Eliyahu Yones (; geboren 25. Dezember 1915 in Wilna, Russisches Kaiserreich; gestorben Januar 2011Cecile Esther Kuznitz: YIVO and the Making of Modern Jewish Culture, S. 261) war ein israelischer Redakteur, Journalist und Schriftsteller. Bekannt wurde er als Autor des Buches Die Straße nach Lemberg.
Leben Eliyahu Yones war der Sohn des HolzschnitzersYones: Die Straße nach Lemberg, S. 229. Yehoshua Ionas und der im Sommer 1923 verstorbenen Menukha Portnoi. Yones wuchs mit Jiddisch als Muttersprache aufYones: Die Straße nach Lemberg, S. 9. und war im polnischen Wilna Mitglied in der sozialistischen jüdischen Organisation Bund. Wilna wurde aufgrund des Hitler-Stalin-Paktes 1939 zu Litauen geschlagen. Nach der sowjetischen Okkupation Litauens 1940 ging Yones nach Lemberg, das seit 1939 von der Sowjetunion annektiert war. Yones erlebte die Besatzung Lembergs 1941 durch die deutsche Wehrmacht nach dem Überfall auf die Sowjetunion. Am 15. November 1941Yones: Die Straße nach Lemberg, S. 37. kam er in ein Zwangsarbeitslager in Kurowice im Rejon Złoczów und hatte hier vor allem beim Bau der Rollbahn Süd im Abschnitt von Lemberg nach Złoczów zu arbeiten. Im August 1943 gelang Yones die Flucht, und er schloss sich als Partisan dem Widerstand in der Region um Lemberg und später der Roten Armee an. Im Kampfeinsatz wurde er am Fuß verwundet, mehrfach operiert und über Moskau nach Sotschi in Militärhospitäler verlegt.
Als er nach dem Zweiten Weltkrieg in Auseinandersetzungen mit dem russischen Geheimdienst geriet, der ihn der Kollaboration bezichtigte, siedelte er 1950 nach Israel um. Mehrfach trat er in Deutschland als Zeuge in Kriegsverbrecherprozessen auf, unter anderem um 1966 gegen den ersten Lagerkommandanten in Kurowice, Ernst Epple.
Yones schrieb seine Geschichte des Widerstands 1954 auf Hebräisch in Israel auf und stimmte 1960 der Veröffentlichung der hebräischen Ausgabe zu.
Auszeichnungen 1944: RotbannerordenYones: Die Straße nach Lemberg, S. 179.
Schriften (Auswahl) Neben zahlreichen journalistischen Berichten und Reportagen verfasste er die Bücher:
Die Straße nach Lemberg. Zwangsarbeit und Widerstand in Ostgalizien 1941–1944. Aus dem Hebr. übers. im Auftr. der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Verfolgung der NS-Verbrechen, Ludwigsburg. Bearbeitet von Susanne Heim. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-596-14258-X. Die Juden in Lemberg während des Zweiten Weltkriegs und im Holocaust 1939–1944. Übersetzung Heike Zaun-Goshen. Herausgeber Susanne Heim, Grzegorz Rossoliński-Liebe. Stuttgart: ibidem-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8382-1186-2.
Weblinks
Newsletter der TU-Berlin (PDF; 156 kB)
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Hebräisch) Kategorie:Überlebender des Holocaust Kategorie:Person des jüdischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus Kategorie:Person (Partisanenkrieg im Zweiten Weltkrieg) Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Sowjetunion) Kategorie:Träger des Rotbannerordens Kategorie:Sowjetischer Emigrant in Israel Kategorie:Pole Kategorie:Israeli Kategorie:Geboren 1915 Kategorie:Gestorben 2011 Kategorie:Mann