mini|Der Bahrebachmühlenviadukt in seiner Funktion als Eisenbahnbrücke Der Bahrebachmühlenviadukt ist eine gemauerte Eisenbahnbogenbrücke über den Bahrebach bei Borna b. Chemnitz. Sie wurde im Zuge der Bahnstrecke Leipzig–Chemnitz von 1868 bis 1871 errichtet. Der Verkehr über die Brücke begann am 8. April 1872 mit Eröffnung der Eisenbahnstrecke. Der Viadukt wurde als „gelungenes Beispiel für die im 19. Jahrhundert gebauten Eisenbahnbrücken, die wegen der freien Einsehbarkeit von Autobahn und Stadtstraße eine besondere Bedeutung besitzt“, als technisches Denkmal unter Denkmalschutz gestellt.A. Kühnel Eine Brücke für die Brücke, in Modellbahnzeitschrift mbz, April/Mai 2001, S. 30.

Die Verkleidung und seitlich liegende Natursteinmauern wurden mit dem Harthauer Chloritschiefer vorgenommen.Frieder Jentsch: Sächsische Gesteine in der Architektur. In: Veröffentlichungen des Museums für Naturkunde Chemnitz, Jg. 28 (2005), S. 5–20, hier S. 19 (Tabelle). Die Bogenfläche und einige Gurtbänder bestehen aus einem Elbsandstein.

Umbau mini|hochkant=2.0|Der Viadukt nach Umbau und Sanierung Der Viadukt stellte für den 6-spurigen Ausbau der A 4 zwischen den Anschlussstellen 69 (Chemnitz-Mitte) und 70 (Chemnitz-Glösa) ein Problem dar, da die Unterführung nicht rechtwinklig erfolgt und die Bogenspannweite nicht ausreichend war. Unter Aufrechterhaltung des Kfz-Verkehrs wurden von 2000 bis 2002 die unteren Teile dreier Pfeiler entfernt und zwei verbreiterte Durchfahrten für jeweils drei Spuren und eine Standspur gebaut. Die Arbeiten begannen 1999 mit dem Anbringen von über 400 Messsensoren und Bau einer bauzeitlichen Abfangkonstruktion für die drei Pfeiler. Die Baukosten wurden mit 9 Millionen DM veranschlagt.A. Kühnel Eine Brücke für die Brücke, in Modellbahnzeitschrift mbz, April/Mai 2001, S. 31.

In 2009 wurde die Brückenkrone des Richtungsgleises Burgstädt erneuert. Der Betrieb blieb bis auf kurze Unterbrechungen auf dem zweiten Gleis bestehen. Die Brückenkrone wurde durch einen modernen Betonunterbau ersetzt. Bis September 2009 wurde das erste Gleis erneuert, danach folgte die Instandsetzung des zweiten Gleises. Die Sanierung wurde Ende 2010 abgeschlossen.

Technische Daten größte lichte Bogenweite: 18 m Höhe über Talsohle: 27 m Gesamtlänge: 225 mDB Netze: (interaktive Karte).

Literatur Karl-Heinz Reintjes: Planung der Unterfangungsarbeiten des Eisenbahnviaduktes über die A4 bei Chemnitz In: Technische Universität Dresden, Fakultät Bauingenieurwesen, Lehrstuhl für Massivbau und „Freunde des Bauingenieurwesens der Technischen Universität Dresden e. V.“: Beiträge zum 8. Dresdner Brückenbausymposium. 12. März 1998. Verein „Freunde des Bauingenieurwesens der Technischen Universität Dresden“, Dresden 1998, S. 157–166, . T. Brand, A. Gatz: Abfangung des denkmalgeschützten Bahrebachmühlenviadukts in Sachsen. In: Tiefbau. Jg. 114, Heft 4, 2002, , S. 184–188 Peter Bodendiek: Trag- und Verformungsverhalten des historischen Bahrmühlenviaduktes. (Untersuchungen mit der Finite-Elemente-Methode). Dissertation an der Fakultät Architektur, Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig 2006 (online: PDF 251 Seiten, 5,4 MB).

Weblinks

Abbildung des Viaduktes aus dem Jahr 1942 im Bildarchiv der Eisenbahnstiftung

Einzelnachweise

Kategorie:Bogenbrücke Kategorie:Steinbrücke Kategorie:Eisenbahnbrücke in Sachsen Kategorie:Bundesautobahn 4 Kategorie:Erbaut 1871 Kategorie:Verkehrsbauwerk in Chemnitz Kategorie:Brücke in Europa