Ecovin [] e. V. ist ein Bundesverband „ökologisch“ arbeitender Weingüter (BÖW) in Deutschland. Er wurde 1985 gegründet und hat seinen Sitz in Oppenheim. Ecovin ist der größte deutsche Anbauverband, der sich ausschließlich auf ökologischen Weinbau spezialisiert hat. Seine 227 Mitgliedsbetriebe bewirtschaften derzeit 2842 Hektar Rebfläche (Stand 1. Januar 2025) in allen deutschen Anbaugebieten.

Geschichte Erste Jahre Der Verband wurde 1985 von 35 Ökowinzern aus Rheinhessen, der Pfalz, von der Mosel und aus Baden gegründet. Zitat des Gründungsmitglieds Rudolf Trossen:

„Wir hatten Mitleid mit der Erde. Euphorisch waren wir damals, felsenfest überzeugt, dass es an der Zeit war, dem ökologischen Weinbau in Deutschland ein Gesicht zu geben.“Festschrift 15 Jahre Ecovin

Anfangs nannte sich der Dachverband Bundesverband ökologischer Weinbau e. V. (BÖW) und wurde später in einen speziellen Weinbau-Verband umgewidmet. Grund dafür war eine Diskussion um die Praktiken und Richtlinien des ökologischen Weinbaus. 1989 entstand aus dem BÖW Ecovin und der Verband wurde noch im selben Jahr als Warenzeichen zugelassen. Ab 1995 stellten sich Ecovin-Winzer vermehrt dem Wettbewerb und überzeugten unabhängige Jurys von ihren Weinqualitäten. 1996 wurde der verbandsinterne Wettbewerb „EcoWinner“ ins Leben gerufen.

21. Jahrhundert 2004 wurde der Verband Mitglied im Deutschen Weinbauverband, nachdem im Jahr zuvor Ecovin-Winzer Randolf Kauer zum weltweit ersten Professor für ökologischen Weinbau in Geisenheim berufen wurde. Ab 2005 arbeitete Ecovin eng mit anderen Bio-Anbauverbänden auf europäischer Ebene zusammen, um ein Basiswerk für bisher noch nicht definierte EU-Kellerrichtlinien zu schaffen. Der Verband unterstützte aktiv die Forschung im Bereich Pflanzenschutz und Rebsortenzüchtung. Professionelle Fortbildung im Ökoweinbau soll Winzer sensibilisieren, um kontinuierlich neue Mitglieder zu gewinnen. 2007 wurde das Markenzeichen überarbeitet.

Mit dem Ecovin Nachhaltigkeitssymposium in Freiburg, der Jubiläumsgala 25 in Mainz und dem Start der Stadt-Land-WEIN Veranstaltungen war 2010 ein ereignisreiches Jahr für den Verband. 2011 wurde Ecovin Mitglied im B.Ö.L.W. Ein Jahr später gab es mit der Ergänzung der EU-Bio-Verordnung um die Kellerrichtlinie 203/2012 erstmals offiziell Biowein. Die erste Ecovin „Jungwinzer:innen-Tagung“ fand 2015 auf der Schönburg am Mittelrhein statt. Im gleichen Jahr wird der Verband Mitglied der Civil Dialogue Group Wein der EU-Kommission für IFOAM. 2016 wurde Ecovin der „Preis für Nachhaltigkeit Rheinhessen“ verliehen, eine Auszeichnung im Rahmen der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ für den Biodiversitäts-Aktions-Plan (BAP).

Das Weinbauministerium von Rheinland-Pfalz erkannte 2017 den bisher verbandsinternen Wettbewerb „EcoWinner“ offiziell an, nachdem die Prämierungsregeln an das Reglement der OIV (Office Internationale du Vin, Paris) angepasst wurden. Seitdem steht die Teilnahme allen ökozertifizierten Weingütern offen.

Auf der Mitgliederversammlung am 11. April 2019 wurde die Förderung der Biodiversität in den Ecovin-Richtlinien verankert, um die Bedeutung stärker hervorzuheben. Ebenfalls 2019 startet das VitiFIT-Projekt.

2025 feierte Ecovin sein 40-jähriges Jubiläum. Außerdem richtet der Verband die „11. Jungwinzer:innen-Tagung“ aus und veranstaltet den 30. EcoWinner-Wettbewerb.

Gründungsbetriebe Folgende Weingüter gelten als Gründungsbetriebe:Anbaugebiete von – Suche nach Name oder Anbaugebiet

Weinbaugebiet Mosel Weinbaugebiet Pfalz Weinbaugebiet Rheinhessen Weingut Brohl Weingut Wöhrle Weingut Heinz-Walter Metzler Weingut Peter Mentges Weingut Axel Schmitt Weingut Johannes Schneider Weingut Geheimrat Dr. Schnell Weingut Hugo Schorn Weingut Eugen Schönhals Weingut Steffens-Keß Ökoweingut Arndt F. Werner Ökoweingut TrossenWeingut Brüder Dr. Becker Weingut Udo Wick

Vorstand und Geschäftsführung Bundesvorsitzender: Georg Forster (seit 2024) Vorstandssprecherin: Hanneke Schönhals Finanzvorstand: Martin Philipps Geschäftsführer: Ralph Dejas (seit 2024)

Richtlinien Den Ecovin-BÖW Richtlinien zur Erzeugung von Trauben, Traubensaft, Wein, Sekt und Weinbrand liegen folgende Ziele des ökologischen Weinbaus zugrunde:

Erhaltung und Steigerung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit durch geeignete Kulturmaßnahmen Erziehung gesunder, widerstandsfähiger Pflanzen ohne Einsatz von Herbiziden, chemischsynthetischen Insektiziden und organischen Fungiziden sowie synthetischen Stickstoff-Düngern Förderung und Mehrung der Artenvielfalt der Pflanzen- und Tierwelt im Ökosystem Weinberg durch gezielte Begrünungsmaßnahmen Herstellung eines weitgehend geschlossenen Produktionskreislaufs Reduzierung der Gewässer- und Bodenbelastung (z. B. durch Verzicht auf Nitrate, Phosphate und Pflanzenschutzmittel) Ablehnung genmanipulierter Pflanzen, Mikroorganismen sowie deren Erzeugnisse Schaffung einer sicheren Existenz auf der Basis befriedigender Lebensbedingungen.

Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau In 6 der 13 deutschen Weinbaugebiete bestehen 8 Demonstrationsbetriebe, deren Winzer ihre Höfe für Verbraucher, Berufskollegen, Vermarkter von Bioprodukten sowie andere interessierte Gruppen öffnen. Sie führen ihren Betrieb praxisnah vor und stehen für Fachgespräche zur Verfügung. Besucher erhalten Informationen zum Ökoweinbau sowie über Arbeitsabläufe in einem naturnah arbeitenden Weinbaubetrieb.

Demonstrationsbetriebe sind:

Wein- und Sektgut Harteneck, Schliengen, Baden Weingut Klaus Vorgrimmler, Freiburg, Baden Weingut Steffens-Keß, Reil, Mosel Weingut Brühler Hof, Volxheim, Rheinhessen, einzelne Lagen im angrenzenden Anbaugebiet Nahe Weingut Klaus und Susanne Rummel, Landau-Nußdorf, Pfalz Weingut Hirt-Albrecht, Eltville am Rhein, Rheingau Ökoweingut Arndt F. Werner, Ingelheim, Rheinhessen WINO Biolandbau, Obst- und Weinbau Jürgen Winkler, Brackenheim, Württemberg

Siehe auch Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft Liste von Bio-Siegeln

Weblinks ecovin.de – Offizielle Website Ecovin Regionalverband Baden Ecovin Regionalverband Mosel Eintrag im Lobbyregister des Deutschen Bundestages

Anmerkungen

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