Adam-Air-Flug 574 (DHI 574) war ein planmäßiger Passagierflug von Surabaya (SUB) nach Manado (MDC) in Indonesien, Associated Press, 1. Januar 2006, abgerufen am 12. Mai 2015. der in der Nähe von Polewali auf Sulawesi am 1. Januar 2007 verschwand. Frühe Berichte, wonach das Wrack des Flugzeuges gefunden wurde, erwiesen sich als Gerücht. Im Laufe des Januar wurden Wrackteile aus dem Wasser geborgen und weitere am Meeresgrund geortet. Am 21. Januar wurden die beiden Flugschreiber in etwa 2000 m Tiefe lokalisiert und ein halbes Jahr später auch geborgen.
Fluggerät Das Flugzeug, eine Boeing 737-400 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen PK-KKW machte seinen Jungfernflug am 1. November 1989 und war im Laufe der Zeit von insgesamt acht Fluggesellschaften betrieben worden.Historie für B 737-MSN24070 Airfleets.net, abgerufen am 10. Januar 2006. Das Flugzeug hatte 45.371 Flugstunden absolviert und war zuletzt am 25. Dezember 2005 durch das indonesische Verkehrsministerium überprüft worden. Die nächste Überprüfung wäre Ende Januar 2007 fällig gewesen. Nach Angaben des Flughafens in Surabaya gab es keine technischen Probleme vor dem Abflug des Flugzeuges. The Electric New Paper, 3. Januar 2007, abgerufen am 12. Mai 2015.
Flugverlauf
Am 1. Januar 2007 um 12:55 Uhr Ortszeit (05:55 Uhr UTC) hob die Maschine mit 96 Passagieren Adam Air, abgerufen am 10. Januar 2006. und 6 Besatzungsmitgliedern an Bord vom internationalen Flughafen Juanda in Surabaya ab. Der etwa zweistündige Flug sollte um 16:00 Ortszeit (08:00 Uhr UTC, Sulawesi und Java liegen eine Zeitzone auseinander) auf dem Sam-Ratulangi-Flughafen in Manado, Sulawesi, enden. Der Flug verlief normal, bis die Maschine bei Makassar, Südsulawesi, von den Radarschirmen der Luftverkehrskontrolle verschwand.
Letzte Ortung mini|Lage von Sulawesi (hellgrün) innerhalb Indonesiens
Der Zeitpunkt des letzten Kontaktes war um 14:53 Ortszeit (06:53 Uhr UTC). Die letzte bekannte Position war durch einen Satelliten bei aufgezeichnet worden. Die Flughöhe des Flugzeuges betrug laut Radaraufzeichnung etwa 35.000 Fuß (10.700 m). Focus News Agency, 1. Januar 2007.
Wetter Das Wetter in der Region war stürmisch.Missing Indonesian plane sent distress call. In: Edmonton Sun. 1. Januar 2007. Das Indonesische Amt für Meteorologie und Geophysik stellte fest, dass die Wolkendecke bis zu einer Höhe von 30.000 Fuß (etwa 9.150 m) reichte; die durchschnittliche Windgeschwindigkeit in diesem Gebiet betrug 30 Knoten (56 km/h). Adam Air, abgerufen am 16. Mai 2023 (indonesisch) Obwohl die zuständige Luftverkehrsbehörde in Indonesien die Piloten vor den Wetterbedingungen warnte, hob die Maschine planmäßig ab. ANTARA, 4. Januar 2006. Über der Straße von Makassar sahen sich die Piloten mit Winden von bis zu 130 km/h konfrontiert und änderten den Kurs ostwärts.Search goes on for missing Indonesian jet – Asia – Pacific – International Herald Tribune. CNN, 6. Januar 2007.
Notrufsignale Entgegen ursprünglichen Berichten sendeten die Piloten vor dem Verschwinden keine Notrufsignale. Jerusalem Post, 4. Januar 2007.
Passagiere Die Passagierliste umfasste mit Ausnahme einer dreiköpfigen US-amerikanischen Familie ausschließlich Indonesier. News.com.au (Daily Telegraph), 2. Januar 2007, abgerufen am 12. Mai 2015. Es waren 86 Erwachsene und 11 Kinder.
Suchaktion und Rettungsbemühungen mini|Das Flugzeug am 23. März 2006 Falsche Berichte über die Entdeckung des Wracks Ursprünglich war berichtet worden, dass das Flugzeug in der bergigen Region des Südens der Insel Sulawesi lokalisiert worden sei. Aufgrund dieser Meldung wurden Hunderte von Rettungskräften mobilisiert. Der Kommandant des Luftwaffenstützpunktes Hasanuddin bestätigte diesen Bericht gegenüber einer lokalen Rundfunkstation. Demzufolge sei das Wrack etwa 20 km von der Bergstadt Polewali entfernt gefunden worden.Wreckage of plane found in Indonesian mountains. Reuters, 2. Januar 2006, abgerufen am 12. Mai 2015. In diesem Bericht hieß es auch, dass 12 Insassen den Absturz überlebt hätten.
Die Rettungskräfte wurden an den angegebenen Ort gebracht, fanden aber keine Spuren eines Flugzeugwracks. AFP, abgerufen am 16. Mai 2023. Am 2. Januar 2007 gab der indonesische Verkehrsminister Hatta Radjasa bekannt, dass das Flugzeug noch nicht gefunden sei und die gegenteiligen Berichte auf Gerüchten basiert hätten, die Dorfbewohner an die Behörden weitergegeben hatten.Confusion mounts over Java plane. BBC News, 2. Januar 2007.
Spekulationen und Annahmen Es wurde spekuliert, dass die Maschine bereits in der Luft explodiert sei. Diese Annahme war verbreitet worden, nachdem bekannt geworden war, dass zwei getrennte ELT-Signale empfangen wurden. Ein Verkehrsflugzeug hat zwei Notfunkbaken. Eine tragbare Einheit ist im Cockpit angebracht und beginnt auf der Notruffrequenz 121,50 MHz zu senden, sobald sie mit Wasser in Berührung kommt. Die zweite, die am Heck angebracht ist und durch einen Crash aktiviert wird, sendet auf 406 MHz. Diese gesendeten Signale hatten zu zwei unterschiedlichen Absturzstellen gewiesen.Bisa Jadi Pesawat AdamAir Meledak di Udara. Detik.com, 4. Januar 2006 (indonesisch) Die 121,50-MHz-Frequenz ist sehr störanfällig; trotzdem wurde die Annahme, dass das Flugzeug bereits in der Luft auseinandergebrochen sei, durch den späteren Fund von Wrackteilen gestützt, die über eine ziemlich große Fläche verstreut waren. Allerdings konnten die Wrackteile auf ihrem 2000 m weiten Weg von der Wasseroberfläche zum Meeresgrund durch den Einfluss der Meeresströmung auseinandergetrieben worden sein, auch wenn das Flugzeug erst beim Aufschlag auf dem Wasser zerborsten sein sollte. Dies war bei dem Trans-World-Airlines-Flug 800 der Fall gewesen.
Weitere Bemühungen Die Suche nach der vermissten Maschine wurde an anderen möglichen Absturzorten fortgesetzt, wobei Suchmannschaften zu Land, zu Wasser und in der Luft eingesetzt wurden. Die Stärke der Suchmannschaften wurde zeitweise auf bis zu 3500 Mann erhöht.
Zu den Einheiten, die das vermisste Flugzeug von der Luft aus suchen sollten, gehörten ein militärisches Überwachungsflugzeug vom Typ Boeing 737-200 und zwei mit Infrarot-Detektoren ausgestattete Maschinen Typ Fokker 50 der Luftwaffe Singapurs, Channel News Asia, abgerufen am 16. Mai 2023.Kirim 2 Fokker, Singapura Siapkan Infra Red Cari AdamAir. Detik.com, 3. Januar 2007. sowie Dutzende Hubschrauber. ANTARA, 3. Januar 2007. Später beteiligten sich auch mit Sonar ausgestattete Militärflugzeuge und Schiffe an der Suche,Seorang Warga Mamasa Melihat Pesawat Terbang Rendah. Liputan 6 SCTV, 4. Januar 2007.Cari Bangkai AdamAir, TNI AL Kerahkan KRI Bersonar. Denik.com, 4. Januar 2007 (indonesisch) die in die Straße von Makassar geschickt wurden. Die Suche konzentrierte sich angesichts des heftigen Regens und der starken Winde auf das Gebiet zwischen der Küstenstadt Majene und der bergigen Region Toraja. Die Behörden gaben an, dass die ELT-Signalgeber des Flugzeuges womöglich beim Aufprall beschädigt wurden oder durch Störungen geschwächt seien, was die Suche erschwere. Der Direktor der National Search and Rescue Agency glaubte, dass die Maschine über dem Meer verlorengegangen sei. CNN / Associated Press, 3. Januar 2007, abgerufen am 12. Mai 2015.
Die Suchaktion wurde am 10. Februar 2007 offiziell eingestellt und damit der Absturz der Maschine und der Tod aller an Bord befindlichen Passagiere und Besatzungsmitglieder endgültig festgestellt. Dies ist erforderlich, damit die Hinterbliebenen ihre Ansprüche an die Versicherungen stellen können. In: The Jakarta Post. 10. Februar 2007 (englisch)
Entdeckung von Wrackteilen Am 8. Januar 2007 wurden durch Sonargeräte an drei Stellen große Metallobjekte geortet, von denen vermutet wurde, dass es sich um Teile des Wracks handelt. Admiral Gatot Subyanto von der indonesischen Marine gab bekannt, dass die drei Orte zwischen drei und sechs Kilometer voneinander entfernt in der Nähe der Stadt Mamuju an der Westküste Sulawesis lagen. Mit den verwendeten Sonargeräten gelang aber keine genauere Bestimmung der Metallobjekte.Airline hunt spots metal in sea. BBC News, 8. Januar 2007. Ein Schiff der United States Navy, die USNS Mary Sears, traf am 9. Januar 2007 in dem Gebiet ein. Sie ist mit leistungsfähigeren Geräten ausgestattet. Durch ein kanadisches Spezialflugzeug wurden Luftaufnahmen der Region angefertigt, um bei der systematischen Suche zu helfen. media-indonesia.com, 9. Januar 2007, abgerufen am 12. Mai 2015. Am 24. Januar traf auch das britische Spezialschiff MN Endeavour in dem Gebiet ein, um bei der Suche mitzuwirken. Dieses Schiff wird normalerweise von Ölbohrfirmen zur Kartierung des Meeresgrundes eingesetzt.British ship joins search of Indonesian plane. In: People’s Daily Online; abgerufen am 11. März 2007.
Am 10. Januar wurde ein Teil des Leitwerks des FlugzeugesTail of missing Indonesian plane found. In: Sydney Morning Herald. 11. Januar 2007 (englisch) und am 13. Januar ein Teil eines Flügels gefunden. In: Jakarta Post. 14. Januar 2007. Außerdem wurden eine Kopfstütze, ein Personalausweis, Schwimmwesten, Sitze, ein Esstablett, ein Teil eines Reifens und eine Reihe weiterer Teile aus Aluminium und Glasfaser aus dem Wasser gefischt. In: Daily Telegraph (Australien). 11. Januar 2007, abgerufen am 12. Mai 2015. (Bis zum 29. Januar 2007 wurden insgesamt 206 Fragmente aus dem Meer geborgen, von denen mindestens 194 bestimmt von der vermissten 737 stammten.)
Entdeckung der Flugschreiber Am 21. Januar 2007 lokalisierte das US-amerikanische Schiff USNS Mary Sears die beiden Flugschreiber. United States Navy, 29. Januar 2007. Der Flight Data Recorder lag bei in etwa 2000 Meter Tiefe; der Cockpit Voice Recorder wurde in einer Wassertiefe von 1900 Metern bei geortet. Die beiden Positionen liegen etwa 1400 Meter voneinander entfernt. Bernama.com, 27. Januar 2007. Das Schiff tastete die Umgebung von drei Seemeilen um die Fundorte mit einem Sonargerät ab; eine hochauflösende Karte wurde erstellt. Dabei wurde eine große Anzahl von Trümmerteilen auf dem Meeresboden geortet. Man nimmt an, dass es sich dabei um Bruchstücke der verschwundenen Maschine handelt. Die Bergung der beiden Flugschreiber war erforderlich, um die Ursachen für den Absturz ermitteln zu können.Experts say investigation into Indonesian plane crash important to global aviation safety. In: International Herald Tribune. 29. Januar 2007 (englisch) Die indonesischen Behörden teilten allerdings zunächst mit, dass die zu einer Bergung aus dieser Wassertiefe erforderliche Technik in Asien nicht verfügbar sei. Die Lebensdauer der Batterien, mit denen die Flugschreiber Ortungssignale senden, war auf etwa 30 Tage begrenzt. Bernama.com, 24. Januar 2007.
Bergung der Flugschreiber Ab dem 26. Januar kam es zwischen Adam Air und der indonesischen Regierung zu Meinungsverschiedenheiten über die Bergung der Flugschreiber. Wegen der großen Wassertiefe erforderte die Bergung den Einsatz eines ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugs. Für die Kosten – einschließlich des Transportes eines solchen Gerätes in das Suchgebiet – machte die indonesische Regierung Adam Air verantwortlich. Vizepräsident Jusuf Kalla stellte die Bergung überhaupt in Frage; Luftfahrtexperten wiesen jedoch darauf hin, dass die Aufklärung des Unfalls für die Sicherheit nicht nur der nationalen, sondern der weltweiten Luftfahrt von Bedeutung sei. Die Erfolgschancen für eine Bergung sanken inzwischen deutlich, da nach Ablauf der Batterielebensdauer von 30 Tagen die Ortungssignale verstummten. Außerdem gab es Bedenken, die Geräte an den georteten Positionen durch ein ferngesteuertes Tauchgerät zu finden, da die zu erwartenden Sichtverhältnisse am Meeresgrund ungenügend seien und andere Wrackteile möglicherweise die Sicht behindern würden.Experts say investigation into Indonesian plane crash important to global aviation safety. In: International Herald Tribune. 26. Januar 2007.