mini|hochkant|Wolfgang Goetz (1928) Karl Wolfgang Gustav Goetz (* 10. November 1885 in Leipzig; † 3. November 1955 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller. Goetz verfasste insbesondere bühnenwirksame Stücke mit Gestalten aus der preußischen und preußisch-deutschen Geschichte, ferner zeitsatirische Romane und Novellen.

Leben Goetz wuchs als Sohn des Fabrikanten Ernst Goetz in der Ferdinand-Rhode-Straße in Leipzig auf, besuchte die Thomasschule und lebte nach dem Studium als Schriftsteller und Biograph in Berlin. Zur Zeit der Weimarer Republik arbeitete Goetz seit 1920 als Regierungsrat bei der Filmprüfstelle Berlin. 1925 hatte er einen durchschlagenden Erfolg mit dem Theaterstück Gneisenau.Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 189.

Ab 1933 schrieb er regelmäßig Artikel für die nationale, die Stellung des starken Staates betonende Wochenzeitschrift Deutsche Zukunft.Thomas Dietzel, Hans-Otto Hügel: Deutsche literarische Zeitschriften 1880–1945. Ein Repertorium. Walter de Gruyter, 2012, S. 315. Von 1936 bis 1940 war Goetz Vorsitzender der Gesellschaft für Theatergeschichte. Er schrieb zu dieser Zeit verschiedene dem Zeitgeist angepasste, historisierende Theaterstücke, wie beispielsweise 1939 das Schauspiel Kampf ums Reich, über den Dreißigjährigen Krieg, das am 1. Mai 1940 am Berliner Schillertheater mit Heinrich George von Jürgen Fehling uraufgeführt wurde.

Nach Kriegsende war er zunächst unter französischer Verwaltung von 1946 bis 1949 Herausgeber der Zeitschrift Berliner Hefte für geistiges Leben, Mitglied des deutschen PEN-Zentrums, Präsidialmitglied der Vereinigung Deutscher Schriftstellerverbände und Mitbegründer der Akademie der Künste (Berlin), Sektion Literatur, deren ordentliches Mitglied er 1955 wurde. Seit 1954 war er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Wolfgang Goetz starb, nur sieben Tage vor seinem 70. Geburtstag, plötzlich am 3. November 1955 in Berlin an einer Hirnembolie.Abschied von Wolfgang Goetz. In: Hamburger Abendblatt. Freitag, 4. November 1955. S. 10. Abgerufen am 23. November 2019. Die Beisetzung erfolgte am 7. November 1955 auf dem landeseigenen Friedhof Heerstraße im Bezirk Charlottenburg im heutigen Ortsteil Berlin-Westend (Grablage: 5-F-20/21). Rudolf Pechel, Joachim Tiburtius und Walter Franck sprachen dabei Worte des Gedenkens.Wolfgang Goetz' letzter Weg. In: Hamburger Abendblatt. Dienstag, 8. November 1955. S. 6. Abgerufen am 23. November 2019. Birgit Jochens, Herbert May: Die Friedhöfe in Berlin-Charlottenburg. Geschichte der Friedhofsanlagen und deren Grabmalkultur. Stapp, Berlin 1994, ISBN 3-87776-056-2. S. 219.

Werke Erzählungen und Romane

Die Reise ins Blaue, Erzählung, 1920 Das Gralswunder, Roman, 1926 Von Zauberern und Soldaten, Geschichten, 1926 Muspilli, Erzählung, 1929 Franz Hofdemel, eine Mozart-Novelle, Insel Verlag, Leipzig 1932 (Insel-Bücherei 174/2) Der Mönch von Heisterbach, Roman, 1935 Das Glück sitzt an der nächsten Ecke, 1958

Dramen Goetz, Wolfgang,: Kreuzerhöhung / Der böse Herzog, (Zwei Einakter), Berlin, Rowohlt Verlag, 1911 Neidhardt von Gneisenau, Schauspiel, 1922 Robert Emmet, Schauspiel, 1927 Kavaliere, 1930 Kuckuckseier, Theaterstück, 1934 Eines Gottes Wiederkehr, dramatische Legende, 1934 Der Ministerpräsident, Schauspiel, 1935. UA 18. Februar 1936 Staatstheater, Kleines Haus Berlin. Kampf ums Reich, Schauspiel, 1939

Biographien Napoleon, 1926 Mozart (Briefbiographie), 1941 Werner Krauß, 1954

Literatur

Goetz, Wolfgang, in: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main : S. Fischer, 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 189

Weblinks

Wolfgang-Goetz-Archiv im Archiv der Akademie der Künste, Berlin

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Kategorie:Erzählung Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Drama Kategorie:Satire Kategorie:Biografie Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1885 Kategorie:Gestorben 1955 Kategorie:Mann