Wannbach (oberfränkisch: WambochD. Fastnacht: Ebermannstadt, S. 331.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Pretzfeld im Landkreis Forchheim (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Wannbach hat eine Fläche von 1,987 km². Sie ist in 499 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3982,03 m² haben.
Geographie Das Kirchdorf liegt an der Trubach, am Thosbach und am Weißbachgraben, die beiden Letzteren sind rechte Zuflüsse der Trubach. Es ist allseits von Erhebungen der Fränkischen Schweiz umgeben: im Norden vom Wachtknock (), im Südosten vom Wannbacher Berg (), im Süden vom Rabenberg () und im Nordwesten vom Diederichstein (). Dort befindet sich auch die Ruine Diederichstein.
Die Staatsstraße 2260 führt nach Unterzaunsbach (1,25 km südöstlich) bzw. an Lützelsdorf (1 km nordwestlich) vorbei nach Pretzfeld (2,75 km nordwestlich). Die Kreisstraße FO 30 führt nach Urspring (1,5 km nordöstlich), die Kreisstraße FO 37 nach Hardt (2 km südöstlich).
Geschichte 1124 wurde in einer Urkunde ein „Pucco de Wannebach“ erwähnt. Dies ist zugleich der älteste Beleg für Wannbach, das der Sitz dieses Niederadels war. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Name Wanno des Gründers der Siedlung.D. Fastnacht: Ebermannstadt, S. 333f. Die Herren von Wannbach hatten ursprünglich die Grundherrschaft über den Ort. 1493 verkauften die Geschwister Georg, Christoph und Elsbet von Wambach ihrem Oheim Konz von Egloffstein für 12000 Gulden das Schloss samt den Zugehörungen zu freieigen. 1525 wurde das Schloss im Bauernkrieg vollständig zerstört.D. Fastnacht: Ebermannstadt, S. 331f.
Im Jahr 1505 kam der Ort zum Bamberger Bistum und unterstand dem bambergischen Amt Ebermannstadt. 1764 wurden die Grafen von Seinsheim mit Wannbach belehnt. Von besonderer Bedeutung war der Viehhandel, der zu dieser Zeit von den dort ansässigen Juden betrieben wurde.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 102.
Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde die Ruralgemeinde Wannbach gebildet. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Ebermannstadt zugeordnet, in der Finanzverwaltung dem Rentamt Breitenbach und in der Freiwilligen Gerichtsbarkeit dem Patrimonialgericht Pretzfeld. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 1,982 km².
Am 1. Juli 1976 wurde Wannbach mit der Gebietsreform in Bayern in Pretzfeld eingegliedert.
Haupteinnahmequellen sind heute die Gastronomie und der Fremdenverkehr.
Baudenkmäler In Wannbach gab es insgesamt vier Baudenkmäler, von denen mittlerweile aber nur noch drei existieren. Diese sind das ehemalige Schulhaus mit der Hausnummer 30, der Gasthof Mühlhäuser mit der Hausnummer 61 und das Wohnhaus mit der Hausnummer 64. Das vierte Baudenkmal war die ehemalige Obstdarre mit der Hausnummer 32, diese wurde aufgrund von Baufälligkeit jedoch mittlerweile abgebrochen.
Einwohnerentwicklung Jahr 1827 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2016Einwohner 245 241 220 212 206 232 244 223 229 215 212 207 205 205 172 167 163 161 146 273 262 256 218 196 185 300HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 41 34 35 31 32 34 50 Quelle
Religion Wannbach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und gehört zur Kirchengemeinde St. Johannis (Wannbach), einer Filiale von St. Matthäus (Hetzelsdorf). Die Katholiken sind nach St. Kilian (Pretzfeld) gepfarrt. In Wannbach gab es bis 1934 eine jüdische Gemeinde.http://www.alemannia-judaica.de/wannbach_synagoge.htm
Panoramabild
Literatur
Weblinks
wannbach.de
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Forchheim Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Forchheim) Kategorie:Ersterwähnung 1124 Kategorie:Gemeindeauflösung 1976 Kategorie:Geographie (Pretzfeld) Kategorie:Geographie (Fränkische Schweiz) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Forchheim