Der Turnverein 05/07 Hüttenberg e. V. (kurz: TV Hüttenberg) ist ein Sportverein aus Hüttenberg im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.
Bekannt wurde der Verein durch seine Handballmannschaft, die bis 1985 insgesamt fünfzehn Jahre lang in der Bundesliga spielte, davon acht Jahre in der eingleisigen Bundesliga. In den Jahren 2011 und – nach einem Durchmarsch aus der 3. Liga – 2017 kehrte der TV Hüttenberg für jeweils ein Jahr in die Bundesliga zurück. Seitdem spielt das Team in der 2. Bundesliga.
Chronik Der TV Hüttenberg entstand 1969 durch den Zusammenschluss der Vereine TV Hochelheim (gegründet 1905) und TV Hörnsheim (gegründet 1907). Einer der entscheidenden Auslöser für den Zusammenschluss war die Neu-Bildung der Gemeinde Hüttenberg im Jahr 1968. Beide Vereine waren bereits zuvor überregional als Handballhochburgen bekannt.
1968 wurde Rudolf Spengler Trainer. Er blieb dies bis 1979. Dies war die sportlich erfolgreichste Zeit des Vereins. Er erreichte 1972 den Aufstieg in die damals noch zweigleisige Bundesliga. 1974 wurde Hüttenberg Erster der Bundesliga Süd. 1977 und 1978 wurde der Club DHB-Vize-Pokalsieger und 1978/79 nahm er am Europapokal teil. Zur Saison 1979/80 übernahm Peter Barthelmey das Traineramt von dem nach elf Jahren ausscheidenden Rudolf Spengler. Die Mannschaft wurde Bundesliga-Vierter, geriet aber in der folgenden Saison in Abstiegsnöte. Rudolf Spenglers Sohn Horst Spengler, Kapitän der deutschen Weltmeistermannschaft von 1978, übernahm zusammen mit Klaus Meineke und Harald Ohly als Spielertrainer und rettete den TVH auf Rang neun. Als Gründungsmitglied der eingleisigen Handball-Bundesliga hielt sich der Verein noch bis 1985 in der höchsten deutschen Spielklasse.
In den 1990er Jahren wurde der TV Hüttenberg durch den Lokalrivalen HSG Wetzlar überflügelt und musste für einige Jahre sogar den Gang in die Regionalliga antreten. 2004 gelang der Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. 2011 konnte Hüttenberg als Zweiter in der 2. Bundesliga Süd die Relegationsspiele um den Aufstieg erreichen. Die Mannschaft setzte sich gegen GWD Minden durch und feierte den Wiederaufstieg in die Bundesliga. Doch bereits in der folgenden Saison musste der TV Hüttenberg den sportlichen Abstieg in die 2. Bundesliga hinnehmen, aus welcher der TVH im Sommer 2015 erneut abstieg.Wetzlar feiert Bundesligaverbleib – Hüttenberg steigt ab, handball-world.com am 31. Mai 2012 Nach einer erfolgreichen Saison 2015/16 in Liga 3 mit 54:6 Punkten folgte der Aufstieg in die 2. Bundesliga., mittelhessen.de am 11. Juni 2016
Dank einer geschlossenen Leistung der Mannschaft um Trainer Aðalsteinn Eyjólfsson erkämpfte sich der TVH in der Spielzeit 2016/17 einen respektablen zweiten Tabellenrang in der 2. Bundesliga und den damit verbundenen Aufstieg in die Bundesliga. Mit dem erneuten Aufstieg nach 2011, nach einem „Herzschlagfinale“ am letzten Spieltag, gelang Hüttenberg als erstem Team seit dem Bestehen der eingleisigen zweiten Bundesliga ein Durchmarsch aus der 3. Liga bis in die Bundesliga.
Am 23. Oktober 2017 trat Emir Kurtagic die Nachfolge von Eyjólfsson an. Nach der 23:28-Niederlage gegen die Füchse Berlin am letzten Spieltag der Saison 2017/18, stieg Hüttenberg wieder in die 2. Bundesliga ab. Im Winter 2020 löste der seitherige Co-Trainer Johannes Wohlrab Frederick Griesbach als Cheftrainer ab. Zur Saison 2023/24 wurde der bisherige Co-Trainer Stefan Kneer Trainer der ersten Männermannschaft. In der Spielzeit 2024/25 wurde der Bundesligaaufstieg am letzten Spieltag durch eine Niederlage beim Tabellenvierzehnten Eulen Ludwigshafen knapp verpasst.TV Hüttenberg verpasst Aufstieg. In: lauterbacher-anzeiger.de, 9. Juni 2025.
Maskottchen Zum Start der Rückrunde der Saison 2017/18 in der Handball-Bundesliga stellte der TV Hüttenberg zum ersten Mal ein eigenes Maskottchen vor. Im Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig am 18. Spieltag betrat „Rollo“ die Spielfläche. Die Figur verkörpert dabei die Eigenschaften, die Hüttenberg in der bundesweiten Wahrnehmung ausmachen – Handball und Handkäse. mini|„Rollo“ – Das TVH-Maskottchen
Spielstätten Sportzentrum Hüttenberg Der Verein trägt seine Heimspiele hauptsächlich im 1969 erbauten Sportzentrum Hüttenberg aus, das sich genau an der Grenze der beiden Dörfer Hörnsheim und Hochelheim befindet. Die Halle hat ein maximales Fassungsvermögen von 1600 Zuschauern, bei Bundesligaspielen jedoch meist reduziert auf 1450 Plätze. Neben dem Spielbetrieb der 1. Mannschaft wird die Halle vor allem auch als Heimspielstätte der Frauen- und Jugendmannschaften sowie als Trainingsanlage genutzt.
Sporthalle Gießen-Ost Da die Hüttenberger Sporthalle nach dem Bundesliga-Aufstieg 2017 nicht die Anforderungen der HBL erfüllte, musste sich der Verein für die Saison 2017/18 nach einer neuen Spielstätte umsehen. Dazu wurden zunächst zahlreiche Möglichkeiten geprüft, unter anderem die Errichtung einer Leichtbauhalle auf dem Hüttenberger Festplatz. Schließlich konnte der TVH einen Großteil seiner Heimspiele in der Sporthalle Gießen Ost austragen.TV Hüttenberg geht für Heimspiele in die Osthalle Giessener Allgemeine am 28. Juni 2017 Diese wird hauptsächlich vom Basketball-Bundesligisten Gießen 46ers als Heimspielstätte genutzt. Bei Handballspielen bietet sie Platz für etwa 2600 Zuschauer.
Rittal Arena Wetzlar Aufgrund der Auflagen während der COVID-19-Pandemie war es dem TV Hüttenberg in der Saison 2020/21 nicht möglich, seine Heimspiele vor Publikum in der Sporthalle in Hüttenberg zu absolvieren. Daher beschlossen die Hüttenberger Verantwortlichen ein Ausweichen auf die größere Rittal Arena Wetzlar. Die Heimspielstätte beheimatet auch die HSG Wetzlar und den RSV Lahn-Dill. Damit stand den Blau-Weiß-Roten für die Saison 2020/21 ein Spielort zur Verfügung, der immerhin 800 Zuschauer Corona-konform fassen konnte (anstatt der normalerweise rund 4500 Plätze).stadionwelt.de: TV Hüttenberg spielt in Wetzlar, abgerufen am 20. Januar 2023
Saison 2026/27 Aktueller Kader Nr. Name Position Nationalität GeburtsdatumGröße im Verein seit12 Simon Böhne TW 07.07.20001,88 m 2016 55 Yahav Shamir TW 06.04.19991,85 m 2024 3 Philipp Schwarz LA 22.04.2002 1,90 m 2007 4 David Sehnke RM 07.06.2005 1,90 m 2026 10Paul Ohl RM 08.02.2003 1,92 m 2024 11Lasse Ohl KM 25.02.2005 1,89 m 2024 17 Phil Spandau LA 16.05.2005 1,79 m 2024 18 Tim Rüdiger RA 09.07.1998 1,70 m 2023 19Vít Reichl KM 15.06.19931,88 m 2020 20 Leif Haack RL 22.06.2005 1,97 m 2024 21 Julius Gümbel KM 21.11.2007 1,97 m 2026 25 Torsten Anselm RL 20.01.2004 1,89 m 2025 32 Leon Stehl RA 29.08.2006 1,90 m 2025 33 Georg Löwen KM 08.06.2004 47 Danil Dyatlov RR 26.05.2004 1,90 m 202551 Hendrik Schreiber RM, RR 15.05.19981,91 m 2019 97David Kuntscher RR 15.02.20021,90 m 2022 1,94 m 2026 Legende: TW = Torwart RL = Rückraum Links RM = Rückraum Mitte RR = Rückraum Rechts LA = Linksaußen KM = Kreismitte RA = Rechtsaußen
Trainer- und Betreuerstab Name Amt Nationalität Geburtsdatum Stefan Kneer Cheftrainer 19.12.1985 Sebastian Weber Co-Trainer 02.09.1986
Transfers zur Saison 2026/27 ZugängeNationNameabgebender Verein Julius Gümbelhandball-world.news: Zörb-Nachfolger und neuer Co-Trainer beim TV Hüttenberg vom 28. Januar 2026, abgerufen am 28. Januar 2026 HSG Dutenhofen/Münchholzhausen David Sehnkehuettenberg-handball.de: TVH verstärkt sich im Rückraum vom 16. Juni 2026, abgerufen am 9. Juli 2026 HC Erlangen Georg Löwenhandball-world.news: Spielpraxis in der 2. Liga: Doppelspielrecht für Wetzlars Löwen vom 11. August 2026, abgerufen am 11. August 2026 HSG Wetzlar, Zweitspielrecht Hüttenberg Stand: 11. August 2026 AbgängeNationNameaufnehmender Verein Moritz Zörbgiessener-allgemeine.de: TV Hüttenberg startet mit nur zwei Neuzugängen in die Vorbereitung vom 22. Juli 2026, abgerufen am 17. August 2026 Karriereende Paul Kompenhans HSG Wetzlar Stand: 28. Mai 2026
Bekannte ehemalige Spieler Piotr Przybecki, ehemaliger polnischer Nationalspieler Thomas Schäfer Norbert Bach Peter Barthelmey Dieter Beckmann Richard Boczkowski, 29-facher Nationalspieler, im Kader der deutschen Weltmeistermannschaft von 1978 Gennadij Chalepo, 72-facher belarussischer Nationalspieler Walter Don, früherer deutscher Nationalspieler Axel Huth, früherer deutscher Nationalspieler Klaus Meineke, früherer deutscher Nationalspieler Volker Michel, früherer deutscher Nationalspieler Julius Mohr Harald Ohly, 56-facher deutscher Nationalspieler Staffan Olsson, 358-facher schwedischer Nationalspieler, Weltmeister von 1990 und 1999 Michael Paul, früherer deutscher Nationalspieler Timm Schneider, früherer deutscher Nationalspieler und seit 2023 Geschäftsführer des TV Hüttenberg Arne Rigterink (2004–2010), Geschäftsführer bei Rigterink Logistik GmbH & Co. KG Uli Schaus, früherer deutscher Nationalspieler Horst Spengler, Kapitän der deutschen Weltmeistermannschaft von 1978, mit 147 Länderspielen zeitweiliger Rekordnationalspieler Arno Böckling, früherer deutscher Nationalspieler Klaus Wöller, früherer deutscher Nationalspieler
Bekannte ehemalige Trainer Rudolf Spengler (1968–1979) Jan Gorr (2005–2012) Heiko Karrer (2012–3/2014) Aðalsteinn Eyjólfsson (2/2015–10/2017) Emir Kurtagic (10/2017–6/2019)
Vereins-Platzierungen Saison Liga Platz Bemerkung 1971/72 Handball-Regionalliga Südwest 1. Aufsteiger in die 1. Bundesliga 1972/73 Bundesliga Süd 2. Ausscheiden im Halbfinale gegen den Vertreter der Nord-Gruppe VfL Gummersbach 1973/74 Bundesliga Süd 1. Ausscheiden im Halbfinale gegen den Vertreter der Nord-Gruppe VfL Gummersbach 1974/75 Bundesliga Süd 3. 1975/76 Bundesliga Süd 6. 1976/77 Bundesliga Süd 3. Qualifikation für die eingleisige Bundesliga, Endspielteilnehmer um den DHB-Pokal 1977/78 1. Bundesliga 5. Endspielteilnehmer um den DHB-Pokal 1978/79 1. Bundesliga 7. Europacupteilnehmer 1979/80 1. Bundesliga 4. 1980/81 1. Bundesliga 9. 1981/82 1. Bundesliga 10. 1982/83 1. Bundesliga 8. 1983/84 1. Bundesliga 10. 1984/85 1. Bundesliga 13. Absteiger aus der 1. Liga 1985/86 2. Bundesliga Süd 6. 1986/87 2. Bundesliga Süd 4. 1987/88 2. Bundesliga Süd 7. Halbfinalteilnahme im DHB-Pokal 1988/89 2. Bundesliga Süd 7. 1989/90 2. Bundesliga Süd 3. 1990/91 2. Bundesliga Süd 2. 1991/92 2. Bundesliga Süd 7. 1992/93 2. Bundesliga Süd 8. 1993/94 2. Bundesliga Süd 12. 1994/95 2. Bundesliga Süd 15. 1995/96 2. Bundesliga Süd 7. 1996/97 2. Bundesliga Süd 14. 1997/98 2. Bundesliga Süd 17. Relegation – Absteiger aus der 2. Bundesliga Süd 1998/99 Regionalliga Süd-West 6. 1999/2000 Regionalliga Süd-West 8. 2000/01 Regionalliga Süd-West 4. 3. Runde im DHB-Pokal 2001/02 Regionalliga Süd-West 4. 2002/03 Regionalliga Süd-West 2. 2003/04 Regionalliga Süd-West 1. Aufsteiger in die 2. Bundesliga 2004/05 2. Bundesliga Süd 18. Nicht-Abstieg wg. Lizenzerteilung 2005/06 2. Bundesliga Süd 8. 2006/07 2. Bundesliga Süd 4. 2007/08 2. Bundesliga Süd 9. 2008/09 2. Bundesliga Süd 7. 2009/10 2. Bundesliga Süd 4. 2010/11 2. Bundesliga Süd 2. Aufsteiger in die 1. Bundesliga nach Sieg in der Relegation gegen GWD Minden 2011/12 1. Bundesliga 17. Absteiger aus der 1. Liga 2012/13 2. Bundesliga 10. 2013/14 2. Bundesliga 16. 2014/15 2. Bundesliga 19. Absteiger in die 3. Liga 2015/16 3. Bundesliga Ost 1. Aufsteiger in die 2. Bundesliga 2016/17 2. Bundesliga 2. Aufsteiger in die 1. Bundesliga 2017/18 1. Bundesliga 18. Absteiger aus der 1. Liga 2018/19 2. Bundesliga 10. 2019/20 2. Bundesliga 15. 2020/21 2. Bundesliga 13. 2021/22 2. Bundesliga 4. 2022/23 2. Bundesliga 13. 2023/24 2. Bundesliga 12. 2024/25 2. Bundesliga 3. 2025/26 2. Bundesliga 11. Aufstieg Abstieg
Jugendmannschaften Der TV Hüttenberg spielte in der Saison 2024/25 in der B-Jugend-Bundesliga und stellte in der Vergangenheit mehrere Hessenmeister.
Weblinks
Homepage des Vereins Homepage der Bundesligamannschaft
Einzelnachweise
Huttenberg, TV Huttenberg, TV Kategorie:Sport (Hüttenberg, Hessen) Kategorie:Vereinsgründung 1969