Das World of Warcraft Trading Card Game (kurz: WoW TCG) ist ein Sammelkartenspiel, das sich am MMORPG World of Warcraft von Blizzard Entertainment orientiert. Es erschien erstmals 2006 bei Upper Deck Entertainment, seit 2010 bei Cryptozoic Entertainment. Das Spiel wurde 2013 eingestellt.

Inhalt ist der Konflikt zwischen den beiden Fraktionen des Warcraft-Universums, der rechtschaffenen Allianz und der chaotischen Horde. Das Spiel wurde stetig um neue Möglichkeiten erweitert, so wurden als Novum im Genre die so genannten „Schlachtzüge“ aus der Computerspielvorlage übernommen, bei denen mehrere Spieler ihre Kräfte bündeln müssen, um herausragende Gegner, wie riesige Drachen, zu bekämpfen. Es existiert eine große Szene, in der sowohl regelmäßige Tausch- und Spielabende als auch hochdotierte Weltmeisterschaften veranstaltet werden.

Geschichte Das Spiel wurde am 18. August 2005 von Upper Deck Entertainment angekündigt und schließlich am 25. Oktober 2006 zunächst in den USA veröffentlicht. Seit März 2010 erschien es bei Cryptozoic Entertainment. Dreimal im Jahr wurde das Spiel durch ein neues Set thematisch zusammenhängender Karten erweitert, wobei jedes Jahr einen sogenannten Block bildet, der sich wiederum einem Oberthema widmet. Es wird in spielfertigen Startpackungen, zufällig zusammengestellten Booster-Folienpackungen oder größeren Sammlersets vertrieben.

Am 23. August 2013 gab Blizzard Entertainment bekannt, dass das 21. Set Timewalkers: Reign of Fire das letzte veröffentlichte Set wäre und das Spiel danach eingestellt werden würde.

Spieldetails Jeder Spieler spielt mit einem 60-Karten-Deck und einer Heldenkarte. Der Held legt fest, welche anderen Karten im Deck gespielt werden dürfen (Verbündete bestimmter Fraktionen, charakteristische Fähigkeiten des Helden, Ausrüstungsgegenstände). Das Spiel startet damit, dass ein Spieler zunächst nur diese Heldenkarte kontrolliert. Er kann weitere Karten ausspielen, um seine Kräfte zu erweitern oder seiner Gruppe Verbündete hinzuzufügen. Wie in vielen anderen Sammelkartenspielen ist es das Ziel, durch Kampfhandlungen die Lebenspunkte des Gegners auf 0 zu reduzieren.

Ein nicht unerheblicher Teil des Spielspaßes ergibt sich zusätzlich aus dem Handel mit Spielkarten, dem Sammeln und dem individuellen Aufbauen von Decks.

Spielformate Spielformate legen fest, aus welchem Kartenvorrat ein Deck bestehen darf, um an einem Spiel teilzunehmen. Diese Regelwerke können auch kombiniert werden.

Classic, Core und Block In einem Classic-Deck dürfen alle Karten gespielt werden, die je erschienen sind. Da dies einer unüberschaubaren Menge an Karten entspricht und es Spielstärkenunterschiede zwischen alten und neuen Karten gibt, wurde das populäre Core-Format ins Leben gerufen. Es beschränkt die zur Verfügung stehende Kartenauswahl auf die letzten beiden Blöcke. Als Nebeneffekt gestalten sich erfolgreiche Decks aufgrund einiger dominierender Karten meist monoton. Einen Schritt weiter geht das Block-Format, in dem nur die im aktuellen Block veröffentlichten Karten genutzt werden dürfen.

Constructed und Proxys In einem solchen Deck dürfen auch sogenannte Proxys enthalten sein: Der Spieler besitzt die Karte nicht im Original. Er hat sie fotokopiert oder auf einem Zettel die notwendigen Daten (Ausspielkosten, Angriffskraft, Lebenskraft ggf. spezielle Effekte) notiert und verwendet diesen Proxy stellvertretend im Spiel. Ein Constructed-Deck hingegen besteht aus nur tatsächlich vorhandenen Karten.

Draft In sogenannten Drafts (von engl. draft, ziehen) ziehen Teilnehmer reihum aus Boosterpackungen Karten. Der Zufall hält in hohem Maße Einzug in das Spiel, denn es gilt hier, aus den zufällig zur Verfügung gestellten Karten möglichst schlagkräftige Decks zusammenzustellen. Niemand kann sich auf vorher erstandene, besonders spielkräftige Karten verlassen, die aufgrund ihrer Seltenheit und ihres hohen Preises nicht jedem zugänglich sind.

Lazy Peon Besonders bei Einsteigern beliebt ist dieses Format mit Freizeitcharakter, in dem nur Karten der beiden niedrigsten Seltenheitsstufen erlaubt sind. Entsprechende Karten sind jedem zugänglich und sehr kostengünstig, da bei erfahrenen Spielern meist im Überfluss vorhanden. Aber auch Experten werden durch diese Beschränkung herausgefordert, da sie das eigene Können in den Vordergrund stellt.

Raiddecks Neben dem klassischen 2-Spieler-Spiel gibt es sogenannte Raiddecks (von engl. raid, Schlachtzug), mit denen sich mehrere Spieler einer besonderen Herausforderung stellen können. Vorbild waren dabei die kooperativen Mehrspielerschlachtzüge in World of Warcraft. Für diesen Spieltyp werden ein Raid Master, ähnlich einem Spielleiter in Pen-&-Paper-Rollenspielen, sowie drei bis fünf normale Spieler benötigt. Der Raid Master kontrolliert das Raiddeck, gegen die sich die Gruppe stellt, während die Spieler den Schlachtzug repräsentieren. Die siegreichen Spieler können wertvolle Karten aus dem Schatz – eine beigelegte, nachkaufbare Kartenpackung – gewinnen.

Artwork

Wie bei vielen Sammelkartenspielen wurden die Karten von mehreren Künstlern in verschiedenen Stilen entworfen, darunter Penny Arcades Mike Krahulik („Gabe“), Doug Alexander, Julie Bell, Mauro Cascioli, Matt Dixon, Alex Horley, Todd McFarlane, Jeremy Mohler, Ariel Olivetti, Dan Scott, Greg Staples, Mike Sutfin und Boris Vallejo.

Karten

Kartentypen

Es gibt folgende Karten-Typen:

Held – Dies ist der Charakter, den ein Spieler spielt. Jeder Spieler beginnt mit einem Helden, der bestimmt, welche anderen Karten benutzt oder im Deck verwendet werden können. So können zum Beispiel Horden-Charaktere nur Horden-Verbündete haben. Die Heldenkarte gibt außerdem Auskunft darüber, wie viele Lebenspunkte der Held am Anfang des Spieles hat, sowie über Klasse, Rasse und Berufe. Darüber hinaus hat jeder Held eine einzigartige Fähigkeit, die nur einmal pro Spiel verwendet werden kann; ist dies geschehen, wird sie umgedreht.

Fähigkeit – Fähigkeiten werden von der Hand, oft nach dem Bezahlen von „Ressourcen“, gespielt, um eine sofortige Wirkung im Spiel zu erzielen. Sie können entweder nur während des eigenen Zuges gespielt werden (dies ist der Normalfall) oder jederzeit, also auch während des gegnerischen Zuges, wenn dies auf der Karte vermerkt ist („Sofort-Fähigkeit“). Viele Fähigkeiten sind nicht von allen Klassen im Spiel nutzbar.

Ausrüstung – Es gibt drei verschiedene Arten von Ausrüstungen: Rüstungen, Waffen und Gegenstände. Rüstungen sind defensive Gegenstandskarten, die den Spieler vor Schaden schützen. Wenn eine Rüstung gespielt wurde, kann sie „erschöpft“ werden um den Schaden, den ein Spieler bekommt, zu reduzieren. Der Spieler kann nicht beliebig viele Rüstungsteile auf einmal tragen, so kann er zum Beispiel nur eine Brustrüstung gleichzeitig tragen. Rüstungen können über ihren schützenden Effekt auch weitere Eigenschaften besitzen, die die Fähigkeiten des Helden erweitern. Waffen sind offensive Karten, die zum einen die Nahkampf oder Fernkampffähigkeiten des Helden erweitern, zum anderen aber auch andere Vorteile geben können. Wie Rüstungen, können die Spieler nur eine begrenzte Anzahl an Waffen auf einmal ausgerüstet haben. Um eine Waffe verwenden zu können, müssen zum einen die auf der Karte angegebenen Ressourcen bezahlt werden, sowie die Karte „erschöpft“ werden. Waffen können sowohl beim Angreifen als auch beim Verteidigen verwendet werden.

Gegenstände sind alle anderen Objekte aus dem Onlinespiel, wie Tränke, Schmuckstücke, Ringe und Taschen.

Quest – Quests sind spezielle Karten, die als Ressourcen-Karten agieren. Quests können beendet werden, indem die aufgedruckte Bedingung erfüllt wird, um spezielle Aktionen zu ermöglichen, wie zum Beispiel eine weitere Karte zu ziehen. Danach werden die Quests umgedreht.

Verbündeter – Verbündete sind Karten, die als weitere Charaktere dem „Helden“ im Kampf helfen. Sie sind größtenteils fraktionsspezifisch, was heißt, dass Horden-Verbündete nur Horden-Helden helfen, genauso bei der Allianz. Verbündete bleiben nach dem Ausspielen und Bezahlen der Kosten solange im Spiel, bis sie abgelegt oder getötet werden. Sie können angreifen oder angegriffen werden und geben dem Spieler, sofern auf der Karte entsprechend erwähnt, besondere Fähigkeiten.

Beutekarte – Manchmal enthalten die Boosterpackungen seltene Beutekarten, die Sonderdrucke normaler Karten sind und zusätzlich einen freirubbelbaren Code enthalten, den man wiederum im Onlinespiel World of Warcraft gegen virtuelle Gegenstände eintauschen kann. Diese bringen einem im Spiel zwar keinerlei Vorteile, – es handelt sich um Spaßgegenstände, Haustiere oder Reittiere – haben jedoch einen gewissen Prestigewert aufgrund ihrer Seltenheit.

Jede Karte kann als „Ressource“ ausgespielt werden, jedoch nur eine pro Zug, sie sind vollkommen äquivalent und werden benötigt, um die verschiedenen Kosten der Karten zu bezahlen.

Seltenheit der Karten Die Farbe der Kartennummer steht für deren Seltenheit, weiß steht dabei für verbreitete (Common) Karten. Grün markiert seltene (Uncommon) Karten, während blau rare (Rare) und lila epische (Epic) Karten kennzeichnet. Orange Karten gelten als legendär (Legendary) und repräsentieren die Beutekarten.

Erschienene Sets Dreimal im Jahr erschien ein neues Set, welche in unregelmäßigen Abständen durch Raiddecks, Starter-Decks und andere Sonderausgaben, zum Beispiel zu den Weihnachtsfeiertagen, ergänzt wurden.

Helden von Azeroth (Block 1)

Helden von Azeroth (Azeroth) war der erste veröffentlichte Kartensatz und führte die grundlegenden Mechaniken des Spiels ein. Thematik ist die klassische Ausgabe von World of Warcraft vor Erscheinen jeglicher Erweiterungen. Durch das dunkle Portal (Dark Portal) erschien am 11. April 2007. Sie enthält die Neuheiten des WoW-Erweiterungspaketes Burning Crusade, wie die Völker der Blutelfen und Draenei. Als spielerische Neuerungen wurden die Schlüsselwörter „Als Ziel unanwählbar“ und „Falle“, sowie volksspezifische Karten eingeführt, die nur von Helden des entsprechenden Volkes gespielt werden können. Feuer der Scherbenwelt (Outland) erschien am 22. August 2007 und behob das Ungleichgewicht, dass zuvor beiden Spielerfraktionen nicht die gleichen Heldenunterarten (Talentspezialisierungen) zur Verfügung standen.

Marsch der Legion (Block 2)

Marsch der Legion (Legion) stellt den Kampf gegen die Dämonen der Brennenden Legion dar, die nun neben neutralen Karten der Fraktionen „Aldor“ und „Seher“ spielbar sind. Diener des Verräters (Betrayer) erschien Anfang 2008 und enthält doppelt so viele Heldenkarten wie üblich – also 36 Stück – bedingt dadurch, dass jeder normale Held noch als bösartige Verräter-Version vorhanden war. Passend dazu sind Karten enthalten, die nur mit diesen Helden spielbar sind. Die Jagd auf Illidan (Illidan), einen Dämonenherrscher, und seine Lakaien begann am 1. Juli 2008.

Trommeln des Krieges (Block 3)

Trommeln des Krieges (Drums) ist die erste Booster-Edition des dritten Blocks, der sich den Arenakämpfen aus dem Onlinespiel widmet. Mit ihr werden Orte, Zwei-Klassen-Fertigkeiten und PvP-Ausrüstungssets als neue Kartentypen eingeführt. Erscheinungstermin war der 28. Oktober 2008. Blut der Gladiatoren (Gladiators) führt die Arenakämpfe weiter. Felder der Ehre (Honor) erstreckt die Kämpfe auf Schlachtfelder.

Krieg der Geißel (Block 4)

Krieg der Geißel (Scourgewar) startete am 24. November 2009, damit ein neuer Block mit der Thematik des WoW-Erweiterungspaketes Wrath of the Lich King. Es beinhaltet dementsprechend eine neue Klasse, den sogenannten „Todesritter“. Pforte des Zorns (Wrathgate), ein Kampfschauplatz, wurde am 18. September 2010 freigegeben. Eiskrone (Icecrown) thematisiert den Kampf eines Verbunds aus Allianz und Horde, dem guten Argentumkreuzzug, gegen das Böse in Form der Untoten Geißel. Die üblichen Heldenkarten sind durch Pendants dieser Fraktionen ersetzt.

Worldbreaker (Block 5)