziel, da sein Teamkollege Castroneves, der sich bei einem Restart verbremste, mit ihm kollidierte.„Penske-Crash: Kein böses Blut“ (Motorsport-Total.com am 18. April 2011) Im vierten Rennen in São Paulo, das das vorerst letzte Nicht-Oval-Rennen war, folgte Powers zweiter Saisonsieg von der Pole-Position. Beim Indianapolis 500, dem ersten Ovalrennen der Saison, kam er auf dem 14. Platz ins Ziel. Zwei Wochen später, beim Rennwochenende in Fort Worth, an dem zwei Rennen stattfanden, erzielte Power, nach einem dritten Platz im ersten Rennen, seinen ersten Sieg auf einem Ovalkurs.„Texas 2: Powers erster Oval-Sieg - Franchitti stinksauer“ (Motorsport-Total.com am 12. Juni 2011)

Bei der Rückkehr auf die Straßenkurse in Toronto erzielte Power die Pole-Position und führte das Rennen bis zu einer Gelbphase an. Durch einen Boxenstopp fiel er ins Mittelfeld zurück. Zunächst kollidierte er mit Franchitti, wodurch er weitere Plätze verlor, und eine Kollision mit Alex Tagliani beendete sein Rennen schließlich endgültig.„Franchitti und Dixon überstehen Toronto-Chaos“ (Motorsport-Total.com am 10. Juli 2011) In Edmonton folgte Powers vierter Saisonsieg. In Lexington fiel Power erneut durch eine für ihn unglückliche Gelbphase ins Mittelfeld zurück. Beim darauffolgenden Rennen in Loudon wurde er als Fünfter gewertet, nachdem er beim finalen Restart auf feuchter Strecke mit anderen Fahrzeugen kollidiert war und das Rennergebnis schließlich auf den Stand vor dem Restart gesetzt wurde. Power war zuvor allerdings so aufgebracht über die Entscheidung der Rennleitung das Rennen nochmals freizugeben, dass er eine obszöne Geste in Richtung Rennleiter zeigte. Dafür wurde Power mit einer Bewährungsstrafe bis zum Saisonende belegt und musste zudem 30.000 US-Dollar Strafe zahlen.„Will Power für ‚Stinkefinger‘ bestraft“ (Motorsport-Total.com am 26. August 2011)

miniatur|Power im Penske-Dallara in Motegi 2011 Bei den folgenden zwei Rennen auf den Rundstrecken in Sonoma und Baltimore erzielte er, von der Pole-Position startend, zwei Siege und führte beide Rennen die meiste Zeit an. Mit einem zweiten Platz in Motegi übernahm Power zwei Rennwochenenden vor Saisonende wieder die Führung in der Meisterschaft. Beim zweitletzten Rennen in Sparta führte Power das Rennen an, bis sein Auto beim Boxenstopp bei einer Kollision mit Ana Beatriz beschädigt wurde. Daraufhin war er nicht mehr an der Lage konkurrenzfähige Rundenzeiten zu fahren und kam auf dem 19. Platz ins Ziel. Damit verlor er die Meisterschaftsführung an Franchitti. Beim letzten Saisonrennen auf dem Las Vegas Motor Speedway war Power in einen Massenunfall, der 15 von 34 Autos betraf, verwickelt. Power hob ab und flog mehrere Meter durch die Luft. Er konnte das Fahrzeug aus eigener Kraft verlassen, wurde aber anschließend mit Schmerzen im unteren Rückenbereich in ein Krankenhaus eingeliefert. Es wurden keine ernsthaften Verletzungen festgestellt.„Will Power aus Krankenhaus entlassen“ (Motorsport-Total.com am 17. Oktober 2011) Dan Wheldon erlitt bei diesem Unfall tödliche Verletzungen.„Massencrash in Las Vegas - Sorge um Dan Wheldon“ (Motorsport-Total.com am 16. Oktober 2011) Power beendete die Saison erneut als Zweiter der Gesamtwertung mit 573 zu 555 Punkten hinter Franchitti. Wie im Vorjahr gewann er die Mario-Andretti-Trophäe für den erfolgreichsten Piloten auf den Straßenkursen.

2012 mini|Power in Detroit