Der HC Bozen (ital.: HC Bolzano) ist ein italienischer Eishockeyverein aus Bozen in Südtirol, der in der österreichischen ICE Hockey League spielt.

Der Verein ist 19-facher italienischer Meister und damit auch italienischer Rekordmeister, zudem konnte der Klub dreimal die Coppa Italia, den Pokalwettbewerb der italienischen Liga, gewinnen. Ebenso gewann der HC Bozen drei Mal die Supercoppa Italiana. Zu den größten internationalen Erfolgen gehören der Gewinn der Alpenliga in der Saison 1993/1994 und des Sechs-Nationen-Turniers, auch Europäischer Ligacup genannt, im Jahr 1994.

Seine Heimspiele trägt der HC Bozen in der 7.200 Zuschauer fassenden Mehrzweckhalle „Sparkasse Arena“ (früher Eiswelle, ital. Palaonda) aus, auch der Frauen-Eishockeyverein EV Bozen Eagles Südtirol ist hier zu Hause.

Geschichte Der HC Bozen wurde im Jahr 1933 gegründet und trug in den ersten zwanzig Jahren seine Heimspiele auf einer Natureisbahn in der Nähe des Bozner Bahnhofes aus. Erst 1953 übersiedelte der Club in die Bozner Messehalle, womit erstmals Kunsteis zur Verfügung stand. Elf der insgesamt neunzehn italienischen Meistertitel wurden dort gewonnen, ehe die Mannschaft 1994 die für die Eishockey-Weltmeisterschaft der Gruppe A neu errichtete Eiswelle bezog. Zur selben Zeit nahm die Mannschaft auch an der Alpenliga teil, einem internationalen Eishockeywettbewerb, an dem auch Mannschaften aus Slowenien und Österreich beteiligt waren. Neben einem Meister- und drei Vizemeistertiteln in diesem Bewerb konnte die Mannschaft auch sieben weitere italienische Titel gewinnen, den letzten davon im Jahr 2012. Dazu kam der dreimalige Gewinn der Coppa Italia, des Pokalwettbewerbs der italienischen Liga. Weitere Erfolge waren drei Gewinne der Supercoppa Italiana und des Sechs-Nationen-Turniers, auch Europäischer Ligacup genannt, im Jahr 1994.

Im Jahr 2013 bewarb sich der HC Bozen um die Aufnahme in die österreichische Erste Bank Eishockey Liga (EBEL), nachdem frühere Anträge ein ums andere Mal am Widerstand des italienischen Eishockeyverbandes gescheitert waren. Die chaotischen Verhältnisse im italienischen Eishockey ebneten dem Club jedoch den Weg zu einer Teilnahme, da kurz zuvor ein Großteil der Clubs aus der zweiten Spielklasse zur Teilnahme an der ebenfalls supranationalen Inter-National-League freigegeben worden war.Aufnahme von HC Bozen in EBEL ist fix

Für die Teilnahme an der EBEL wurde unter der Führung von Sportdirektor Dieter Knoll und Cheftrainer Tom Pokel ein völlig neues Team zusammengestellt, um in der gegenüber der italienischen Liga stärkeren EBEL konkurrenzfähig zu sein. Bei der Kaderplanung wurden auch einige sogenannte Italo-Kanadier berücksichtigt, also kanadische Spieler mit italienischen Wurzeln. In der EBEL trat der HC Bozen in seiner ersten Saison als HCB Südtirol auf. Bozen schaffte es erst im letzten Augenblick, einen Kader aufs Eis zu bringen. Das Budget der Weißroten war ein Viertel oder gar ein Fünftel von jenem der österreichischen Spitzenklubs. Allgemein wurde damit gerechnet, dass der HCB Südtirol abgeschlagen in der unteren Tabellenhälfte landen würde. Doch dann sicherte sich die Mannschaft gleich im ersten Jahr sensationell den Meistertitel (Sieg in der Overtime im entscheidenden fünften Match in Salzburg). Damit gewann zum ersten Mal ein Team, das nicht in Österreich beheimatet ist, die Meisterschaft. Auch in den folgenden vier Spielsaisonen erreichte der HCB Südtirol immer wenigstens das Viertelfinale. In der Spielzeit 2017/18 konnte dann sogar der zweite Titel eingefahren werden, nachdem man in der Regular Season lange Zeit am letzten Platz gestanden und sich erst im letzten Spiel der Zwischenrunde für die Playoffs qualifiziert hatte. Meister dieses Erfolges waren der Finne Kai Suikkanen, der ab Dezember das Traineramt übernahm, und sein Landsmann Pekka Tuokkola, der ebenfalls in der laufenden Saison zu den Füchsen wechselte, um deren Tor zu hüten.

Die Zuschauerzahlen in der heimischen Sparkasse Arena stiegen konstant an; zuletzt lag der Schnitt in der regular season über 3.000 - für italienische Verhältnisse ein mehr als beachtliches Ergebnis.

Hauptsponsor des Clubs war über viele Jahre die Supermarkt-Kette Interspar und die Brauerei Forst, seit der Saison 2015/2016 ist die Alperia AG neuer Hauptsponsor. i Neben der Kampfmannschaft betreibt der Club auch diverse Nachwuchsteams. Entgegen der in der EBEL geltenden Regelungen nimmt jedoch keine Mannschaft an der Erste Bank Young Stars League und der Erste Bank Juniors League teil.

Mannschaft Farmteamregelung Bis August 2010 war der HC Eppan Pirates aus der italienischen Serie A2 das Farmteam des HC Bozen, ehe der HC Eppan die Kooperation beendete. Am 22. September des gleichen Jahres wurde die Zusammenarbeit mit dem HC Eppan erneut gestartet.

Bekannte ehemalige Spieler mini|Im Spiel gegen den SV Ritten, 30. Dezember 2006 Kent Nilsson Mark Pavelich Sylvain Turgeon Scott Young Daniel Marois Mike Rosati Jason Muzzatti Jaromír Jágr Deron Quint Éric Bélanger Jamie Lundmark Bruno Zarrillo Sergei Wostrikow Gaetano Orlando Martin Pavlu Robert Oberrauch Niklas Hjalmarsson

Trainer Quellen: sonice.itsonice.it: Trainer des HC Bozen; bhsa.itbhsa.it: Zeit Trainer 1948–1950 Sandor Ott 1953/54 Milan Matouš 1962–1965 20px|Kanada und Italien Carmine Tucci 1967–1969 Alois Cetkovský 1969–1972 Bohuslav Rejda 1972–1974 Gino Camin, Gérard Morin 1974/75 Sandy Archer 1975/76 Jack Holmes 1976–1979 Gösta Johansson 1979–1981 Jack Holmes 1981–1983 Jaroslav Pavlů 1983/84 Anton Waldmann 1984–1989 Ron Chipperfield 1989–1991 Rudi Hiti 1991 Bernie Johnston 1991–1994 Ron Ivany 1994–1996 20px|Kanada und Italien Bob Manno 1996/97 Adolf Insam 1997/98 Roberto Varotto, Czesław Panek 1998/99 Kent Johansson 1999/2000 Bernd Haake 2000/01 Czesław Panek 2001/02 Tom Coolen, Robert Oberrauch 2002/03 Ron Kennedy 2003/04 Michail Wassiljew 2004/05 Riccardo Fuhrer, 20px|Kanada und Italien Bruno Zarrillo 2005/06 Johan Strömwall 2006/07 John Slettvoll, Stefan Mair Doug McKay, Morgan Samuelsson 2007/08 Jari Helle, Jamie Dumont, Doug McKay 2008/09 Jari Helle 2009/10 20px|Kanada und Deutschland Jamie Bartman, Jari Helle 2010–2012 Adolf Insam 2012/13 Brian McCutcheon 2013/14 Tom Pokel 2014/15 Mario Simioni, Don MacAdam 2015–2017 Tom Pokel 2017 20px|Kanada und Italien Pat Curcio 2017–2019 Kai Suikkanen 2019–2020 Clayton Beddoes 2020/21 Greg Ireland 2021 Doug Mason 2021–2022 Greg Ireland 2022–2023 20px|USA und Kanada Glen Hanlon 2023 Niklas Sundblad 2023–2025 20px|USA und Kanada Glen Hanlon 2025 Kurt Kleinendorst 2025–2026 Doug Shedden

Saisonbilanz in der Erste Bank Eishockey Liga Die folgende Tabelle gibt die Bilanz des Clubs für dessen Spielzeiten in der Erste Bank Eishockey Liga wieder. Berücksichtigt wurden alle Vorrunden- und Zwischenrunden Spiele exklusive der Bonuspunkte.

Saison SP S N SNV/P NNV/P T GT TVH Punkte Rang Playoffs 2013/14 54 31 15 8 162 148 +14 70 2 Viertelfinal-Sieg gegen Fehérvár AV19 (4:0)Halbfinal-Sieg gegen den EC VSV (3:1)Final-Sieg gegen den EC Red Bull Salzburg (3:2) 2014/15 54 28 23 3 156 147 +9 59 7 Viertelfinal-Out gegen den EHC Linz (3:4) 2015/16 54 24 19 6 5 158 143 +15 89 4 Viertelfinal-Out gegen den EHC Linz (2:4) 2016/17 54 24 21 3 6 165 168 −3 85 6 Viertelfinal-Sieg gegen den EHC Linz (4:1)Halbfinal-Out gegen die Vienna Capitals (0:4) 2017/18 54 20 23 6 5 155 141 +14 79 8 Viertelfinal-Sieg gegen den EC-KAC (4:2)Halbfinal-Sieg gegen die Vienna Capitals (4:1)Final-Sieg gegen den EC Red Bull Salzburg (4:3) Summe 270 127 101 15 27 796 747 +49 382

Spielstätte Heimstätte des Clubs ist die 1994 in der Bozner Industriezone erbaute Mehrzweckhalle namens Sparkasse Arena (früher Eiswelle, ital. Palaonda). Sie fasst insgesamt 7.200 Zuschauer. Neben dem HC Bozen ist auch der Frauen-Eishockeyclub HC Eagles Bozen dort zu Hause.

Für die Teilnahme an der EBEL wurden dem HC Bozen diverse Auflagen übergeben, die eine geringfügige Modernisierung (Lichtverhältnisse für TV-Übertragungen u. Ä.) notwendig machten.

Einzelnachweise

Weblinks

Offizielle Website

Bozen, HC Kategorie:Sportverein in Südtirol

Kategorie:Organisation (Bozen) Kategorie:Vereinsgründung 1933