Suzanne Brigit „Sue“ Bird (* 16. Oktober 1980 in Syosset, New York) ist eine ehemalige US-amerikanisch-israelische Basketballspielerin der nordamerikanischen Profiliga WNBA. Von Saison 2002 bis 2022 spielte sie für Seattle Storm.
Die 1,75 Meter große Bird wurde hauptsächlich auf der Position des Point Guards eingesetzt. Vor ihrer professionellen Basketballkarriere spielte sie von 1998 bis 2002 für die University of Connecticut und gewann 2000 und 2002 mit den UConn Huskies die NCAA Division I Basketball Championship. Beim WNBA Draft 2002 wurde Bird als 1. Pick von Seattle Storm ausgewählt, mit denen sie in deren dritter WNBA-Saison, 2010, 2018 und 2020 die WNBA-Meisterschaft gewann. In der WNBA-Off-Season spielte sie von 2004 bis 2006 für den russischen Verein ŽBK Dynamo Moskau und zwischen 2006 und 2011 für den Klub Sparta&K Widnoje, mit dem sie von 2007 bis 2010 vier Mal in Serie die Euroleague Women gewann. Von 2011 bis 2014 stand sie bei UGMK Jekaterinburg unter Vertrag.
Im Kader der US-amerikanischen Nationalmannschaft holte Bird insgesamt fünfmal die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2004, 2008, 2012, 2016 und 2020 und viermal den WM-Titel.
Bird ist Mitglied der Naismith Memorial Basketball Hall of Fame, der Women’s Basketball Hall of Fame, der FIBA Hall of Fame und der International Jewish Sports Hall of Fame.
Frühe Jahre Suzanne Brigit Bird wurde am 16. Oktober 1980 als jüngeres von zwei Kindern in Syosset bei Oyster Bay auf Long Island geboren. Ihr Vater Herschel war Kardiologe und ihre Mutter Nancy arbeitete als Krankenschwester an einer Highschool. Die Familie ihres Vaters ist jüdischer Abstammung und stammt ursprünglich aus Russland. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts brachte ihr Großvater seine Familie über Ellis Island in die Vereinigten Staaten, wo sich aus dem Namen Boorda der Name Bird entwickelte. Sue begann sich im Alter von sieben Jahren erstmals für Basketball zu begeistern, was vor allem an ihrer älteren Schwester Jennifer lag. Im Jahrbuch der fünften Klasse nannte sie Anwältin, Ärztin oder Profifußballerin als Berufsziele. Während der sechsten Klasse trat sie einer Amateur-Athletic-Union-Mannschaft bei.
Karriere High School (1994 bis 1998) In ihrer Jugendzeit besuchte Bird zunächst die Syosset High School, wechselte nach ein paar Jahren an die Christ The King Regional High School und spielte für deren High-School-Basketballteam. In ihrem Senior-Jahr an der High School erzielte sie durchschnittlich 16,3 Punkte und 7,3 Assists pro Spiel und gewann mit ihrem Team die National- und Staatsmeisterschaft. Zudem erhielt sie in ihrem Abschlussjahr die Auszeichnungen New York City Player of the Year und New York State Player of the Year.Jeff Goldberg: Bird at the Buzzer Uconn, Notre Dame, and a women’s basketball classic, University of Nebraska Press, 2011, ISBN 0-8032-2411-7, S. 9.
College (1998 bis 2002) mini|Sue Bird gemeinsam mit Chris Dodd, Senator des Bundesstaates Connecticut Unter mehreren Angeboten von Colleges kamen die Stanford University, Vanderbilt University und University of Connecticut in ihre engere Auswahl. Am Ende entschied sie sich für die University of Connecticut. Bird studierte von 1998 bis 2002 und beendete ihr Studium mit einem Abschluss in Kommunikationswissenschaft. In dieser Zeit spielte sie auch für die Damen-Basketballmannschaft der Universität, die Connecticut Huskies. Insgesamt absolvierte Bird vier Spielzeiten für die Huskies, mit denen sie 2000 und 2002 bei den NCAA Division I Basketball Championships der National Collegiate Athletic Association (NCAA) siegte. 2001 spielte Bird in einem Spiel gegen Notre Dame, das der Sportjournalist Jeff Goldberg als „das beste Frauenbasketballspiel, das je gespielt wurde“ bezeichnete. Beim Gewinn der Meisterschaft 2002 siegte Bird bei allen Saisonspielen mit den Huskies. Während ihrer Zeit am College gewann sie insgesamt 136 von 145 Spielen. Für ihre herausragenden Leistungen im Universitätssport erhielt sie zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, unter anderem wurde ihr 2002 die Wade Trophy verliehen und sie zum Naismith College Player of the Year gewählt.
WNBA (2002 bis 2022) Rookie-Saison (2002) Auf Grund ihrer guten Leistungen für die Huskies machte Bird die Franchises der Women’s National Basketball Association auf sich aufmerksam. Die Cheftrainerin der Seattle Storm, Lin Dunn, und ihr Mitarbeiterstab verfolgten ihre sportliche Entwicklung seit ihrer Freshman-Saison an der University of Connecticut. Beim WNBA Draft 2002 wurde Bird von den Storm an der ersten Stelle ausgewählt. Bird integrierte sich in ihrer Rookie-Saison 2002 schnell in die Mannschaft der Storm und stieg früh zur Führungsspielerin neben Lauren Jackson auf. Bird beendete ihre erste Saison mit durchschnittlich 14,4 Punkten, sechs Assists, 1,72 Steals pro Spiel und einer Freiwurfquote von 91 %. Im Spiel gegen Portland Fire erzielte sie am 9. August 2002 mit 33 Punkten ihr Karrierebestleistung. Mit der Hilfe von Bird wurden die Storm konkurrenzfähiger und schafften erstmals die Qualifikation für die Playoffs. Aufgrund ihrer herausragenden Leistungen für die Storm wurde sie in ihrer ersten Saison in das All-WNBA First Team berufen.
Verletzungen und Meisterschaft (2003 bis 2004) In der Saison 2003 absolvierte sie trotz einer Knieverletzung die ganze Saison. Bird führte das Team wie in der Saison zuvor wieder mit den meisten Assists und Steals pro Spiel an. Am Ende der Saison wurde sie erneut in das All-WNBA First Team berufen, außerdem wurde sie zum zweiten Mal in das Western Conference All-Star Team gewählt. Aufgrund einer Verletzungswelle ihrer Teamkolleginnen schaffte Bird mit den Storm nicht den Einzug in die Playoffs.
Am 4. März 2004 verkündete Anne Donovan, die das Amt der Cheftrainerin der Storm 2003 von Lin Dunn übernommen hatte, dass der Vertrag von Sue Bird um mehrere Jahre verlängert werde. Mit der Verpflichtung von Shooting Guard Betty Lennox in einem Dispersal Draft bildeten Bird, Jackson und Lennox ein dominantes Trio, das den Storm zu ihrer ersten WNBA-Meisterschaft führte. In einer umkämpften Finalserie bezwangen die Storm die Connecticut Sun mit 2:1, wodurch Bird in ihrer dritten Saison erstmals die WNBA-Meisterschaft gewann. mini|Sue Bird (#10) mit Lauren Jackson (#15) am 27. Juni 2006 gegen die Sacramento Monarchs
Wechselhafte Jahre (2005 bis 2008) Am Beginn der Saison 2005 brach sie sich erneut ihre Nase, weshalb Bird für vier Spiele ausfiel. Im Laufe der Saison wurde sie in die Startformation des Western Conference All-Star Teams gewählt. Bird gewann mit dem Western Conference All-Star Team erneut das All-Star Game und entschied außerdem die All-Star Skills Challenge für sich. Ende August wurde sie erstmals in ihrer Karriere zur WNBA Player of the Week ernannt. Die Storm beendeten die reguläre Saison auf dem zweiten Platz, wodurch sie in den Playoffs auf die Houston Comets trafen. Nachdem die Storm das erste Spiel in Houston gewonnen hatten, hatten sie zwei Heimspiele, um die Serie für sich zu entscheiden. Im zweiten Spiel lagen die Storm 2:48 Minuten vor Ende mit 62:59 in Führung. Nachdem ein Korbleger von Michelle Snow die Comets bis auf einen Punkt an die Storm herangebracht hatte, verschuldete Bird beim darauffolgenden Angriff mit einem leichtsinnigen Pass einen Turnover, wodurch die Comets in weiterer Folge in Führung gingen und das zweite Spiel gewannen. Nachdem auch das dritte Spiel verloren gegangen war, endete die Saison für Bird, die anschließend zum vierten Mal in das All-WNBA First Team berufen wurde, in den Conference Semifinals.
Vor der Saison 2006 wurde Bird in das WNBA All-Decade Team gewählt. Am 1. August 2006 erzielte Bird gegen die Lynx ihren zweitausendsten Punkt in der WNBA, außerdem wurde sie erneut in das Western Conference All-Star Team gewählt. Nachdem sich Bird mit den Storm knapp für die Playoffs qualifiziert hatte, schied sie mit den Storm erneut in den Conference Semifinals gegen die Sparks aus. Am Ende der Saison wurde Bird erstmals in ihrer Karriere weder in das All-WNBA First Team noch in das All-WNBA Second Team berufen.
Die Saison 2007 verlief zunächst sehr ähnlich wie die vorherige. Kurze Zeit vor dem All-Star Game, bei dem sie erneut in das Western Conference All-Star Team gewählt wurde, sagte sie ihre Teilnahme ab, da sie sich in Connecticut einer Operation am linken Knie unterziehen musste. Aufgrund der Operation stand sie den Storm für fünf Spiele nicht zur Verfügung. Am 24. Juni 2007 erzielte Bird gegen die New York Liberty ihren tausendsten Assist in der WNBA und wurde mit 26 Jahren die jüngste Spielerin der WNBA, die die 1.000-Assist-Marke erreichte. In den Playoffs scheiterte sie mit den Storm zum dritten Mal in Folge in den Conference Semifinals.
mini|Sue Bird in einem Spiel gegen die Los Angeles Sparks in den Playoffs 2008 Nachdem Anne Donovan die Mannschaft vor der Saison 2008 verlassen hatte, wurde am 9. Januar 2008 Brian Agler als neuer Cheftrainer der Mannschaft vorgestellt. Aufgrund dieses Trainerwechsels war es Agler, der 2008 die Verhandlungen mit Bird über eine mögliche Vertragsverlängerung führte. Am 14. März 2008 verkündete er, dass der Vertrag mit Bird erneut um mehrere Jahre verlängert wurde. Ihre siebte Saison in der WNBA verlief deutlich besser als die vorherigen beiden. Am Ende der Saison wurde Bird in das All-WNBA Second Team berufen, außerdem wurde sie erstmals als mögliche wertvollste Spielerin der nordamerikanischen Damen-Basketball-Profiliga gehandelt, erhielt allerdings nur die drittmeisten Stimmen. Trotz des Ausfalls von Lauren Jackson am Ende der Saison führte Bird die Storm in die Playoffs, wo sie wie bereits 2006 an den Sparks scheiterte.
Peak Performer und erneuter Gewinn der Meisterschaft (2009 bis 2011) In der Saison 2009 absolvierten die Storm ihre insgesamt zehnte Saison in der WNBA. Zu diesem Anlass wurde Bird von den Storm Fans in das Storm All-Decade Team gewählt. Bird wurde in dieser Saison, wie bereits fünf Mal zuvor, in die Startformation des Western Conference All-Star Team gewählt, außerdem erzielte sie am 17. Juli 2009 gegen die Monarchs ihren dreitausendsten Punkt in der WNBA. Am Ende der Saison wurde sie erstmals in ihrer Karriere mit dem WNBA Peak Performer Award ausgezeichnet, da sie die meisten Assists aller Spielerinnen der WNBA erzielt hatte. Mannschaftlich verlief die reguläre Saison deutlich besser als die vorherige, obwohl Bird (Schmerzen im Halsbereich) für mehrere Spiele ausfiel. Noch vor den Playoffs verlängerte Bird ihren Vertrag ein weiteres Mal für zwei Jahre bei den Storm. In den Playoffs scheiterte Bird mit den Storm zum dritten Mal in vier Jahren an den Sparks.
In der Saison 2010 schloss Bird mit den Storm die Saison mit 28 Siegen aus 34 Spielen erstmals als beste Mannschaft der Western Conference ab. Bird zeigte in der regulären Saison wieder eine sehr solide Leistung, weshalb sie zum zweiten Mal in ihrer Karriere in das All-WNBA Second Team berufen wurde. In den Playoffs verlor sie mit den Storm kein einziges Spiel, wodurch sie zum zweiten Mal in ihrer Karriere die WNBA-Meisterschaft gewann. An diesem Erfolg hatte Bird mit ihrer Treffsicherheit in entscheidenden Phasen einen großen Anteil. Im zweiten Spiel der Western Conference Finals gegen die Mercury blockte sie einen Wurfversuch von Temeka Johnson, verwertete im darauffolgenden Angriff durch Isolation einen 3-Punkte-Wurf 2,8 Sekunden vor Ende des Spiels und sicherte damit den Storm den Einzug in die Finals. Im ersten Spiel der Finals entschied Bird mit einem Sprungwurf in den letzten Sekunden das Spiel zugunsten der Storm.