mini|hochkant|Anton von Ruthner Anton Ruthner, ab 12. August 1853: Anton Edler von Ruthner,Constantin von Wurzbach: . In: Biographisches Lexikon des Kaisertums Österreich. Teil XXVII: Rosenberg – Rzikomsky. Universitätsbibliothek Graz, Graz 1874, S. 303–310. (* 21. September 1817 in Wien; † 16. Dezember 1897 in Salzburg) war ein österreichischer Bergsteiger, Alpenforscher, Geograph und Alpinschriftsteller.

Leben Von Beruf war er Jurist (1841 Dr. iur., Universität Wien), bekannt geworden ist er allerdings als Bergsteiger und Alpinschriftsteller. Er bestieg viele der höchsten Alpengipfel Österreichs, darunter einige auch zum ersten Mal. So war er Mitglied einer großen Gruppe, die am 3. September 1841 den Großvenediger erstmals bestieg. Ruthner war der Erste, der als Pionier der Alpinistik und Hochtouristik die Bergwelt der österreichischen Alpen durchforscht und sachgemäß beschrieben hat.

Gemeinsam mit Paul Grohmann, Friedrich Simony, Edmund von Mojsisovics, Johann Josef Peyritsch und Guido von Sommaruga (1842–1895) gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Österreichischen Alpenvereins (Gründungsdatum: 19. November 1862), dessen Vorstand er bis 1870 angehörte.

Ruthner, der weit über 300 Hochgipfel und Pässe in den Ostalpen erstiegen bzw. überschritten hat, war unter anderem Mitglied der k.k. Österreichischen Geographischen Gesellschaft, auswärtiges Mitglied der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin und Mitglied des Schweizer Alpen-Clubs.Ruthner: Aus Tirol, Titelblatt.

Anton Edler von Ruthner verstarb nach längerer Krankheit am 16. Dezember 1897 im St.-Johanns-Spital, Salzburg; er wurde am 20. des Monats auf dem Salzburger Kommunalfriedhof in einem Eigengrab bestattet.

Wichtigste Erstbesteigungen mini|hochkant|Gedenktafel für die Erstbesteigung des Großvenedigers an der Kürsingerhütte Großvenediger, 3. September 1841 Ruderhofspitze, 30. August 1864

Ehrungen Ihm zu Ehren wurde ein Berg in der Rieserfernergruppe Ruthner Horn bzw. Ruthnerhorn genanntVgl. etwa Josef Stapf-Ruedl: Tiroler Höhenangaben: vom Meer zum Ortler. Selbstverlag, 1895, S. 96 (Digitalisat)., ein Name, der sich nicht gehalten hat. Heute trägt der Berg den Namen Schneebiger Nock ().

Werke Anton von Ruthner war Verfasser von Alpinliteratur, die hauptsächlich in den Publikationen der Alpenvereine veröffentlicht wurde:

Wanderungen auf dem Glocknergebiete. In: Franz Foetterle (Hrsg.): Mittheilungen der k.k. Geographischen Gesellschaft Wien. Band 1: Abhandlungen. Auer (Druck), Wien 1857, S. 105–142. (archive.org). Eine Ersteigung der Ortelesspitze. In: Franz Foetterle (Hrsg.): Mittheilungen der k.k. Geographischen Gesellschaft Wien. Band 2: Abhandlungen. Auer (Druck), Wien 1858, S. 287–294. (archive.org). Uebergang aus dem Ötzthale in das Pitzthal über den Hochvernagt- und Sechsegertenferner. In: Franz Foetterle (Hrsg.): Mittheilungen der k.k. Geographischen Gesellschaft Wien. Band 3: Abhandlungen. Auer (Druck), Wien 1859, S. 130–155. (archive.org). Höhenmessungen aus der Tauernkette. In: Franz Foetterle (Hrsg.): Mittheilungen der k.k. Geographischen Gesellschaft Wien. Band 5: Abhandlungen. Geitler, Wien 1861, S. 199 ff. (archive.org).

Aus dem Oesterreichischen Hochgebirge. Ersteigung der Hohen Wildspitze im Oetzthale. In: Franz Foetterle (Hrsg.): Mittheilungen der k.k. Geographischen Gesellschaft Wien. Band 6. Geitler, Wien 1862, S. 216–243. (archive.org). Wanderungen auf dem Glocknergebiete. (Neue Folge). In: Franz Foetterle (Hrsg.): Mittheilungen der k.k. Geographischen Gesellschaft Wien. Band 6: Abhandlungen. Geitler, Wien 1862, S. 27–63. (archive.org).

Uebergang von Rofen im Oetzthale über die Vernagt- und Gepaatsch-Ferner nach dem Kaunerthale. In: Edmund von Mojsisovics (Hrsg.): Jahrbuch des österreichischen Alpen-Vereines. Band 1. Braumüller, Wien 1865, S. 82–107. (reader.digitale-sammlungen.de). Der Stoder und der Große Priel. In: Edmund von Mojsisovics (Hrsg.): Jahrbuch des österreichischen Alpen-Vereines. Band 1. Braumüller, Wien 1865, S. 323–329. (reader.digitale-sammlungen.de).

Der Olperer im Tuxer Hauptkamm. In: Comité Ficker–Hofmann–Hellwald–Hellwald (Hrsg.): Jahrbuch des österreichischen Alpen-Vereines. Band 3. Gerold, Wien 1867, S. 99–140. (reader.digitale-sammlungen.de). Die Zugspitze im bayerischen Oberlande. In: Comité Ficker–Hofmann–Hellwald–Hellwald (Hrsg.): Jahrbuch des österreichischen Alpen-Vereines. Band 3. Gerold, Wien 1867, S. 163–198. (reader.digitale-sammlungen.de).

Anton von Ruthner verfasste aber auch das reich mit Stahlstichen bebilderte, sechs- bzw. neunbändige geographisch-ethnographische Prachtwerk

Literatur

(Nachruf): Nachruf in den Bozner Nachrichten vom 21. Dezember 1897, Nr. 291, S. 5.

Weblinks

Einzelnachweise

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