Der HC Pustertal (ital.: HC Val Pusteria) ist ein italienischer Eishockeyverein aus Bruneck, Südtirol, der seit 2021 an der ICE Hockey League teilnimmt. Der bisher größte Erfolg der Vereinsgeschichte war der Gewinn der Coppa Italia 2011. In derselben Spielzeit, in der Folgesaison 2011/12 und in den Saisonen 2013/14 und 2015/16 schaffte der HC Pustertal jeweils den Einzug ins Finale um die italienische Meisterschaft. Die Mannschaft trägt ihre Heimspiele seit 2021 in der Intercable Arena aus, die über eine Kapazität von 3100 Zuschauerplätzen verfügt. Die Vereinsfarben sind schwarz und gelb.

Geschichte mini|300px|Erster Puckeinwurf Finalspiel 2010/11 Pustertal-Asiago Der Verein wurde 1954 unter seinem ersten Präsidenten Ernst Lüfter als EV MAK Bruneck gegründet. Zu Beginn der Vereinsgeschichte spielte und trainierte die Mannschaft auf einem Natureisplatz in Bruneck. Nach dem Gewinn der Serie B stiegen die Wölfe (ital.: Lupi) 1972 in die höchste Eishockeyspielklasse auf. Zuvor scheiterten sie in den Jahren 1968, 1969 und 1972 aufgrund der begrenzten Nutzbarkeit des „Rienzstadions“. Kurze Zeit später erhielt der Verein als Spielstätte eine Kunsteisanlage. In der Saison 1972/73 zeigte sich der Verein zum ersten Mal in der höchsten italienischen Liga, nämlich in der Serie A. Im gleichen Jahr wurde in Bruneck der Jugendsektor gebildet, der bis heute noch zu den größten und am besten organisiertesten in Italien gehört. Den „Wölfen“ gelang es, sich 30 Jahre in der höchsten italienischen Liga zu halten. Das beste Ergebnis in der Serie A1 war der zweite Platz in der Saison 1981/82, als man sich nur dem HC Bozen geschlagen geben musste. Zur Saison 2001/02 wurde der Verein von EV Bruneck in HC Pustertal umbenannt. Die gute Jugendarbeit in Bruneck trug bald ihre ersten Früchte: Bereits nach einigen Jahren gelang es einigen Jugendmannschaften einen Meistertitel zu sichern.

Die letzten Spielzeiten Saison 2007/08

Die Mannschaft um Trainer Jens Hellgren fand erst langsam ihren Rhythmus, blieb in der Tabelle aber stets im Vorderfeld. Der Abgang von Eriksson machte sich bemerkbar, auch auf der Centerposition agierte der HCP etwas unglücklich. Trotz Verletzungspechs (Bobby Russell, Zdeněk Sedlák) erreichte der HCP fast noch die Meisterrunde. In der Relegationsrunde ging es um die Vergabe der Playoff-Plätze, wo mit dem Tabellenersten wieder Ritten wartete. Als Außenseiter trotzten die „Wölfe“ den Rittnern immerhin ein „Spiel 4“ ab, alles in allem eine ordentliche Saison.

Saison 2008/09

Mit „Zimmerhofer-Hobag (ZH)“ als Hauptsponsor und Rookie-Trainer Stefan Mair wurde eine konkurrenzfähige Mannschaft verpflichtet, die jedoch zu Saisonbeginn wenig erfolgreich spielte. Die Fans hielten dem Team die Treue (erstmals hielt der Schnitt bei 2.000 Fans pro Spiel), und sie wurden belohnt. In einem regelrechten Finale am letzten Spieltag gegen Alleghe bedeutete das Empty-Net-Goal von Mika Alatalo den ersten Halbfinaleinzug nach 25 Jahren. Zum dritten Mal in Folge hieß der Playoff-Gegner Ritten. In der Best-of-7-Serie gelang dem HC Pustertal ein Sieg, insgesamt war Ritten das bessere Team.

Saison 2009/10

Weiterhin war „ZH“ der Hauptsponsor und Stefan Mair der Trainer des HC Pustertal. Für die „Wölfe“ begann die Saison sehr gut: Bereits nach kurzer Zeit gelang es ihnen, den ersten Platz der Tabelle zu übernahmen. Die Tabellenspitze hielt der HC Pustertal für 144 Tage. Erst kurz vor Ende der regulären Saison musste sie an den SV Ritten abgegeben werden. Ende Jänner kam die Mannschaft in eine kleine Krise: kurz vor dem eingeschobenen Italienpokalfinale folgte eine Niederlagenserie. Mitte Jänner wurde die Mannschaft mit Tomaž Razingar, Andrea Carpano und Gigi Da Corte für die entscheidende Phase der Meisterschaft nochmals verstärkt. Nach dem zweiten Platz nach der regulären Saison wartete im Viertelfinale der HC Alleghe, welcher mit vier Siegen in Folge besiegt wurde. Kurze Zeit später stellte sich heraus, dass die „Wölfe“ im Halbfinale auf Asiago Hockey (späterer Meister) treffen werden. Nach 0:2-Rückstand in dieser Serie gelang es dem HC Pustertal nicht mehr sich durchzusetzen und er verlor die Best-of-seven-Serie mit 2:4. Nach der Saison beendeten Marko Tuomainen, Jan Vodrážka und Gigi Da Corte ihre Karriere. Der Zuschauerdurchschnitt im Rienzstadion betrug gleich wie in den vorherigen Jahren knapp 2.000 Personen.

Saison Liga Spiele Siege (Overtime) Unentschieden Niederlagen (Overtime) Tore Gegentore Grunddurchgang Saisonabschluss 2007/08 Serie A1 32 12 8 12 90 98 5 Niederlage in der Relegationsrunde gegen Ritten 2008/09 Serie A1 42 20 – 16 (6) 151 138 4 Niederlage im Halbfinale gegen Ritten (4:1) 2009/10 Serie A1 40 23 (2) – 13 (2) 153 113 2 Niederlage im Halbfinale gegen Asiago (2:4) 2010/11 Serie A1 40 26 (2) – 10 (2) 158 126 1 Niederlage im Finale gegen Asiago (2:4)

Saison 2016/17

In der Saison 2016/17 gehörte der Verein zu den Gründungsmitgliedern der grenzübergreifenden Alpen Hockey Liga.

Aufnahme in die ICE Hockey League Ab 2016 gehörte der HC Pustertal zum Anwärter auf eine Aufnahme in die EBEL. Aufgrund des veralteten Stadions war dies jedoch mehrfach nicht möglich. Erst 2020, mit dem Start des Neubaus einer Eishockeyarena, wurden die Pläne konkreter. Zur Saison 2021/22 wurde der HC Pustertal in die ICE Hockey League aufgenommen. Die Debütsaison schloss der HCP überraschend auf dem fünften Platz ab; es gelang somit gleich in der ersten Saison die Direktqualifikation für die Playoffs. Dort scheiterten die Südtiroler im Viertelfinale am späteren Finalisten Fehervar AV19.

In der Saison 2022/23 gelang es nicht, an die Vorjahresleistungen anzuschließen; der HCP beendete die Saison auf dem 11. Platz und schied somit nach dem Grunddurchgang aus.

Die folgende Spielzeit, die Saison 2023/24, lief wieder deutlich besser. Als Achter nach dem Grunddurchgang qualifizierte sich der HCP für die Pre-Play-Offs, wo die Ränge 7–10 um die letzten zwei Tickets für das Viertelfinale kämpfen. Die Best-of-3 Serie gegen Olimpija Ljubljana entschieden die Südtiroler mit 2:1 für sich, die Teilnahme am Viertelfinale war somit gesichert. Wie schon im Vorjahr kam es zum Duell mit Fehervar AV19, das den Grunddurchgang als Zweiter beendete, wobei sich der HCP in diesem Jahr in der Best-of-7-Serie mit 4:3 behauptete und damit unter den letzten Vier stand. Im Halbfinale bekamen es die Pustertaler dann mit Rekordmeister EC KAC zu tun. Die Kärntner setzten sich in der Serie mit 4:0-Siegen durch und beendeten die starke Saison des HC Pustertal.

Die Saison 2024/2025 war die vierte Saison, in der Pustertal an der ICE Hockey League teilnimmt. Zum dritten Mal in den letzten vier Jahren durfte sich der Verein über die Teilnahme an den Playoffs freuen. Die reguläre Saison wurde auf Platz 9 beendet; wie schon im Vorjahr kam es in den Pre-Play-Offs zum Duell mit Laibach. Der HCP entschied die Serie, wie schon im Vorjahr, für sich.

Im Sommer 2025 gab der HC Pustertal bekannt, dass mit der Falkensteiner Michaeler Tourism Group ein neuer Haupt- und Namenssponsor für die kommenden drei Saisonen gefunden wurde. Somit gehen die Wölfe ab der Saison 2025/2026 als HC Falkensteiner Pustertal aufs Eis. Die Südtiroler spielten einen starken Grunddurchgang und sicherten sich mit dem fünften Rang die direkte Teilnahme für das Playoff. Dort setzte man sich in der Best-of-Seven-Serie überraschend klar mit vier Siegen gegen Red Bull Salzburg durch und löste auf schnellstem Wege das Ticket fürs Halbfinale. Gegner war einmal mehr Ljubljana. Pustertal gewann die Serie mit 4:1 und qualifizierte sich erstmals für das Finale der ICE Hockey League, wo der HCP auf die Graz99ers traf. Die Südtiroler verloren die Serie mit 0:4, erreichten mit dem zweiten Platz und dem damit verbundenen Vizemeistertitel jedoch ihre bisher beste Platzierung in der ICE Hockey League.

Mannschaft Kader der Saison 2026/27

Bekannte (ehemalige) Spieler (Teamzugehörigkeit und Position in Klammern) Niklas Eriksson(2005–2007, Angriff) Der ehemalige schwedische Nationalspieler fiel bereits in seiner ersten Saison in Bruneck sehr positiv auf und entwickelte sich zu einem Führungsspieler für die Mannschaft. Nach der Bestätigung im Sommer 2006 wurde er in der folgenden Saison zum Kapitän der Mannschaft gewählt. Nach einer erneut sehr guten Saison beendete er seine Karriere. 20px|rand|Italokanadier Maurizio Mansi(1989–1993, 1997–1998, Verteidigung) Maurizio Mansi spielte im Jahre 1989 zum ersten Mal im Trikot der Wölfe. Anschließend blieb er für vier Jahre im Pustertal. Nach der Rückkehr gegen Ende der Saison 1997/98 entwickelte er sich in der verbleibenden Saison zu einem wichtigen Bestandteil der Brunecker Hintermannschaft und gab ihr neue Sicherheit und Stabilität. Miroslav Fryčer(1991–1992, Angriff) Miroslav Fryčer spielte mit den Wölfen parallel in der Serie A1 und in der Alpenliga. Im Angriff fiel er besonders dank seiner vielen Assists auf. Kurze Zeit nach seiner Saison in Bruneck beendete er die Karriere. 20px|rand|Italo-kanadier Bill Stewart(1986–1988, Verteidigung) Bill Stewart spielte im Jahre 1986 zum ersten Mal in der italienischen Serie A1, nämlich beim HC Pustertal. Er wurde in Bruneck mit großen Erwartungen unter Vertrag genommen. Nach seinem einjährigen Gastspiel in Bruneck wechselte er noch zu verschiedenen Mannschaften der italienischen Liga, bevor er 1995 seine Karriere beendete. 20px|rand|Schweiz-Kanadier Jan Alston(1992–1993, Angriff) Der im europäischen Eishockey vielerorts bekannte Jan Alston spielte mehrere Jahre in Italien und dabei auch ein Jahr für den HC Pustertal. In insgesamt 22 Spielen gelangen ihm 44 Skorerpunkte (29 Tore und 15 Assists). 20px|rand|Kanadier Philippe DeRouville(2004–2006, Torhüter) Philippe DeRouville spielte insgesamt zwei Jahre im Pustertal. Nach einer sehr guten ersten Saison beschloss der Verein im darauf folgenden Sommer seinen Vertrag für ein Jahr zu verlängern. Im Pustertal gelang ihm in der ersten Saison eine durchschnittliche Fangquote von 90,1 Prozent und in der zweiten 89,2 Prozent. 20px|rand|Kanadier Sandy Moger(2006–2007, Angriff) Sandy Moger fiel im Pustertal besonders wegen seines kleinen Spielstocks auf: er lauerte geschickt vor dem gegnerischen Tor und lenkte Schüsse seiner Mitspieler unhaltbar für den gegnerischen Torhüter ab. Zusammen mit Niklas Eriksson beendete er nach der Saison 2006/07 seine Karriere. 20px|rand|Kanadier Rem Murray(2009–2010, Angriff) Rem Murray wurde im Sommer 2009 mit großen Erwartungen unter Vertrag genommen. In der Mannschaft wurde der erfahrene NHL-Spieler schnell zu einem Führungsspieler und entwickelte sich zudem zum Vorbild für die Vereinsjugend.

Gesperrte Rückennummern Folgende Nummern werden nicht mehr vergeben:Vorschau Fiat Professional Wölfe – HC Bozen – "Retired Numbers" unter das Hallendach #4 Martin Crepaz #26 Oskar Degilia #62 Armin Helfer

Vereinsinterne Rekorde Beste Statistik während der Teamzugehörigkeit Kategorie Name Anzahl Meiste Spiele Martin CrepazGerd MayrThomas Tinkhauser 863 (in 22 Spielzeiten) 637 (in 18 Spielzeiten) 583 (in 17 Spielzeiten) Meiste Tore Martin CrepazRick BragnaloMax Oberrauch 306 (in 22 Spielzeiten) 286 (in neun Spielzeiten) 262 (in 16 Spielzeiten) Meiste Vorlagen Martin CrepazRick BragnaloMax Oberrauch 524 (in 22 Spielzeiten) 423 (in neun Spielzeiten) 278 (in 16 Spielzeiten) Meiste Punkte Martin CrepazMax OberrauchWladimir Jeremin 830 (in 22 Spielzeiten)540 (in 16 Spielzeiten) 448 (in 7 Spielzeiten) Meiste Strafminuten Reinhold OberhoferMartin HelferChristian Mair 747 (in 16 Spielzeiten) 615 (in 13 Spielzeiten) 444 (in 11 Spielzeiten) (Statistik zum Ende der Saison 2008/09).

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