Cujo ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Stephen King. Er wurde 1983 gedreht.
Handlung Cujo, ein freundlicher und gelassener Bernhardiner, jagt ein wildes Kaninchen und steckt seinen Kopf in eine Höhle, wo ihn eine tollwütige Fledermaus in die Nase beißt. In der Zwischenzeit bringt die Familie Trenton – der Werbefachmann Vic, die Hausfrau Donna und ihr sensibler kleiner Sohn Tad – ihr Auto zur Reparatur in das ländliche Haus des Mechanikers Joe Camber, wo sie Cujo, das Haustier der Familie Camber, kennenlernen und sich gut mit ihm verstehen.
Donna bemerkt Cujos gebissene Nase, denkt sich aber nichts dabei. Später wird die Ehe von Vic und Donna auf die Probe gestellt, als Vic erfährt, dass Donna eine Affäre mit ihrem Ex-Freund aus der Highschool, Steve Kemp, hatte, während Vics Werbung für einen Werbespot für Müsli misslingt. Die ersten Anzeichen von Cujos Infektion treten auf, wie z. B. Empfindlichkeit gegenüber lauten Geräuschen und Reizbarkeit, obwohl niemand diese Veränderungen in seinem Verhalten bemerkt. Charity und Brett, Joes Frau und Sohn, verlassen das Haus für eine Woche, um Charitys Schwester Holly zu besuchen. Am Morgen ihrer Abreise beginnt das rasende Stadium der Infektion; obwohl Cujo Brett nicht angreift, dreht er bald völlig durch und tötet den alkoholkranken Nachbarn der Cambers, Gary Pervier. Kurz darauf geht Joe zu Garys Haus und findet ihn tot vor. Dann versucht er, die Behörden zu verständigen, bevor Cujo auftaucht und ihn angreift.
Vic verlässt die Stadt auf einer Geschäftsreise, während Donna und Tad zum Haus der Cambers zurückkehren, um weitere Autoreparaturen durchzuführen. Cujo greift sie an, und sie sind gezwungen, in ihrem Ford Pinto Schutz zu suchen. Donna versucht, nach Hause zu fahren, aber die Lichtmaschine des Wagens stirbt ab und die beiden sind im Wagen eingeschlossen. Die heiße Sonne macht die Bedingungen fast unerträglich, und Donna wird klar, dass sie etwas unternehmen muss, bevor sie beide an einem Hitzschlag oder an Dehydrierung sterben. Die Fluchtversuche werden jedoch dadurch vereitelt, dass Cujo wiederholt das Auto angreift, dabei ein Fenster zerbricht und Donna sogar beißt. Vic ist besorgt darüber, dass Donna seine Anrufe nicht beantwortet hat, und kehrt zurück, um nach ihr und Tad zu sehen; er muss jedoch feststellen, dass beide verschwunden sind und sein Haus von Kemp verwüstet wurde. Er verdächtigt den besitzergreifenden Kemp der Entführung, aber die Polizei vermutet, dass seine Frau und sein Sohn im Haus der Cambers sein könnten.
Der örtliche Sheriff, George Bannerman, trifft beim Haus des Mechanikers ein und hat ein kurzes Gerangel mit Cujo; bevor er seine Waffe ziehen kann, stößt Cujo ihn vom Steg in der Scheune und zerfleischt ihn zu Tode. Später versucht Donna, zum Haus zu gelangen, um dem dehydrierten und überhitzten Tad Wasser zu bringen, wird aber von Cujo daran gehindert; sie wehrt ihn mit einem Baseballschläger ab, bis dieser bricht und nur noch ein gezackter Griff übrig bleibt. Cujo stürzt sich auf sie und wird von dem zerbrochenen Baseballschläger in den Bauch aufgespießt. Donna nimmt die Waffe des Sheriffs und erwägt, Cujo zu erschießen, entscheidet aber, dass es wichtiger ist, Tad zu retten. Nachdem Donna Tad in der Küche wiederbelebt hat, bricht Cujo, der noch lebt, durch das Küchenfenster und versucht, Donna anzugreifen. Donna erschießt Cujo jedoch, bevor Vic eintrifft und mit seiner Familie wieder zusammenkommt.
Kritik
Abweichungen zur Romanvorlage King löste seinerzeit einen Sturm des Protestes aus, als er den vierjährigen Tad in der Romanvorlage im Wagen verdursten ließ. Er selbst meinte, Tad sei ihm unter den Fingern weg gestorben (siehe auch den Artikel zum Roman), doch die Leserschaft war so empört, dass Tad in der Filmversion überleben darf. King verzichtet auf den in Filmen üblich gewordenen Der-Tote-steht-noch-einmal-auf-Effekt – im Roman stirbt Cujo an der Baseballschläger-Attacke. Der Roman legt viel mehr Wert auf die direkte Verbindung von Cujos Leiden und dem Monster, das Tad in seinem Kleiderschrank vermutet, so bekommt der Hund teils gespenstische Züge, worauf schon der Anfang des Buches verweist, da Cujo wie eine Reinkarnation des Frauenkillers Frank Dodd (aus Dead Zone – Das Attentat) eingeführt wird: „Das Ungeheuer stirbt nie. Im Sommer 1980 kam es wieder nach Castle Rock.“ Einige Passagen des Romans sind aus der Sicht des kranken Hundes geschrieben; dies wurde im Film nicht umgesetzt.
Deutsche Fassungen Es existieren drei deutsche Synchronfassungen. Die erste deutsche Synchronfassung entstand bei Cine Adaption GmbH in München. Renate Wolf schrieb das Dialogbuch und führte Regie. Die zweite deutsche Synchronfassung wurde bei der Metz-Neun Synchron Studio und Verlags GmbH in Offenbach am Main aufgenommen. Die dritte deutsche Synchronisation entstand bei der Berliner SDI Media Germany GmbH. Andreas Pollak war für die Dialoge zuständig und Boris Tessmann führte Dialogregie.
+RolleDarstellerSynchronsprecher (Kino)Synchronsprecher (VHS)Synchronsprecher (2017)Donna TrentonDee WallaceMonica BielensteinDana GeisslerMelanie HinzeTad TrentonDanny PintauroSandra WolfN. N.Claude HeinrichVic TrentonDaniel Hugh KellyRandolf KronbergN. N.Boris TessmannSteve KempChristopher StoneWolfgang HessRenier BaakenDennis Schmidt-FoßJoe CamberEd LauterUlf J. SöhmischAart VederThomas PetruoCharity CamberKaiulani LeeMaddalena KerrhN. N.Svantje WascherBrett CamberBilly JayneZiad RaghebMalte WinkelmannMik DankouGary PervierMills WatsonMichael RüthMichael DecknerDetlef BierstedtMasenJerry HardinWilmut BorellHelmut WinkelmannUwe BüschkenProfessorMerritt OlsenHorst NaumannMichael PanGeorge BannermanSandy WardKurt Eugen LudwigN. N.Axel LutterRoger FournierRobert BehlingN. N.Wolff von LindenauHubert BurczekDr. MerkatzDaniel H. BlattN. N.HarryTerry Donovan-SmithKlaus MünsterN. N.Uwe JellinekGeorge MearaRobert ElrossKurt ZipsUwe KoschelSantiago ZiesmerReporterinClare NonoRuth FischerIngrid Metz-NeunElisa BannatRoger BreakstoneArthur RosenbergWilli RöbkeHenrik HelgeJaron Löwenberg
Wissenswertes
Warner Bros. entschied, im Trailer zum Film den Hund mit keinem Wort zu erwähnen; es ist stets nur von einer „unheimlichen Bedrohung“ die Rede. Für den Film wurden fünf Bernhardiner herangezogen, je nachdem, was sie besonders gut konnten (Zähnefletschen oder imposant Laufen etc.). Aber auch eine Hundeattrappe und ein Stuntman im Hundekostüm kamen zum Einsatz. Außerdem war für den Fall der Fälle ein Labrador mit Bernhardinerkostüm dabei, der aber letztlich nicht gebraucht wurde. Hauptbestandteil des Hunde-Makeups war Maissirup, der den Tieren besonders gut schmeckte; nach wenigen Minuten hatten sie wieder alles abgeleckt. Der Film soll an heißen Tagen spielen, so dass Donna mit ihrem Sohn im Auto fast erstickt; doch es regnete fast während der gesamten Dreharbeiten. Cujo gehört zu Kings Favoriten, was die Verfilmung seiner eigenen Werke betrifft. Zwischen dem US-amerikanischen Director’s Cut und der internationalen Version des Films gibt es mehrere Unterschiede, die unter anderem die Darstellung des außerehelichen Liebespaares betreffen. Der Film war 1984 von der Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films für den besten Horrorfilm nominiert, außerdem wurde Danny Pintauro für den Young Artist Award vorgeschlagen; gewonnen hat der Film den Publikumspreis 1987 bei Fantasporto. Donna Trentons bzw. Dee Wallaces Seitensprung ist in Wirklichkeit ihr Ehemann Christopher Stone. Der kleine Tad wird gespielt von Danny Pintauro, vielen bekannt aus der Serie Wer ist hier der Boss?.
Neuverfilmung Im März 2025 wurde bekannt gegeben, dass eine Neuverfilmung für Netflix geplant ist. Roy Lee soll als Produzent den Film verantworten.
Literatur Das große Stephen King Film-Buch. Bastei-Verlag, Bergisch Gladbach 1986, ISBN 3-404-28144-6.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1983 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Tierhorrorfilm Kategorie:Filmdrama Kategorie:Thriller Kategorie:Hund im Film Kategorie:Tollwut im Film Kategorie:Stephen-King-Verfilmung