mini|Erweiterungsbau des Reichsministeriums des Innern aus den 1930er Jahren, Dorotheenstraße 93 (2010) Das Reichsministerium des Innern (RMI) war das Innenministerium des Deutschen Reiches während der Weimarer Republik und der Zeit des Nationalsozialismus. Am 1. November 1934 wurde es mit dem Preußischen Innenministerium zum Reichs- und Preußischen Ministerium des Innern vereint. Es hatte damit insbesondere die Zuständigkeit für den gesamten Polizeiapparat.dhm.de aufg. 31.08.2016
Es war der Nachfolger des Bundeskanzleramts des Norddeutschen Bundes von 1867, seit 1871 Reichskanzleramt genannt, und des Reichsamts des Innern von 1879 sowie der Vorgänger des Bundesministeriums des Innern. Seit dem 14. April 1914 hatte das Innenministerium auch die Zuständigkeit für den Spitzensport als nationale Aufgabe.Arnd Krüger, Rolf Pfeiffer: Theodor Lewald und die Instrumentalisierung von Leibesübungen und Sport. Uwe Wick, Andreas Höfer (Hrsg.): Willibald Gebhardt und seine Nachfolger (= Schriftenreihe des Willibald Gebhardt Instituts, Band 14). Meyer & Meyer, Aachen 2012, ISBN 978-3-89899-723-2, S. 120–145.
Gebäude mini|Blick über die Moltkebrücke auf das Generalstabsgebäude (rechts) Das Bundeskanzleramt des Norddeutschen Bundes befand sich seit 1867 in der Wilhelmstraße 74 in Berlin. Das in Reichsministerium des Innern umbenannte Ministerium zog 1919 an den Königsplatz im Alsenviertel in das ehemalige Generalstabsgebäude (heute Platz der Republik). Im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde das Haus 1950 gesprengt und 1951 das Grundstück geräumt.Helmut Zschocke: Geheimnisvolles Alsenviertel am Bundeskanzleramt. Peter Lang-Verlag, 2017. Leseprobe.
Amtliches Organ Das zum Zweck öffentlicher Bekanntmachungen herausgegebene Amtsblatt des Reichsministeriums war von 1923 bis 1945 das Reichsministerialblatt (RMBl). Es folgte in dieser Funktion dem von 1873 bis 1922 überwiegend noch von der Vorgängerbehörde herausgebrachten Zentralblatt für das Deutsche Reich (ZBl).
Amtsinhaber ab 1919 Name Amtsantritt Ende der Amtszeit Partei Hugo Preuß 13. Februar 1919 20. Juni 1919 DDP Eduard David 21. Juni 1919 3. Oktober 1919 SPD Erich Koch-Weser 3. Oktober 1919 4. Mai 1921 DDP Georg Gradnauer 10. Mai 1921 22. Oktober 1921 SPD Adolf Köster 26. Oktober 1921 14. November 1922 SPD Rudolf Oeser 22. November 1922 12. August 1923 DDP Wilhelm Sollmann 14. August 1923 3. November 1923 SPD Karl Jarres 11. November 1923 15. Dezember 1924 DVP Martin Schiele 15. Januar 1924 Oktober 1925 DNVP Otto Geßler kommissarisch 23. Oktober 1925 5. Dezember 1925 DDP Wilhelm Külz 20. Januar 1926 17. Dezember 1926 DDP Walter von Keudell 29. Dezember 1927 12. Juni 1928 DNVP Carl Severing 28. Juni 1928 27. März 1930 SPD Joseph Wirth 30. März 1930 7. Oktober 1931 Zentrum Wilhelm Groener 9. Oktober 1931 30. Mai 1932 parteilos Wilhelm Freiherr von Gayl 1. Juni 1932 17. November 1932 DNVP Franz Bracht 3. Dezember 1932 28. Januar 1933 parteilos Wilhelm Frick 30. Januar 1933 20. August 1943 NSDAP Heinrich HimmlerStephan Lehnstaedt: Das Reichsministerium des Innern unter Heinrich Himmler 1943–1945. (PDF; 491 kB) In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 2006, S. 639–672. 24. August 1943 29. April 1945 NSDAP Paul Giesler 30. April 1945 3. Mai 1945 NSDAP Wilhelm Stuckart 3. Mai 1945 23. Mai 1945 NSDAP
Staatssekretäre Theodor Lewald (1919–1921) Heinrich Schulz (1919–1927, nur Leiter der Schulabteilung) Johann Michael Freiherr von Welser (1921–1923) Philipp Brugger (1921–1932) Erich Zweigert (1923–1933) Hans Pfundtner (1933–1943) Wilhelm Stuckart (1935–1945) Heinrich Himmler (Chef der Deutschen Polizei, 1936–1943) Leonardo Conti (08/1939–1944)
Behörden Reichsamt für deutsche Einwanderung, Rückwanderung und Auswanderung Reichstauschstelle im Reichsministerium des Innern
Literatur Stephan Lehnstaedt: Der „Totale Krieg“ im Reichsministerium des Innern unter Heinrich Himmler. In: Die Verwaltung. Zeitschrift für Verwaltungsrecht und Verwaltungswissenschaften, 39. Band, 2006, S. 393–420. Walter Strauß: Das Reichsministerium des Innern und die Judengesetzgebung. Aufzeichnungen von Doktor Bernhard Lösener. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 9 (1961), Heft 3, S. 262–313; ifz-muenchen.de (PDF; 2,6 MB).
Weblinks Reichsministerium des Innern. European Holocaust Research Infrastructure EHRI, abgerufen am 10. Juli 2020. Reichsministerium des Innern: ABC des Reichsrechts : Gesamtverzeichnis zum Bundes- und Reichsgesetzblatt, 1867 bis 1929. In: Reichsgesetzblatt. Berlin, Reichsverlagsamt 1930 (online).
Einzelnachweise
Inneres Deutsches Reich Kategorie:Behördengründung 1919 Kategorie:Aufgelöst 1945 Kategorie:Dorotheenstraße (Berlin)