mini|Jean-Paul-Gymnasium Hof Das Jean-Paul-Gymnasium ist ein musisches, neusprachliches, humanistisches und seit Beginn des Schuljahres 2020/2021 ein naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium in Hof (Saale). Benannt ist es nach seinem ehemaligen Schüler, dem Schriftsteller Jean Paul (1763–1825). Das Gymnasium ist den Schülerzahlen nach das kleinste Gymnasium in Hof. Es ist der Sitz des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken. Seinen Namen trägt es seit 1946. Am 28. Juli 2012 schloss es sich dem Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage an; die Patenschaft übernahm Hans-Peter Friedrich. Das Jean-Paul-Gymnasium ist Umweltschule in Europa. Profil mini|Verschiedene Ansichten des Jean-Paul-Gymnasiums Im sprachlichen, musischen, humanistischen und naturwissenschaftlich-technologischen Zweig können ab der fünften Klasse entweder Englisch oder Latein als erste Fremdsprache gewählt werden. In der sechsten Jahrgangsstufe kommt dann die jeweils andere Sprache als zweite Fremdsprache hinzu. Im sprachlichen Zweig ist ab der achten Jahrgangsstufe Französisch die dritte Fremdsprache, im humanistischen Zweig ist es Altgriechisch. Im musischen und naturwissenschaftlich-technologischen Zweig sind nur zwei Fremdsprachen vorgesehen. In der 11. Jahrgangsstufe des neuen G9 kann außerdem in allen Zweigen die erste oder die zweite Fremdsprache durch die spätbeginnende Fremdsprache Spanisch ersetzt werden.

Im musischen Zweig besteht eine Kooperation mit den Hofer Symphonikern. Im kostenlosen Instrumentalunterricht mit Lehrkräften der orchestereigenen Musikschule stehen den Schülerinnen und Schülern im Wesentlichen alle Orchesterinstrumente ab der 5. Jahrgangsstufe zur Verfügung. Einige Konzerte werden gemeinschaftlich abgehalten. In den nicht-musischen Zweigen wird in Kooperation mit den Hofer Symphonikern und dem Theater Hof in der fünften und sechsten Jahrgangsstufe eine Musical- und Tanzklasse angeboten.

Im naturwissenschaftlich-technologischen Zweig werden ab der 8. Jahrgangsstufe verstärkt Physik, Chemie und Informatik unterrichtet.

Da sich die Schülerzahlen pro Klasse auf durchschnittlich 21 Schüler belaufen, während die offizielle Obergrenze der Klassenstärke für Gymnasien bei 33 Schülern liegt, kommen verhältnismäßig kleine Klassen zustande, die eine intensive individuelle Förderung ermöglichen können.

Im Schuljahr 2023/24 wurden in der 10. Jahrgangsstufe Tabletklassen mit schuleigenen iPads als Pilotprojekt eingeführt. Ab dem Schuljahr 2024/25 werden ab der 9. Jahrgangsstufe schülereigene Tablets im Rahmen des geförderten Schulprogramms Digitale Schule der Zukunft (DSdZ) des Freistaats Bayern ermöglicht.

Schulfahrten Die 5. Jahrgangsstufe fährt jedes Schuljahr zu einem einwöchigen Aufenthalt in das Schullandheim nach Plothen. Die 7. und 8. Klassen nehmen jeweils eine Woche an einem Schulskikurs teil, die 9. Klassen sind auf Besinnungstagen unterwegs. In der 10. Jahrgangsstufe fahren die Schüler jedes Jahr für eine Woche nach Berlin und die gemeinsame Studienfahrt in der Oberstufe führt in wechselnde Metropolen Europas. Im Fach Griechisch können die Schüler in der 10./11. Klasse alle zwei Jahre nach Griechenland reisen. Alle zwei Jahre besteht jahrgangsstufenübergreifend für Schüler im Fach Französisch die Möglichkeit, eine fünftägige Studienfahrt nach Paris zu unternehmen.

Schulische Aktivitäten (Auswahl) Musik, Konzerte und Musical Für die musikalische Weiterentwicklung gibt es verschiedene Ensembles: die Big Band, das Orchester, den Unterstufenchor und den Großen Chor. Gemeinsam mit den Hofer Symphonikern gestalten die Schüler jedes Jahr mehrere Konzerte, wie das Adventskonzert, das Passionskonzert und das Sommerkonzert. Die 5. und 6. Klassen, wenn sie nicht zum musischen Zweig gehören, können sich in der Tanz- und Musicalklasse und danach zweigunabhängig ab der 7. Jahrgangsstufe im Wahlunterricht „Großes Musical“ engagieren. Beide geben am Ende des Schuljahres eine Vorstellung.

Weiterer Wahlunterricht (Auswahl) Die Schülerinnen und Schüler können unter anderem in der Schülerzeitung, im Schulgarten oder in der Theater-AG in Zusammenarbeit mit dem Theater Hof tätig werden. Die Schülerzeitung heißt Nuntius (Bote) und betreibt auch ein Schülerradio. In der regionalen Begabtenförderung Oberfranken bietet das Jean-Paul-Gymnasium Hof Kurse für die Jahrgangsstufen 6–10 in den Unterrichtsfächern Biologie, Physik und Kunst an. Für technisch interessierte Schüler werden unter anderem Arbeitsgruppen für naturwissenschaftliches Experimentieren und Robotik eingerichtet. In der regionalen Begabtenförderung Oberfranken bietet das Jean-Paul-Gymnasium Hof Kurse für die Jahrgangsstufen 6–10 in den Unterrichtsfächern Biologie, Physik und Kunst an. Darüber hinaus bietet die Schule einen Videokurs zum Filmen und Schneiden von Videofilmen für den schuleigenen Youtube-Kanal.

Sport (Auswahl) Das sportliche Angebot umfasst Kurse für Sportarten wie beispielsweise Fußball, Tennis, Turnen, Tischtennis und Schwimmen. Das Jean-Paul-Gymnasium nimmt unter anderem am Hofer Sportabzeichenwettbewerb teil, in dem das Deutsche Sportabzeichen mit Leistungen in den Bereichen Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination und Schwimmfertigkeit erlangt werden kann. Die Schüler haben in den Schulpausen die Möglichkeit, Spielgeräte auszuleihen oder auf dem Schulhof die Tischtennisplatten zu benutzen.

Weitere jährliche Veranstaltungen (Auswahl) Am letzten Sonntag vor den Sommerferien findet jährlich auf dem Schulgelände das Schulfest statt. Dort werden neben der Verpflegung der Gäste verschiedene Sonderveranstaltungen einzelner Klassen, Musik- und Musicalaufführungen der Schüler sowie eine Lotterie mit Losverkauf angeboten. Am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien findet immer die Informationsmesse „Students-4-Students“ der Unternehmerinitiative Hochfranken statt, bei der ehemalige Absolventen des Jean-Paul-Gymnasiums den aktuellen Schülern der Oberstufe ihre Ausbildungs- und Studiengänge vorstellen.

Offene Ganztagsschule Das Gymnasium bietet Schülern der Jahrgangsstufen 5–7 die Möglichkeit, kostenlos die offene Ganztagsschule zu besuchen. Dabei werden sie von Fachkräften beaufsichtigt und ihnen wird bei den Hausaufgaben geholfen. Sie können auch sportliche oder künstlerische Aktivitäten ausführen. Unabhängig von der offenen Ganztagesschule wird auch eine Schulmensa angeboten.

Geschichte mini|hochkant|Ehemaliges Sommerhaus der Franziskaner, heute alte Aula und Kunstsäle des Jean-Paul-Gymnasiums

Das Gymnasium zählt zu den ältesten Schulen im deutschsprachigen Raum. Es ist aus dem Hofer Gymnasium Albertinum hervorgegangen, welches 1546 von Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach gegründet wurde und war mit dem Kloster Hof verbunden, das in der Folge der Reformation aufgelöst wurde. Nach der Eingliederung der Stadt Hof in das Königreich Bayern war das Gymnasium ab 1811 vorübergehend geschlossen, wurde 1817 jedoch als Königlich humanistisches Gymnasium wiedereröffnet.vgl. Bestandsgeschichte: Bibliothek des Jean-Paul-Gymnasiums. Bei: Fabian Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Österreich und Europa Verschiedene Rektoren bzw. Lehrer haben häufige Publikationstätigkeiten entwickelt. In der Zeit der Reformation haben sie sich für die Einführung des Protestantismus in der Stadt engagiert und waren durch theologische Studien auch in kirchlichen Ämtern, z. B. als Pfarrer oder Superintendenten, tätig.Ludger Stühlmeyer: Musikhandschriften und Musikpflege des Gymnasiums Albertinum und Jean Paul Gymnasiums Hof. Bayerische Verlagsanstalt, Bamberg 2010, ISBN 978-3-89889-155-4.Hans Schönemann: Das Gymnasium Albertinum Hof. Classica et Neolatina Band 5, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-631-63567-4. In mehreren Fällen trugen sie zur Erforschung und Dokumentation der Hofer Stadtgeschichte bei.

Ehemalige Schulleiter (Auswahl) 1527–1531 Nikolaus Medler (in der früheren Latein- und Pfarrschule) 1546–1548 Jacob Schlemmer 1548–1566 Johann Streitberger (Superintendent) 1566–1574 Jacob Schlemmer (nochmals) 1574–1589 Christoph Cadesreuther 1596–1615 Enoch Widmann 1686–1691 Johann Christoph Layritz 1691–1695 Johann Christoph Weiß 1704–1713 Johann Joseph Seyler 1735–1779 Paul Daniel Longolius 1779–1795 Georg Wilhelm Kirsch 1795–1808 Johann Theodor Benjamin Helfrecht 1822–1853 Georg Stephan Lechner (Begründer der „Höheren Schule für Mädchen“, heute Johann-Christian-Reinhart-Gymnasium) 1853–1868 Heinrich Gebhardt 1868–1875 Gottfried Friedlein 1875–1877 Georg Friedrich Unger 1899–1901 Georg Helmreich 1936–1947 Friedrich Ebert 1947–1949 Valentin Weigel 1949–1951 Dr. G.F. Herbolzheimer 1951–1963 Dr. Dr. Julius Andreae 1963–1969 Erich Freund 1969–1981 Dietrich Treichel 1981–1989 Dr. Walter Fuchs 1989–1996 Dr. Helmut Reinel 1996–2006 Gerhard Kappl 2006–2017 Dr. Edmund Neubauer 2017–2024 Dr. Harald Vorleuter seit 2024    Martin Rohde

Der Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Oberfranken hat seinen Sitz am Jean-Paul-Gymnasium und ist formal Schulleiter. Die Leistungsfunktion übt sein Stellvertreter aus.

Ehemalige Lehrkräfte (Auswahl) Andreas Pancratius (1529–1576), ein lutherischer Gelehrter, unterrichtete an der Schule. Der Theologe und Astronom Johann Christian Seidel (1699–1773), ein ehemaliger Schüler, war dort Gymnasialprofessor der Theologie. Der Altphilologe Johann Christian Kapp (1764–1793) wirkte als Lehrer und Konrektor am Gymnasium. Der Schriftsteller, Philologe und Lexikograph Christian Wurm (1801–1861) war an der Schule Lehrer für den altsprachlichen Unterricht, der Maler Georg Könitzer (1818–1885) war Zeichenlehrer.

Auch der Künstler Max Escher (1901–1976), der ebenfalls ehemaliger Schüler der Bildungseinrichtung war, arbeitete in der Schule als Kunsterzieher. Ebenso unterrichteten dort Karl Keyßner (1906–1978), ein bekannter klassischer Philologe sowie der Physiker und Optiker Karl Strehl (1864–1940).

Historische Bibliothek Die ursprüngliche „Bibliothec zu der Schulen zum Hof“ wurde 1591 eingerichtet und umfasste 131 Werke. Unter dem Rektor Longolius im 18. Jahrhundert wurden dem Gymnasium mittels Spendenaufruf Bücher gespendet, darunter teilweise größere Buchsammlungen und seltene Werke aus der Zeit des 16., 17. und 18. Jahrhunderts. Die Verwaltung des Altbestandes bis 1850 steht unter der Aufsicht der Universitätsbibliothek Bayreuth. Inzwischen umfasst die Bibliothek 40.000 Werke, darunter 2.797 Titel, unter anderem eine Reihe von Inkunabeln, die vor dem 19. Jahrhundert gedruckt wurden. Es ist geplant, die Bibliothek in nächster Zeit der Öffentlichkeit, vor allem Wissenschaftlern, zugänglich zu machen.Siehe auch: Bibliothek des Jean-Paul-Gymnasiums. Bei: Fabian Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Österreich und Europa

Darüber hinaus hat der 2015 verstorbene Hofer Autor und Dichter Thanos Kießling dem Jean-Paul-Gymnasium seine zu Lebzeiten gesammelte Privatbibliothek vermacht, die Interessenten seit Ende 2016 in einem eigenen Raum zur Verfügung steht.

Historische Mineraliensammlung