Kontiguität ( „angrenzend“) bezeichnet in der Semantik eine textkonstituierende Relation zwischen Lexemen, die der gleichen semantischen Ebene angehören.Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft (= Kröners Taschenausgabe. Band 452). Kröner, Stuttgart 1983, ISBN 3-520-45201-4, S. 269.Eva Schoenke: TEXTLINGUISTIK-Glossar. Während die Wiederaufnahme von Lexemen durch Proformen – u. a. im Relativsatz – satzübergreifende Referenz erzeugt, bilden Kontiguitätsbeziehungen das semantische Gerüst eines Textes, z. B. durch:
logische Kontiguität: Frage – Antwort, Start – Landung, Anfang – Ende ontologische Kontiguität: Pflanze – Wurzel, Schwein – grunzen kulturelle Kontiguität: Operation – Krankenhaus, Zug – Schiene situative Kontiguität: hier – da, Ich – Du
Kontiguitäten repräsentieren damit auch Wissensfelder, z. B. durch die Verwendung eines Lexems in einer bestimmten Kollokation:
„drehen“ und „Wind“ in einem meteorologischen Zusammenhang, „schlagen“ und „Sahne“ in einem Kochrezept, „Crash“ und „Kurs“ in einem Börsenbericht.
Kontiguität ist innerhalb der Anaphorik konstitutives Merkmal sogenannter „indirekt anaphorischer“ Beziehungen (Bridging).
Siehe auch Similarität (Linguistik) Textlinguistik
Weblinks
Quellen
Kategorie:Semantik Kategorie:Angewandte Linguistik