Inu Yasha (jap. , Sengoku Otogizōshi „Inuyasha“, Die mittelalterliche Geschichte „Inu Yasha“) ist eine international erfolgreiche Mangareihe der japanischen Zeichnerin Rumiko Takahashi, die von November 1996 bis Juni 2008 in Japan erschien. Das Werk umfasst knapp 9.500 Seiten, wurde auch als Anime, Kinofilm, Theaterstück, Roman und Computerspiel umgesetzt und lässt sich in die Genres Abenteuer, Fantasy, Drama und Komödie einordnen. 2020 kam die Animeserie Yashahime: Princess Half-Demon ins japanische Fernsehen, die die Abenteuer der Kinder der Protagonisten aus Inu Yasha erzählt.
Die Handlung von Inu Yasha spielt sowohl im Japan der Sengoku-Zeit (15. – 16. Jahrhundert) als auch wechselweise in der Neuzeit. Viele der Charaktere sind Yōkai, Oni oder andere Wesen aus der japanischen Mythologie. Der Hauptcharakter Inu Yasha sowie einige weitere basieren auf den Inugami. Yōkai sind mächtige übernatürliche Wesen, die auch in menschenähnlicher Gestalt auftreten. Im Gegensatz zum westlichen Dämon sind sie aber keineswegs ausschließlich böse. Die Haupthandlung erzählt vordergründig vom Kampf der Hauptcharaktere gegen einen Halbdämon namens Naraku. Die Rahmenhandlung dreht sich um die Dreiecksbeziehungen zwischen Inu Yasha, Kagome und Kikyō.
Handlung Inu Yashas Vorgeschichte Inu Yasha wird in der Sengoku-Zeit als Sohn des Hundeyōkais Inu no Taishō (dt. Herr der Hunde) und der Menschenfrau Izayoi geboren. Als Hanyō, eine Art Halbdämon, verachten ihn die Menschen wie einen vollwertigen Yōkai. Sein Vater kommt ums Leben, als er Izayoi nach Inu Yashas Geburt vor dem Fürsten Takemaru beschützt. Weil Inu Yashas Halbbruder Sesshōmaru, ein vollwertiger Yōkai, ihn für den Tod des gemeinsamen Vaters verantwortlich macht, entwickelt Sesshōmaru eine anhaltende Verachtung gegenüber Inu Yasha.
Danach wächst Inu Yasha bei seiner Mutter und ihrer Familie auf, wird aber wegen seiner Abstammung stets diskriminiert und ausgegrenzt. Nachdem auch seine Mutter gestorben ist, muss er allein zurechtkommen und sich gegen Dämonen behaupten, sodass er ständig stärker wird.
Inu Yasha und das Juwel der vier Seelen Vor hunderten von Jahren drohte die Welt in die Hände der Dämonen zu fallen. Doch die mächtige Priesterin Midoriko stellte sich ihnen entgegen. Die Dämonen verbündeten sich gegen sie und verschmolzen ihre Seelen zum größten und bösesten Dämon. Als die Kräfte der Priesterin nach einem sieben Tage und Nächte währenden Kampf schwanden, drohte ihre Seele von dem Dämon ausgesaugt zu werden. Mit letzter Kraft entzog sie dem Dämon seine bösartige Seele. Aus dieser und ihrer eigenen Seele entstand das Shikon no Tama (四魂の玉, dt. „Juwel der vier Seelen“), in dessen Innerem die beiden Seelen noch immer einen Kampf gegeneinander führen. Die vier Seelen, aus denen das Shikon no Tama besteht, sind Aramitama (荒魂, dt. „Seele des Mutes“), Nigimitama (和魂, dt. „Seele der Freundschaft“), Kushimitama (奇魂, dt. „Seele der Weisheit“) und Sakimitama (幸魂, dt. „Seele der Liebe“). Im reinen Zustand beschützt das Juwel den Besitzer. Es kann aber auch durch Dämonenblut und/oder schwarze Magie verdorben werden und nun die Kräfte von Dämonen um ein Vielfaches verstärken. Um dies zu verhindern, wurde das Juwel der vier Seelen der Priesterin Kikyō zur Obhut überlassen.
Eines Tages trifft Kikyō auf Inu Yasha, der es auf das Juwel abgesehen hat, weil er mit diesem ein vollwertiger Yōkai werden möchte. Doch die Priesterin und der Halbdämon verlieben sich ineinander. Onigumo, ein schwerverletzter Dieb, der von Kikyō in einer kleinen Höhle gepflegt wurde, verliebt sich ebenfalls in sie. Da er aber sehr schwach und furchtbar entstellt ist, erwacht in ihm eine rasende Eifersucht. Und so lässt er sich von Dämonen verzehren, damit er sich ihre Körper und Kräfte zu Nutze machen kann. Er ersinnt in seiner neuen Gestalt, die er Naraku nennt, einen teuflischen Plan, um sich des Juwels zu bemächtigen und so ebenso ein vollwertiger Yōkai zu werden. Die Liebe zu Kikyō, die sein menschlicher Teil empfunden hatte, verdrängt er und Neid und Eifersucht überwiegen. Als Kikyō Inu Yasha das Shikon no Tama bringen will, damit er ein Mensch werden und mit ihr zusammen leben kann, greift Naraku sie in Gestalt von Inu Yasha und ihn in Kikyōs Gestalt an. Durch den scheinbaren Verrat Kikyōs enttäuscht, stürmt der Hanyō ins Dorf, um das Juwel zu stehlen. Die schwer verwundete Kikyō schafft es jedoch, Inu Yasha mit einem Pfeil an einen heiligen Baum zu bannen, wodurch er in einen tiefen Schlaf fällt, obwohl es ihr möglich gewesen wäre, ihn zu töten. Kikyō selbst wurde von Naraku so schwer verletzt, dass sie stirbt. Das Shikon no Tama wird nach ihrem letzten Willen mit ihrer Leiche verbrannt.
Beginn der Juwelensplittersuche Am Ende des 20. Jahrhunderts wird Kikyōs Seele in Kagome Higurashi wiedergeboren, die dadurch auch das Shikon no Tama in sich trägt. Sie ahnt von dieser Tatsache jedoch nichts und lebt zusammen mit ihrer Mutter, ihrem Großvater, ihrem kleinen Bruder Sōta und dem Kater Buyo in einem Schrein in Tokio. An ihrem 15. Geburtstag nähert sich Kagome dem Brunnen im Schrein, als sie nach Buyo sucht und irrtümlich glaubt, der Kater sei hineingefallen. Als Kagome sich vom Brunnen abwendet, bildet der Brunnen ein Zeitportal und ein mächtiger Yōkai namens „Lady Tausendfuß“ zerrt sie in die Tiefe. Weil Kagome sich wehrt, lässt der Yōkai zunächst ab. Kagome reist 500 Jahre in die Vergangenheit zurück und landet in der Zeit 50 Jahre nach Kikyōs Tod. Hier trifft sie auf den schlafenden Inu Yasha, den sie von seinem Bann befreit, sowie auf die Miko Kaede, Kikyos Schwester. Der Dämon „Lady Tausendfuß“ erscheint erneut und reißt Kagome das Juwel der vier Seelen aus dem Leib. Das Juwel taucht damit wieder in der Zeit Inu Yashas auf und erneut wollen alle Yōkai in dessen Besitz gelangen. Im Kampf gegen einen Krähendämon trifft Kagome mit einem Pfeil unbeabsichtigt das Juwel, welches daraufhin zersplittert. Diese Splitter verteilen sich in alle Himmelsrichtungen. Nun liegt es an Kagome und Inu Yasha, die Splitter wieder einzusammeln und zu einem Juwel zusammenzufügen, bevor ihnen jemand zuvorkommt.
Auf ihrer Suche treffen sie zuerst auf Inu Yashas Halbbruder und Hundeyōkai Sesshōmaru. Dieser ist auf der Suche nach Tessaiga, dem Schwert seines Vaters, welches „hundert Dämonen mit einem Schlag töten“ kann. Jedoch ist Tessaiga für Inu Yasha bestimmt und kann deswegen von einem vollwertigen Yōkai wie Sesshōmaru nicht geführt werden. Als Sesshōmaru dennoch gegen Inu Yasha um das Schwert kämpft, kann dieser seinem älteren Bruder eine Niederlage beibringen, wobei Sesshōmaru seinen linken Arm verliert. Sesshomaru hat stattdessen von seinem Vater ein Schwert der Heilung bekommen, welches Tenseiga heißt.
Bald darauf treffen Kagome und Inu Yasha auf den jungen Kitsune Shippō, einen Fuchsdämon. Dieser begleitet die beiden von nun an, da seine Familie von anderen Dämonen getötet wurde.
Einige Zeit später wird Kikyō von der Hexe Urasue aus Graberde und Knochen als eine Art Golem wiederbelebt. Kikyō will sich an Inu Yasha rächen, wobei sie herausfindet, dass Naraku beide getäuscht hat. Daraufhin will sie Naraku töten, aber auch Inu Yasha mit in den Tod nehmen. Kagome verhindert dies, weil sie sich inzwischen auch in Inu Yasha verliebt hat. Zwischen Kikyō und Kagome erwächst eine andauernde Eifersucht.
Auf ihrer Suche nach weiteren Juwelensplittern stoßen die drei Freunde auf den buddhistischen Mönch (Hōshi) Miroku, der auch Juwelensplitter sammelt, damit sie nicht Dämonen in die Hände fallen. Nach einem kurzen Kampf gegen Inu Yasha schließt sich Miroku der Gruppe an.
Später trifft die Gruppe auf die Dämonenjägerin Sango und ihre Katze Kirara (eine Nekomata). Sangos Familie und Freunde wurden von Naraku durch eine List getötet und das Dorf der Dämonenjäger in einem Überfall zerstört. Nur Sango und ihr kleiner Bruder Kohaku überlebten. Naraku überzeugt Sango davon, dass Inu Yasha ihr Dorf zerstört hätte. Sie versucht darauf, sich an Inu Yasha zu rächen. Als sie die Wahrheit erkennt, schließt Sango sich der Gruppe an. Kohaku blieb durch einen Juwelensplitter in seinem Rücken am Leben, aber auch unter Narakus Kontrolle. Nun wird der Junge von Naraku gegen Inu Yashas Gruppe eingesetzt. Doch es gelingt der Gruppe, Naraku schwer zu verletzen, ohne Kohaku zu töten. Naraku kann seine Kräfte aber bald wiederherstellen.
Die Freunde treffen auf den Wolfsyōkai Kōga, den Anführer eines dämonischen Wolfsrudels. Dieser entführt Kagome und will diese wegen ihrer Fähigkeit, Juwelensplitter zu spüren, heiraten. Doch Inu Yasha verhindert dies und holt Kagome zur Gruppe zurück. Bald darauf bringen Naraku und sein Abkömmling Kagura mit einem Trick Kōga dazu, erneut gegen Inu Yasha zu kämpfen. Auch dieses Mal verliert er gegen Inu Yasha. Es gelingt jedoch den beiden, sich gegen Kagura und Narakus anderen Abkömmling Kanna zu behaupten. Kōga gibt Kagome aber nicht auf und reist ihr fortan hinterher, weswegen es häufig zu einer Rangelei zwischen ihm und Inu Yasha kommt, die Kagome meist schnell zu beenden versucht.
Inu Yashas Erkenntnis Als Inu Yasha in der Folgezeit gegen einen weiteren Abkömmling Narakus kämpft, zerbricht sein Schwert Tessaiga. Dadurch wird Inu Yasha aus Selbsterhaltungstrieb zu einem Dämon und hat sich nicht mehr unter Kontrolle. Er besiegt Narakus Abkömmling und kann von Kagome zu seinem normalen Wesen zurückgeholt werden. Als Inu Yasha sich danach während Kämpfen ohne Tessaiga mehrmals in einen blutrünstigen Dämon verwandelt, fürchtet er, in diesem Zustand eines Tages seine Freunde umzubringen. Daher beschließt er, nicht mehr mit Hilfe des Shikon no Tama ein vollwertiger Yōkai zu werden. Das Schwert Tessaiga wird dem Yōkaischmied Tōtōsai übergeben, der es repariert.
Weiterhin jagen die Freunde Naraku, der mit Tricks versucht, sie zu besiegen. Inu Yasha wird in dieser Zeit stärker und erlernt neue Techniken seines Schwertes, indem er mächtige Gegner besiegt. Die Macht der Gegner geht auf Tessaiga über. Währenddessen sammeln beide Parteien weiter Splitter des Juwels. Nach einem Kampf Narakus gegen Inu Yasha und Sesshōmaru muss sich Naraku verletzt zurückziehen und verschwindet.
Der Berg Hakurei und die Shichinintai Auf ihrer Wanderung gelangen die Freunde in die Nähe des Berges Hakurei, den eine starke Barriere umgibt. Diese Barriere läutert alle Wesen, die in sie eindringen. Auch Kikyō und Kōga sind aus unterschiedlichen Gründen auf dem Weg zu dem Berg.
Währenddessen hat Naraku sieben legendäre Krieger, die Shichinintai, mit Juwelensplittern wieder zum Leben erweckt. Diese sollen, unter ihrem Anführer Bankotsu, als Söldner gegen Inu Yasha und seine Freunde kämpfen. Der erste der Krieger wird von Kōga besiegt, nach und nach können auch die anderen Krieger bezwungen werden. Zur gleichen Zeit kann sich Naraku im Inneren des Berges Hakurei von seinem letzten Kampf vollständig erholen und wird sogar noch stärker als zuvor.
Es gelingt Naraku, Inu Yashas Gruppe und Kōga in eine Falle zu locken, aus der sie aber entkommen können. Jedoch tötet er scheinbar Kikyō, wonach sich Inu Yasha große Vorwürfe macht, weil er Kikyō nicht beschützen konnte. Zudem kann Naraku sein menschliches Herz in Form von Akago, einem Säugling, abspalten.
Ende der Splittersuche Nach den Ereignissen am Berg Hakurei ziehen Inu Yasha und seine Freunde weiter, um die restlichen Splitter des Shikon no Tama einzusammeln. Doch Naraku hat einen Großteil der Splitter bereits in seinem Besitz. Währenddessen gelingt es einem mächtigen Mönch, Akago in zwei Teile zu teilen. Beide Teile überleben – einer beherbergt in Form eines Säuglings weiter Narakus Herz, der andere Teil wird zu Narakus Abkömmling Hakudōshi. Dieser schafft aus vielen Yōkai, die er tötet, den seelenlosen Dämon Mōryōmaru.