hochkant=0.3|rahmenlos|rechts

mini|500px|Stadtplatz in Mühldorf am Inn

Ensembles Ensemble Altstadt Mühldorf am Inn

Die Siedlung wird im 10. Jahrhundert als Stadt unter Salzburger Herrschaft genannt, doch wurde der Inn-Übergang, dem sie ihre Entstehung verdankt, bereits in provinzialrömischer Zeit benutzt. Wohl im 13. Jahrhundert fand Mühldorf seine Grundrissgestalt innerhalb eines Innbogens, gleichsam in Halbinsellage. Diese Gestalt ergibt sich aus der Funktion der Stadt als Handels-, Stapel- und Umschlagplatz am Inn, der ehemals einer blühenden, dem Fernhandel über die Alpen dienenden Schifffahrt diente. mini|Flurkarte von 1814 Der dominierende, in fast 500 m Länge durch das gesamte Stadtoval vom Münchner- zum Brückentor in leichter Windung sich auf dem Flussufer hinziehende Straßenzug ist der Stadtplatz. Er bot die notwendigen Flächen für die Lagerung der Frachten und den Marktverkehr in der befestigten Stadt. Er teilt sie darüber hinaus in eine südwestliche schmale und eine nordöstliche tiefere, bis zum Fuß des Hochufers vorstoßende Stadthälfte. Letztere wird rippenartig durch sieben alte Handwerkergassen und eine parallel zur ehemals Stadtmauer geführte Längsverbindung sowie den betont vom Marktverkehr abgerückten Kirchenplatz mit der Pfarrkirche erschlossen, während die schmale Hälfte fast gänzlich von sehr tiefen, bis an die ehemals Mauer grenzenden Grundstücken besetzt wird und nur im unteren Teil einen kleinen Platz, Auf der Wiese, aufweist.

Nahezu völlig geschlossen umbaut mit meist viergeschossigen, zum großen Teil dem Spätmittelalter entstammenden Bürgerhäusern, die sich mit schmalen Fassaden über etwa 90 sehr tiefen Grundstücken erheben, ist der Stadtplatz. Die Häuser gehören fast ausschließlich einem historischen Typ des Bürgerhauses, dem Grabendachhaus, an, das sich als städtische Gattung des alpenländischen Flachgiebelhauses in den Inn-/Salzachstädten entwickelt hat. Die geschlossene Bauweise, die Horizontalen der die Giebel bzw. die Grabendächer verdeckenden sogenannten Vorschussmauern, die langen Folgen von Straßenlauben, schaffen einheitliche Platzwände, die darüber hinaus an den Enden durch Tore abgeriegelt sind und auch an den Gasseneinmündungen infolge starker Verengungen und überbrückender Schwibbögen kaum merkliche Öffnungen erfahren. Auch das Rathaus, aus drei mittelalterlichen Bürgerhäusern zusammengezogen, ordnet einer Längsseite in die Flucht der Bürgerhausfassaden einschließt. – mini|Stadtplatz In den Handwerkergassen, auch diese geschlossen bebaut, treten kleinere, niedrigere Bürgerhäuser auf, doch herrscht auch hier das Grabendachhaus weithin noch vor.

Der Kirchenplatz, der sich in der östlichen Spitze der größeren Stadthälfte etwa ringförmig um die bis auf das 10. Jahrhundert zurückgehende Pfarrkirche legt und von kleineren Wohnhäusern, dem spätmittelalterlichen Pfarrhof mit seinem Garten und den großen Neubauten des Caritasheims umbaut ist, bezeichnet in seiner Ausdehnung den 1891 aufgelassenen alten Friedhof. In diesem Bereich, westlich des Kirchenplatzes, hatte sich mit zwei monumentalen Zehentkasten-Gebäuden des 16. Jahrhunderts und der spätmittelalterlichen Fronfeste auch die salzburgische Verwaltung niedergelassen. Mühldorf blieb bis 1802 eine häufig von den bayerischen Herzögen angegriffene, gut befestigte Enklave des Erzstifts Salzburg im Territorialstaat der Wittelsbacher, hat seine Ummauerung aber fast ganz verloren.

Dem Ensemble sind auch die beiden historischen Vorstädte zugezählt, die Spitalvorstadt im Süden mit der barocken Spitalgasse, dem Hl. Geist-Spital und der Brückenstraße, und die Katharinenvorstadt im Nordwesten, die sich vom Münchner Tor bis zum ehemaligen Bergtor (vor Katharinenplatz 38) hinzieht. Letzterer ist ein mittelalterlicher Straßenzug, der in seinem mittleren Teil die geschlossene Bebauung, wie Merian sie zeigt, verloren hat, jedoch das Pflegschloss von 1539 (Finanzamt) die kleine Platzausweitung vor der zurückgesetzten mittelalterlichen Katharinenkirche und einige wirkungsvolle historische Fassadenreihungen im inneren wie im äußeren Teil noch aufweist.

Hinsichtlich der Umgebung des Stadtdenkmals Mühldorf kommt dem bewaldeten Hochuferhang nördlich der Straße Am Stadtwall als Schirm gegen die neueren Stadtteile auf dem Stadtberg besondere Bedeutung zu.

Aktennummer: E-1-83-128-1

Baudenkmäler nach Ortsteilen

Mühldorf

Altmühldorf

Ecksberg

Eichfeld

Hart

Hirsch

Mößling

Ehemalige Baudenkmäler

Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Mühldorf am Inn

Anmerkungen

Einzelnachweise

Weblinks

! Muhldorf am Inn Baudenkmaler Muhldorf am Inn