mini|Beutersitz, Luftaufnahme (2015)
Beutersitz war bis 1998 eine eigenständige Gemeinde. Seit dem 27. September 1998 ist sie ein Ortsteil der Stadt Uebigau-Wahrenbrück im südbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster und Teil der Verbandsgemeinde Liebenwerda. Der Ortsteil umfasst die Gemarkung Beutersitz. Er hat entsprechend der brandenburgischen Kommunalverfassung und der Hauptsatzung einen direkt gewählten Ortsvorsteher.
Geographische Lage Beutersitz liegt nördlich der Stadt Wahrenbrück an der Fernverkehrsstraße B 101. Westlich des Ortes fließt die Schwarze Elster.
Beutersitz hat die Ortsteile: Beutersitz (Ort), Beutersitz (Bahnhof) und Beutersitz (Neumühl).
Geschichte mini|links|Beutersitz auf einer geschichtlichen Karte des Kreises Liebenwerda (1910). mini|Beutersitz mini|Beutersitz um 1900
1300/1311 wird der Ort als Bitirscheit bezeichnet. Der Name bedeutet „bei der Grenze gelegen“. Er hatte Mahlfreiheit in den Mühlen zu Wahrenbrück. Beutersitz war Ileburgischer Besitz und wurde 1384 mit der Herrschaft Wahrenbrück an die Herren v. Köckeritz verpfändet. 1423 war das Dorf im Besitz der Familie Freiberg, die den Ort von Rodolf v. Sachsen erworben hatte. Später kaufte es Hans von Gleichen und nach ihm besaß es Baltasar von Harras. 1485 kam es an die Familie Mönch auf Martinskirchen. Im Jahre 1504 stand noch eine Kapelle auf einer zum Dorf gehörenden Wiese an der Elster. Im Jahr 1558 verkaufte Friedrich von Holda die sogenannten Dritthalbdörfer Beutersitz, Theisa und Prestewitz an Siegmund von Brandenstein, welcher aus Neudeck.
1591 kaufte Sigmund von Brandenstein das Dorf, das zuvor im sächsischen Amt Liebenwerda lag und eine Kirchenfiliale von Wahrenbrück war. Wohl im 16. Jahrhundert fiel Beutersitz wieder an das Amt Liebenwerda zurück, mit dem es 1815 an das Königreich Preußen gelangte.
1835 zählte das Dorf 21 Wohnhäuser mit 128 Einwohnern. An Vieh wurden 30 Pferde, 171 Stück Rindvieh, 257 Schafe und 52 Schweine gezählt.
Mit Beginn der Industrialisierung fanden viele Einwohner Arbeit in den umliegenden Kohlegruben. Mit der Errichtung des Beutersitzer Bahnhofs 1871 an der nördlichen Grenze des Ortes zu Langennaundorf an der Bahnstrecke Halle–Cottbus–Guben, konnten zahlreiche Erzeugnisse der Kohlegruben befördert werden.Die Ortsnamen des Kreises Bad Liebenwerda Emilia Crome, Akademie-Verlag Berlin, 1968Geschichte des Kreises LiebenwerdaGeschichten der Territorien und Kreise der Provinz Sachsen, Band 1: Geschichte des Kreises Liebenwerda, Heinrich NebelsieckHeimatkunde für den Kreis Liebenwerda O. Bornschein, O.F. Gandert 1929 Verlag C. Ziehlke Die elektrifizierte Bahnverbindung von Leipzig/Halle nach Cottbus wird von der Regionalbahnlinie RB 43 Falkenberg (Elster) – Cottbus hier als Haltepunkt bedient.
Anlässlich der Ausstellung Expo 2000 wurde 1999 der Mühlgraben im Ortsteil Neumühl zur Gewinnung von Elektroenergie wiederhergestellt. Die mehrfach abgebrannte und veränderte Mühle wurde zuvor 1997 abgerissen.
Bevölkerungsentwicklung Die größten Einwohnerzahlen für Beutersitz wurden in den 1970er und 1980er Jahren mit mehr als 350 registriert. 1589: 18 „besessene Mann“, eigener Dingstuhl und freies Erbrichtergut 1672: 3 wüste Güter mit 18 „besessenen“ Männern und 13 Hufen. 1816: 97 Einwohner 1910: 269 Einwohner 1929: 270 Einwohner 1933: 272 Einwohner 1939: 306 Einwohner 1992: 339 Einwohner 1993: 334 Einwohner 1994: 345 Einwohner 1995: 320 Einwohner 1996: 328 Einwohner 2007: 331 Einwohner 2016: 254 Einwohner 2019: 233 Einwohner
Einzelnachweise
Weblinks
Ortsteil Beutersitz In: Webauftritt der Stadt Uebigau-Wahrenbrück.
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